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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Marokko - Afrika light



Golo
17-12-2017, 21:23
Diesmal keine klassische Radreise sondern eine Reise mit dem (Leihauto) und dem Rad. Ein paar Fotos aus Marrakesch - gemütliches Sightseeing mit dem MTB. Letzteres ist abseits der perfekt asphaltierten Hauptstraßen keine schlechte Wahl.

Golo
18-12-2017, 11:15
Marrakesch ist mit dem Rad gar nicht so übel - die Hauptstraßen haben Radstreifen und wir haben sogar mietbare Stadträder entdeckt.

tenul
18-12-2017, 23:07
Wir haben Marrakesch verlassen und den Atlas Richtung Südosten überquert, um von hier aus ab morgen den Nordrand der Sahara zu erkunden.

Nicht vorenthalten möchte ich euch zuvor noch die "Garage" unserer Räder in Marrakesch:
Da die Unterbringung von Fahrrädern in den Riads als unrein empfunden wird, mussten wir für unsere Bikes nachtsüber eine Alternative finden. Ein zwei Kilometer entfernter bewachter Parkplatz erwies sich wohl oder übel als einzige Lösung.
In der ersten Nacht bin ich aus lauter Sorge tausend Tode gestorben .... Aber oh Wunder, die Räder waren am Morgen immer noch da. Und auch die zweite Nacht schliefen sie dort.



https://uploads.tapatalk-cdn.com/20171218/ed78b16a6725abb0e178f881e86aa5b0.jpg

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Golo
19-12-2017, 21:32
Gestern sind wir mit dem Mietauto über den Atlas gefahren und heute per Bike wieder in den Atlas hinein. Leider ist die ehemalige Piste von Aid Ben Haddou nach Norden vor 2 Jahren asphaltiert worden.

Golo
19-12-2017, 21:46
War jetzt aber nicht so schlimm weil die Landschaft ja noch immer schön ist. Ein kurzer Abstecher zu einem Dorf im Canyon hat uns dann doch ein paar Pisten-km beschert.

Golo
20-12-2017, 21:30
Heute erstmals eine "richtige" MTB -Tour unternommen. Bis auf ein paar km Landstraße (aus Zeitgründen) um die 60 km Pisten in verschiedenen Qualitäten. Rückkehr daher erst mit Sonnenuntergang und zum Abschluss noch eine - für Wüsten eher untypische - Bachdurchquerung.

michlk
20-12-2017, 22:12
Schöne Bilder - wie immer aus Marokko - da werden Erinnerungen wach...
Habt schöne Tage!

Michl

Bikerjenny
20-12-2017, 22:27
Heute erstmals eine "richtige" MTB -Tour unternommen. Bis auf ein paar km Landstraße (aus Zeitgründen) um die 60 km Pisten in verschiedenen Qualitäten. Rückkehr daher erst mit Sonnenuntergang und zum Abschluss noch eine - für Wüsten eher untypische - Bachdurchquerung.


Bachdurchquerung ...
:klatsch: Genau ... das letzte Bild hat Seltenheitswert ... :toll:

Verbringt eine schöne Zeit!

Bikerjenny
20-12-2017, 22:34
Wir haben Marrakesch verlassen und den Atlas Richtung Südosten überquert, um von hier aus ab morgen den Nordrand der Sahara zu erkunden.

Nicht vorenthalten möchte ich euch zuvor noch die "Garage" unserer Räder in Marrakesch:
Da die Unterbringung von Fahrrädern in den Riads als unrein empfunden wird, mussten wir für unsere Bikes nachtsüber eine Alternative finden. Ein zwei Kilometer entfernter bewachter Parkplatz erwies sich wohl oder übel als einzige Lösung.
In der ersten Nacht bin ich aus lauter Sorge tausend Tode gestorben .... Aber oh Wunder, die Räder waren am Morgen immer noch da. Und auch die zweite Nacht schliefen sie dort.



https://uploads.tapatalk-cdn.com/20171218/ed78b16a6725abb0e178f881e86aa5b0.jpg

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tausend Tode gestorben ...

