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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Lange Zeit galten aerodynamisch geschlossene, weit nach hinten gezogene Zeitfahrhelme als das Maß der Dinge – allerdings nur unter Idealbedingungen: Konstante Kopfhaltung, perfekter Rückenwinkel, ruhige Strecke. In der Realität aber reichten bereits kleinere Bewegungen, Seitenwind oder hohe Temperaturen, um den theoretischen Vorteil deutlich zu relativieren.In den letzten Jahren haben sich daher andere Aerohelme durchgesetzt: Kompakte Modelle mit großen Luftein- und -auslässen sowie kurz-ovaler Tropfenform, die eine größere Bewegungsfreiheit erlauben und sich besser an unterschiedliche Rückenformen und Sitzpositionen anpassen – ohne signifikante aerodynamische Einbußen. Zudem ermöglichen sie in der Regel eine deutlich bessere Ventilation, was speziell bei langen Zeitfahren und hohen Temperaturen ein entscheidender Vorteil ist.Der neue ABUS GameChanger TT 1.1 greift genau dieses Konzept auf. Top belüftet, kurz, oval, mit flexiblem EVA-Heck, das sich bei jeder Kopfbewegung passgenau am Nacken anlegt, kombiniert er aerodynamische Effizienz mit durchdachtem Temperaturmanagement und hohem Tragekomfort – ideal für alle, die im Wettkampf nicht nur schnell sein wollen, sondern auch einen kühlen Kopf bewahren möchten.
Der Abus GameChanger TT 1.1 wurde entwickelt, um keine Sekunde auf der Strecke zu verschenken – mit optimierter Aerodynamik, durchdachten Details und hoher Alltagstauglichkeit.
* Gewogen: 400 g inklusive Magnetvisier
Der Abus TT 1.1 Zeitfahrhelm mit seinem großen, getönten Visier ("smoke") begleitete mich durch unterschiedlichste Wetterlagen - von klammen 3 Grad bis zu frühlingshaften 20 °C. Beschlagen? Fehlanzeige. Selbst Dauerregen konnte dem Visier nichts anhaben. Das große Sichtfeld blieb stets gestochen scharf, und die Magneten hielten es fest an Ort und Stelle, ohne zu verrutschen. Fürs Race Around Austria bestellte ich mir um 58,15 Euro ein klares Visier im Zubehörhandel, sodass ich auch bei Nacht keine Einbußen in der Aerodynamik hinnehmen musste.Weniger erfreulich fand ich die Beschaffenheit der Innenseite des Visiers: Eine zwecks Beschlagfreiheit sehr raue Oberfläche, die sich kaum reinigen ließ. Nur mit viel Seifenlauge, Wasser und Druckluft bekam ich sie einigermaßen schlierenfrei - kein Spaß für unterwegs. Außen dagegen gelang die Reinigung ganz gewohnt mit dem Brillenputztuch. Etwas nervig fand ich auch, dass man das Visier im Nichtgebrauch nicht am Helm fixieren konnte, was die Handhabung in der Wechselzone bzw. beim Transport nicht gerade erleichtert.
Der Helm selbst? Ein Gedicht. Extrem leicht, mit perfekter Passform ohne Druckstellen. Auch nach acht Stunden mit Headset beim RAN von Weitra bis Semmering immer noch bequem. Belüftung? Top! Fidlock-Verschluss: Großartig! Einziger Wermutstropfen: Ab 45 km/h wird's laut wegen des Fahrtwinds.Besonders gelungen ist der flexible, weiche Bereich am unteren, hinteren Teil des Helms. Dieser erleichtert nicht nur das Aufsetzen - speziell rund um die Ohren - sondern sorgt auch für einen sicheren und aerodynamisch optimalen Sitz. Wichtig: Zuerst die genaue Anpassung an den Kopfumfang vornehmen, bevor man sich an die Höhenverstellung bzw. Neigung macht, denn danach ist das Einstellrad kaum noch zu erreichen.Und für alle, die ihre Sachen ordentlich verstauen: Die mitgelieferte Transportbox ist richtig praktisch.
Der Abus Gamechanger TT 1.1 überzeugt auf ganzer Linie, wenn es um Passform, Komfort und Alltagstauglichkeit geht. Wer regelmäßig bei Wind und Wetter trainiert oder längere Rennen fährt, wird sich über das stets beschlagfreie Visier und das großzügige Sichtfeld freuen – selbst bei Dauerregen oder Kälte. Der Fidlock-Verschluss ist eine kleine Offenbarung, und die Kombination aus niedrigem Gewicht und durchdachter Belüftung macht den Helm auf langen Etappen zum kaum spürbaren Begleiter. Insgesamt gibt’s wenig zu meckern – bis das Tempo über die 45-km/h-Marke hinausgeht und der Fahrtwind ein unangenehmes Grundrauschen erzeugt.Einen Abzug gibt’s bei der Pflegefreundlichkeit: Die raue Innenseite des Visiers ist zwar funktional gegen Beschlagen, aber eine echte Diva in Sachen Reinigung. Wer klare Sicht behalten will, muss regelmäßig mit Seifenlauge und Druckluft ran. Und dass sich das Visier im Nichtgebrauch nicht am Helm fixieren lässt, ist beim Transport oder in der Wechselzone alles andere als praktisch.Wer damit leben kann und regelmäßig auf der Jagd nach Sekunden ist, erhält mit dem Abus Zeitfahrhelm ein starkes Gesamtpaket, das wenig Wünsche offen lässt.
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