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Fox Float 36 Fit Grip2 2019 & Float DPX2

Fox Float 36 Fit Grip2 2019 & Float DPX2

08.06.18 12:47 2.474Text: Ralf HauserFotos: NR22, Chiara Stifter, Erwin HaidenWieviel Performance lässt sich aus einem grandiosen Produkt noch herauskitzeln? Diese Frage stellt sich Fox vermutlich Jahr für Jahr - und findet in den meisten Fällen immer wieder neue Wege und Lösungen. Vorhang auf für Fit Grip2 in der 36 und das DPX2 Hinterbauelement.08.06.18 12:47 2.563

Fox Float 36 Fit Grip2 2019 & Float DPX2

08.06.18 12:47 2.563 Ralf Hauser NR22, Chiara Stifter, Erwin HaidenWieviel Performance lässt sich aus einem grandiosen Produkt noch herauskitzeln? Diese Frage stellt sich Fox vermutlich Jahr für Jahr - und findet in den meisten Fällen immer wieder neue Wege und Lösungen. Vorhang auf für Fit Grip2 in der 36 und das DPX2 Hinterbauelement.08.06.18 12:47 2.563

Mit bereits aus den Vorjahres-Modellen bekannten technischen Features wie Evol-Luftkammer, Chassis mit 36 mm fetten Tauchrohren und Schnellspanner-Achse steht die 2019er-Variante der Fox Float 36 äußerlich scheinbar unverändert da. Nur ein genauer Blick auf das Verstellrad am rechten Gabelholm verrät, dass sich im Inneren eine völlig neue Fit Grip2 Dämpfungseinheit versteckt.

Die Daten

Auch in der neuen Saison werden alle gängigen Reifengrößen bedient. Bei 26" gehören 100, 160 oder 180 mm Federweg zum guten Ton, bei 27,5 Zöllern 150, 160, 170 oder 180 mm und bei Twentyninern 150, 160 oder gar 170 mm. Das sind bis zu 10 mm mehr als noch bei der Einführung der letzten Generation - die Runterheizer freuen sich.
Neben der Fitgrip2-Version gibt es auch noch die FIT4-Dämpfungskartusche bei ausgewählten Modellen als Option.

Wurde Fit Grip im Vorjahr noch bei den Performance-Modellen im Lineup von Fox eingesetzt, stellt die vierfach verstellbare Fit Grip2-Technologie den momentanen Zenit der Dämpfungsmöglichkeiten dar.
Eine der Kernzutaten ist die zum Patent angemeldete Variable Valve Control (VVC) mit High- und Low-Speed Zug- und jetzt auch Druckstufendämpfung. Damit bietet Grip2 auch dem anspruchvollsten Tuning-Freak sämtliche Möglichkeiten zur Feinabstimmung.
Im Detail ändert VVC die Steifigkeit des Ventils, ähnlich eines Austauschs der High Speed Kompressions-Shims, im Gegensatz zu einer Vorspannung solcher, wie es bei vielen anderen Dämpfungssystemen der Fall ist. Durch ein Mid-Valve-Design konnte der Verlauf der Kompressionsdämpfungskurve verfeinert werden. Mit - verglichen mit RC2 - geringerer Schaftreibung und neuen Dichtungen wurde das Ansprechverhalten nochmals verbessert. Das System soll dabei sogar die Unabhängigkeit der verschiedenen Dämpfungseigenschaften vom RC2-System übertrumpfen, bei einer erhöhte Abstimmungs-Bandbreite der Dämpfungsverstellung.

Bereits bekannt: die Evol-Technologie sorgt mit extra Volumen in der negativen Luftfeder für eine linearere Federkennlinie und verbessertes Ansprechverhalten auf den ersten 25 % des Federwegs. Darüber hinaus gibt es zusätzliche Unterstützung im mittleren Federwegsbereich und eine verbesserte Anpassung der Endprogression - welche sich auch stark mit einer unterschiedlichen Anzahl an Volumen-Spacern in der Hauptluftkammer beeinflussen lässt (bei 180 mm Federweg maximal vier Stück, mit Abnahme des Federwegs steigt die maximal mögliche Anzahl um ein Stück pro 10 cm Ferderweg).
Die Float Evol-Luftfeder nützt darüber hinaus selbstregulierenden Druck in der Negativkammer, um die Vorspannung selbst optimal auf das Fahrergewicht anzupassen.

