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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Das Presta-Ventil (auch französisches bzw. Sclaverand-Ventil genannt) ist seit über 100 Jahren faktisch unverändert und kommt typischerweise auf Rennrädern und sportlichen Mountainbikes zum Einsatz. Zu seinen Vorteilen gehören die hohe Luftdruckstabilität (bis zu 15 Bar) sowie die exakte Einstellbarkeit des Luftdrucks, und dass dieser per Standpumpe abgelesen werden kann. Zudem erlaubt die schmale Ventilbauform eine ebenso schmale Felgenbohrung von nur 6,5 mm, was der Stabilität der Felge zugute kommt.Nichtsdestotrotz ist spätestens seit Einführung der Tubeless-Technik gerade der schmale Aufbau mit dem herausschraubbaren Presta-Ventilkern von Nachteil, da dieser einerseits nicht genügend Luftdurchsatz zur Tubless-Montage ermöglicht, um die Reifenwulste in die Felgenflanken zu wuchten und anderseits das filigrane Ventilinnenleben oftmals von der Reifendichtmilch verstopft wird.Der deutsche Hersteller Contec widmete sich diesem Problem und präsentiert mit den Contec Fastair TL eine neue Ventiltechnik fürs Rennrad und Mountainbike, welche dank ihres großvolumigen Designs den dreifachen Luftdurchsatz versprechen. Auch den Reifen durch das montierte Ventil mit Dichtmilch zu befüllen stellt kein Problem mehr dar, denn das selbstentleerende Ventilkopfdesign soll Verstopfungen durch eintrocknende Dichtmilch effizient verhindern. Zudem ist es möglich, die Luft mit der großen Gewindekappe schnell abzulassen und den Dichtmilchfüllstand vor der Fahrt mittels Extraktionsschlauch und Contec Injector Kit zu kontrollieren.Wir haben die Contec Presta-Ventile an Mavic Allroad Pro Carbon SL Laufräder montiert, Michelins Power Gravel TLR Reifen in 47c darauf gewuchtet und unseren Powergraveler Gabriel Waringer damit auf Europareise geschickt.
"Oldie but goldie". So und nicht anders muss man Mavics potenten Allroad Carbon SL Laufradsatz, der bereits 2019 vorgestellt wurde und nach wie vor das Flaggschiff der hauseigenen Allroad/Gravel-Range stellt, betiteln. Schon damals legten die französischen Designer besonderes Augenmerk auf das Carbon-Layup, um den optimalen Sweet Spot aus Steifigkeit, Schlagfestigkeit und vertikaler Nachgiebigkeit zu erreichen. Gemessen an seiner Maulweite von 23 mm, den jeweils 24 doppel-dickenden Stahlspeichen für besonders hohen Komfort, dem Center-Lock-Standard und der enormen Widerstandsfähigkeit sämtlicher Bestandteile, fällt er mit 1.445 Gramm zudem sehr leicht aus. Ausgestattet mit der UST Road Tubeless Technologie, dem ID360 Freilauf (Instand Drive 360) mit 9° Eingriffswinkel für schnellen Kraftschluss, breiten Achsen und jeweils vier selbstjustierenden, gedichteten Oversize-Industrielagern inklusive kontaktfreier Gummidichtungen stehen die Weichen auf maximale Performance auf rauem Asphalt. Größtmögliche Kompatibilität gewährleisten zahlreiche Nabenadapter und Freilaufoptionen für Shimano/SRAM, SRAM XD und Campa. Bezüglich der Bereifung empfehlen sich generell alle TLR-Reifen mit Dimensionen zwischen 28 und 62 mm.
Oldie but goldie.
Widerstandsfähigkeit, Performance und Grip auf Asphalt und im Gelände - das Versprechen der Michelin Gravel Reifen klingt verlockend. Optisch erinnert der Power Gravel verdächtig an eine der unzähligen Iterationen des G-One von Schwalbe - relativ feingliedrige, gleichmäßig angeordnete Noppen zieren den Querschnitt des Reifens.Auf einen schnell rollenden Mittelstreifen wird verzichtet, dennoch merkt man auch bei zügigeren Ausfahrten auf hartem Untergrund, dass der Reifen sauber dahinzischt. Wir vermuten, es liegt an der relativ dünnen Karkasse in Kombination mit einer gut abgestimmten Gummimischung. Das präferierte Einsatzgebiet des Power Gravel ist aber ohnehin die Schotterpiste. Der “Bead 2 Bead Protek” Pannenschutz funktioniert eigentlich recht gut; seitdem wir die Reifen tubeless fahren, hatten wir keinerlei Probleme. Die vorhin angesprochenen Gummimischung hört auf den Namen “X-Miles Compound”, und tatsächlich waren wir bereits 10 Meilen und mehr damit unterwegs. Alles top!Der Michelin Power Gravel ist exklusiv für 700c erhältlich, dafür aber in zwei Farbvarianten und in vier Breiten: 33 (UCI/Cyclocross), 35, 40 und 47 Millimeter stehen zur Wahl, und so sollte sich für jeden Anwendungsfall der richtige Pneu finden lassen.
* Herstellerangaben: für die tatsächlichen Gewichte unserer Testreifen siehe die beiden Fotos unterhalb!