Durchaus nachvollziehbar!
Gute Reise - interessante Eindrücke und viel Spaß am Bike :bump:!

ventoux
21-12-2017, 02:28
Da die Unterbringung von Fahrrädern in den Riads als unrein empfunden wird, mussten wir für unsere Bikes nachtsüber eine Alternative finden.

In Marokko wird halt viel Wert auf Sauberkeit gelegt. Sieht man ja am Foto. :D

Golo
21-12-2017, 21:44
Was die Sauberkeit betrifft : es wird langsam aber stetig besser. Zumindest die verbauten Gebiete sind weitgehend müllfrei.

Heute zur Oase Fint- Hinfahrt auf mir schon bekanntem Weg, zurück eine andere Strecke ausprobiert. Abschnittsweise netter Trail und 3 Bachquerungen. Kaum Asfalt sieht man von der Rückfahrt durch Ouzazate zum Auto ab.

Golo
23-12-2017, 20:34
Gestern eine Überstellungsetappe mit dem Auto und heute ab Tinehir eine Tour zur Todra-Schlucht. Auf dem Weg würden wir spontan von einer Gruppe Frauen zum Couscous-Essen eingeladen (ohne finanziellen Hintergedanken!).

Golo
23-12-2017, 21:14
War zwar Asphalt dabei aber auch spassig zu fahrende kilometerlange Singletracks im Palmenhain.

Bikerjenny
23-12-2017, 23:10
War zwar Asphalt dabei aber auch spassig zu fahrende kilometerlange Singletracks im Palmenhain.



190964
Danke für deine Bilder - wie immer beeindruckend und informativ :toll:!

Frohe Weihnachten, lieben Gruß - auch an Tenul :wink:

Golo
24-12-2017, 23:34
Unsere Weihnachtsausfahrt war ziemlich asphaltfrei zwischen Khasbas, Palmen und Schotterwüsten. Als Festschmaus gab's Tajine - no na. Übereinstimmende Feststellung: Tinerhir ist eine angenehme Kleinstadt wo man sich auch radfahrerisch ganz gut beschäftigen kann.

Golo
26-12-2017, 21:21
Wir sind wieder ein Stück weiter gefahren (mit dem Auto) und sind heute um Zagora bzw. Im Draa-Tal eine große Runde vorwiegend auf Trails gefahren. Kurz am 26.Dez. - was will man mehr ? Hier ist es niedriger (700 m) und somit tagsüber deutlich wärmer als an den vergangenen Tagen.

Golo
27-12-2017, 20:23
Noch ein paar Bilder aus dem Palmenhain rund um und vom Hausberg von Zagora

6.8_NoGravel
27-12-2017, 20:30
Wunderschõne bilder, schöne reise noch.....

Golo
28-12-2017, 22:36
Heute Sandspielen am nördlichen Rand der Sahara

Golo
28-12-2017, 22:48
Irgendwie kamen wir auf halbwegs fahrbaren Pistenspuren durch die Dünen und so ergab sich auch eine schöne Runde, Sonnenuntergang inklusive. Von den fahrerischen Anforderungen sind Sand und Schnee weitgehend ähnlich. Vom letzten auf Asphalt erreichbaren Ort M'Hamid beginnt eine interessante Piste entlang der algerischen Grenze - allerdings 160 km ohne Versorgung. Steht auf der to do-Liste fürs nächste Mal.

sake
29-12-2017, 10:22
tolle Bilder! :love:

Wie geht's dort mit der Verpflegung generell?

marty777
29-12-2017, 11:19
Die Sonnenuntergangsbilder sind 1A (tolle Stimmung und schöner Bericht)!
aber wird es dort nicht flott finster, sobald die Sonne hinterm Horizont verschwindet?
Habt hoffentlich nicht mehr weit gehabt. Nightride in der Wüste, stelle ich mir recht kalt vor.

tenul
29-12-2017, 11:36
wird es dort nicht flott finster, sobald die Sonne hinterm Horizont verschwindet?
Habt hoffentlich nicht mehr weit gehabt. Nightride in der Wüste, stelle ich mir recht kalt vor.

