×
Scott Fastlane 10 im Test

Scott Fastlane 10 im Test

02.03.26 07:56 3.171Text: Lukas Salzer
Lukas Salzer

Größe: 181cm Schrittlänge: 87cm Gewicht: 72kg Fahrstil/-können: klassischer XC Fahrer, auf flowig-schnellen S2-S3 Trails macht's mir am meisten Spaß. Airtime und Spitzkehren sind nicht so mein Ding. Am Rennrad sind meine schnellen Tage vorbei.

Klicke für alle Berichte von Lukas Salzer
Fotos: Erwin Haiden
Minimal assist, maximum fun. So dezent sich die Unterstützung bei Scotts neuem E-Rennrad optisch präsentiert, so effektiv hilft sie faktisch über Berge und Leistungstiefs. Und wandelt den komfortablen TQ-Renner zum gutmütigen Sportler mit Genuss-Plus.02.03.26 07:56 8.674

Scott Fastlane 10 im Test

02.03.26 07:56 8.67412 Kommentare Lukas Salzer
Lukas Salzer

Größe: 181cm Schrittlänge: 87cm Gewicht: 72kg Fahrstil/-können: klassischer XC Fahrer, auf flowig-schnellen S2-S3 Trails macht's mir am meisten Spaß. Airtime und Spitzkehren sind nicht so mein Ding. Am Rennrad sind meine schnellen Tage vorbei.

Klicke für alle Berichte von Lukas Salzer
Erwin Haiden
Minimal assist, maximum fun. So dezent sich die Unterstützung bei Scotts neuem E-Rennrad optisch präsentiert, so effektiv hilft sie faktisch über Berge und Leistungstiefs. Und wandelt den komfortablen TQ-Renner zum gutmütigen Sportler mit Genuss-Plus.02.03.26 07:56 8.674

Vor einigen Monaten wäre es mir vergönnt gewesen, das neue Fastlane, Scotts jüngstem Wurf in Sachen E-Rennrad, bestückt mit dem ebenso neuen HPR40 Motor von TQ, in Südfrankreich zu testen.
Aus den herbstlich warmen Tagen in Südfrankreich wurde aber leider nichts, denn das Event wurde bedauerlicherweise abgesagt. Ergo: Buchenwälder statt Lavendelfelder. Denn um trotzdem Praxiseindrücke sammeln zu können, musste das Scott für ein paar Wochen den winterlichen Bedingungen im Wienerwald trotzen.

  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im Test

Das Design

Den eher spärlichen Informationen zum Product Launch war zunächst nicht unbedingt zu entnehmen, warum Scott ein weiteres Rennrad in sein Portfolio aufnimmt. Zumal manch einer viel eher ein neues Addict Gravel auf der Liste der erwartbaren Neuvorstellungen gehabt hätte.
"Perfekt getarnt", kann man da nur sagen. Denn erst bei näherer Betrachtung (in natura) offenbarte sich das Fastlane als E-Rennrad.

  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im Test

 Nichts outet das Fastlane auf den ersten Blick als E-Bike. 

Was auch immer ein Fahrrad normalerweise als Pedelec outet, ist an Scotts Newcomer bestens versteckt.

Was auch immer ein Fahrrad normalerweise als Pedelec outet, ist an Scotts Newcomer bestens versteckt. So sucht man ein Display am Lenker oder Oberrohr erst einmal ebenso vergebens wie eine Steuereinheit zum Bedienen des Motors.
Ersteres gibt es tatsächlich nicht, letztere verbirgt sich absolut unauffällig und minimalistisch im rechten Lenkerende. Selbst die dezent leuchtenden LEDs könnte man per App ausschalten.

