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Middle East Peace Tour

Middle East Peace Tour

12.05.17 08:26 2.140Text: NoManFotos: MEPT/Regina StangerUnter österreichischer Federführung soll im März 2018 ein siebentägiges Etappenrennen im Nahen Osten steigen. Unlängst gab's einen Testlauf.12.05.17 08:26 2.191

Middle East Peace Tour

12.05.17 08:26 2.191 NoMan MEPT/Regina StangerUnter österreichischer Federführung soll im März 2018 ein siebentägiges Etappenrennen im Nahen Osten steigen. Unlängst gab's einen Testlauf.12.05.17 08:26 2.191

Der Plan klingt ambitioniert, ehrenwert und naiv zugleich: Ein UCI Stage Race für Profis und Amateure durch Jordanien, Ägypten, Israel und Palästina, das als Friedensfahrt nicht nur sportliche, sondern auch politische bzw. vor allem soziale Akzente setzen will. Binnen sieben Tagen sollen bei dem Straßenbewerb im März 2018 insgesamt 681 km zurückgelegt werden, die Veranstalter hoffen auf 500 Starter.

Hinter der Idee steht federführend Gerhard Schönbacher, als Ex-Profi und langjähriger Organisator von Alpentour- und Crocodile Trophy kein Unbekannter in der Szene. Im israelischen UCI-Kommisär Ido Eindor fand er einen lokal verankerten Mitinitiator, nach vier Jahren Vorbereitungs- und Überzeugungsarbeit sind aber auch der jordanische, ägyptische und palästinensicher Radsportverband mit im Boot. Und auch die vier Innenministerien haben ihre Zustimmung – etwa für Polizeieinheiten, welche die Straßen sperren und absichern werden – gegeben.

Um eventuelle organisatorische Stolpersteine, infrastrukturelle Notwendigkeiten und streckentechnische Möglichkeiten auszuloten, aber auch das Projekt insgesamt bekanntzumachen, fand Ende April ein Pre-Event mit einem knappen Dutzend Teilnehmern, darunter Orica-Scott-Profi Annemiek van Vleuten, statt.
Bereits im Rahmen dieser vier Tage fand im Kleinen statt, was die Middle East Peace Tour ab 2018 vorerst für die Dauer von fünf Jahren sodann im Großen leisten soll: inmitten einer verfahrenen politischen Situation vor allem Begegnungen ermöglichen und einen gesellschaftlichen Prozess anstoßen; durch „ganz normale, funktionierende Sachen“, wie es Eindor formuliert – etwa gemeinsam Rad zu fahren und über Materialfragen, Streckendaten und Taktik zu diskutieren.
In einer Region, in der die Bürger des einen Landes in das andere normalerweise gar nicht einreisen, geschweige denn, sich frei auf den jeweiligen Straßennetzen bewegen dürfen, alles andere als selbstverständlich.

"Sport ist eine bestimmende Kraft in der Welt, und es gibt Millionen Sportler auf unserem Planeten. Wenn sich nur ein paar hundert davon im Rahmen dieses Rennens für den Frieden stark machen, hätten wir eine starke Stimme", erläutert Schönbacher den Hintergedanken der Middle East Peace Tour.
Daneben gefällt speziell den Locals natürlich auch der touristische und damit wirtschaftliche Aspekt sowie die Chance, den Nahen Osten auf andere Weise denn als Krisenregion in die Medien zu bringen.

Die Strecke

An den Details für die Anmeldung - Preise, Klassen, Service-Leistungen, UCI-Kategorie etc. - wird soeben gefeilt. Bereits fixiert sind der Termin (9.-15.3.2018) und der Streckenverlauf:
Der siebentägige Bewerb startet, spektakulär situiert vorm steinernen Halbrund des römischen Amphitheaters in Amman, mit einem Rundstreckenrennen und bleibt nach dem Auftakt in der Hauptstadt und einem Transfer ans Tote Meer für zwei weitere Tage in Jordanien. Ins zweite Etappenziel Petra, der weltberühmten antiken Ausgrabungsstätte, geht es dabei über 1.200 Höhenmeter (von - 400 auf + 800 m), die Fahrt nach Aqaba ans Rote Meer führt hingegen vorrangig bergab.
Sodann steht ein Einzelzeitfahren über 25 Kilometer in Ägypten am Programm, anschließend folgt mit der Königsetappe die Fortsetzung in Israel: Entlang des atemberaubend schönen Erosionskraters von Mitzpe Ramon (vgl. auch die immer noch fesche BB-Story aus der Region) geht die Strecke über zahlreiche Anstiege von Eilat in die Wüste Negev. Der vorletzte Tag führt von Mitzpe Ramon wieder tendenziell bergab, nach Neve Zohar. Und als grande finale wartet die Fahrt entlang der Festung Masada und des Toten Meeres weiter ins palästinensische Autonomiegebiet, über Jericho ins Ziel nach Jerusalem.