Die Nacht fällt in der Tat schnell ein und ist wahrlich kalt. Es war allerdings nicht mehr weit bis zum Auto.

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tenul
29-12-2017, 22:21
Wie geht's dort mit der Verpflegung generell?
In der Sahara? ... gibt es eher nichts. Wir haben uns im letzten Ort vor der Wüste mit Datteln ausgestattet. Mehr Wasser als üblich wäre auch nicht schlecht gewesen, aber wir haben die Tour überlebt.

Insgesamt ist das kulinarische Angebot in den Lokalen zwar wohlschmeckend, aber leider mehr als überschaubar. Tajine, Brochette, manchmal Couscous. Am nächsten Tag Brochette, Tajine .... usw. Gerold nützt jede Gelegenheit, Pizza oder Spaghetti zu essen.




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Golo
30-12-2017, 21:04
Wir sind wieder ein Stück weiter- heute eine Tour von Tafraoute aus ins Vallee Mansour.

Golo
30-12-2017, 21:48
Der erste Tag unserer Reise ohne strahlenden Sonnenschein

Bikerjenny
30-12-2017, 22:57
Der erste Tag unserer Reise ohne strahlendem Sonnenschein


Wow ... sehr beeindruckende Bilder :klatsch:!

Wünsche dir und Tenul einen guten Rutsch (aber nicht wörtlich nehmen) ins neue Jahr
und noch weitere erlebnisreiche Tage in Marokko :toll:! Good Luck!

:bike:

Golo
30-12-2017, 23:11
Änderte aber nichts an der Schönheit der Felslandschaften. Leider sind wir 2 Jahre zu spät dran - die Strecke ist mittlerweile grossteils asphaltiert (was aber nicht heißt dass man sie mit dem RR befahrenen könnte...)

Golo
30-12-2017, 23:23
Danach noch ein kurzer Trip zu den bemalten Felsen

tenul
31-12-2017, 10:38
Wie geht's dort mit der Verpflegung generell?
Übrigens hatten wir nicht nur einmal den Eindruck, dass die Menükarten eine Art Einheitsspeisekartensind.
Diese hier hat sich originell von der Masse unterschieden:

https://uploads.tapatalk-cdn.com/20171231/36b935bf56527d2a347354edf0734f5e.jpg

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tenul
31-12-2017, 10:48
Leider sind wir 2 Jahre zu spät dran - die Strecke ist mittlerweile grossteils asphaltiert

Aber was soll's? Wenn der Straßenbelag zu kommod war, sind wir halt ausgewichen [emoji14] - ins ausgetrocknete Flussbett, auf die alte Schotterpiste, die meist parallel zur Straße erhalten ist, oder auf den Trampelpfad zwischen den Serpentinen:


https://uploads.tapatalk-cdn.com/20171231/5af3201a5058963ccc11eb41d770debe.jpghttps://uploads.tapatalk-cdn.com/20171231/8ee20d255d0463608a18d0b318e5bbab.jpghttps://uploads.tapatalk-cdn.com/20171231/084b84064af0ccc72f44ee3ae2fb63b9.jpg

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Golo
31-12-2017, 21:05
Zum Jahresausklang Trails rund um Tafraout gesucht und so manchen auch gefunden.

Golo
31-12-2017, 21:48
Dort wo es nicht geklappt hat konnte ich Tenul beim Schieben/Runtertragen mit alten Geschichten aus den Anfängen meiner Bike-Karriere (wo mangels GPS und entsprechender sonstiger Infos fast jede Ausfahrt so geendet hat) unterhalten.

Bikerjenny
01-01-2018, 22:55
Dort wo es nicht geklappt hat konnte ich Tenul beim Schieben/Runtertragen mit alten Geschichten aus den Anfängen meiner Bike-Karriere (wo mangels GPS und entsprechender sonstiger Infos fast jede Ausfahrt so geendet hat) unterhalten.

:klatsch: Wünsche euch noch einen schönen Aufenthalt und
einen guten Start ins Jahr 2018 :bump:!