Auch der Tretlagerbereich provoziert keinen direkten "Aha! Ein E-Bike"-Effekt - zumindest, so lange das Fastlane für sich alleine betrachtet wird. Erst wenn man es z.B. neben ein Scott Addict RC stellt fällt auf, dass alles ein wenig voluminöser gestaltet ist.
Trotzdem entspricht der Q-Faktor genau dem eines üblichen Rennrades - ein Hoch auf die Kompaktheit des TQ-Antriebs!

  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test

Das neue Scott will sich also nicht sofort als E-Bike outen. Dies aber bestimmt nicht, weil es sich schämt, eines zu sein. Vorrangig ging es seinen Entwicklern ums gute, klassische Aussehen: Die Proportionen stimmen, klare Linien bestimmen das Äußere, und alles ist Scott-typisch perfekt integriert.
Dieses nicht zuletzt auch aerodynamisch optimierte Design dient aber nicht nur der Optik. Es spart obendrein ein paar Watt, die sich wiederum positiv auf die Reichweite auswirken.

  • Scott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test

Das Testrad

In Formensprache wie Geometrie lehnt sich das Fastlane eindeutig an das MY26 Addict an - was wahrlich kein schlechter Ausgangspunkt für ein ansprechendes Fahrrad ist.
Ganz gleich zum Addict können auch Rahmen und Gabel mit bis zu 38 mm breiten Reifen bestückt werden.

Scott hat uns das Fastlane 10 zur Verfügung gestellt, ausgestattet mit einer Shimano Ultegra Di2 Schaltung. Die serienmäßig 34 mm breiten Schwalbe Pro One Reifen laufen auf Syncros Capital 1.0 Carbon Laufrädern.
Von den Addict-Modellen schon bekannt: Die komfortable Syncros IC-R100-SL Lenkerkombo samt dem praktischen Multitool, welches sich im linken Lenkerende versteckt.
Speziell ist die Carbon-Sattelstütze aus selbem Hause. Diese hat ein integriertes Rücklicht, welches für bessere Sichtbarkeit im Straßenverkehr permanent leuchtet, sobald man das Fastlane in Betrieb nimmt. Wie auch die Schaltung wird es vom 290 Wh starken Hauptakku versorgt.

Tech Specs

Rahmen Fastlane Road Disc HMX, UDH Kurbelsatz FSA e-Bike Carbon CK-713, 50/34 Z.
Größen S/M/L/XL Batterie TQ Internal 290 Wh
Display TQ Bar-End-Display, Bluetooth, ANT+ Motor TQ HPR40 Mittelmotor, 40 Nm
Gabel Fastlane Road HMX Flatmount Disc Bremsen Shimano BR-R8170/RT-CL800 Hydr. Disc, 160/160 mm
Lenker/Vorbau Syncros Creston iC SL, Carbon combo Kassette Shimano Ultegra CS-R8100-12, 11-34 Z.
Steuersatz Acros AIF-1317S Griffe Syncros RC Bartape
Sattelstütze Syncros Duncan 1.0 iL D-shape Kette Shimano CN-M8100
Sattel Syncros Belcarra V 2.0 Cut-out, CrMo Gestell Laufräder Syncros Capital 1.0 40 Disc
Schaltwerk Shimano Ultegra Di2 RD-R8150 Reifen Schwalbe Pro One Fold, 700x34C
Umwerfer Shimano Ultegra Di2 FD-R8150 Gewicht (o.P.) 10,8 kg
Schalt-/Bremshebel Shimano Ultegra Di2 Preis € 7.799,- (UVP)

Rahmen und Gabel bestehen bei allen Fastlane Modellen aus hochwertigen HMX-Carbonfasern. Das spiegelt sich im Rahmengewicht wider: Gerade einmal 865 Gramm wiegt das Chassis laut Scott in Größe M.
Für maximale Kompatibilität in Sachen Schaltkomponenten besitzt der Rahmen eine Aufnahme für das UDH Ausfallende.
Die formschöne Klappe für den Ladeanschluss hat ein Push-to-Open Federscharnier; eine schöne Lösung im Vergleich zu manch anderen E-Bikes mit fummeliger Gummiabdeckung.

