Umfrage: MTB Traunsee

Umfrage: MTB Traunsee

01.09.23 09:16 4.730Text: NoManLisi Hager

nicht mehr sehr blond, immer noch blauäugig, schokosüchtiger denn je

Klicke für alle Berichte von NoMan
, PM
Fotos: Erwin Haiden, Volker Weihbold, Marc Schwarz
Was brauchen, was wünschen sich MTB-Fans in der Traunsee-Region? Eine Privatinitiative fragt nach - und will vernetzen, verbessern, gestalten.01.09.23 09:16 4.979

Umfrage: MTB Traunsee

01.09.23 09:16 4.97931 Kommentare NoManLisi Hager

nicht mehr sehr blond, immer noch blauäugig, schokosüchtiger denn je

Klicke für alle Berichte von NoMan
, PM
Erwin Haiden, Volker Weihbold, Marc Schwarz
Was brauchen, was wünschen sich MTB-Fans in der Traunsee-Region? Eine Privatinitiative fragt nach - und will vernetzen, verbessern, gestalten.01.09.23 09:16 4.979

Der Traunsee im oberösterreichischen Salzkammergut ... biken, wo andere Urlaub machen? Nun ja. Das Angebot an attraktiven, offiziellen Touren ist – den topografischen Idealbedingungen zum Trotz – überschaubar, der Trail-Anteil, Goldstandard moderner MTB-Angebote, gering. Und mit jedem Meter flussabwärts wird die Luft für Stollenreifen-Fans dünner.
So sehr das Innere Salzkammergut, also die Gegend um den Hallstätter See, zumindest als MTB-Zentrum für genussorientiertes Forststraßen-Biken gilt und auch erste Schritte hin zu legalen Singletrails macht, so dünn gesät sind die Möglichkeiten zum (erlaubten) Geländeradfahren rund um Ebensee, Altmünster, Gmunden.

Einer, der das angesichts des wachsenden Nutzungsdrucks ändern möchte, ist Michael Vielhaber vom Rad-Shop Salzkammergut Biker in der Bezirkshauptstadt. Denn nur den Status Quo zu bejammern, ist dem 39-Jährigen zu wenig. Gemeinsam mit Gleichgesinnten hat er deshalb die Initiative MTB Traunsee gegründet.
Erklärtes Ziel der Gruppe ist es, MTB-begeisterte Menschen zusammenzuführen, ihre Wünsche und Ideen zu kanalisieren und sich sodann gemeinsam an deren Umsetzung zu machen, um Verbesserungen für den Mountainbike-Sport in der Region oder auch nur Teilgebieten – die Initiative gliedert die Gegend in ein Süd-, West- und Ost-Revier – zu erreichen.

  • Umfrage: MTB TraunseeUmfrage: MTB Traunsee
  • Umfrage: MTB TraunseeUmfrage: MTB Traunsee

Bedarfserhebung per Online-Umfrage

Erster Schritt der Interessenvertretung in spe ist eine Online-Umfrage, mit der konkrete Anliegen, Argumente und Ideen gesammelt werden sollen. Immerhin gab es derer ja auch in der Vergangenheit schon genug, beispielsweise eine eBike-Downhillstrecke am Grünberg oder ein Skillpark in Gmunden.
„Diese MTB-Umfrage soll bis Herbst valide Ergebnisse und damit eine Diskussionsgrundlage liefern, wie wir das Mountainbiken und die Community in unserer für den Sport so prädestinierten Region fördern können“, hofft Vielhaber auf möglichst viele Inputs.

Basierend auf den Wünschen und Begehrlichkeiten der lokalen Bevölkerung will MTB Traunsee in Folge Diskussionsveranstaltungen abhalten, Verbesserungsvorschläge formulieren und Partner für deren Umsetzung suchen. Als Vorbilder nennt der Initiator etwa Vereine wie das Trailwerk Wachau oder die Initiative MTB Linz, die in ihren jeweiligen Wirkungsbereichen attraktive Trailangebote geschaffen haben und pflegen.
Nicht nur im Lichte dieser langfristigen Vision, sondern auch im Sinne des ganzheitlichen Ansatzes von MTB Traunsee freut sich Vielhaber über alle, die sich produktiv einbringen wollen – und sei es vorerst nur, indem die Umfrage fleißig im Freundes- und Kolleginnenkreis weiterverbreitet wird ...