Gruß aus der Heimat!

Golo
02-01-2018, 00:11
Auch allen gutes neues Jahr mit vielen schönen km. Wir haben heute eine landschaftlich sehr schöne und durchgehend fahrbare Runde gemacht.

feristelli
02-01-2018, 07:24
Danke für die schönen BIlder!
Was oder wozu sind die bemalten Steine?
Und feiert man den Jahreswechsel auf besonders marokkanische Art?

Golo
02-01-2018, 10:26
Die Steine würden von einem belgischen Künstler bemalt, die Farben müssen aber alle paar Jahre wieder aufgefrischt werden. Zum Jahreswechsel sind zwar Ämter und Banken geschlossen (alle anderen arbeiten sowieso jeden Tag) aber Sylvester wird überhaupt nicht gefeiert- vielleicht sagt der Imman in der Moschee ein paar Worte...

Noch Bilder von gestern

Golo
02-01-2018, 10:40
Die Gegend um Tafraoute/Ammelntal ist mit dem MTB (weitgehend auch mit dem CX) sehr zu empfehlen. Allerdings sind vor Ort keine vernünftigen Geräte zu leihen - wir haben schon etliche Kaufanträge bekommen.

Golo
03-01-2018, 20:41
Wir sind wieder ein Stück weiter- in Tiznit nahe dem Atlantik. Also liegt es nahe zur Küste zu radeln.

Golo
03-01-2018, 20:51
Grösster Bonus dieser Gegend : statt Tajine und Brochette gibt es frischen Fisch (zu sehr günstigen Preisen). Heute ideales windstilles Radwetter bei bis zu 25 Grad.

tenul
03-01-2018, 23:00
Grösster Bonus dieser Gegend : statt Tajine und Brochette gibt es frischen Fisch
Das schaut dann zB so aus (ein "einfaches" Gericht aus dem Self-service-Angebot eines Campingplatzes in Strandnähe):

https://uploads.tapatalk-cdn.com/20180103/69dc321c385077412b4c20368d2d48c7.jpg

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Golo
04-01-2018, 21:44
Heute intensives Sandspielen in dem Naturschutzgebiet von Massa. Leider ist die Piste entlang der Küste nur teilweise befahrbar - Wir haben viel geschoben.

Golo
04-01-2018, 21:58
Ein Fat-Bike wäre für den feinen Sand wohl besser geeignet... die völlig unverbaute Küste ist aber sehr schön und lenkt vom Mühsal des zeitweiligen Schiebens ab. Zum Sonnenuntergang gab es noch ein paar nette Trailkilometer in den Feldern rund um Massa.

Golo
04-01-2018, 23:59
Um noch einmal aufs Essen zurückzukommen: unsere heutige Fischplatte (ca 6 Euro)

shroeder
05-01-2018, 00:42
Prächtige Ergänzung hier, zu tenuls Fotos auf fb :jump:

Danke fürs teilhaben lassen :klatsch:

Edith frägt noch; "was bitte steht genau auf tenuls T-Shirt???"

tenul
05-01-2018, 10:13
Heute intensives Sandspielen in dem Naturschutzgebiet von Massa. Leider ist die Piste entlang der Küste nur teilweise befahrbar - Wir haben viel geschoben.
Die Piste verläuft ja direkt entlang des Strands, und der ist einfach ein Traum: feinster Sand und Dünen, so weit das Auge reicht - bloß mit 2,1" Reifen kaum zu schaffen. Das Biken im Wüstensand war ein Klacks dagegen.


Edith frägt noch; "was bitte steht genau auf tenuls T-Shirt???"

Bitte sehr, ein besseres Bild extra für dich: https://uploads.tapatalk-cdn.com/20180105/80f0bf7941de081eaaabe7faae00d508.jpg

shroeder
05-01-2018, 17:38
Bitte sehr, ein besseres Bild extra für dich:

Ah, da hätt ma jetz Spektakuläreres erwartet :p

Golo
06-01-2018, 10:43
Noch ein paar Fotos von der Küste zwischen Mitleft und Sidni Ifni. Sehr schöne Küste aber entlang der Küstenstrasse nicht wirklich was zum Biken - so sind wir mehr als die Hälfte auf Asphalt gefahren.

