Passwort vergessen?
Name: Gabriel Waringer Alter: 33 Jahre Größe: 183 cm Schrittlänge: ehrliche 843 mm Gewicht: ~ 82kg Fahrstil/ -können: Ein Gravelbike ersetzt (k)ein MTB!
Kurz nicht aufgepasst und vier Monate off season aufgerissen. Shit. Der Frühling steht vor der Tür und dort, wo ich die Überbleibsel meiner ehemaligen Form vermute, steht nur: 404.Kann man in zehn Tagen Radikalkur die Versäumnisse des Winters wegschwitzen? Wohl kaum, aber das hindert mich nicht daran, es zumindest zu versuchen.
Gut geplant ist halb gewonnen.
Meine Jugendidole Kollegen Christian "Brankoslav” und sein Edelhelfer Joe Baller sagen: "Gran Canaria”, und so war es dann auch. Flug gebucht, Unterkunft gecheckt - alles gut. Ich bin vorher noch nie auf den Kanaren gewesen und hatte von daher auch keine Ahnung, wie die Topografie dort aussieht. Hätte man recherchieren können, habe ich verabsäumt. Fehler.Gran Canaria ist eine Mischung aus Hochs und Tiefs, Landschaftlich sowieso - optional auch emotional. Wer lockere Runden unter 1.000 Höhenmetern fahren möchte, wird es schwer haben. Die Insel vulkanischen Ursprungs kennt (fast) keine Ebene.Der Norden um Las Palmas ist deutlich dichter besiedelt, bessere Straßen, mehr Dörfer - logischerweise auch mehr Verkehr. Im Frühjahr kommt noch dazu, dass die Wettersituation auf der nördlichen Hälfte unvorhersehbar sein kann, sprich: Mit Regenschauern ist selbst an vermeintlich guten Tagen zu rechnen.Der Süden hingegen gleicht der gängigen Vorstellung von Arizona: trocken, karg und staubig. Die Straßen sind größtenteils gut befahrbar, aber 28 mm oder mehr empfiehlt sich auf jeden Fall bei der Bereifung.
Unsere Homebase ist in Arguineguín gelegen, mehr oder weniger direkt am Fuße des Soria-Anstiegs. Von hier aus eröffnen sich viele Tourenmöglichkeiten quer über die gesamte Insel. Mein persönliches Highlight ist die Gegend um Artenara sowie der Stausee Presa de Lugarejos.Wer Zeit hat, sollte sich unbedingt die Küstenstraße im Westen ansehen, eine heiße Empfehlung zwischen Agaete und San Nicolas. Der alte, exponierte Weg ist leider bei einem Unwetter verschwunden; angeblich wird dieser aber in Zukunft wieder reaktiviert. Irgendwann. Mal sehen.Das sagenumwobene Tal der Tränen hat meine Erwartungen nicht erfüllt. Eine triste Landschaft, schlechte Straßen und zu viel Verkehr schmälern die Erfahrung.
Gran Canaria eignet sich hervorragend als Spielwiese für Bergfreunde. Touren um die 3.000 Höhenmeter hat man sofort gefunden, und solange man sich von der Küste entfernt hält, ist der Verkehr auch sehr erträglich.Werde ich wieder hinfahren? Das nächste Mal mit weniger Speck an den Hüften und mehr Kilometern in den Beinen.Und um die eingangs gestellte Frage zu beantworten: Ja, man schafft es in zehn Tagen, trainingstechnisch recht viel nachzuholen. Reicht es für eine Rennsaison? Definitiv nicht. Aber so eine verlängerte Woche ist herrlich, um den Kopf frei zu bekommen und wieder Freude am Fahrradfahren zu finden.Wer es nicht ganz so hügelig mag, dem sei Mallorca als Plan B empfohlen - soll auch recht schön sein.
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