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Merida Scultura SL 2013

Mit dem brandneuen Scultura SL Rennrad will Merida in die Fußstapfen des SuperSix Evo von Cannondale und Cervelos R5ca treten.
Text: NoPain, Flash82 Fotos: Merida, Jb360, NoPain

Mit dem brandneuen Scultura SL Rennrad will Merida in die Fußstapfen des SuperSix Evo von Cannondale und Cervelos R5ca treten. Die Firma folgte deshalb dem Grundsatz "100% form follows function": So wurde das Design zuerst mittels 3D-Software erstellt und erst im zweiten Schritt auf technische Anforderungen feingetuned. Jürgen Falke, Chefentwickler von Merida, vergleicht seinen klassisch-anmutenden Renner mit einer aus Stein geschlagenen Skulptur.

Die Steifigkeits- und Komfortwerte, mit dem hauseigenen und TOUR-baugleichen Prüfstand ermittelt, lesen sich wie aus dem Bilderbuch (siehe Tabelle unten). Ein Gesamtgewicht von 5,6 kg soll beim Top-Modell mit leichten Laufrädern und Tuningparts ohne weiteres möglich sein. 

Der geringe Radstand mit 405 mm kurzen, asymmetrischen Kettenstreben sorgt für enorme Agiltät; die hohe Steifigkeit wird durch den Einsatz von hochwertigen Carbon-Fasern, einem integrierten Quersteg im Unterrohr knapp über dem Tretlager sowie dem neuen B386 Evo Tretlagerstandard von FSA möglich. Hierbei handelt es sich um ein "breites" BB30-Pressfit-Tretlager mit 30mm Durchmesser, 86mm Breite und größtmöglicher Kompatibilität mit FSA, Shimano, Sram, bzw. fast allen gängigen Standards wie BB30, PF30, BSA (durch den Einsatz spezieller Adapter). Jeder Rahmen kann mechanisch oder elektronisch aufgebaut werden. Schon jetzt wurde das Scultura SL von der UCI "approved" und soll 2013 mindestens von einem Pro-Team eingesetzt werden. Alle neuen Merida Rahmen (Scultura & Reacto) bestanden diese Homologation.

Mindestens genauso wichtig wie das niedrige Gewicht und die hohe Steifigkeit sind die Komfort-Eigenschaften des Rahmens und der Gabel: Ein ausreichend hoher Komfort sorgt für geringere Erschöpfung, einen besseren Reifenkontakt, sicheres Kurvenverhalten und schnellere Abfahrten. Beim Scultura SL wurden deshalb spezielle Carbonfasern (Lineo-Bio Fibers aus Belgien) in den Sitz- und Kettenstreben, der Gabel und der Sattelstütze eingesetzt.

  • 86 mm breites Tretlager, asymmetrische Kettenstreben
    86 mm breites Tretlager, asymmetrische Kettenstreben
  • Quersteg im Unterrohr
    Quersteg im Unterrohr
  • Flex Stay: spezielle Form
    Flex Stay: spezielle Form
  • 405 mm Kettenstreben, agressives Handling
    405 mm Kettenstreben, agressives Handling
  • Di2 Battery Montage an der linken Kettenstrebe möglich
    Di2 Battery Montage an der linken Kettenstrebe möglich
  • 1,5" breites Steuerrohr
    1,5" breites Steuerrohr
  • innenliegende Kabelführung
    innenliegende Kabelführung

Merida Scultura Modellpalette 2013

  • Scultura SL
    Scultura SL
  • Scultura Pro
    Scultura Pro
  • Scultura Comp
    Scultura Comp

Neben dem Topmodell Scultura SL werden zwei weitere Modelle angeboten: Das Scultura Pro ist im Prinzip der gleiche Rahmen, allerdings mit günstigeren Carbon-Fasern. Das Mittelklasse-Modell mit dem niedrigeren Preis kommt aus der gleichen Form wie das SL, besitzt dessen technische Details und ist um etwa 130 Gramm schwerer (Rahmengewicht: 970 g bei M/L).