Achsoptionen umfassen die 15QRx110 mm (Boost), 15QRx100 mm Standards, beziehungsweise 15/20 mm Konvertierungen. Die Postmount Disc nehmen 180 mm Bremsscheiben ohne Adapter auf.
Mit 2.098 Gramm bei voller Steuerrohrlänge fällt sie für ein Gravity-Modell ziemlich leicht aus.

Das Tapered Steuerrohr ist Standard, die Kashima Beschichtung der Tauchrohre für butterweiches Ansprechverhalten bei den Factory-Modellen, zu welchen die 36 Float HSC/LSC zählt, mittlerweile eigentlich auch.
Erhältlich ist die 36 in der Farbe mattschwarz und im Laufe der Saison auch im auffälligen Orange. Kostenpunkt für die 36 Fit Grip2: € 1.399,–.

Auf dem Trail

Getestet auf den technischen Haustrails und einer verschärften Woche in Finale Ligure, ist auch die neueste Inkarnation der 36 - ohne großartige Überraschung - über jeden Zweifel erhaben.

War bereits die HSC/LSC-Variante der 36 mit ihrer Federungs-Performance ein Traum, liegt der größte merkbare Unterschied bei Fit Grip2 in der insgesamt simpleren Abstimmung. Bei der HSC/LSC Dämpfungskartusche konnte es einige Wochen des Herumtüftelns dauern, bis sie persönliche Wunscheinstellung gefunden war. Das Setup der Fit Grip2-Kartusche ist im Vergelcih dazu denkbar einfach: Den Luftdruck gemäß Aufkleber auf der Rückseite des Standrohres wählen (obwohl mein Wohlfühl-Setting bei Fox grundsätzlich immer einige psi unterhalb der empfohlenen Werte zu liegen scheint), und sich über die empfohlenen Werte für die Dämpfungssettings auf der Website an die Lieblingsstellung herantasten.

In meinem Fall wurde der letzte Schritt gänzlich übersprungen und reichte eine kurze Parkplatz-Justierungs-Session mit einmaligem Nachstellen auf dem Trail, um wunschlos glücklich zu werden.
Zusätzlich sei erwähnt, dass sich im Laufe der Testphase herauskristallisierte, dass es sich bei den versprochenen Eigenschaften der Fit Grip2-Kartusche um kein aufgebauschtes Marketing-Blabla handelt. Bin ich seit Jahren kein Freund von (vor allem) High-Speed Kompressionsdämfungs-Einstellungen, die sich zeitweise fast wie ein abrupter Eingriff in die Federunsperformance anfühlt, ist das Einsetzen der Fit Grip2 High-Speed Kompressionsstufe absolut nicht wahrzunehmen. Vielmehr bekommt man in praktisch jeder Fahrsituation butterweiche, kopfpolstersofte und vor allem kontrollierte Federungsarbeit spendiert - selbst wenn man mit hoher Kompressionsstufe unterwegs ist, um bei extremen Schlägen die Gabel vor übermäßigem Abtauchen zu bewahren.

Im Großen und Ganzen könnte man hier eigentlich zu schreiben aufhören, da das bisher Gesagte die Performance des neuesten Enduro-Flagschiffs gut zusammenfasst. Zum Teil wird dieser Eindruck natürlich noch dadurch unterstützt, dass wir diesmal die Version mit dem maximalen Federweg von 180 mm bei der 27,5"-Variante herangezogen haben und eigentlich schon im Freeride-Segment wildern (ohne jetzt eine Diskussion über die verschiedenen Bike-Kategorien vom Zaun brechen zu wollen).
Aber ein paar detailliertere Eindrücke können dann ja doch nicht schaden, deshalb:

Dank des passablen Gabel-Gewichts und einigen Tuningteilen (sowie etwas Extra-Federweg am Heck) gehört mein Testbike zur leichteren Gattung und ließen sich auch dämlich steile technische Passagen ohne vorzeitiges Aufbäumen bewältigen. Somit kam mir kein einziges Mal der Gedanke, dass ich ein unnötiges Teil auf Touren jenseits der 1.000-Höhenmeter-Marke herumschleppen würde.
Da Bergauffahren für die 36er-Palette allerdings sowieso eher als Nebensächlichkeit einzuordnen ist, stört es auch nicht weiter, dass die Gabel aufgrund ihrer phänomenalen Sensibilität eigentlich permanent leicht arbeitet und im Wiegetritt ordentlich in die Knie geht. Die Low-Speed Kompressionsdämpfung kann hier einen leichten zusätzlichen Gegendruck erzeugen.

