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Durch den hier kürzlich erschienenen Bericht des Magura RT8 Converters wurde ich auf die innovative Rennrad-Hydraulikbremse aufmerksam. Alsdann ich zusätzlich von einer befreundeten P5-Besitzerin ausschließlich Gutes über die RT8 TT-Bremse hörte und ich mir für mein lieb gewonnenes Kuota Kalibur einen neuen Lenker mit interner Zugführung gönnte, war ich Feuer und Flamme und wollte diese Bremse testen, fahren... ja, ich wollte sie besitzen.So bestellte Bikeboard.at die beiden TT-Bremsgriffe bei Magura, ich schnappte mir Seitenschneider, einen Torx, zwei Inbus- und einen Gabelschlüssel, etwas Mineralöl sowie eine Spritze aus der Apotheke und baute die Converter-Bremse auf die TT-Variante um. Die Rahmen-Integration lief wie am Schnürchen. Meine erste Stunde als Bikeboard.at Redakteur hatte geschlagen und es sollten noch viele folgen... leider kam dann alles anders - aber jetzt mal der Reihe nach.
Einbauen. Während Standard-Bremsen am Rennrad mittlerweile sogar mit Carbon-Bremsflanken ausgezeichnet funktionieren, gibt es bei den teuersten TT-Bikes nach wie vor große Einbußen in Sachen Bremsleistung. Die interne Führung langer Bowden mit Seilzügen in engen Radien verursacht große Reibungsverluste und beeinträchtigt besonders die Performance der hinteren Bremse. Genau hier baut das Konzept von Magura auf. Dank Hydraulik und verwendeter Materialien besitzt die RT8 TT einen extrem hohen Wirkungsgrad, unabhängig von Leitungslänge und Anzahl der Windungen.Einstellen. Die Bremsschuhe lassen sich mittels Druckpunkt-Stellschraube am Hebel komfortabel auf die benötigte Felgenbreite anpassen. Bei unseren Tests war es möglich, sowohl Standard-Laufräder mit 22 mm als auch ZIPP Firecrest-LR mit 27,5 mm Felgenbreite einzuspannen. In Verbindung mit dem extrem breiten Firecrest-Profil stießen wir bei den normalen SwissStop-Belägen allerdings fast an die Grenze des Machbaren. ZIPP Firecrest-Fahrer sind mit den um rund einen Millimeter schmäleren grauen ZIPP Platinum Pro Belägen in dieser Hinsicht wohl besser beraten.Fahren. Den wahren Trumpf spielt die RT8 im Fahrbetrieb aus. Die hydraulischen RT8 TT Bremsen für Triathlon- und Rennräder setzen in Sachen Bremskraft und Dosierbarkeit neue Maßstäbe und sind zudem sehr leicht. Kein noch so komplexes Rahmendesign kann diese Hydraulikleitung je in Bedrängnis bringen. Wissen. Die Bremsen wurden aerodynamisch optimiert, sind für das Cervelo P5 Triathlon Bike mit einer speziellen Gabel-Verkleidung erhältlich, bringen wenig Gewicht auf die Waage und wurden vom Weltradsportverband UCI zugelassen.Warten. Dank des durchdachten "Quick Release"-Mechanismus dauert der Radausbau nur einen Augenblick und der Bremsbelagwechsel ist sehr einfach durchzuführen. Die RT8 TT ist absolut wartungsfrei und unanfällig gegenüber Dreck, Staub und Wasser. Ferner wird das Magura Royal Blood Mineralöl verwendet, welches im Gegensatz zur DOT-Bremsflüssigkeit nicht ausgetauscht werden muss. Magura gibt eine Fünf-Jahres-Garantie auf Austreten von Öl aus der Leitung.Nachteile. Wo viel Licht, da auch Schatten: so lassen sich die Triathlon/TT-Bremshebel nicht mit den elektronischen Schaltungen von Shimano und Campagnolo kombinieren und der Fahrer verliert die Möglichkeit, sowohl vom Auflieger als auch am Basislenker zu schalten. Außerdem ist der Einbau der Bremsanlage mit größerem Aufwand verbunden. Die vormontierten, befüllten und entlüfteten Bremsleitungen müssen gekürzt, durch den Rahmen dirigiert und erneut entlüftet werden. Der Preis liegt bei schmerzvollen € 629,00.