  • Umfrage: MTB Traunsee

Update: Die Umfrage-Ergebnisse

14 Wochen lang lief die Erhebung im Spätsommer/Herbst 2023, am Ende wurden 621 Teilnehmende verzeichnet, der überwiegende Teil davon männlich (83,6%), in der Region lebend (53% nahe des Traunsees, 20,3% im Salzkammergut), zwischen 31 und 50 Jahre jung (58,1%) oder älter (25,8%) und nebst dem MTB auch gerne wandernd oder laufend in den Bergen unterwegs.
Gefragt nach ihrer Disziplinen-Zugehörigkeit, fühlten sich die meisten dem Enduro-Bereich (47,5%) bzw. den entspannten Touren-Bikern (43,5%, Mehrfachnennungen waren möglich) am nächsten. Auch die sportive Fraktion (Cross Country, 34,5%) war stark vertreten. Die am häufigsten genutzten Sportgeräte sind demzufolge Fullys (56,5% ohne, 31,1% mit Motor).

Interessantes Detail zum Prozedere: Ergänzend zur Interpretation der Ergebnisse, welche die Initiative MTB Traunsee – logischerweise im Sinne ihrer Sache – vorgenommen hat, bietet die Gruppe auch eine KI-basierte Auswertung an, um eine „neutralere Betrachtungsweise“ zu ermöglichen. Last but not least werden auf Anfrage z.B. von Stakeholdern oder Institutionen auch die Rohdaten als CSV-Datei zur Verfügung gestellt.

  • Durch's Reden kommen d'Leut z'amm. Nach wie vor gilt: Wer sich in der Initiative einbringen will, ist jederzeit herzlich willkommen!
    Durch's Reden kommen d'Leut z'amm. Nach wie vor gilt: Wer sich in der Initiative einbringen will, ist jederzeit herzlich willkommen!
    Durch's Reden kommen d'Leut z'amm. Nach wie vor gilt: Wer sich in der Initiative einbringen will, ist jederzeit herzlich willkommen!

First things first: Die Umfrage-Ergebnisse zeigen klar den Wunsch der lokalen Bevölkerung, das MTB-Angebot in der Traunsee-Region weiterzuentwickeln.
Auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 10 für "sehr zufrieden" steht, bewertet sie das aktuelle Streckenangebot zu 83,4 Prozent mit dem Wert 5 oder schlechter. Wen wundert's, basiert der legale Status quo doch auf einem Konzept der 1990er-Jahre und lässt die bevorzugten Single- (73,9%) bzw. Shared Trails (57,6% - Mehrfachnennungen waren möglich; weiters hoch im Kurs: Forststraßen mit 61,8%) fast vollständig vermissen. Jeder zweite Einheimische steuert wohl auch deshalb zwecks Ausübung seines Hobbys lieber andere Destinationen mit einem zeitgemäßen und abwechslungsreichen Streckenangebot an - was, darauf weist die Initiative explizit hin, den ökologischen Gedanken des Radfahrens ad absurdum führt.
Zum Mountainbiken weiterempfehlen würden die Locals ihre Heimat interessanterweise trotzdem zu 50%. In der Interpreation von MTB Traunsee ist dieser etwas paradoxe Umstand dem großen Einzugsgebiet der Region, der attraktiven Landschaft und dem - nicht zuletzt durch die fleißige Verwendung von Komoot, Strava & Co. zwecks Navigation befeuerten - Wissen um illegale Trails geschuldet.

Auch offenbart die Erhebung ein gewisses Manko, was die Kenntnis bzw. Akzeptanz der Spielregeln aka Biker Fairplay der Österreichischen Bundesforste betrifft. Einem Viertel der Befragten waren diese zuvor gar nicht bekannt.
Nachdem allerdings einem bemerkenswert hohen Anteil von 79,1% ein respektvolles Miteinander auf den Wegen "sehr wichtig" ist (weitere 17,9% entfielen auf der Skala von 1-10 auf 8/9), kann laut den Umfrage-Initiatoren davon ausgegangen werden, dass sich Biker, ein attraktives Streckenangebot vorausgesetzt, an punktuelle Verbote halten.

  • Die Downhill-Strecke am Feuerkogel hat "Experts only-Charakter"Die Downhill-Strecke am Feuerkogel hat "Experts only-Charakter"Die Downhill-Strecke am Feuerkogel hat "Experts only-Charakter"
    Die Downhill-Strecke am Feuerkogel hat "Experts only-Charakter"
    Die Downhill-Strecke am Feuerkogel hat "Experts only-Charakter"
  • und stillt die Sehnsucht nach Single- und Shared-Trails nur bedingt.und stillt die Sehnsucht nach Single- und Shared-Trails nur bedingt.und stillt die Sehnsucht nach Single- und Shared-Trails nur bedingt.
    und stillt die Sehnsucht nach Single- und Shared-Trails nur bedingt.
    und stillt die Sehnsucht nach Single- und Shared-Trails nur bedingt.

