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Mavic Deemax DH

Mavic Deemax DH

28.06.17 08:45 2.685Text: Ralf HauserFotos: Ronald Kalchhauser/karo.xyzUnverkennbar rollt das knallgelbe Deemax die Downhillstrecken dieser Welt hinab. Wie rund es nach ausgiebiger Quälerei über Stock und Stein läuft, zeigt der Bikeboard-Test.28.06.17 08:45 3.263

Mavic Deemax DH

28.06.17 08:45 3.263 Ralf Hauser Ronald Kalchhauser/karo.xyzUnverkennbar rollt das knallgelbe Deemax die Downhillstrecken dieser Welt hinab. Wie rund es nach ausgiebiger Quälerei über Stock und Stein läuft, zeigt der Bikeboard-Test.28.06.17 08:45 3.263

Kaum ein anderes Laufrad hat sich im Downhill-Sport einen derartigen Namen gemacht wie Mavics farbenfrohes Deemax DH. Sicherlich trägt die unverkennbare Farbgebung und Grafik ihren Teil dazu bei, gestützt wird ihr Ruf allerdings durch leichtes Gewicht, exzellente Qualität und enorme Stabilität.

Kein leichter Spagat im Abfahrtssport, weshalb das Deemax DH zusammen mit und für DH-Worldcup-Profis entwickelt wurde. Trotz deren harten Anforderungen speckten die Rundlinge alleine seit der letzten Generation um die 500 Gramm Gewicht ab, ohne an Belastbarkeit einzubüßen.
Das Deemax DH ist also ein Laufrad der gehobenen Klasse, das dementsprechend mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 900 Euro ausgegeben wird.

Die Daten

Durch ISM-Gewichtstuning der Felge, leichte Bauteile wie dem ITS4-Freilauf und ultraleichte Doppel-dickend Speichen bringt der Laufradsatz für den Downhill-Einsatz mit 943 g für's Vorder- und 1.082 g für das Hinterrad - bei 27,5" Größe - recht wenig auf die Waage.

Die Innenbreite der aus Maxtal gefertigten Felgen mit mittleren Verstärkungsrippen schlägt mit 21 mm zu Buche. Die Struktur kommt ohne Bohrungen auf der Innenseite aus und bietet daher Tubeless-Standard ohne Felgenband. Das sogenannte Fore-System koppelt die Nippel an die Speichen, welche direkt in die Felgen geschraubt werden.
Die empfohlene Reifenbreite wird von 1,4" bis 2,7" angegeben. Spezialventile zur Tubeless-Umrüstung sind im Set enthalten.
 

Die Doppeldickend- und mit Aero-Profil versehenen 28 Speichen vorne und 32 hinten sind aus Stahl gefertigt und ermöglichen eine hohe Steifigkeit bei höherer vertikaler Nachgiebigkeit, um härteste Schläge bei hohen Geschwindigkeiten wegstecken zu können.

Der ITS4-Freilauf ist mit vier Sperrklinken ausgestatten und garantiert mit nur 7,5° zwischen den Positionen ein schnelles Einrasten. Das Deemax DH wird mit regulärem Freilaufkörper für Shimano und Sram ausgeliefert. Optional ist ein Sram XD-Driver erhältlich.
 

Ausgeliefert mit 20 x 110 mm Vorderradachse (9 mm bzw. 15 mm Adapter optional) und 12 x 150 mm Hinterradachse, ist auch ein 12 x 157 mm Adapter für das Hinterrad im Lieferumfang inbegriffen.

Das Deemax DH ist in 27,5" und auch noch in 26" erhältlich.
 