Der Rahmen besitzt Anschraubpunkte für die optionale Syncros IS Road Rahmentasche. Ein idealer Aufbewahrungsort (auch) für das kompakte und leichte TQ Ladegerät, falls man einmal länger unterwegs ist.
So haben nicht nur Fastlane-Piloten die Möglichkeit, sich mit Energie in Form von Snacks aus der Tasche zu versorgen. Auch das Fahrrad selbst kann dadurch, beispielsweise während einer Mittagspause, relativ rasch wieder mit Reichweite versorgt werden. Für eine vollständige Ladung benötigt das System ca. drei Stunden.

  • Scott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test

Der Motor ...

Im Fastlane ist der neue, speziell für E-Rennräder und E-Gravelbikes entwickelte TQ HPR40 Motor verbaut.
Gesteuert wird dieser über die Zusatztasten auf den Griffhöckern, welche Shimano Ultegra und Dura-Ace Schalthebel ab Werk besitzen (Gleiches gilt auch für die Bonus Buttons an Sram Schalthebeln). Weiters kann der Elektroantrieb über die Taste der Steuereinheit am Lenkerende, bzw. beim Fastlane 20 mit TQ's Zusatzschaltern (HPR Single Button Remote), bedient werden.
Darüber hinaus kommuniziert die TQ Einheit auch mit Garmin und Co. Mit kompatiblen Radcomputern kann also ebenfalls der Unterstützungsmodus gewählt werden. Außerdem werden Infos zu Leistung, Trittfrequenz, Akkustand und Reichweite ausgegeben.

  • Scott Fastlane 10 im Test

Wie die "40" im Modellnamen schon verrät, besitzt der kleine und leichte TQ "lediglich" 40 Nm maximales Drehmoment und 200 Watt Leistung.
Angesichts der sich neuerdings verbreitenden 100 Nm Motoren erscheinen 40 Nm erst einmal wenig. Der Antrieb wiegt dadurch allerdings nur 1.170 Gramm. Samt dem 290 Wh Akku bringt das TQ System schlanke 2.900 Gramm auf die Waage, was das geringe Drehmoment ein Stück weit relativiert.
Nicht zu vergessen: Mit seinen lediglich 10,8 kg Lebendgewicht, gemessen auf der unbestechlichen BB-Waage, ist das Fahrrad insgesamt deutlich leichter und leichtfüßiger zu bewegen als ein gestandenes, 25 kg schweres E-MTB mit grobstolligen Reifen.

Wen Zweifel ob der womöglich zu geringen Leistung des Motors plagen, dem sei aus eigener Erfahrung gesagt: Ein starker Antrieb, wie z.B.: Shimano's EP8 Motor mit seinen 85 Nm in einem Rose Backroad+, sind zuerst lustig; aber dann doch die meiste Zeit zu viel des Guten. Allzu viel Drehmoment und Leistung wird im Regelfall für ein Rennrad-ähnliches Gefährt nicht benötigt.
Und wer ab und zu extra Reichweite braucht, kann den optionalen TQ Range Extender mit einer Kapazität von zusätzlich 160 Wh nutzen.

Geometrie

  XS (49) S (52) M (54) L (56) XL (58)
Lenkwinkel (°) 71,8° 72,0° 72,2° 72,5° 73,0°
Steuerrohr (mm) 115 139 161 182 201
Oberrohr (mm) 521 536 551 566 582
Überstandshöhe (mm) 758 780 802 823 849
Tretlagerabsenkung (mm) 75 75 75 75 75
Tretlagerhöhe (mm) 274 274 274 274 274
Radstand (mm) 991 1,000 1,009 1,016 1,022
Sitzrohrwinkel (°) 75,0° 74,5° 74,0° 73,5° 73,1°
Kettenstrebe (mm) 420 420 420 420 420
Reach (mm) 378 381 385 388 392
Stack (mm) 535 559 580 602 622
Gabel Offset (mm) 47 47 47 47 47