Luft ist mein Freund, und die Möglichkeit zu haben, die Federkennlinie mittels der Volumen-Spacer abzustimmen, Gold wert. Jedem das seine, ich wurde bereits mit einem Spacer in der Kammer (mit 11 Klicks vom geschlossenen Zustand der High-Speed Kompressionsdämpfung und 20% Sag) ziemlich glücklich, um den Federweg gut ausnutzen zu können - wobei bei richtig harten Landungen dann kaum noch Reserven vorhanden waren. Ein zweiter Spacer scheint für die meisten Situationen das perfekte Mittelmaß aus maximalem Fahrkomfort und ausreichend Durchschlagschutz, wenn man sich beim Sprung oder Drop einmal verschätzt, oder einfach nur wie ein Irrer die Linienwahl hintanstellt und direttissima über Stock und Stein heizt.
Gleichzeitig hebt sich durch den Einsatz von mehr Volumen-Spacern auch die Federkennlinie im mittleren Bereich an, was sich naturgemäß positiv in richtig steilem Gelände auswirkt, um einem übermäßigen Eintauchen zu kontern.

 Je nach Abstimmung saugt sich die 36 Float Fit Grip2 am Boden fest, wie ein Blutegel an der Haut. 

Die Fit Grip2-Kartusche der Fox 36 2019 begeistert in allen Facetten.

Je nach Abstimmung saugt sich die 36 Float Fit Grip2 am Boden fest, wie ein Blutegel an der Haut - womit sie naturgemäß beim Springen mit etwas mehr Nachdruck dazu bewegt werden will, die Reifen freizugeben. Dank der schier unzähligen Abstimmungsmöglichkeiten können Fahrer, die lieber auf flowigeren Strecken ihr Unwesen treiben, die Dämpfung, den Luftdruck und die Federkennlinie für mehr Pop anpassen.

Immer wieder faszinierend ist es, wie effizient die Gabel auch richtig schnell aufeinanderfolgenden Schlägen zu Leibe rückt. Sie verpuffen, bevor die Hände etwas davon mitbekommen. Harte Rummser gehen sowieso nicht durch, und die Augen fallen einem auf der Jagd nach der Strava-Downhill-Bestzeit auch nicht aus dem Schädel.

Mit der High- und Low-Speed Rebound-Verstellung öffnet sich ein weiteres Kapitel in der Welt des Feintunings. Dazu sollte man wissen, dass die zwei Kreisläufe in unterschiedlichen Bereichen des Federwegs arbeiten. Der Low-Speed-Bereich spielt sich eher im ersten Drittel des eingefederten Bereichs statt, High-Speed im Rest. Somit kann man zwischen den Bereichen harmonische oder auch extreme Abstimmungen erzeugen. Am besten fängt man aber bei den empfohlenen Werksangaben mit dem Setup an, um sich nicht komplett im Reich der Verwirrung zu verlieren.

Fazit Gabel

Fox 36 Float Fit Grip2 Factory
Modelljahr: 2019
Testdauer: 3 Monate
+ Top Federungsperformance in jeder Situation
+ Exzellente Dämpfung, verbesserte Abstimmungsmöglichkeit bei Kompressionsdämfung und Split in High- und Low-Speed Rebound
+ Einfache Abstimmung
+ Komplettes Sortiment an Einstellungsmöglichkeiten
+ Variierbare Endprogression
+ Einstellbare Federkennlinie
+ Relativ leicht
+ Sehr steif
o Kein Schnäppchen
BB-Urteil: Einfache Abstimmung zur Vorspeise mit Federungs-Performance aus dem 5-Sterne Menü und breitem Grinser im Gesicht als Nachtisch.