Golo
06-01-2018, 10:56
Für das nächste Mal : die wenig befahrene und perfekt asphaltierte Küstenstrasse mit dem RR und mit dem Bike aud das üppige Wegenetz in den landeinwärts liegenden Hügel ausweichen. Ein Abstecher zum Strand bei Legzira mit seinem Felsentor ist jedenfalls Pflicht - genauso wie das abendliche Fischgericht! (Sidni Ifni ist ein bedeutender Fischereihafen).

marty777
06-01-2018, 11:01
Super Fotos!
Danke für's posten!

Golo
08-01-2018, 20:56
Nach einem Fahr- und einem Regentag heute wieder am Bike - es geht von Essaoira nach Süden zum Ort Sidi Kaouki.

Golo
08-01-2018, 21:14
Eine Art Fiaker (1. Foto) ist ein auch von Einheimischen benutztes Nahverkehrsmittel - die Fahrt kostet weniger als 20 Cent. Da ein Pferd bis zu 7 Personen ziehen muss vom Tierschutzstandpunkt aus betrachtet grenzwertig. Unsere Tour war kaum weniger mühsam - wenig Asphalt, viel Sand und grosse Steine.

Golo
08-01-2018, 21:21
Nach einem Jimi Hendrix Gedächtniskaffee (ist 1969 hier gewesen) noch eine Fahrt zum abendlichen Hafen.

feristelli
09-01-2018, 10:23
Wie verständigt ihr euch? Auf Französisch?

tenul
09-01-2018, 10:44
Wie verständigt ihr euch? Auf Französisch?Oui. Manchmal auch auf Englisch, gelegentlich sogar auf deutsch - oder mit Händen und Füßen [emoji4]

Gesendet vom Telefon

Golo
09-01-2018, 21:28
Französisch ist in Marokko nicht unabdingbar aber nützlich. Wir sind heute noch eine Kurztour ins Ourika-Tal Nähe Marrakesch gefahren.

Golo
10-01-2018, 00:27
Wir radeln zwischen Palmen und Kakteen aber der Schnee ist nicht weit weg.

sake
10-01-2018, 11:26
Wie lange seid ihr noch unterwegs? Euch muss doch schon ganz schwindelig von den ganzen Eindrücken sein ... mir geht's zumindest bei den Bildern so.

Hr.Rad
10-01-2018, 14:21
aber der Schnee

Aha, jetzt versteh ich warum ihr nicht auch die Vorberge des Hohen Atlas unsicher macht. Tät ich ansonst schwer empfehlen.
Ich beneide euch, Gruß

Golo
11-01-2018, 22:13
Um diese Jahreszeit ist der Hohe Atlas den Skitourengehern und -fahrern vorbehalten. Auch bin ich mir nicht sicher, ob die Wege ab 1500 m Höhe befahrbar sind oder ob das ist endlosen Schiebe/Tragepassagen ausartet.

Womit ich schon beim Resumee der Reise bin : alles (Quartierreservierungen, Leihwagen, Wetter etc.) hat gut geklappt bzw. meine (bescheidenen) Erwartungen übertroffen. Angesichts der relativ kurzen Tage und der weiten Distanzen war das Konzept, von verschiedenen Orten (die Hotspots im Süden) Tagestouren zu radeln und die langen Distanzen dazwischen mit dem Auto zu überbrücken, eine gute Alternativen zu einer "klassischen" Radreise - wie ich sie in dieser Gegend auch schon 2 x gemacht habe ( 1 x RR, 1 x MTB).

Ich habe im Vorfeld tenul einige Mühseligkeiten angedeutet, die dann aber überhaupt nicht oder nur ansatzweise stattgefunden haben. So gesehen hat sich das Land in den letzten 10 Jahren positiv verändert, die Belästigungen durch bettelnde Kinder, aufdringliche Händler etc. sind deutlich zurückgegangen, auch die Speiseauswahl (Brochette oder Tajine, am nächsten Tag umgekehrt) wurde zumindest um Spaghetti erweitert.

