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Kurztest Bosch Performance Line CX

Kurztest Bosch Performance Line CX

25.07.19 06:36 19.726Text: NoMan, PMFotos: BoschE-Biken 4.0: Den zehnten Geburtstag seiner eBike Systems feiert Bosch mit einem kleineren, leichteren, stärkeren und schlaueren MTB-Motor.25.07.19 06:36 19.838

Kurztest Bosch Performance Line CX

25.07.19 06:36 19.8389 Kommentare NoMan, PM BoschE-Biken 4.0: Den zehnten Geburtstag seiner eBike Systems feiert Bosch mit einem kleineren, leichteren, stärkeren und schlaueren MTB-Motor.25.07.19 06:36 19.838

Erste Proberunden mit der neuesten Generation des Bosch Performance Line CX konnten wir bereits bei manch sommerlicher Produktpräsentation für 2020 drehen. Im Rahmen der Salzkammergut Trophy war nun darüber hinaus Gelegenheit, dem fürs E-Mountainbiken gedachten Antriebssystem der vierten Generation, begleitet von Bosch-Testimonial und Ex-Trial-Vizeweltmeister Stefan Schlie, auf den Zahn zu fühlen. KTM stellte die hierfür nötigen Testbikes zur Verfügung.

 Drehmoment, Drehzahl, Steigung und Speed 

Welche Faktoren beim Neuen die Motorsteuerung maßgeblich beeinflussen.

Die Baugröße um fast die Hälfte reduziert, das Gewicht um ein Viertel, den Unterstützungsgrad um nochmal 13 Prozent angehoben, die Reichweite um 25% erhöht … die Zahlenspiele rund um den Vergleich des neuen Performance Line CX mit seinem Vorgänger sind beeindruckend. Mit schlanken 2,9 Kilogramm im deutlich abgespeckten Magnesiumgehäuse, 625 Wattstunden im vollintegrierten PowerTube-Akku und bis zu 340 % Unterstützung im stärksten Modus geht das generalüberholte Antriebssystem von Bosch ins Modelljahr 2020 (nota bene: Das „alte“ bleibt ebenfalls im Programm).

Die neuen Außenmaße werden vor allem die Hersteller freuen. Immerhin bedeutet ein kleinerer, leichterer Motor weitaus mehr konstruktionstechnische Freiheiten - Stichwort Kettenstrebenlänge, Kinematik, Handling oder Q-Faktor (nunmehr Standard: 175 mm). Kundenseitig ist aber auch angesichts manch innerer Werte Vorfreude angesagt.

Drive Unit: dynamisch und sensibel

First things first: Das typische, kleine Kettenblatt ist weg, und mit ihm jenes Vorgetriebe, das bis dato für erhebliche Reibung v.a. über der Unterstützungsgrenze von 25 km/h und deutlich vernehmbare Motorengeräusche gesorgt hat. Nunmehr verrichtet ein Freilauf seine Dienste, der Motor und Getriebe entkoppelt.
Mit der neuen Performance Line CX fährt es sich folglich nicht nur leiser, wenn der Murl läuft. Vor allem tritt man über 25 km/h (bzw. bei ausgeschaltetem Motor) nicht mehr gegen eine gefühlte Wand, sondern nur noch über ein kleines Hügelchen. Speziell im Toureneinsatz, wo flotte Flach- oder Bergabpassagen an der Tagesordnung stehen, ist das eine enorme Erleichterung.

Ergänzend zum technischen Aufbau wurde auch an der Sensorik und Software ordentlich gefeilt. Nebst dem Drehmoment erhielt u.a. die Drehzahl deutlich mehr Bedeutung für die Motorsteuerung. Bis hinauf zu 105 rpm gibt's nun optimale Unterstützung, insgesamt präsentiert sich Boschs vierte Motoren-Generation speziell im eMTB-Modus deutlich harmonischer und näher an den natürlichen Tretbewegungen.
Am Pedal zu "tippeln", wie Stefan Schlie das nur kurze Vor-/Zurückbewegen der Pedale z.B. im Beinahe-Stillstand oder Herantasten an ein Hindernis bezeichnet, ist nun ebenso in kontrollierter Weise möglich wie zackige Last- und damit Tempowechsel oder ein beherzter Wiegetritt. Zwar ist das Bosch-typische Nachschieben nicht komplett aus der Welt und das Vorderrad mit Performance Line CX Antrieb nach wie vor schneller und höher in der Luft als ohne, wenn man's - etwa über Steinstufen bergauf - darauf anlegt. Aber in Summe arbeitet der Motor spürbar mehr mit dem Piloten mit als früher.

 Seht ihr? Das Rad klebt mir förmlich an den Füßen! 

Wer kann, der kann ... z.B. Steinwände unterstützt vom neuen Performance Line CX hochklettern. Und Ex-Trial-Vizeweltmeister Stefan Schlie kann recht gut ...

Nicht geändert wurden die prinzipiellen Modi. „Off“ schaltet die Motorenunterstützung aus, „Eco“ hilft mit einem Ticken mehr, als Getriebe und Extragewicht kosten. „Turbo“ schiebt unerbittlich mit maximalen 340 (früher: 300) Prozent an. Und „eMTB“ bewegt sich, indem die Eigenleistung des Fahrers abhängig vom Pedaldruck verstärkt wird, feinfühlig und gleichzeitig progressiv in der Kraftentfaltung zwischen diesen beiden Unterstützungsstufen.
Die zugehörigen Bordcomputer bzw. Steuerungseinheiten bleiben – von Software-Updates abgesehen – ebenfalls unangetastet.