War die 36 Float Evol HSC/LSC von Fox schon eine der besten abfahrtsorientierten Federgabeln (und braucht sich niemand darüber ärgern, dass die 36 bereits in ihrer nächsten Generation der Dämpfung angekommen ist), setzt Fit Grip2 im Gesamtbild nochmals eins drauf.
In der Abfahrts-Performance lassen sich zwischen den beiden Modellen eigentlich nur Nuancen feststellen. Wenn, dann hauptsächlich in der High-Speed Kompressionsdämpfung, die sich auch bei stärkerer Einstellung perfekt in das Federungsverhalten integriert und zur scheinbar nochmals einen Tick harmonischeren Federungs-Performance im Vergleich zum Vorgänger beiträgt.

Der Hauptvorteil von Fit Grip2 findet sich allerdings in der Abstimmung. Konnte es bei der HSC/LSC-Variante doch einige Zeit dauern, bis man sein Traumsetup gefunden hat, ist die Fit Grip2 schon nach dem ersten Abfahrtstag in keiner Situation aus der Ruhe zu bringen.
Andererseits bleiben Tüftler alles andere als auf der Strecke. Mit der Möglichkeit von Grip2, neben High- und Low-Speed Kompression nun auch den Rebound in High- und Low-Speed verändern zu können, sind sämtliche Abstimmungsträume nur eine Handumdrehung entfernt.

Wie es bei einem Produkt der gehobenen Klasse nicht wirklich überrascht, muss man erst einmal einen ordentlichen Batzen Geld liegen lassen, um in den Genuss zu kommen.

Am Ende steht also ein extrem ausgereiftes Produkt, mit dem alle schnell und höchst kontrolliert zu Tale rauschen können, ohne vorher eine Ausbildung als Mechaniker abgeschlossen haben zu müssen (wenn man sich an den empfohlenen Settings orientiert). Somit wird die 2019er-Variante der Fox 36 Float mit Fit Grip2 zur absolut beeindruckenden und kompletten Federgabel, die für (viel) Geld zu kaufen ist.

Weiter geht's mit einer Detailaufnahme des Float DPX2 Hinterbauelements.

Fox Float DPX2 Factory

Als Mischung aus DPS und X2, versucht das DPX2-Federelement die Brücke zwischen Cross-Country und Downhill zu schlagen. Wie gut das gelingt, soll der Test zeigen.

Die Trail- und sogar Enduro-Kategorie also ist es, in welcher der Float DPX2 brillieren soll. Vom Hersteller für Bikes zwischen 120 und 160 mm Federweg empfohlen (erhältlich mit Einbaulängen geeignet bis 170 mm Federweg), wurde er gebaut für alle erdenklichen "mehrheitsfähigen" Trails; aber auch Piloten, die eine härtere Gangart anschlagen, sollen und können sich angesprochen fühlen.

Mit mehr Einstellungsmöglichkeiten als der DPS, aber zugleich leichter als ein X2-Hinterbauelement, soll der DPX2 also ein breites Einsatzspektrum bedienen.

Der Test bot die Gelegenheit, meinen alten, aber durchaus liebgewonnenen Testgaul mit ein bisschen mehr Federweg zu beglücken. 170 mm statt 160 mm sollten es sein. Zur Nachahmung empfohlen ist das natürlich nicht, und die Produktmanager mögen mein kleines Frankenstein-Projekt bitte schnell wieder vergessen.

Die Daten

Im Goldgewand versteckt findet sich Technik, von der sich Fox sogar für ihre 2019er Federgabelreihe einige Ideen geholt hat.

Drei Kompressionsstufen lassen sich mit dem Hebel am Ausgleichsbehälter anwählen: Open, Medium und Firm. Zusätzlich kann die Kompression im Open-Modus in 10 Klicks feinjustiert werden.
Das 2019er-Modell ist mit einer neuartigen Lenker-Remote zur Fernbedienung der Stufen als optionale Einheit erhältlich.
Der Rebound ist mittels eines Verstellrades in elf Stufen einstellbar.

Vom X2 abgekupfert wurde das Ölumlauf-System mit niedrigem internen Druck für hohe Sensitivität, tatkräftiger Unterstützung im mittleren Federwegsbereich und unabhängigen Kompressions- und Rebound-Verstellungen.
Das DPS Dual Piston Base Ventil-System liefert einen dedizierten Kompressions- und Rebound-Kolben sowie separaten Lockout-Kreislauf für den Firm-Modus, der einen vollständigen Lockout bietet, ohne die Federungsperformance im offenen Zustand negativ zu beeinflussen.