Crossmax Pro 3/4 Sleeve Jersey
Leichter Trail Wick Stoff sorgt auch an heißen Tagen für angenehmen Tragekomfort und Schweißtransport. Erhältlich in S, M, L, XL und 2XL.
+ mehr Infos
Crossmax Pro Short
Mit sehr weitem Schnitt präsentiert sich die Short aus Trail Tech ST-Material mit Mesh-Inserts. Auch als Version mit herausnehmbarem Innenpolster zu haben. Erhältlich in schwarz, grün/orange oder blau/orange in fünf Größen.
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Deemax Pro Shoe
Die asymmetrische Konstruktion des Deemax Pro Schuhs sorgt mit Knöchelschutz auf der Innenseite und Verstärkungen im Zehen- und Fersenbereich für Protektion im harten Gelände. Optimale Kraftübertragung wird durch die Energy Grip AM Sohle gewährleistet. In gelb/schwarz oder schwarz erhältlich.
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Auf der Downhill-Strecke

Mit einem Gesamtgewicht von 2.025 Gramm fällt das Deemax DH vor allem mit Aluminium-Felgen wahrlich nicht schwer aus. Das macht sich natürlich in Kombination mit dem getesteten Tubeless-Setup und schnell greifenden Sperrklinken im Freilaufkörper beim Antritt und generell Handling positiv bemerkbar.

Die Umrüstung auf Tubeless fällt recht simpel aus, vermutlich da ohne Felgenband die Passgenauigkeit kein Thema ist und sich meine Tubeless-Ready Maxxis-Bereifung ohne Spezialpumpe sauber auf dem Felgenbett setzen ließ.

Die Legierung der Felge ist auf Haltbarkeit getrimmt. Auch nach einigen Ritten durch Stein- und Wurzelfelder zeigte sich das Deemax DH unbeeindruckt. Dellen, Achter und Hochschläge fanden sich nach der Testphase keine, obwohl dazu gesagt werden muss, dass ich weder meinen Fahrstil geändert habe, um mutwillig die Laufräder auf Biegen und Brechen zu strapazieren, noch mir ein gröberer Fahrfehler unterlaufen wäre, bei dem ein Laufrad schon einmal den Geist aufgeben kann.
Auf alle Fälle stehen die Chancen gut, dass sich Otto-Normal-Downhiller nach einer langen Bikepark-Saison nicht nach neuem Material umsehen und selbst hartgesottene Racer nicht nach jedem zweiten Lauf an den Zentrierständer setzen müssen.
Muss doch einmal nachzentriert werden, sollte man das mitgelieferte Spezialwerkzeug nicht vergessen; mit einem herkömmlichen Nippelspanner kommt man beim Systemlaufrad nicht weit.
 

Das Laufrad fährt sich nicht so hart, wie man es von manchen brutal schweren Felgen mit hoher Speichenspannung gewohnt ist. Inwieweit das auf die angepriesene höhere vertikale Nachgiebigkeit der Speichen zurückzuführen ist, war nicht wirklich quantifizierbar.
An lateraler Steifigkeit hat es dem Laufrad auf alle Fälle nicht gefehlt, werden doch Lenkbefehle präzise umgesetzt und folgt das Rad der vorgegebenen Spur präzise. Eventuell bin ich als Leichtgewicht aber nicht der beste Tester um zu garantieren, dass auch wirklich schwere Fahrer dieselbe Erfahrung machen werden.

Bei der Wahl der Felgenbreite scheiden sich bekanntlich die Geister, persönlich zähle ich mich allerdings zu den Anhängern der Breiter-ist-Besser-Fraktion. Mit 21 mm Innenbreite zählt die Deemax DH heutzutage zu den schmäleren Vertretern seiner Gattung.
Das macht sich in der Praxis bei niedrigem Luftdruck und stärkerer Schräglage bemerkbar. Da ich eine Zeit lang auch mit richtig niedrigem Luftdruck in Verbindung mit einem Anti-Platten-System unterwegs war, begann der Reifen in dieser Kombination früher zu walken, als ich es auf einem weitaus breiteren Modell gewohnt war, was sich mitunter in einem etwas schwammigeren Fahrgefühl vor allem in sehr schnell gefahrenen Anliegern manifestierte.
Mit dem getesteten Maxxis Minion 2,5", die erfahrungsgemäß etwas schmäler gebaut sind als so manches Konkurrenzprodukt mit gleichen Abmessungen, hält sich das Problem bei etwas höherem Luftdruck allerdings in Grenzen. Bedenken sollte man jedoch, dass der Unterschied umso stärker wird, je breiter der Reifen selbst ist.
 

