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Auf Achse: "Gravel-Racing in a Nutshell"

Auf Achse: "Gravel-Racing in a Nutshell"

13.12.21 06:50 6.350Text: Gabriel WaringerFotos: Martin Granadia, Veneto Trail(Fünf) Dinge, die wir gerne vor unserer Gravel-Ultra-Langdistanz-Mission gewusst hätten.13.12.21 06:50 6.517

Auf Achse: "Gravel-Racing in a Nutshell"

13.12.21 06:50 6.51716 Kommentare Gabriel Waringer Martin Granadia, Veneto Trail(Fünf) Dinge, die wir gerne vor unserer Gravel-Ultra-Langdistanz-Mission gewusst hätten.13.12.21 06:50 6.517

Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Herbst als schöne Jahreszeit - dieser Zug ist abgefahren. Dieses Jahr waren es gefühlt gerade mal drei akzeptable Tage, die sich für mehr (selten) oder weniger (öfters) ausgedehnte Touren über Stock und Stein angeboten haben. Nichts, oder genau genommen: ein sprichwörtlicher Wimpernschlag - soviel liegt zwischen bei 25° mit Speed übers Land ballern, und depressiv die steigende Zahl der Schwimmringe verfolgend am Sofa gären.
Soll heißen, es ist Winter geworden.

 Advent, Advent, die Zeit - sie rennt. 

Aber fürchtet euch nicht! Dieses Dahinsiechen in der Finsternis, eingesperrt zwischen offenem Zwift-Vollzug und dem weihnachtlichen Frust-Kekserl-Fressen hat bald wieder ein Ende. Wenn auch vermeintlich noch in weiter Ferne, so ist trotzdem genau jetzt die Zeit, Pläne für die nächste Saison zu schmieden - bietet das Planen und Organisieren doch zumindest einen kleinen Lichtblick in der Nebelsuppe.

 Welche Events stehen nächstes Jahr an?  

Viele Organisatoren haben letzte Saison ob der strengen Corona-Auflagen den Hut drauf geworfen, andere wiederum sehen gerade jetzt eine gute Zeit, loszustarten.
Speziell in der Gravel- und Adventure-Ecke tut sich zur Zeit Einiges. Der Trend, der von Amerika aus nach Europa übergeschwappt ist (Dirty Kanza/Unbound Gravel, Leadville 100, etc.) scheint auch dieses Jahr nicht aufhören zu wollen: Wie die Schwammerl sprießen neue "Bikepacking/Trail/Gravel"-Veranstaltungen aus dem Boden. Das Gebot der Stunde lautet: staubig, lang und unsupported.

Als eingefleischter Early Adopter bin ich letzten Sommer bereits bei zwei dieser Endurance Events gestartet, und natürlich habe ich alle Fehler gemacht, die es zu vermeiden gilt.
Falls ihr für nächste Saison auch mit dem Gedanken spielen solltet, euch auf ein derartiges Unterfangen einzulassen (ich würde es jedem ans Herz legen), schreibe ich euch meine besten Fails der letzten Saison zusammen, damit ihr daraus lernen könnt. Oder darüber lachen - mir soll es gleich sein:

1. Vorbereitung ist tatsächlich hilfreich

Je länger das Event, desto wichtiger ist es, sich tunlichst darauf vorzubereiten. Damit meine ich jetzt gar nicht unbedingt das Training, sondern alles drumherum, um das man sich bei einem normalen Rennen wenig bis keine Gedanken machen muss.
Wohin führt mich die Route? Wie schauen die Wege aus? Mit welchem Rad stelle ich mich zum Start? Wo kann ich übernachten? Was nehme ich mit?
Je besser du mit der Route vertraut bist, desto weniger Gepäck musst du mitschleppen. Wenn du vorab genau weißt, wo es Unterkünfte gibt, sparst du dir eventuell das Zelt. Aber mach' es nicht wie ich und pfeif' von vornherein auf einen mobilen Unterschlupf, nur um letztlich in irgendeinem Strohhaufen neben der Straße schlafen zu müssen.