Aber jetzt endlich zum Radfahren : wie auf den Fotos ersichtlich, waren wir mit HT unterwegs, ich mit einem uralten aber gut ausgestattetem (XT/XTR, Marzocchi Z 2 (falls die noch wer kennt), WCS-V-Brakes) Alu-Rad, das mit auch schon in Sri Lanka gute Dienste erwiesen hat. Tenul hat ihr Ritchey-HT (mit zeitgemäßer Ausstattung) hier schon vorgestellt. Beide haben wir mit Schwalbe Semi-Slicks unterwegs, die sich gut gehalten haben (wir haben alle erdenklichen Untergründe befahren, allerdings war es bis auf die vorletzte Ausfahrt überall trocken). 1 Durchstich bei mir durch einen Akaziendorn und 2 ganz langsame Luftverluste (Ursache muss ich erst feststellen) sind angesichts der Unmengen an potentiellen Pannenmöglichkeiten (Glasscherben allerorts, je nach Gegend auch alle möglichen Dornen von Kakteen und sonstigen Stachelgewächsen) vertretbar.

Wir haben gar keine Karten mehr verwendet (die haben in Marokko eh nie gestimmt oder bestenfalls die Hauptstraßen gezeigt) und uns elektronisch (Smartphone mit Mapy.cz) Touren gesucht. Hat oft aber nicht immer geklappt, trotzdem war die Navigation unterwegs viel einfacher als mit der Mischung Karte in zu großem Maßstab und Auskünfte der Einheimischen (die oft auch nicht gestimmt haben). Übrigens war in allen Quartieren und auch in vielen Cafes/Restaurant gutes WLAN Standard.

Golo
11-01-2018, 22:33
Womit wir noch bei dem Punkt Übernachten bzw. Reisekosten wären : gerade in Marokko besteht überhaupt kein Erfordernis, einen Reiseveranstalter mitverdienen zu lassen - alles ist (auch vor Ort) problemlos und flott organisierbar. Um diese Jahreszeit waren wir in vielen Unterkünften die einzigen Gäste, wichtig ist nur auf das Vorhandensein einer Klimaanlage (zum Heizen, nach Sonnenuntergang wird es schnell kalt) zu achten. Riads sind zwar originell, aber nicht radfahrfreundlich, meist ist auch kaum Platz zum Einstellen der Räder. Ist zwar in Marokko auch kein Problem, weil man einen bewachten Radparkplatz um 1 Euro/Nacht überall bekommt, aber kann doch lästig sein. Besser ein Hotel außerhalb der Medina suchen (die Riads am Stadtrand oder in der Pampa haben auch kein Unterbringungsproblem). Kosten für Hotelübernachtung (mit Dusche/WC und Klimaanlage) zwischen 32 und 54 Euro pro DZ, bescheidenes Frühstück (mancherorts allerdings erst ab 8.30 !!!) inklusive. Wer nicht so lange warten will geht auswärts frühstücken, Cafes und besonders die Bäckereien/Konditoreien sind spottbillig.

Mahlzeiten je nach Ort und Auswahl zwischen 3 und 10 Euro, an der Küste gibt es sehr preiswerte Fischgerichte. Alkohol kaum erhältlich, dafür gibt es überall frisch gepressten Orangensaft (ca. 1 Euro/Glas). Wenn man es darauf anlegt, könnte man in Marokko mit sehr wenig Geld durchkommen.

Zuletzt noch das Mietauto : über eine online-Plattform gebucht und alles hat funktioniert, Kosten für 3 Wochen 570 Euro (geht auch billiger, aber wir haben ein für den Transport von zwei Rädern geeignetes Auto gebraucht. Der Dacia Dokker war für diese Zwecke perfekt geeignet. Autofahren ist im Süden übrigens sehr angenehm, sehr oft hat man die Straße für sich alleine. Bei den zahlreichen Polizeikontrollen wird man als Tourist nur durchgewunken - offenbar werden die Mietautos am Kennzeichen erkannt.