Elektrischer Kompressor? Tire Booster? Tubeless-Pumpe? Nichts davon ist laut Contec nötig, um Tubeless-Reifen zu montieren, sofern ihre neuen FastAir Tubeless Ventile verwendet werden: Der Ventilkopf wurde so gestaltet, dass mit einer handelsüblichen Standpumpe bis zu 300% mehr Luftvolumen in den Reifen strömt.Erhältlich sind die FastAir TL Ventile in einer Variante für Presta- und für Schrader/Autoventil-Felgenlöcher in jeweils drei Längen und Preisklassen, außerdem gibt’s für beide Durchmesser ein Konverter-Kit, um schon im Besitz befindliche Tubeless-Ventile umzurüsten. Hier muss allerdings auf den Komfort des Extraktionsschlauchs verzichtet werden.
Passend zu den neuen Tubeless Ventilen wurde auch Contecs zugehöriges Produktangebot erweitert, beispielsweise um selbstklebende Tubeless-Felgenbänder in verschiedenen Breiten (19-30 mm, Dicke: 0,12 mm, Länge 10 m) ab € 9,95 UVP oder um für alle Presta Ventile geeigneten Ventilverlängerungen (30 bzw. 50 mm, € 17,95).
Vor dem Aufziehen der Reifen achten wir auf die angegebene Rotationsrichtung. Sobald eine Seite des Reifens auf der Felge sitzt, kürzen wir den Extraktionsschlauch mit einer Schere. Und zwar genau so kurz, dass er am vollständig montierten Reifen gerade mal nicht ansteht. Einerseits soll über den Schlauch das Sealant widerstandsfrei eingefüllt und andererseits der Füllstand des Dichtmittels kontrolliert werden können. Nachdem auch die zweite Reifenflanke aufgezogen ist, drücken wir das Tubeless-Ventil ein bisschen rauf und runter, um zu kontrollieren, ob es gerade ausgerichtet ist und der Schlauch nicht eingezwickt wurde.Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um die Rändelmutter endfest zu schrauben, damit das Ventilloch von innen durch die Gummidichtung des Ventils luftdicht verschlossen wird. Achtung: Im Falle der Mavic UST-Felge mussten wir die Rändelmutter wirklich extrem fest zuschrauben, damit sich die kegelförmige Gummidichtung auch tief genug ins Felgenprofil quetschen konnte, um luftdicht abzuschließen.
In der Regel benötigt man für MTB Reifen zwischen 60 und 90 ml und für Rennrad/Gravel-Reifen 30 bis 45 ml Dichtmilch. Achtet vor dem Befüllen aber bitte trotzdem auf die Herstellerangaben auf der Flasche - die Menge kann je nach Hersteller und Reifen variieren. Stan's NoTubes Tubeless Reifendichtmittel:Stan's Reifendichtmittel kann ein bis zu 6 mm großes Loch in einem Standard- oder Tubeless-Reifen sofort und dauerhaft zu verschließen. Die Latexmilch bleibt 2 bis 7 Monate im Reifen flüssig. Ein spezieller Frostschutzmittelzusatz erlaubt es zudem, das Dichtmittel in Umgebungen bis maximal -30°C zu verwenden.Wichtiger Hinweis: Da sich die Dichtmilch mit der Zeit zersetzt oder austrocknet, sollte sie in regelmäßigen Abständen geprüft und je nach Zustand nachgefüllt werden.
Als Kontrastprogramm machten wir die gleiche Prozedur noch einmal für das andere Laufrad mit dem Mavic-Originalventil. Im Prinzip funktionierte es ebenso easy, nur dass wir das Ventilinnenteil zweimal heraus- und wieder hineinschrauben mussten.
Die Michelin-Reifen ließen sich mit entsprechender Technik von Hand aufziehen und die Reifen sprangen trotz einer gewöhnlichen Standpumpe schon bei wenig Druck willig und präzise in die Flanken. Beim Mavic-Ventil mussten wir allerdings den Ventilkern herausschrauben. Auf den gewünschten Luftdruck gebracht waren beide Laufräder bzw. beide Ventilsysteme auf Anhieb dicht.Selbst ohne der Zugabe von Tubeless-Milch hielten beide Protagonisten den Luftdruck über Nacht einigermaßen stabil, wenngleich beim Contec-Ventil wegen seines kegelförmigen Ventilfußes dafür ein sehr hoher Anpressdruck notwendig war. Denn Mavics UST-Laufräder besitzen einen extrem tiefen Kanal in der Mitte des Felgenbetts, mit dem die hauseigenen Ventile wegen ihres länglichen Gummipfropfens am besten zurecht kommen. In diesem Fall funktionierte allerdings auch das Contec FastAir TL Ventil einwandfrei und zuverlässig. Ein weiterer Vorteil des FastAir TL Systems mit Extraktionsschlauch ist, dass grundsätzlich jede Tubeless-Spritze zum Befüllen, Nachfüllen und auch zum Überprüfen des Flüssigkeitsstands verwendet werden kann.Beim Tire Sealant fiel unsere Wahl auf den Platzhirsch Stan's NoTubes, von dem wir jeweils 55 ml in die Reifen füllten. Dazu verwendeten wir das Contec Injector Kit, welches seine Aufgabe einwandfrei erfüllte. Allerdings ist die Technik dahinter kein wirkliches Meisterwerk und tendiert beim Abziehen des Schlauches zur Patzerei. Im Vergleich dazu spielen die Compact Spritzensysteme von Milkit oder DT Swiss in einer anderen Liga.Langzeittest in freier Wildbahn folgt...
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