Der Motor setzt sanft ein und schiebt einen ebenso sanft in Richtung der erlaubten E-Bike Grenze von 25 km/h. Die Charakteristik des TQ ähnelt tatsächlich der viel beworbenen und bemühten "helfenden Hand".
Über die App könnte man das Ansprechverhalten des HPR40 auch in Richtung mehr "Biss" verändern ... wodurch die 25 km/h Schallmauer zwar schneller erreicht, aber einem dadurch auch viel präsenter erscheint. Mit der Standardeinstellung ist der Übergang hingegen kaum merkbar und sehr harmonisch.

TQ typisch: Der Motor ist, wie auch seine größeren Geschwister, flüsterleise, sodass man selbst bei genauem Hinhören nur selten mitbekommt, ob er läuft oder nicht.
Leider ließ sich der Akku im Testbetrieb nur zu 90% entleeren. In der winterlichen Kälte verweigerte der Motor mit den letzten 10% die Unterstützung. Eine Vorwarnung per blinkender LED oder dergleichen gibt es nicht. Es gilt also, diese Eigenschaft tunlichst im Hinterkopf zu behalten.
Immerhin: Die Schaltung und das integrierte Rücklicht werden aber in diesem Falle nach wie vor mit Energie versorgt. Und: Man ist ganz ohne Motor ja nicht gänzlich aufgeschmissen, denn die knapp 11 kg des Fastlane lassen sich auch ohne elektrischer Unterstützung ganz passabel per reiner Muskelkraft bewegen.

  • Scott Fastlane 10 im Test

... und sein Zusammenspiel mit dem Bike

Das Fastlane oszilliert irgendwie zwischen den Welten des Unmotorisierten und Motorisierten.
Meist fühlt es sich nach echtem Rennradfahren an. Aber es gibt auch Situationen, wo es sich wie ein echtes E-Bike fährt ... zum Guten wie zum Schlechten.

Will man sich etwa vom Fastlane in bester E-Bike Manier mit niedriger Trittfrequenz aus dem "Drehzahl-Keller" chauffieren lassen, wird man von der Motorleistung eher enttäuscht sein. In der höchsten Stufe gelingt dies einigermaßen, aber das Scott will definitiv aktiv bewegt werden.
Auf der anderen Seite will es wiederum nicht, dass man allzu vehemment in die Pedale tritt, denn die 25 km/h Grenze ist sehr schnell erreicht. Gerade, wenn man kurz aus dem Sattel geht um über eine Welle zu sprinten, bekommt man schnell ungeahnten Gegenwind in Form rasch aussetzender Motorunterstüzung. Dann fühlt sich das Fastlane nicht unbedingt "fast" an, sondern eher wie ein recht träges Rennrad.

  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
Detailansicht
Red Bull Spect Eyewear Rumble
DetailansichtDie Rumble ist eines der Vollrahmen-Modelle aus dem Red Bull Spect Eyewear Sortiment, das ideal für Biker geeignet ist.
+ Mehr Infos
Abus Aventor
DetailansichtSchlanker Helm für kühle Häupter. Der ABUS Aventor passt zwar nicht ganz zur Jahreszeit, dafür aber umso besser auf rundliche Köpfe und in schweißtreibende Anstiege.
+ Mehr Infos

Um die Vorteile des Fastlane schätzen zu lernen, muss man sich den Gegebenheiten anpassen. Man ist insgesamt gesehen nicht unbedingt schneller unterwegs, aber dafür umso schonender. Dies ist der größte Vorteil des Scott.
Leichtfüssig radeln und einfach die Beine fallen lassen - dann bietet das E-Rennrad den beworbenen Rückenwind. Auch bei Geschwindigkeiten jenseits der 25 km/h fühlt sich das Scott bei lockerer Fahrweise dann richtig gut an.

