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Größe: 180 cm Schrittlänge: 85 cm Gewicht: 73 kg Fahrstil/-können: Gemütlicher Allround-Mountainbiker, gerne auch knackig bergab
Rennrad & Gravel: Das Abenteuer steht im Vordergrund
Was für Bike! Da ist es wieder, dieses Gefühl, vom ersten Meter an gefesselt zu sein - samt der Dynamik, die sich daraus ergibt. Ähnlich, wie es mir zuletzt mit meinem privaten Enduro erging, fühlt es sich am YT Izzo Uncaged 7 an: Das Bike passt zu mir wie der Deckel auf den Topf.Nicht zu viel Federweg, aber trotzdem so potent, dass man vor keinem Ausflug in den Bikepark oder ins etwas gröbere Gelände zögern muss. Zwar ist das Uncaged das limitierte Topmodell, das ausstattungstechnisch alle Stückerl spielt. Doch die Gene und viele Features gibt's auch schon in den günstigeren Core-Modellen.Dank moderner Geometrie und ebensolchen Komponenten machen mit dem YT Touren in unterschiedlichsten Bereichen, vom XC über Forststraßen-Marathon bis zur Bikepark-Jumpline, Spaß. Auf den Burgenland Trails zeigte sich, wie viel Potenzial bergauf wie bergab im Izzo steckt. Aber mehr dazu nach den technischen Daten.
One Bike to rule them all
Das Izzo Uncaged 7 glänzt in unserem Studio in grellem Gelb und mit den edelsten Teilen, die YT hier verbaut hat. Dazu zählen neben den leichten DT Swiss XCR 1200 Carbon-Laufrädern auch entsprechendes, via Remote-Hebel sperrbares Material von Rock Shox und dazu Srams AXS funk-ferngesteuerte 12-fach Gruppe samt versenkbarer Sattelstütze.Der Rahmen selbst ist hochwertig verarbeitet, beim Topmodell in leichterem UM-Carbon, bei den günstigeren Modellen in Hybrid-Carbon/Alu. Er bietet neben der integrierten Zugführung auch doppelt gedichtete Industrielager und integrierte Steuersatz-Lagerschalen für optimale Haltbarkeit. Am Unterrohr sorgt eine Folie für zusätzlichen Schutz, an der Kettenstrebe verhindern relativ dicke Gummi-Protektoren Klappern und böse Lackschäden.
Speziell am Izzo ist auch der integrierte Flaschenhalter von Fidlock, an dem große (835 ml) und kleine (600 ml) Thirstmaster-Flaschen per Magnet einklicken. Optional lassen sich natürlich auch konventionelle Flaschenhalter montieren.Als weitere Funktion gibt es einen Flip Chip, mit dem sich das Fahrwerk in High- und Low-Position fahren lässt. Lenk- und Sitzwinkel variieren dabei um 0,5°, die genauen Daten findet ihr in der Geo-Tabelle.
An den Techspecs könnt ihr schon erahnen, dass YT in die Vollen gegangen ist, was die Ausstattung angeht. Die Uncaged Modelle sind sozusagen das Aushängeschild von "Young Talent” und verbauen in limitierter Serie nicht nur alles, was gut und teuer ist, sondern vor allem auch in der Gesamtkomposition Sinn macht. Denn wie wir wissen, ist Leichtbau nicht alles, wenn darunter die Fahreigenschaften leiden. Immer wieder finden sich auf Bikes einzelne Komponenten, die dann als schwächstes Glied in der Kette die Fahreindrücke trüben - nicht so beim YT Izzo Uncaged 7.So finden auf den soliden Carbon-Laufrädern von DT Swiss auch die passenden und potenten Maxxis Rekon Race Reifen in 2,4 einen Platz; so sorgt das 35 mm Cockpit von Race Face für solide Steifigkeit am Lenker; und das nötige Blingbling und Wow garantieren die AXS-Teile von Sram.
Was die Geometrie angeht, trifft YT bei mir voll ins Schwarze. Das Izzo ist mit 475 mm Reach in Large relativ lang und mit 66,5° Lenkwinkel in der Low-Fahrwerksoosition auch entsprechend flach.Das sind die idealen Zutaten für ein ordentliches Trailbike. Dabei ist das Gesamtgewicht von knapp 11,7 kg auf unserer Waage absolut uphill- und renntauglich.
Genau das ist für mich aktuell das Faszinierendste und die spannendste Entwicklung an modernen AM-Bikes wie dem Izzo: dass man damit im einen Moment die mehr als 100 km lange Salzkammergut Trophy bezwingen oder tausend Höhenmeter am Stück bergauf fahren kann, um im nächsten Moment bergab über grobe Fels- und Wurzelteppiche zu rocken oder den einen oder anderen Drop zu meistern - und als Amateur beides, ohne dabei grobe Abstriche machen zu müssen.