Tenul hat sicher auch noch das eine oder andere zu sagen/schreiben. Ich kann nur noch einmal raten, sich nicht einem Veranstalter anzuschließen (außer Geld ist einem egal) sondern das Land auf eigene Faust mit dem Rad zu erkunden. Man wird kaum ein so einfaches und doch exotischen Reiseland - noch dazu in relativer Nähe (4 Stunden Flugzeit) - finden.

Bikerjenny
17-01-2018, 21:51
Womit wir noch bei dem Punkt Übernachten bzw. Reisekosten wären : gerade in Marokko besteht überhaupt kein Erfordernis, einen Reiseveranstalter mitverdienen zu lassen - alles ist (auch vor Ort) problemlos und flott organisierbar. Um diese Jahreszeit waren wir in vielen Unterkünften die einzigen Gäste, wichtig ist nur auf das Vorhandensein einer Klimaanlage (zum Heizen, nach Sonnenuntergang wird es schnell kalt) zu achten. Riads sind zwar originell, aber nicht radfahrfreundlich, meist ist auch kaum Platz zum Einstellen der Räder. Ist zwar in Marokko auch kein Problem, weil man einen bewachten Radparkplatz um 1 Euro/Nacht überall bekommt, aber kann doch lästig sein. Besser ein Hotel außerhalb der Medina suchen (die Riads am Stadtrand oder in der Pampa haben auch kein Unterbringungsproblem). Kosten für Hotelübernachtung (mit Dusche/WC und Klimaanlage) zwischen 32 und 54 Euro pro DZ, bescheidenes Frühstück (mancherorts allerdings erst ab 8.30 !!!) inklusive. Wer nicht so lange warten will geht auswärts frühstücken, Cafes und besonders die Bäckereien/Konditoreien sind spottbillig.

Mahlzeiten je nach Ort und Auswahl zwischen 3 und 10 Euro, an der Küste gibt es sehr preiswerte Fischgerichte. Alkohol kaum erhältlich, dafür gibt es überall frisch gepressten Orangensaft (ca. 1 Euro/Glas). Wenn man es darauf anlegt, könnte man in Marokko mit sehr wenig Geld durchkommen.

Zuletzt noch das Mietauto : über eine online-Plattform gebucht und alles hat funktioniert, Kosten für 3 Wochen 570 Euro (geht auch billiger, aber wir haben ein für den Transport von zwei Rädern geeignetes Auto gebraucht. Der Dacia Dokker war für diese Zwecke perfekt geeignet. Autofahren ist im Süden übrigens sehr angenehm, sehr oft hat man die Straße für sich alleine. Bei den zahlreichen Polizeikontrollen wird man als Tourist nur durchgewunken - offenbar werden die Mietautos am Kennzeichen erkannt.

Tenul hat sicher auch noch das eine oder andere zu sagen/schreiben. Ich kann nur noch einmal raten, sich nicht einem Veranstalter anzuschließen (außer Geld ist einem egal) sondern das Land auf eigene Faust mit dem Rad zu erkunden. Man wird kaum ein so einfaches und doch exotischen Reiseland - noch dazu in relativer Nähe (4 Stunden Flugzeit) - finden.


:klatsch: :klatsch: :klatsch:

Danke für die imposanten Bilder und deinen ausführlichen Reisebericht ... alles gesagt :toll:!
Sehr präzise - eben Gerold!

Bikerjenny
17-01-2018, 22:00
...."ich mit einem uralten aber gut ausgestattetem (XT/XTR, Marzocchi Z 2) ..."

:klatsch: ... ist mir auch sofort aufgefallen ... oh, Gerold hat ein neues Bike :bump:!

tenul
04-02-2018, 16:07
Uj, wie die Zeit verrinnt! Jetzt ist Gerold schon auf seiner nächsten großen Reise und ich bin hier noch mein Resümmee schuldig.