  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test

 Nicht unbedingt schneller, dafür umso schonender 

Der größte Vorteil, wenn man mit dem Scott unterwegs ist
  • Scott Fastlane 10 im Test

Spätestens bergauf zeigt das Fastlane seine wahren Stärken. Selbst in der niedrigsten Stufe überzeugt es mit ausreichend Unterstützung und bewirkt, dass sich Mitfahrende mit reiner Muskelkraft schon ordentlich abmühen müssten, um da noch mitzukommen.
Die kompakte Übersetzung mit 50-34 vorne und 11-34 hinten hilft außerdem, die Trittfrequenz hoch zu halten und so das Beste aus dem Motor zu holen.

Die mittlere/blaue Stufe hat in den meisten Fällen schon genügend Leistung, um steilen Rampen den Schrecken zu nehmen. Und das, ohne allzu viel Energie aus der Batterie zu saugen.
Schaltet man in die höchste/rote Stufe, marschiert das Fastlane recht ordentlich vorwärts - für solch einen kleinen Motor, wohlgemerkt. In der höchsten Stufe kann man sich durchaus ein wenig den Berg hinauf "shutteln" lassen und seine Beine dementsprechend schonen.

  • Scott Fastlane 10 im Test

Insgesamt betrachtet, passt die Leistung des Motors sehr gut zum Konzept des Scott Fastlane. Nicht unerwähnt bleiben soll jedoch eine Eigenheit des TQ Antriebs, die anfangs etwas störte, nach einer kurzen Eingewöhnungszeit aber kaum noch auffiel:
Da das System direkt auf die Kurbel wirkt und keinen Freilauf hat, ist die Software-Steuerung sehr sensibel ausgelegt. Selten, aber doch, kann es deshalb passieren, dass der Motor die Kurbel noch ein wenig weiterdreht, wenn die Steuerung mit einem unrunden Tritt und stark schwankender Eigenleistung überfordert ist und man abrupt aufhört zu treten.
Gleiches gilt beim Schalten. Wenn man gemäß alter Schule für einen Schaltvorgang bergauf den Antrieb ein wenig entlasten will, stoppt der Motor schnell mit der Unterstützung. Nach dem Schaltvorgang dauert es ein wenig, bis er aufgrund seiner geringeren Leistung wieder in die Gänge kommt - ähnlich wie bei einem Auto mit manueller Schaltung beim Gangwechsel bergauf.
Tipp: Der Shimano Ultegra Schaltung ist es jedenfalls egal, ob man unter Last schaltet oder nicht. Sie arbeitet in jeder Situation souverän.

Summa summarum bevorzugt der TQ HRP 40, wie bereits erwähnt, einen runden Tritt mit höherer Trittfrequenz. Die zugehörige beste Fahrweise ist eine eher passive: Locker treten und nichts erzwingen lautet die Devise. Dem Rad alle paar Meter ein anderes Tempo aufzuzwingen macht wenig Sinn.

 Genussvoll radeln anstatt ständig Tempo zu machen 

Die für das Rad perfekte Fahrweise
  • Scott Fastlane 10 im Test

Prognosen bezüglich Reichweite sind kaum zu treffen, aber natürlich immer interessant. Im kalten Auf und Ab des Wienerwaldes büßte der Akku pro 10 Kilometer meist 10-14 % seiner Kapazität ein.
Das einmal erprobte Maximum umfasste 90 km mit 2.000 Hm, verteilt auf gefühlt 100 Anstiege, die bis auf wenige, kurze Ausnahmen in der mittleren Stufe zu 95 % in der niedrigsten Unterstützungsstufe bewältigt wurden.
Überträgt man die Erfahrungswerte per Bauchgefühl auf alpine Passfahrten, würde das Ergebnis wohl sehr ähnlich lauten - je nach Wahl der Bergpässe sogar eine Spur besser.