Die Federkennlinie und hauptsächlich Endprogression kann mittels Volumen-Spacern angepasst werden. Fünf unterschiedliche farbcodierte Dicken sind im Tuning-Paket enthalten, wobei nur jeweils einer davon in der Hauptkammer eingebaut wird.

Verglichen mit dem Vorgängermodell Float X ist der Ausgleichsbehälter kürzer geworden, um unter anderem mehr Platz für Flaschen im Rahmendreieck zu schaffen.
Natürlich ziert unsere Factory-Ausführung eine Kashima-Beschichtung für softes Ansprechverhalten.
Mit einem Gewicht von 422 Gramm für die 8,5 x 2,5"-Version reiht sich der DPX2 relativ mittig (mit leichtem Hang zum Mehrgewicht) zwischen DPS und X2 ein.

Das Float DPX2 Factory-Federelement ist in allen gängingen Längen im Inch- und metirischen Maß, sowie mit Trunnion-Befestigung für happige € 739,- erhältlich.

Im Gemüse

Woran erkennt man, dass ein Federelement wirklich gut arbeitet? Zum Beispiel daran, dass es, einmal gegen das alte, etwas in die Jahre Gekommene ausgetauscht, die Abfahrts-Performance spürbar anhebt. Nicht, dass mein altes Teil schlecht war. Die Kontrolle, die der DPX2 allerdings selbst bei schnell aufeinanderfolgenden Schlägen samt eingestreuten, richtig harten Rummsern liefert, ist beeindruckend.

Generell ist die Abstimmung des DPX2 sehr schnell erledigt. Luftdruck, ein Rädchen zur Einstellung des Rebounds und drei Grundsettings für die Kompression überfordern auch weniger ambitionierte Tüftler nicht. Wer mehr will, kann die Spacer zur Volumensänderung heranziehen.

Wirklich genial ist aber nicht nur diese zusätzliche Tuning-Maßnahme, die Federkennlinie anzupassen, sondern auch die Art, wie das vonstatten geht. Einfach die Luft aus dem Element auslassen, die Hauptkammer mit der Hand aufdrehen - ohne den Dämpfer vorher ausbauen zu müssen - den alten Spacer (ausgeliefert wird der DPX2 mit dem dünnsten Spacer) entfernen und mit dem neuen ersetzen, mit der Hand wieder zudrehen, und schon ist das Werk vollbracht.
Wer wirklich das absolute Optimum aus seinem Bike - angepasst an den bevorzugten Fahrstil - herausholen will, kommt nicht darum herum, verschiedene Settings auszuprobieren. Müsste man für jeden Wechsel seine halbe Werkstattausrüstung bereithalten, lägen die Chancen gut, dass es beim ersten Wechsel bleiben würde - egal, wie nah man am eigenen Ideal liegt.
Im Fall vom DPX2 dauert der ganze Vorgang also weniger als zehn Minuten, ändert das Federungsverhalten allerdings enorm. Mit dem Einbau des dicksten und zweitdicksten Spacers (für eine hohe Endprogression), war es mir selbst bei Flachlandungen von Drops mit hoher Geschwindigkeit aus passabler Höhe nicht möglich, den vollen Federweg auszunutzen. Im normalen Fahrbetrieb dementsprechend sowieso nicht, weshalb meine finale Wahl auf die mittlere Spacer-Dicke fiel. Welchen Spacer man im Endeffekt vorzieht, wird natürlich durch die Kinematik und das Hebelverhältnis von Bike zu Bike beeinflusst.

 DPX2 macht All-Mountain-Fahrer froh, und manch Enduristen ebenso. 

Der Float-Dämpfer begeistert durch seine umfassende Performance.

Langer Rede kurzer Sinn: Der DPX2 erlaubte es mir, das Federungsverhalten meines Bikes stark zu beeinflussen. Von zu linear bis zu progressiv spielt's sämtliche Möglichkeiten, und das ist keine Selbstverständlichkeit. Selbst die letzte Generation des X2 bot nicht diese Bandbreite, wobei die 2019er-Version in dieser Richtung laut Hörensagen etwas aufgeholt haben soll.