PowerTube: weit und weiter

Gespeist wird die neue Drive Unit von einer voll ins Unterrohr integrierten Lithium-Ionen-Batterie, die mit 625 Wattstunden neue Maßstäbe bei der Reichweite setzt. Darüber hinaus lässt sich eine zweite, externe 500 Wh-Batterie mittels spezieller Halterung sozusagen wie früher an den Rahmen montieren. Diese besetzt zwar den dank Akku-Integration gewonnenen Platz für den Flaschenhalter, aber für insgesamt 1.125 Wh kann man derlei Abstriche in Kauf nehmen.
Die neue PowerTube 625 wiegt etwa 3,5 Kilogramm und misst ca. 416 x 84 x 65 mm - eine Größe, die sich fesch im Unterrohr verstecken lässt. Vollständig geladen wird sie in knapp vier Stunden, sofern ein 6A Fast-Charger dabei hilft. Für eine Wiederauffüllung auf 50% genügen 1,5 Stunden, also ein gutes Mittagessen.

Neben der cleanen Optik will die neue Batterie vor allem mit hoher Laufleistung und langer Lebensdauer punkten. Beides ließ sich mit unserem Kurztest logischerweise nicht verifizieren, wir haben jedoch keinen Grund, Boschs diesbezügliche Behauptungen anzuzweifeln.
Sehr wohl nachvollziehen ließ sich das einfache Handling. Beim Aufschließen bewegt sich die PowerTube rund 2 cm heraus. Dadurch wird sie leichter greifbar. Eine Sicherung verhindert das Herausfallen des (übrigens horizontal oder vertikal verbaubaren) Akkus. Laden lässt er sich direkt am Bike.
Eine Belüftung mittels spezieller Öffnungen im Unterrohr, wie bereits bei Simplon gesehen, "braucht" der Akku laut Hersteller nicht. "Aber natürlich hilft ihm alles, was ihn kühlt", so Bosch.

Details: clever und hilfreich

Kettenblätter werden künftig per Direct Mount oder mit 104-mm-Standard-Befestigung angebracht. Für kurze Kurbelarme gibt’s in der Diagnose-Software eine spezielle Einstellung zwecks optimaler Kraftübertragung.
Ein zusätzlicher 12-V-Anschluss bietet Drittanbietern die Möglichkeit, ihre Komponenten mit Strom aus dem Lithium-Ionen-Akku zu versorgen.
Auch die Schiebehilfe wurde überarbeitet, auf dass sie kraftvoll und mit angemessener Geschwindigkeit Dienst verrichte. Fürs Optimum empfiehlt sich ein möglichst kleiner Gang, ehe sie aktiviert wird. Der Finger am „+“ bleibt aber weiterhin nötig, das will nämlich die Gesetzgebung so.


Ein kleines Schloss-Symbol am Display informiert über den abgesperrten Zustand.

Und dann sind da noch diverse Neuerungen, die auch für die vierte Generation der Performance Line CX verfügbar sein werden, sofern Kiox, das kompakte Farbdisplay für sportive Fahrer mit eBike Connect-Anbindung, verwendet wird.
Als digitale Ergänzung zum mechanischen Fahrradschloss fungiert die Premium-Funktion Lock: Wird sie durch das Abziehen des Bordcomputers aktiviert, kann nicht mehr mit Unterstützung des Motors gefahren werden. Erst mit Aufstecken desselben Kiox entriegelt sich die elektronische Sperre wieder. Für Diebe wird das Pedelec damit unattraktiver, schließlich fährt sich's ohne Unterstützung nicht mal halb so gut, und weiterverkaufen lässt sich ein solches Gefährt wohl auch nur schwer.
Mit eSuspension bietet Bosch eBike Systems zusammen mit FOX erstmals ein integriertes und über den Bordcomputer Kiox steuerbares Fahrwerk an. Über eine ausgefeilte Sensorik ermittelt E-Live Valve 1.000 Mal pro Sekunde die Gegebenheiten des Terrains und passt Federgabel und Dämpfer entsprechend an. Manuell einstellbar sind fünf Modi für unterschiedliche Fahrsituationen. Die Energieversorgung der eSuspension ist über den Bosch eBike-Akku sichergestellt.

Unabhängig vom Bordcomputer in jedes Antriebssystem von Bosch integriert wird ab 2020 eine Software, welche während der Fahrt erkennt, ob das Bike getunt ist. Mit getunten , aka „offenen“ eBikes im öffentlichen Verkehr unterwegs zu sein, kann neben technischen und sicherheitsrelevanten Konsequenzen auch schwerwiegende rechtliche Folgen nach sich ziehen.
Erkennt die Anti-Tuning-Software, dass eine Manipulation vorliegt, schaltet das eBike automatisch in den Notlaufbetrieb. Zwar lässt sich der ursprüngliche Fahrzustand wiederherstellen, indem rund 90 Minuten mit dem heruntergeregelten Pedelec gefahren wird. Sobald sich das System aber wieder im Normalbetrieb befindet, erfolgt die Manipulationsabfrage erneut. Nach der dritten Wiederherstellung kann der Notlaufbetrieb nur noch durch das Bosch DiagnosticTool beim Fachhändler aufgehoben werden.
Bosch sieht in dieser Neuerung einen wichtigen Schritt, um den rechtlichen Status von bis 25 km/h unterstützten Pedelecs als Fahrräder zu schützen und erhalten – und erfüllt damit auch eine in der aktuellen europäischen Norm (EN 15194:2017) integrierte Anforderung.


Es wäre wohl ziemlich blöd zu etwas zu verpflichten was nachgewiesener weise zu mehr Gesundheitsschäden führt (mehr Unfälle, und weniger Rad-km im Verlgeich zu Regionen wo es keine Helmpflicht gibt) - so gesehen sollte man natürlich gegen Helmpflicht auftreten!
Ja, ganz genau das meinte ich! Danke für's Ausformulieren.
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