  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im TestScott Fastlane 10 im Test
  • Scott Fastlane 10 im Test

Draufsetzen und losfahren

Nimmt man, alle Aspekte der Motorisierung beiseite schiebend, auf dem neuen Fastlane Platz, erinnert die Sitzposition mit ihrer aufrechten und relativ entspannten Auslegung stark an das Scott Addict. Das ist ideal für ein Rad dieser Kategorie, denn genussvoll sportliche Ausfahrten liegen im Fokus des Fastlane.

Auch das überaus gutmütige Fahrverhalten passt sehr gut in das Gesamtkonzept. Das Bike stabilisiert sich schnell; ein provoziertes Aufschaukeln lässt es erst gar nicht zu. Aggressives Einlenken quittiert es - auch dank des tiefen Schwerpunkts - mit der selben Tugend und bewahrt stets Ruhe.
Erstaunlicherweise wirkt das Fastlane beim Einlenken aber nicht, wie man es nun vermuten könnte, träge. Es vermittelt vielmehr ein Gefühl von Geschmeidigkeit, und dass man nie die Kontrolle über das Rad verliert.
Insgesamt präsentiert sich das Bike nochmals eine Spur gelassener als das unmotorisierte Scott Addict. Für Ein- und Wiedereinsteiger ist das Handling des Fastlane somit genau das richtige.

  • Scott Fastlane 10 im Test

Das Cockpit bietet, wie an anderen Stellen schon öfter erwähnt, mit seiner guten Ergonomie keinen Grund zur Klage. Auch bewirkt die Möglichkeit, über die Zusatztasten an den Griffhöckern die Unterstützungsstufe des Mototrs zu ändern, dass die Hände immer dort bleiben können, wo sie sein sollen.
Der Komfort des Fastlane ist nicht nur Dank der 34 mm breiten Reifen hoch. Das Rad insgesamt ist im positiven Sinne um Kantenglättung bemüht. Eingefleischte Rennrad-Fans werden an dieser Stelle vielleicht die Ecken und Kanten eines "echten" Renners vermissen. Wir verweisen diesfalls lieber auf die andere Seite der Medaille und betonen nochmals: Die entspannte Sitzposition vermittelt bergauf wie bergab viel Sicherheit: Man könnte sagen: Das Fastlane fährt wie auf Schienen.
Weiters nicht zu verachten: Das Scott funktioniert einfach, die Laufräder sind gut und unauffällig, Schaltung und Bremsen verrichten ihre Dienste in allen Situationen wirklich zufriedenstellend. Einzig der Wechsel auf das große Kettenblatt der FSA Kurbel verläuft nicht so geschmeidig wie von einer Shimano Kurbel gewohnt.
Und ganz wichtig: Es klappert nichts und es scheppert nichts. Das Fastlane gleitet sanft und geräuschlos über den Asphalt.

  • Scott Fastlane 10 im Test

Fazit

Fazit
Modelljahr: 2026
Testdauer: 2 Monate
Preis: € 7.799,- UVP
+ Gutmütiges Handling
+ Geringes Gesamtgewicht
+ Leiser und effizienter Antrieb
+ Komfort
+ Design & Integration
o Motorsteuerung in seltenen Fällen überfordert
o Keine Warnung bei niedrigem Akkustand
BB-Urteil: Leave the flat, lead the climb.

Das Fastlane überzeugt mit einem überaus gutmütigen Handling. Der TQ Motor bietet dabei stets genügend Leistung für all jene, die aktiv mitmachen.
Binnen kürzester Zeit schätzt man es sehr, mit dem E-Rennrad nicht andauernd auf Straßenverhältnisse und Streckenprofil achten zu müssen und einfach die Landschaft genießen zu können.