Egal, welche Federkennlinie man wählt: Die Federungsperformance vollzieht sich harmonisch und kontrolliert - kein Bocken, kein Stottern und keine unangenehmen Überraschungen. So soll es sein, so lassen sich auch Waschbrettpisten oder Finale Ligures Steinfelder ohne viel Nachdenken meistern. Ein Sprung ins Ungewisse hier, eine Landung am Felsvorsprung da ... der DPX2 meistert es schon.

Vergleicht man den DPX2 mit dem X2, dem luftgefederten Enduro bzw. Downhill-Modell, lassen sich eigentlich nur leichte Unterschiede in der Absorptionsarbeit feststellen - allerdings nicht unbedingt auf negative Art und Weise. Vermittelt der X2 das ultimative Gefühl des fahrenden Sofasessels, scheint der DPX2 in seinem Gesamteindruck eine Spur mehr Gegendruck aufzubauen.
Je nach Einsatzgebiet des Bikes und wieder einmal der Vorliebe des Fahrers ist es gut vorstellbar, dass sogar einige Enduristen den DPX2 einem X2 vorziehen könnten.

Bedenkt man, dass man mit dem DPX2 vermutlich durchaus mehr Zeit beim Bergauffahren verbringt und bei manchen Aufbauten vielleicht jedes Gramm Gewicht zählt, sind auch das mögliche Gründe, dem DPX2 den Vorzug zu geben.
Der relativ kleine Hebel der Kompressionsverstellung wird ab und zu im Eifer des Gefechts vielleicht nicht sofort gefunden; dafür ist die Chance, dass er zum Beispiel durch lockere Kleidungsstücke unabsichtlich betätigt wird, deutlich geringer. Im Normalfall und je nach Positionierung des Hinterbauelements im Rahmen ergeben sich keine Probleme.

Persönlich betätige ich die verschiedenen Modi mit Regelmäßigkeit. Auf Trails und selbst den meisten Forststraßenauffahrten bevorzuge ich den Firm-Modus, um in jeder Situation eine gelungene Mischung aus Grip und Wippunterdrückung zu genießen. Der Lockout sperrt das Federelement komplett und macht sich auf langen Straßenabschnitten bezahlt. Sollte man im Gelände einmal auf kürzeren Bergabpassagen vergessen, ihn zu öffnen, sorgt ein Überdruck-Ventil bei harten Schlägen dafür, dass der Dämpfer nicht beschädigt wird.
In seiner offenen Stellung und vor allem bei höherem Sag reagiert der DPX2 bereits extrem sensibel auf die kleinsten Unebenheiten. Wer auch mal gerne einen Wurzelweg hochstrampelt, wird diese Position selbst bergauf zu schätzen lernen.

Fazit Dämpfer

Fox Float DPX2 Factory
Modelljahr: 2019
Testdauer: 3 Monate
+ Großartiges harmonisches Schluckverhalten
+ Einfaches Setup
+ Drei Kompressions-Modi für unterschiedliche Fahrsituationen
+ Einstellbare Federkennlinie
+ Anpassbare Endprogression
+ Relativ leicht
o Kompressionshebel während der Fahrt nicht immer leicht zu greifen
o nicht gerade billig
BB-Urteil: DPX2 macht All-Mountain-Fahrer froh, und manch Enduristen ebenso.


Der Float DPX2 ist ein echtes Multitalent. Leicht abzustimmen, aber dennoch mit genügend Möglichkeiten, die Federkennlinie dank Volumen-Spacern an die persönliche Fahrweise anzupassen, liegt die Federungsperformance auf höchstem Niveau. Dabei spricht das Hinterbauelement eine breite Nutzerschicht an. All-Mountain, Trail-Biker, Enduristen, oder wie auch immer das letzte Modewort für Biker mit einem Hang zum schnellen Bergabfahren auch heißen mag, können mit dem DPX2 nichts falsch machen.
Ich habe noch keine Gegebenheit gefunden, welche den DPX2 überfordert hätte. Im Endeffekt macht er das, was er soll: Er bügelt kleine und große Hindernisse glatt, erholt sich auch von harten Schlägen schnell, um bereit für die nächste Abreibung zu sein, und arbeitet in einem sehr breiten Einsatzspektrum auf vertrauenerweckende Art und Weise.
Viel mehr kann man eigentlich nicht verlangen, auch, wenn man dafür recht tief in die Tasche greifen muss.