Die etwas mehr als 2 x 500 Hm am Geschriebenstein vergingen am YT wie im Flug, was bei dem Gewicht kein Wunder ist. In meinem Alter jedoch genauso wichtig, gab's keine Anzeichen für Rücken-, Knie- oder sonstige Schmerzen.So subjektiv mein Uphill-Fahrerlebnis ist, so spricht es für mich doch dafür, dass geometrietechnisch auch bergauf alles halbwegs im Lot ist. Der Eindruck verstärkt sich dann spätestens in den ersten steilen Bergauf-Grenzerfahrungen am Heimtrail des Größenbergs, oder in den engen Singletrail-Kehren im Burgenland, wenn das Vorderrad bleibt, wo es sein soll, das Heck ordentlich Grip hat und auch im Wiegetritt nichts zu sehr absackt.Der Doppel-Lockout ist für mich ein Luxus-Feature, das im Renneinsatz zweifelsohne seine Berechtigung hat. Im Freizeitbereich, in dem ich mich bewege, würde ich allerdings ein Zweikabel-AXS-Cockpit bevorzugen und dafür auf den Remote-Lockout verzichten - rein der Optik wegen.Einmal gesperrt, fährt sich das Izzo knackig, direkt und steif wie ein Hardtail.Dank der ausgezeichneten, universellen Geometrie, der sportlichen und dennoch angenehmen Sitzposition und des relativ geringen Gewichts wäre das Izzo für mich eine top Wahl für die Salzkammergut-Trophy Langdistanzen oder z.B. auch eine Transalp-Überquerung.
Nachdem YT das Izzo in der eigenen Range eher uphill-lastig einordnet, war ich doch ein wenig überrascht, wie arg sich das Teil bergab bewegen lässt. Kurz zuvor noch am fetten e-Enduro auf den neuen Burgenland Trails unterwegs, hatte ich am YT Izzo plötzlich das Gefühl, komplett entfesselt zu sein. Wo man am eMTB mit 25 km/h auf den flachen Trails eine Art Schallmauer erreicht, fängt der Spaß auf dem Izzo erst richtig an.Klick, klick, klick, so rasten die nächsten Gänge dank AXS mühelos ein, und jede Pedalumdrehung sorgt für noch mehr Speed. Das Izzo fliegt richtig durch die schnellen Anlieger und Kurven, und die schnellen Lastwechsel durch Schikanen, über Kuppen und durch kleine Gräben machen so mächtig Spaß.Sowohl Druck am Vorderrad als auch das direkte und quirlige Fahrgefühl, wenn man doch mal ein wenig springen will oder das Teil um eine Spitzkehre treibt, geben eine Menge Sicherheit auf einer großen Bandbreite an Trails.Je nach Untergrund würde ich die Reifen mal schneller oder mal gröber wählen.So hätte ich z.B. auf den Wexl-Trails von der Jumpline bis zum Singletrail und sogar der Downhill-Strecke (bis auf den Drop und bei moderater Fahrweise) keine Bedenken, das Izzo zu rocken.Einzig bei wirklich gröberen Sprüngen, Drops, Fels- oder Wurzelpassagen kommt das Bike nicht zuletzt durchs leichte Fahrwerk und die serienmäßig verbauten Reifen und die Bremsen ans Limit. Apropos Bremsen:
An die relativ sanfte Modulation der Sram G2 muss man sich gewöhnen. Wenn man Bremsen mit hartem Druckpunkt und ebensolchem Anker gewohnt ist, muss man sich auf die ziemlich sanfte Sram G2 erst einstellen. Abgesehen davon, kamen sie aber mit den ca. 85 kg Gesamtgewicht gut zurecht.Sonst gibt's da wenig, was ich am Izzo Uncaged 7 ändern würde. Am ehesten könnte ich noch auf die elektronischen Komponenten verzichten, die zwar einwandfrei funktionieren, aber wo nach längerem Aufenthalt im Keller immer ein gewisses Restrisiko bleibt, im falschen Moment mit leerem Akku dazustehen.Für diverse Programmierarbeiten an der Funktionalität sollte man immer wissen, welcher Knopf wie lange zu drücken ist um z.B. ein verbogenes Schaltauge behelfsmäßig zu korrigieren oder sich per App am Handy zu verbinden.Der Fidlock Flaschenhalter ist edel und klickt super ein, allerdings ist zu bedenken, dass man immer die richtige Flasche mit dabei haben sollte.Der letzte Punkt betrifft eher mein persönliches Fahrprofil, für das ich den Lockout zugunsten der Einfachheit und Optik am Lenker opfern würde. Als jemand, der bergauf nicht um die letzten Zehntelsekunde kämpft, hatte ich am Izzo auch im Wiegetritt nie das Gefühl, das Fahrwerk komplett sperren zu müssen.
Das Izzo ist, wie schon eingangs erwähnt, eines dieser Bikes, die mich vom ersten Moment an in ihren Bann gezogen haben - und das nicht nur optisch und haptisch. Ich liebe diese universellen Teile, mit denen man von der Transalp-Überquerung und dem Marathon bis zum Bikepark und sehr technischen Trails einfach alles fahren kann - und zwar nicht nur irgendwie, sondern auch souverän und mit viel Spaß dabei.Das liegt beim YT zum einen an der Wahl der Komponenten, im Speziellen die Felgen-Reifen-Kombi und der Lenker-Vorbau-Einheit; zum anderen und natürlich noch viel mehr an der Geometrie, dem Rahmen und dessen Kinematik. Es ist schon was Besonderes, wenn 120 mm Federweg auch auf schwierigen Trails ordentlich Sicherheit geben, und man Sekunden später mit einem Dreh am Lockout das Gefühl hat, auf einem Race-Hardtail zu sitzen.So ist das YT Izzo Uncaged 7 ein super Beispiel dafür, was mit modernen Bikes und ebensolcher Geometrie bergauf wie bergab alles möglich ist, ohne dabei große Abstriche machen zu müssen.Ich persönlich würde vermutlich eher zu den analogen und dadurch auch günstigeren Core-Modellen greifen. Aber grundsätzlich wäre das Izzo auf meiner Einbikefüralles-Liste ein ganz heißer Kandidat für einen Stockerlplatz.
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