Dieses Rad lädt aber auch ein, die Ebene zu verlassen, denn es hilft entscheidend beim Erklimmen aller Berge, die sich unterwegs aufbauen.
Sein geringes Gesamtgewicht ist ein großes Plus - und zwar nicht erst dann, wenn das Ende der recht guten Reichweite naht. Auf diese Weise eröffnet das Fastlane die Möglichkeit, Routen zu fahren, von denen man schon lange geträumt, die man sich aber nie zugetraut hat.

  • Scott Fastlane 10 im Test

Geschrieben
Minimal assist, maximum fun. So dezent sich die Unterstützung bei Scotts neuem E-Rennrad optisch präsentiert, so effektiv hilft sie faktisch über Berge und Leistungstiefs. Und wandelt den komfortablen TQ-Renner zum gutmütigen Sportler mit Genuss-Plus.



BIKEBOARD - hausgemacht seit 2001: Auf Bikeboard gibt’s keine nervenden Pop-Ups, keine lästige Katzenfutter-Werbung, keine im Hintergrund mitlaufenden Tracker; dafür kurze Ladezeiten, ausschließlich relevanten, intern produzierten Content und 100% Privatsphären-Schutz.

 

Wenn ihr uns etwas zurückgeben möchtet:

🗞️ Abonniert und lest den Bikeboard-Newsletter

💬 Diskutiert mit und kommentiert unsere Beiträge

✍️ Registriert euch auf Bikeboard.at

Geschrieben

"Da das System direkt auf die Kurbel wirkt und keinen Freilauf hat, ist die Software-Steuerung sehr sensibel ausgelegt. Selten, aber doch, kann es deshalb passieren, dass der Motor die Kurbel noch ein wenig weiterdreht, wenn die Steuerung mit einem unrunden Tritt und stark schwankender Eigenleistung überfordert ist und man abrupt aufhört zu treten.

Gleiches gilt beim Schalten. Wenn man gemäß alter Schule für einen Schaltvorgang bergauf den Antrieb ein wenig entlasten will, stoppt der Motor schnell mit der Unterstützung. Nach dem Schaltvorgang

dauert es ein wenig, bis er aufgrund seiner geringeren Leistung wieder in die Gänge kommt - ähnlich wie bei einem Auto mit manueller Schaltung beim Gangwechsel bergauf."



Ich hab mittlerweile zwei Radeln mit TQ HPR 50 und eins mit dem neuen HPR 60, wo das oben beschriebene Verhalten nicht feststellbar ist.

Möglicherweise kann das in einem nachfolgenden Update noch behoben werden.

Geschrieben

So eine schöne Gegend! 😍

 

Ja, für ein elektrisch unterstütztes Rad ist es sicher recht unauffällig. Das liegt aber eher daran, dass die Rahmen generell so voluminös geworden sind... 😉(ist nicht negativ gemeint, je nach Proportionen kann das durchaus eine bullige Ästhetik haben - wie beim Fastlane)

Geschrieben
vor 16 Stunden schrieb skoon:

Suche nach den Kettenblättern incoming in 3.2.1..... würden toll auf mein Solace passen.

FSA K-Force Team wenn ich nicht irre ... ja, das ist ein fesches Teil ;)

Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb NoSane:

FSA K-Force Team wenn ich nicht irre ... ja, das ist ein fesches Teil ;)

schon sehr schön.  danke. muss mirs gwicht raussuchen. so bin ich halt

Geschrieben (bearbeitet)
Am 3.3.2026 um 07:57 schrieb riffer:

So eine schöne Gegend! 😍

Wer kennt ihn nicht, den Hauptort des Wienerwaldes: Semmering 😉

"Denn um trotzdem Praxiseindrücke sammeln zu können, musste das Scott für ein paar Wochen den winterlichen Bedingungen im Wienerwald trotzen."