1. Etappe 30 km Amman Rundstreckenrennen
2. Etappe 78 km Totes Meer – Petra
3. Etappe 143 km Petra – Aqaba
4. Etappe 25 km Einzelzeitfahren Taba
5. Etappe 155 km Eilat – Mitzpe Ramon
6. Etappe 138 km Mitzpe Ramon – Neve Zohar
7. Etappe 112 km Neve Zohar - Jerusalem


Alle Infos, News und Voreinschreibe-Möglichkeit unter www.meptour.com


Ergebnis 1 bis 9 von 9
  1. #1
    früher mal Weltmeisterin Avatar von NoMan
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    Middle East Peace Tour

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  2. #2
    langsam alt Avatar von hermes
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    coole sache. wenn ich nur jünger wär ....
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    i tät gern so gscheit radlfahrn können, wie i deppat reden kann

  3. #3
    früher mal Weltmeisterin Avatar von NoMan
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    wenn ich nur jünger wär ....
    geh, bitte ... wozu wurden klassements wie "grandmasters" u.ä. erfunden?
    NoMan

  4. #4
    ' Avatar von feristelli
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    Wenn sich nur ein paar hundert ... im Rahmen dieses Rennens für den Frieden stark machen, ...
    Wie funktioniert das mit dem Frieden? Worin liegt die friedensstiftende Wirkung eines Radrennens in der Krisenregion?

  5. #5
    früher mal Weltmeisterin Avatar von NoMan
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    Worin liegt die friedensstiftende Wirkung eines Radrennens in der Krisenregion?
    wenn's aufgeht, im sozialen Miteinander - ein nötiger Puzzlestein von vielen-, wie oben bereits beschrieben:
    "... inmitten einer verfahrenen politischen Situation vor allem Begegnungen ermöglichen und einen gesellschaftlichen Prozess anstoßen; durch 'ganz normale, funktionierende Sachen' ... In einer Region, in der die Bürger des einen Landes in das andere normalerweise gar nicht einreisen, geschweige denn, sich frei auf den jeweiligen Straßennetzen bewegen dürfen, alles andere als selbstverständlich.“

    oder, auf gut deutsch: durch's reden (radeln, essen, etc.) kommen d'leut z'amm.

    falls du jetzt teilnehmer anderer länder meinst: wieviele vor-ort-erfahrungen und live-eindrücke hat "unsereins" schon aus der gegend (ägyptische all-in-anlagen zähle ich jetzt mal nicht zu authentischen kulturvermittlern)? fürs tiefere verständnis der situation vor ort (und dann gegebenenfalls auch zurechtrücken von klischees in diskussionen daheim, beim konsumieren von nachrichten o.ä.) kann das kaum schaden, oder?

    von bereits jetzt notwendig gewordenen, politischen bzw. administrativen aspekten (z.B. zusammenarbeit der innenministerien) ganz zu schweigen.
    NoMan

  6. #6
    ' Avatar von feristelli
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    Ja, das hat was, danke! (Manchmal bin ich mir selbst zu skeptisch.)

  7. #7
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    Wollt Ihr ein Komplettpaket anbieten mit Übernachtungen, Verpflegung und Gepäcktransport?

  8. #8
    Benutzter Avatar von ventoux
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    Zitat Zitat von Tiball Beitrag anzeigen
    Wollt Ihr ein Komplettpaket anbieten mit Übernachtungen, Verpflegung und Gepäcktransport?
    Ich denke da hast du etwas falsch verstanden. Bikeboard will das Rennen hier nur vorstellen ist aber NICHT Veranstalter.
    Target 2017:

    ??

  9. #9
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    Zitat Zitat von ventoux Beitrag anzeigen
    Ich denke da hast du etwas falsch verstanden. Bikeboard will das Rennen hier nur vorstellen ist aber NICHT Veranstalter.
    K, dass Ihr es nicht veranstaltet ist mir schon klar. Nur da in diesem Bericht mehr Infos drinnen sind als auf der offiziellen Homepage selbst, dacht ich es wäre jemand von euch mit involviert oder zumindest nah dran an der Organisation und könnte die Frage beantworten.