Die Verantwortung für die Erhaltung von MTB-geeigneten Wegen, also im Speziellen Forststraßen und Trails, sieht die Bevölkerung ganz klar bei der öffentlichen Hand (Tourismusverband, Gemeinde, Land Oberösterreich zu 70,4/66,8/55,1%), gefolgt von den wirtschaftlichen Profiteuren eines solchen Streckennetzes, als da wären Tourismusbetriebe (37,4%), Seilbahnbetreiber (31,2%) und Sportindustrie (21,2%).
Und Potenzial bei der Weiterentwicklung des MTB-Angebots in der Traunsee-Region sehen die Befragten vor allem am Grünberg, dem Feuerkogel sowie dem Gmundnerberg in Verbindung mit Hongar und Kronberg. Damit deckt sich das Ergebnis der Erhebung mit den strategischen Überlegungen der Initiative, konkret der Einteilung in die drei Reviere Ost, Süd und West.

  • Es existiert durchaus auch der Wille, mit Hand anzulegen: 59,6% würden innerhalb eines Vereins ...Es existiert durchaus auch der Wille, mit Hand anzulegen: 59,6% würden innerhalb eines Vereins ...Es existiert durchaus auch der Wille, mit Hand anzulegen: 59,6% würden innerhalb eines Vereins ...
    Es existiert durchaus auch der Wille, mit Hand anzulegen: 59,6% würden innerhalb eines Vereins ...
    Es existiert durchaus auch der Wille, mit Hand anzulegen: 59,6% würden innerhalb eines Vereins ...
  • ... bei der Wegerhaltung mitanpacken. Langfristig ist die Motivation der Vielen ehrenamtlich aber erfahrungsgemäß nur schwer aufrechtzuerhalten und bleibt die Arbeit dann an nur Wenigen hängen. ... bei der Wegerhaltung mitanpacken. Langfristig ist die Motivation der Vielen ehrenamtlich aber erfahrungsgemäß nur schwer aufrechtzuerhalten und bleibt die Arbeit dann an nur Wenigen hängen. ... bei der Wegerhaltung mitanpacken. Langfristig ist die Motivation der Vielen ehrenamtlich aber erfahrungsgemäß nur schwer aufrechtzuerhalten und bleibt die Arbeit dann an nur Wenigen hängen. 
    ... bei der Wegerhaltung mitanpacken. Langfristig ist die Motivation der Vielen ehrenamtlich aber erfahrungsgemäß nur schwer aufrechtzuerhalten und bleibt die Arbeit dann an nur Wenigen hängen. 
    ... bei der Wegerhaltung mitanpacken. Langfristig ist die Motivation der Vielen ehrenamtlich aber erfahrungsgemäß nur schwer aufrechtzuerhalten und bleibt die Arbeit dann an nur Wenigen hängen. 
  • Umfrage: MTB Traunsee

Wie geht's nun weiter?

Im Hintergrund führt MTB Traunsee seit Monaten viele Gespräche mit Politik- und Tourismus-Verantwortlichen, Wirtschaftstreibenden und verschiedensten Stakeholdern, um ein Bewusstsein für das zukunftsträchtige Thema Mountainbiken in der Traunsee-Region zu schaffen. Auch nutzt die Gruppe Angebote, ihre Arbeit einem breiteren Publikum zu präsentieren. So wird sie etwa beim Bike Festival Austria in Wels (by the way: nicht vergessen: am 3. und 4. Februar 2024!) mit dem Vortrag "MTB-Community als Basis der Infrastruktur" täglich einen Beitrag zum Diskurs leisten.

Beginnend mit Frühling soll es in Kooperation mit den vier Ufergemeinden Info- und Diskussionsabende für die lokale MTB-Community geben. Der Termin in Gmunden ist bereits fixiert: am 21. März 2024 um 19 Uhr im ehrwürdigen Rathaussaal der Stadtgemeinde.
Und ab April wird es einmal im Monat ein Meet&Greet an einer ausgewählten Location am See geben: Zum Kennenlernen, Austauschen und Ideen sammeln - die Termine sind dann regelmäßig auf www.mtbtraunsee.at, bei Instagram und Facebook zu finden.

  • Umfrage: MTB Traunsee

Kommentare

Alle Kommentare (31) im Forum