Die Magura RT8 TT sollte auf meinem Kuota Zeitfahrer die vorhandene Noname-China-Bremse ersetzen. Außerdem wollte ich die Bremsleitungen durch den 3T Lenker und die Leitung der hinteren Bremse im Rahmen verlegen. Einbau Die Bremszangen waren schnell befestigt und die Leitungen mit einem sehr scharfen Seitenschneider (besser wäre ein spezieller Leitungsabschneider) auf die richtige Länge gebracht. Das erneute Einpressen der Stützhülsen gestaltete sich nicht ganz so leicht wie in diesem Anleitungs-Video beschrieben, aber irgendwie brachte ich sie dann doch hinein.Befüllung & EntlüftungDavor hatte ich etwas Respekt, da mir das Original-Entlüftungszubehör von Magura nicht vorlag. Der komplette Vorgang (siehe Video unterhalb) ließ sich hingegen auch mit einer normalen Spritze und etwas Mineralöl zu meiner vollsten Zufriedenheit durchführen. Nach weniger als 20 Minuten waren beide Bremsen neu befüllt, perfekt entlüftet und sprachen schon bei der kleinsten Hebelberührung an.Feedback: Ich fände es besser, die Leitungen der TT-Bremse unmontiert und unbefüllt zu verkaufen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, auf welches Rad das vormontierte Set mit Standard-Leitungslänge auf Anhieb passen könnte, ohne erneut demontiert werden zu müssen.
Erster Tag mit der Magura RT8 TT90 km lange Ausfahrt, trocken, Mavic Cosmic Carbone, Aluflanke, gelbe DT-Swiss BremsgummisObwohl die Bremsleitungen in ähnlichen Bögen wie früher verlaufen, fällt mit sofort der feinere Lenkeinschlag auf. Die Bremsleitungen sind vom Material her wohl ein wenig geschmeidiger als die früheren Bowden, was auch enge "Halt, da simma falsch!" Wendemanöver während der Fahrt erleichtert.Über die totale Bremsleistung will ich jetzt kein Urteil fällen, da diese in erster Linie von der Felgen-Bremsgummi-Kombination abhängig ist. Fix ist allerdings, dass sich die Bremse wunderbar kontrollieren lässt und ein Finger zum Bremsen ausreicht - völlig egal, wie stark die Verzögerung ausfallen soll. Chronische Bergabbremser hätten damit ihre wahre Freude.
Zweiter Tag mit der RT8 TT74 km lange Ausfahrt, 5 km im Rettungswagen, perfektes Wetter, gleiches Setup wie am Tag zuvorAuf der hochsommerlichen Weinviertelrunde mit 2 Hügeln konnte die Bremse bei vielen Bremsmanövern ihre Dominanz erneut unter Beweis stellen. Leider endet die letzte Vollbremsung des Tages im Unfallkrankenhaus, was meiner Begeisterung über die Bremsperformance keinen Abbruch tut.Als wir gerade zu dritt bei Rückenwind mit >47 km/h durch den Ort rauschen und nur mehr 3 km bis zum Stammlokal haben, zieht es ein entgegenkommender Kleinwagen vor, uns den offensichtlichen Vorrang zu nehmen und links abzubiegen. Unverzüglich leite ich die Vollbremsung ein und sehe mich schon förmlich in den PKW krachen. Die Bremse verzögert optimal; ich kontrolliere das rutschende Hinterrad und schaffe es wie durch ein Wunder, einige Zentimeter vor dem Auto anzuhalten. Ungefähr 1/10tel Sekunde lang denke ich tatsächlich den Crash abgewendet zu haben - bis ich einen dumpfen Aufprall spüre, als der erste Hintermann in mein Heck stürzt. Daraufhin mache ich einen halben Salto vorwärts und schlage erst recht mit dem Rücken in der Motorhaube ein.Der zweite Kollege schlittert kurz darauf unter das Auto und sein Rad zerbricht in zwei Teile. Materialmäßig komme ich recht gut davon: nur mäßige Schleifspuren an den Anbauteilen und Lackschäden an den neuen Magura Bremshebeln - die Funktion wird nicht beeinträchtigt.
Die Magura RT8 TT ist eine top Fahrradbremse ohne technische Schwächen. Ich finde, jeder sollte eine haben.Da ich mir bei dem Sturz ins Auto einen Rippenbruch zugezogen habe, muss ich den Testbetrieb der RT8 Hydraulikbremse vorerst einstellen.
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