Das Scultura Comp rundet die Palette als kommerzielle Version mit gleichem Design und ähnlichen Features nach unten hin ab. Auch hier kommen andere Carbonfasern zum Einsatz, die ein noch höheres Rahmengewicht (1.200 g bei M/L) mit BSA-Tretlager zur Folge haben. Trotz des niedrigen Einstiegspreises (dieser steht bis dato noch nicht fest) ist es mit einer Voll-Carbongabel, der gleichen innenliegenden Hybrid-Kabelführung, dem 1.5" breiten Steuerlager und einem etwas längeren Radstand für bis zu 25 mm breite Reifen ausgestattet.

Obwohl das Merida Scultura erst nächstes Jahr erhältlich sein wird, konnte es Bikeboard.at schon mehrfach über hunderte Kilometer auf die Probe stellen.

Daten & Fakten aus dem Labor

Im direkten Laborwerte-Vergleich mit Cervelo und Cannondale, den Siegern im großen TOUR-Test "Toprahmen-Vergleich 11/2011" und "Die besten Rennräder der Welt 3/2012", schneidet das neue Merida ausgezeichnet auf dem theoretischen zweiten Platz ab. Das Scultura SL besitzt sehr gute Steifigkeitswerte am Steuerrohr und Tretlager sowie beste Komfort-Werte bei Rahmen/Gabel und soll mit Clincher-Felgen und der neuen Sram Red knappe 6 kg wiegen.

* Achtung: Cannondale-, Cervelo- & Giant-Werte wurden vom TOUR-Magazin ermittelt, die Merida-Daten wurden von Jürgen Falke (Merida Chef-Entwickler) genannt

Scultura SL 2013 Red

Fahrtest: Scultura Pro 2013 Ultegra Di2


Ich durfte das Merida Scultura Pro Ultegra Di2 knappe 300 Kilometer Probe fahren. Wegen seiner günstigeren Carbonfaser und Ausstattung (Laufräder, Reifen, etc.) ist das Pro ein wenig schwerer als das Team-Modell - dafür darf elektronisch geschaltet werden und das Mehrgewicht mindert auch in keinster Weise die Fahrfreude. Der Rahmen ist extrem steif, agil und ausreichend komfortabel. Die verbauten PRC Team Issue Carbon-Komponenten fühlen sich ebenfalls sehr vertrauenswürdig an.

Den Selle Italia Monolink-SL Sattel finde ich sehr gewöhnungsbedürftig, da mir die lange schlanke Nase des Sattels nicht wirklich behagt. Während des Tests rutschte ich am Sattel auch viel herum und fand den Druck im Dammbereich äußerst unangenehm. Das Einstellen geht allerdings vorbildlich.

Zu den Fulcrum Racing 3 Laufrädern kann ich leider nicht viel sagen, da am Testrad minderwertige Vittoria Pneus montiert waren. Für ein Trekking-Rad oder den Paris Roubaix Klassiker sind diese vielleicht ausreichend, an einem Top-Renner aber eher fehl am Platz. Die Reifen waren extrem breit, passten gerade mal durch die Bremsen, gaben keinerlei Feeedback und fuhren sich sehr schwammig. Bei den richtigen Verkaufsbikes sind vermutlich andere Reifen montiert.

Merida Scultura Pro
Modelljahr: 2013
Testdauer: 300 km
+ Top Fahreigenschaften
+ Ultegra Di2
+ PRC Team Issue Komponenten
o Rahmen-Geometrie sehr komfortabel
o Selle Italia Monolink Sattel für meinen Hintern zu schmal
- billiger Vittoria Reifen (eventuell nur beim Testrad)
BB-Urteil: Top Bike für Marathon-Fahrer und Randonneure.