Tenul hat sicher auch noch das eine oder andere zu sagen/schreiben.
KREDITKARTE ist vielleicht auch noch ein Thema: im Land konnten wir sie so gut wie gar nicht einsetzen - jedenfalls nicht in den Hotels, Restaurants und Geschäften, die wir frequentiert haben.

FOTOGRAFIEREN ist ein heikle Sache. Es ist immer noch so, dass sich viele Marokkaner nicht oder nur gegen Bezahlung fotografieren lassen. Mit der Verbreitung von Smartphones und der Omnipräsenz sozialer Netzwerke hat sich diese Einstellung zumindest bei manchen jungen Leuten geändert.

Was für mich persönlich noch ein großes Fragezeichen war, war der UMGANG der Marokkaner MIT FRAUEN. Wie sollte ich mich verhalten und vor allem kleiden, insbesondere beim Sport?
Die marokkanische Gesellschaft ist heute eine konservativere als vor einigen Jahrzehnten. Tradition und Religion haben in Zeiten wie diesen einen verglichen mit unseren Maßstäben hohen Stellenwert, Frauen leider in der Realität wenig Rechte.
Was Reisende betrifft, wird Frauen wie Männern nahegelegt, so wenig Haut wie möglich zu zeigen und auf jeden Fall die Knie und Arme zu bedecken. Im Alltag - sprich für uns an den Abenden - war das kein Problem, auch angesichts der ohnehin kühlen abendlichen Temperaturen.
Kopfzerbrechen hat mir allerdings das Sport-Outfit bereitet. Ich hab mich letztendlich für Knielinge und Ärmlinge entschieden (und Baggy & Leiberl oder alternierend Bib & Trikot). Im Gebirge konnte man die Warmers ohnehin gut brauchen, zum Problem wurden sie aber in der Ebene, in der Wüste oder in Meeresnähe, weil die Sonne trotz der Jahreszeit tagsüber enorme Kraft entwickelt und die gefühlte Temperatur oft höher ist als die, die das Thermometer anzeigt.
Mit der Zeit wurde ich entspannter und wohl auch nachlässiger und habe die Knie- und Ärmlinge zumal in ländlicheren Gefilden weggeschoben oder gar nicht erst angelegt. Das ging alles gut, solange wir im berberischen Süden unterwegs waren. Probleme bekam ich mit der Einstellung allerdings am Ende, als wir uns Marrakesch und Umgebung wieder näherten, wo ein (wie mir erst im Nachhinein klar wurde) weit konservativerer Geist herrscht.
In dem Sinn wurde mir auf der letzten Tour durchs Ourika-Tal von Erwachsenen wie auch Kindern mehrmals unmissverständlich, zum Teil auch grob, zu verstehen gegeben, dass es sich nicht ziemt, mit unbedeckten Armen und Beinen aufzutreten - nicht einmal zum Sporteln. Das waren Begegnungen, die nach der Magie der vergangen Wochen den Clash of civilizations unangenehm verdeutlichten.

Ebenso gab es aber auch spannende Begegnungen mit marokkanischen Frauen. Vor allem junge Frauen versuchten öfters, mit mir durch Blicke oder Winken Kontakt aufzunehmen. Witzig war eine Begegnung mit einer Gruppe von fünf Mädchen auf dem Weg im - aufgrund des Tourismus weltoffeneren - Draatal. Als ich mich näherte, merkte ich, dass sie mich - offenbar als Exoticum - fotografierten. Ich blieb stehen und wir kamen ins Reden. Dass ich da so durch die Gegend radelte, beeindruckte sie. Sie bestaunten das Rad, und am Ende durfte auch ich sie zusammen mit meinem Rad fotografieren.


191810

Der Typ war übrigens auch lustig - er war selber per Rad unterwegs und blieb extra stehen, um Gerold hinterher zu fotografieren. Er hat allerdings nicht bemerkt, dass ich die Szene aus dem Verborgenen dokumentierte :D
191811

Tja, das war also Marokko.

Zum Abschluss noch ein Screenshot meiner Heatmap, aus der ersichtlich ist, welche Spots wir auf dieser Reise beradelt haben:
191812