Von alledem dürften sich Kaliber wie zum Beispiel Troy Brosnan allerdings herzlich wenig stören lassen. Er ist auch 2017 unter den besten Piloten der Welt zu finden, ohne Anti-Platten-System und mit dem Deemax DH-Laufradsatz unter seinem Hintern, womit auch die Frage geklärt sein sollte, ob das Setup auch heute noch für die Weltcup-Ebene gewappnet ist.

Als einzig wahrer Kritikpunkt fällt eigentlich nur die gelegentliche Geräuschentwicklung während harter Aufschläge am Boden oder bei Hindernissen ins Gewicht. Gelegentlich deshalb, weil es in ähnlichen Situationen nicht immer reproduzierbar ist und auch nach längerem Tüfteln eigentlich nicht ganz klar ist, wodurch das metallische Geräusch, welches durch die Hohlkammer der Felge akustisch verstärkt werden dürfte, entsteht.
Ein Kontakt der Felge mit dem Untergrund war auf alle Fälle nicht die Ursache des Problems, da das Geräusch auch mit Verwendung des Anti-Platten-Systems von CushCore im Inneren des Reifens entstand - oder eben nicht entstand.
 

Fazit

Mavic Deemax DH
Modelljahr: 2017
Testdauer: 2,5 Monate
+ Geringes Gewicht (für DH-Kategorie)
+ Hohe Haltbarkeit
+ Hohe Qualität
+ Tubeless-Ready ohne Felgenband
+ Zahlreiche Naben-Adapter und XD-Driver Option
o Recht schmale Felgen
o Nicht billig
- Metallische Geräuschentwicklung bei gewissen harten Aufschlägen
BB-Urteil: Ein auch mit etlichen Tiefenmetern am Buckel rund laufender Klassiker mit Potenzial bei Felgenbreite und Geräuschreduktion


Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 900 Euro muss man recht tief in die Tasche greifen, ersteht dafür aber einen Laufradsatz, den man richtig in die Mangel nehmen kann. Die gelegentliche metallische Geräuschentwicklung bei harten Aufschlägen muss man leider hinnehmen und Fahrer, die nach einer hohen Innenbreite der Felge suchen, werden bei der aktuellen Version vermutlich nicht fünding – mit 21 mm fällt sie recht schmal aus.

Dafür wird man beim optisch exquisiten Deemax DH mit einem exzellenten Verhältnis aus geringem Gewicht und hoher Haltbarkeit belohnt und muss sich nicht mehrmals im Jahr Gedanken darüber machen, ob das Laufrad den nächsten Downhill-Einsatz noch überstehen wird.


Ergebnis 1 bis 5 von 5
  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von NR22
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    39

    Mavic Deemax DH

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  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von MalcolmX
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    Ich finds irgendwie schon nicht zeitgemäss.
    Mit Hope Naben und DT 570 Felgen liegt man gewichtsmässig ziemlich gleich, hat aber 30mm Maulweite und eine sicher ebenbürtige Haltbarkeit. Und dass um etwa 500€...

    Das finde ich die DT EX Laufräder wesentlich interessanter...
    Amsterdam and Copenhagen have long ago reached what the bike advocates refer to as "critical mass." (Not the ride you do on your old crappy ten speed as an excuse to look for a date, but the actual state of having lots and lots of bike commuters, which is what ultimately makes cycling safer.)

  3. #3
    Geht scho! Avatar von FloImSchnee
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    Die 21mm verblüffen mich auch gerade. Wir haben doch nicht mehr 2007.

    (auch wenn ich selber noch einen LRS mit 21mm fahre, und keine dramatischen Nachteile spüre)
    Hier kaufe ich ein: Bike-Station Bad Ischl

  4. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von MalcolmX
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    Ich bin auch kein grundsätzlicher Gegner.
    Aber 25-30mm dürfen es heutzutage schon sein...
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  5. #5
    Registrierter Benutzer Avatar von noBrakes80
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    die DH Laufräder mögen ja ok sein mit den Stahlspeichen, aber die anderen ala Crossmax mit den Aludingern sind einfach nur schlecht. haben sie ein gewisses Alter reißen sie wie die warmen semmeln. und man bekommt die Speichen auch überall so leicht.... und von einer Felge mal zu schweigen..
    Hat man Mavics in einen Neurad montiert verkauft man sie am besten noch vor der ersten Fahrt und holt sich dann einen vernünftigen LRS.