Mein größter Kritikpunkt aus der Sicht des Rennfahrers ist die Geometrie. Einerseits besitzt das Rad Laborwerte wie ein Top-Renner und fährt sich in der freien Wildbahn auch wie einer, andererseits komme ich aufgrund der komfortablen Geometrie nicht in meine gewohnt sportliche Position. Das Oberrohr des Scultura SL ist ein 54er, das Steuerrohr war dabei 160 mm lang. Gemeinsam mit der hohen Lagerabdeckplatte komme ich auf 180 mm. Im Vergleich dazu hat das 54er Cannondale 145 mm samt Lagerabdeckplatte. Für lange Touren und Rennrad-Marathons sicher sehr angenehm - der echte Rennfahrer wählt eine sehr kleine Rahmengröße oder greift zum Reacto.

Vielleicht noch ein paar Worte zur Ultegra Di2. "Sehr geil!" kann ich nur sagen. Auch wenn die Technik ein wenig plump und für Optik-Fetischisten abschreckend anmutet , gibt es an deren Funktionalität absolut nichts zu kritisieren. Für mich persönlich "state of the art" und ein "must have". Im Vergleich zur Dura Ace fühlen sich die Ultegra-Bremskörper deutlich weicher an und verwinden sich etwas. Dennoch gab es an der Bremsleistung nichts auszusetzen.
Der Akku ist dezent an der linken Kettenstrebe montiert und die Verkabelung überall wunderschön im Rahmen integriert.




Ergebnis 1 bis 10 von 10
  1. #1
    rund und gsund Avatar von NoFlash
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    Merida Scultura SL 2013

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  2. #2
    Schokoholiker Avatar von chriz
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    preise wären interessant

  3. #3
    rund und gsund Avatar von NoFlash
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    Preis konnte ich leider keinen erfahren. Im Internet ist zu lesen: beginnend bei $1500, bis $5500 .- für das Topmodell (wenns wahr ist?)

    Wenn es was offizielles gibt werd ich es bekannt geben

  4. #4
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    Cooler review.
    Die Beinlinge san a Nummer zu groß oder sie halten nicht mehr gscheit!
    Posing isn't everything. It's the only thing!

  5. #5
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    Grenzgenialer Einstieg in den Artikel: Merida will in die Fußstapfen von Cannondale und Cervelo treten........

    Was kommt als nächstes, Daihatsu steigt in die Formel 1 ein?

    So gut das Merida auch sein mag aber Innovation, Flair und Charme kommt bei den Bombern nie auf (wie solls auch sein bei einer Marke die beim Intersport und Hervis steht).

  6. #6
    rund und gsund Avatar von NoFlash
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    @ roadbiker
    zwei Monate no sports hinterlassen auch bei mir ihre Spuren. Aber ich nehms mal als Kompliment, es ist das erste Mal, dass mir Radlwäsch zu groß ist :-D

    @ ruffl
    agree

  7. #7
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    Cannondale bleibt Cannondale

  8. #8
    rund und gsund Avatar von NoFlash
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    Vor ein paar Monaten war in der Tour ein Test mit Aerorennern. Darunter unter anderem das Scott Foil, Specialized Venge, Cervelo, Felt und das Centurion Megadrive , welches nichts anderes als das Merida Reacto ist.
    Lange Rege kurzer Sinn: das Centurion war das beste Frameset, gleich mit dem Venge Mclaren. (Aerodynamik mal außen vorgelassen, den deren Nutzen seh ich nicht wirklich)
    Für den Preis für das komplette Centurion bekommt man bei den anderen Herstellern nicht mal ein Frameset und dabei sind die teils deutlich "schlechter" als das Megadrive!
    Da kauf ich mir lieber einen super Rahmen, pack ein paar gscheite Anbauteile dran und fertig is.
    Ich verzichte da lieber auf Flair, das brauch ich erst im gesetzteren Alter.
    Über Lackierungen kann man gerne streiten, aber bei dem Preis mach ich einen custompaint Rahmen, das geht sich noch locker aus.

  9. #9
    Schokoholiker Avatar von chriz
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    merida gehört zu den meist unterschätzten marken obwohl technisch ganz oben. schade irgendwie.

  10. #10
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    Ich finde, dass Merida super bikes baut und jetzt auch rennräder! Außerdem soll meines wissens ja merida weltweit der größte rad produzent sein! neben Giant!