Ergebnis 1 bis 11 von 11
  1. #1
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    Fox Float 36 Fit Grip2 2019 & Float DPX2

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  2. #2
    Asphalt ist Teufelswerk Avatar von muerte
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    1399€ und 739€ ... na wenn das mit Ringerl und lapidar als „kein Schnäppchen“ bezeichnet wird dann mache ich was falsch, weil mir dünkt das ist extrem teuer und ein fettes Minus ???
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  3. #3
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    gibts in einem guten Jahr eh wieder bei BC und RCZ um knapp die hälfte..

    also etwas komfortabler als die alten, bin nicht sicher ob ich eine separat extern einstellbare HSR/LSR überhaupt an der Gabel, wirklich viel Sinn macht das mMn. an CCDB und DHX2 schon nicht..
    zu verkaufen: CCDB AIR CS 222x70, Rock Shox Monarch Plus RC3 216x63 M/L Tune

  4. #4
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    Nachdem ich mit meiner 2016er Fox Float 36 FIT4 Gabel/Fox Float X Evol Dämpfer super zufrieden bin kann ich mir das positive Feedback gut vorstellen. Beim nächsten Bike werde ich um ein Fox Fahrwerk net herumkommen...

  5. #5
    Registrierter Benutzer Avatar von noBrakes80
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    Zitat Zitat von grey Beitrag anzeigen
    gibts in einem guten Jahr eh wieder bei BC und RCZ um knapp die hälfte..
    nöb nie im leben, im aftermarket sind die Fox sachen nie wirklich richtig billig. mal von einer etwaigen wochenaktion im Jänner bei BC wo die gabel dann um hausnummer 869,- über die theke wandert mal abgesehn.

  6. #6
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    blablabla

    2016er, 470€ http://www.chainreactioncycles.com/a.../rp-prod147412


    eine Fox Racing Shox 36 Float 27,5" 180 FIT HSC/LSC Factory Federgabel 2017, hab ich im dezember um 570 bei BC gekauft.
    zu verkaufen: CCDB AIR CS 222x70, Rock Shox Monarch Plus RC3 216x63 M/L Tune

  7. #7
    Asphalt ist Teufelswerk Avatar von muerte
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    Zitat Zitat von grey Beitrag anzeigen
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    2016er, 470€ http://www.chainreactioncycles.com/a.../rp-prod147412


    eine Fox Racing Shox 36 Float 27,5" 180 FIT HSC/LSC Factory Federgabel 2017, hab ich im dezember um 570 bei BC gekauft.
    Hätt i mir glatt kauft wenn verfügbar. Bitte, falls dir wieder so ein Link reinläuft... Danke
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  8. #8
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    Und das war nicht das billigste - ich hab ja einen DHer aufgebaut weil ich die Fox 40 Fit 4 um 320€ auf amazon bekommen habe. Die Factory 40 hätte 150€ mehr gekostet.... (da hat amazon.fr / amezon.es einfach Bullshit gebaut und es betraf nur 26" Gabeln - hab meiner Freundin eine Pike auch unter 300€ gekauft). Hätte ich gewusst dass Amazon da nix vertauscht hat, hätte ich einfach alle 40 und 36 Factory kaufen sollen, und dann weiterverkaufen... Ich hab ja gedacht da wird eher Suntour oder ähnliches ankommen, und ich muss es retournieren. Beschreibung war auch falsch, aber Artikelnummern waren richtig und geliefert wurde immer das was die Artikelnummer beschrieb.

  9. #9
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    2016er, 470€ http://www.chainreactioncycles.com/a.../rp-prod147412


    eine Fox Racing Shox 36 Float 27,5" 180 FIT HSC/LSC Factory Federgabel 2017, hab ich im dezember um 570 bei BC gekauft.

    Ihr glücklichen! schande über mein haupt, an mir gehn solche Aktionen immer unbemerkt vorüber!

  10. #10
    Registrierter Benutzer Avatar von magas66
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    echt, 100 mm Federweg bei der 26" Gabel

    Da habs Euch oben aber verschrieben, oder ?

  11. #11
    Registrierter Benutzer Avatar von grey
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    die alten 160er float konnte man intern auf 110 und die 180er bis auf 130mm runtertraveln.
    glaub bei den neueren braucht man einen anderen airshaft, kA was da das minimum ist, http://www.ridefox.com/fox17/help.ph...listall=manual gibt da noch nicht so viel her.
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