 

Bearbeitet von Radschnecke
Geschrieben
vor 8 Minuten schrieb Radschnecke:

Wer kennt ihn nicht, den Hauptort des Wienerwaldes: Semmering 😉

"Denn um trotzdem Praxiseindrücke sammeln zu können, musste das Scott für ein paar Wochen den winterlichen Bedingungen im Wienerwald trotzen."

 

Ja, hab ich bewusst überlesen. 

 

Für mich zwar nicht das Richtige, aber wer es nicht kennt: https://www.ringringsemmering.com/ (hoffe, es ist ok hier anzuführen, hab persönlich gar keinen Bezug zur Veranstaltung)

Geschrieben
vor 11 Minuten schrieb riffer:

Ja, hab ich bewusst überlesen. 

 

Für mich zwar nicht das Richtige, aber wer es nicht kennt: https://www.ringringsemmering.com/ (hoffe, es ist ok hier anzuführen, hab persönlich gar keinen Bezug zur Veranstaltung)

Hallo riffer, war eigentlich gar nicht auf Dich bezogen. Ich habe es im Text nur lustig gefunden, da die Photos vom Semmering gar nichts mit dem Wienerwald zu tun haben.

Geschrieben
vor 10 Minuten schrieb Radschnecke:

Hallo riffer, war eigentlich gar nicht auf Dich bezogen. Ich habe es im Text nur lustig gefunden, da die Photos vom Semmering gar nichts mit dem Wienerwald zu tun haben.

Alles ok, kein Problem… 😉 

 

Wiener Hausberge halt. 🌸

Geschrieben

😁 danke, da habt ihr natürlich vollkommen Recht, ihr Sommerfrischler! Ringringsemmering kommt in Kürze ein Beitrag... 

 

Zur Text-Bildschere ist es so dass sich unser Tester Lukas leider verletzt hat, weshalb fürs Shooting sein Stunt-Double Luke Biketalker eingesprungen ist ... und so ist uns quasi auch der Semmering vor die Linse gesprungen... ;) 

  • 1 Monat später...
Geschrieben

Also ich bin das Fastlane (das 20-er als Leihrad, weil mein 10-er erst demnächst geliefert wird) für ca. 2000km gefahren; einerseits bei uns (in Tirol) andererseits in Kroatien (Vrsar). Ich muss sagen, ich bin begeistert. Da ich SRAM gewöhnt bin war für mich der Umstieg auf die Shimano 105 Di2 schon etwas gewöhnungsbedürftig. Aber auch das habe ich geschafft. Das Fastlane fährt sich praktisch wie ein "normales" Rennrad. Der Motor ist absolut nicht zu hören und auch kaum zu sehen. Bei ausgeschaltetem Motor (manuell oder über 25km/h) ist absolut nichts zu merken. Die Fahrcharakteristik des TQ HPR40 ist ähnlich wie beim Mahle X20 (mein Addict eRide wurde leider Opfer eines Unfalls, daher kenne ich auch den X20). So wie der X20 braucht auch der HPR40 eine ordentliche Trittfrequenz. Aber am ca. 60 U/min pack zu; gefühlt in der ECO Stufe etwas mehr als der X20. Die kann aber sicher (so wie bei Mahle) über die App eingestellt werden. Der HPR40 glänzt auch mit guten Reichweiten/-höhen. In Vrsar bin ich mal 100km bei 1400hm gefahren (meist in ECO Stufe) und hatte am Ende noch ca. 25% Akku. Bei uns habe ich die Reichweite-/-höhe genau getestet. Bei der Hochries-Runde war ich 110km bei 100hm unterwegs, teilweise in der (nicht nötigen) HIGH-Stufe. Aber ich wöllte austesten wann der HPR40 abschaltet. Das geschieht bei ca. 5% (zumindest bei meinem Leih-Fastlane 20). Und das Ganze war natürlich ohne Range Extender.

Alles in Allem: ein tolles E-Rennrad! Ich freue mich schon auf mein Fastlane 10 (mit Force Schaltung)!

 

Zur Desktop-Version