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nicht mehr sehr blond, immer noch blauäugig, schokosüchtiger denn je
Müssen sich TQ, Mahle, Fazua & Co. künftig warm anziehen? Erobert bald ein neuer, bahnbrechender Mitbewerber den - noch relativ jungen und überschaubaren - Leichtmotoren-Markt?Noch ohne Verfügbarkeitsdatum, dafür mit umso vollmundigeren Erfolgsprognosen, präsentierte Mavic soeben seine jüngste Erfindung: einen Mittelmotor, der auf den Namen X-Tend hört und mit 15 Patenten im Gepäck die Welt der E-Bikes, im speziellen der motorgestützten Road- und Gravel-Bikes, revolutionieren soll.Jawohl, richtig gelesen: Mavic goes E-Bike.Bereits 2016, also eine ganze Weile, bevor der Laufradspezialist aus Frankreich finanziell ins Straucheln geriet und letztlich 2020 von der Bourrelier Group übernommen wurde, kursierten erste Überlegungen, einen Mittelmotor zu bauen, um am boomenden E-Bike-Markt mitzunaschen. Und die neuen Eigentümer, die Mavic eigentlich eine Rückbesinnung auf die Kernkompetenzen verordnet hatten, fanden Gefallen an der Idee. „Wir befanden, dass sie zu unserer Vision, die Marke voranzutreiben, passte. Deshalb investierten wir weiter in das Projekt.“ ist nunmehr in den Presseunterlagen zum X-Tend zu lesen.Vor dem Rest der Fahrradwelt gelang es tatsächlich, diese neue Stoßrichtung zu verheimlichen. Umso überraschender kam die nunmehrige Vorstellung.
The biggest innovation Mavic has ever imagined
Der Mavic X-Tend baut, ähnlich wie TQs HPR50, auf einem Zykloidgetriebe auf. Lediglich 1,2 kg leicht und ultrakompakt (Durchmesser: 87 mm, Einbaubreite: 146 mm), soll der konzentrisch ums Tretlager herum konstruierte Antrieb außerdem extrem effizient und reibungsarm sein. Mit einem sehr natürlichen Fahrgefühl auftrumpfen dürfte die über dreierlei Unterstützungsmodi verfügende Neuentwicklung außerdem.Bei einem Drehmoment von 37 Nm (Boost bis 50 Nm) und einer Dauerleistung von 250 Watt (Spitzenleistung bis 390 W) sind, nicht zuletzt dank der nur 1,8 kg wiegenden 360 Wh-Batterie, laut Hersteller bis zu 3.000 Höhenmeter am Stück realisierbar. Für noch länger anhaltende Unterstützung gibt's einen Range Extender mit 180 Wh, der im Flaschenhalter Platz findet.Angesteuert wird das Aggregat durch einen ins Oberrohr integrierten Kippschalter (Ein/Aus, mehr/weniger Unterstützung), der mittels verschiedenfarbiger LEDs auch über Basics wie den Akkustand oder die gewählte Stufe informiert. Weiters lässt sich der X-Tend mit dem Smartphone koppeln und gibt dann noch mehr Daten preis.
Ziemlich einzigartig scheint die Tatsache, dass der Mittelmotor nach Standard-Kurbeln verlangt. Er ist mit sämtlichen Shimano Hollowtech II Fabrikaten kompatibel. Von Zweifach-Straßenkurbeln über diverse Di2-Optionen bis zu Einfach-Garnituren für den Gravel- oder MTB-Einsatz ist also alles möglich.Tatsächlich visiert Mavic mit dem System aber vor allem den Straßensektor bzw. Gravel-Bereich an, und hält hierfür handfeste Argumente parat: Aufgrund des geringen Eigengewichts sollen Gesamtgewichte von unter zehn Kilo realisierbar sein. Auch braucht's für den X-Tend kein spezielles Rahmendesign und der Q-Faktor bleibt im absolut gewohnten Bereich. Dank des geschlossen realisierbaren Tretlagerbereichs sollte es weiters keine Steifigkeitsprobleme an diesem neuralgischen Punkt geben. Ein Powermeter mit einer behaupteten Genauigkeit von +/- 2% ist ebenfalls schon inkludiert.
Der einzige Haken an der Sache: Noch handelt es sich um ein Konzept, kein serienreifes Produkt. Wohl sind die Prototypen fertig und haben in den von BMC als technischem Partner gefertigten Testrädern schon über 120.000 km gesammelt.Aber bis die X-Tends tatsächlich vom Band laufen, braucht’s laut den Kollegen von road.cc noch ein paar Ergänzungen (z.B. eine Lenker-Fernbedinung und eine App), bzw. Detailverbesserungen (etwa bei der Software oder Geräuschkulisse), vor allem aber Bike-Hersteller, die ihn als OEM-Produkt verbauen wollen und finanzkräftige Partner, welche dabei helfen, die in Europa geplante Produktion zu stemmen.Speziell letzterer Punkt wird also ausschlaggebend dafür sein, ob man den Mavic X-Tend jemals wirklich in freier Wildbahn sehen wird ...
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