2. Offroad ist nicht Asphalt

Mach' es nicht wie ich: Wenn du planst, bei einem 450 km langen Gravel Event an den Start zu gehen, hilft es dir nicht viel, wenn du dafür brav deine 300 km Rennradausfahrten auf Asphalt abspulst. Vor allem, wenn zusätzlich noch ein paar Berge im Weg stehen.
Durchschnittsgeschwindigkeit in Real Life war noch nie so deprimierend!

3. Setze dir realistische Ziele

Freilich ist es lässig, wenn man erzählen kann, dass man beim Silk Road Mountain Race am Start stehen wird. Weniger leiwand allerdings, wenn du - jetzt mal ganz hypothetisch - am dritten Tag von der Bergrettung per Esel ins 250 Kilometer entfernte Krankenhaus gebracht werden musst.
An einer Herausforderung zu scheitern, ist nicht weiter schlimm. Allerdings bietet es sich an, sich schrittweise an derart wagemutige Unternehmungen heranzutasten.

4. Try - Fail. Try Again - Fail Better

Egal, wie gut du zu sein glaubst: Es gibt immer Situationen, die dich an deine Grenzen bringen. Sei es das abgerissene Schaltwerk mitten im Nirgendwo oder der Wolkenbruch inklusive Donner & Blitz Einlage a la Jüngstem Gericht ... Dinge passieren, auf die du nicht vorbereitet bist.
Das Beste, das du daraus machen kannst, ist, es fürs nächstes Mal zu bedenken und dann eine Lösung parat zu haben.

5. Vergiss nicht, dass du das zum Spaß machst

Auch, wenn es sich oftmals nicht so anfühlt: Diese Events sollen in erster Linie Spaß machen, wenngleich auch jeder eine andere Definition davon hat. Egal wie ehrgeizig du sein magst, letztlich geht es, wie auch sonst so oft, um die Goldene Ananas.
Gerade bei Bikepacking-Events ist es in einer Gruppe unterhaltsamer, man kann sich Equipment teilen und hat während der langen Tage im Sattel jemanden zum Reden.
Aber hey, wenn du racen willst ... ich bin der Letzte, der dagegen etwas einzuwenden hat!

6. Leser-Feedback

SCHREIB UNS BITTE UNTERHALB IN DEN KOMMENTAREN DEINE MEINUNG ZU DIESEM THEMA. HAST DU SELBER SCHON EINMAL AN EINEM GRAVEL-ENDURANCE EVENT TEILGENOMMEN?

WELCHER TIPP DARF IN DER LISTE KEINESFALLS FEHLEN?

Keineswegs erhebe ich Anspruch auf Vollständigkeit dieser Liste - jede/r hat seine/ihre eigene Meinung und wird noch den ein oder anderen Punkt hinzufügen können.

Ich bin der Auffassung, dass diese Events eine Menge Spaß machen, seien es jetzt eintägige Gravel-Rennen wie das Gravel Blinduro in Böhmen, Wochenendveranstaltungen wie das Veneto Trail oder tatsächlich lange Sachen wie etwa das Hungarian Divide.
Es gibt mittlerweile wirklich ein gutes Angebot (Gerüchten zufolge im September 2022 neu auch in/um Wien ...), motivierte Organisatoren und eine stetig wachsende Community - probier' es einfach aus.

Es muss nicht unbedingt gleich ein offizieller Event sein. Zum Üben bieten sich diverse Radwegrouten an, wie zum Beispiel der Iron Curtain Trail, den unser Redakteur im Spätherbst gemeinsam mit Martin Granadia unter die Stollen nahm.


Ich war in Slavonice (https://2radchaoten.com/Board/the-2rc-gravel-experience-2018-2rcformatc-ber7886). Im Nachhinein hätte ich mehr "Rain" als "Shine" von Castelli einpacken sollen. Expect the Unexpected...

 

Besser mit einem vollen Rucksack (Regengewand, Wechselhandschuhe, etc.) im Sonnenschein abquälen, als super stylish im Gabba über dem Shortsleeve mit fliegenden Fahnen im Starkregen untergehen.

Bearbeitet von NoPain
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Ich war in Slavonice (https://2radchaoten.com/Board/the-2rc-gravel-experience-2018-2rcformatc-ber7886). Im Nachhinein hätte ich mehr "Rain" als "Shine" von Castelli einpacken sollen. Expect the Unexpected...

 

Besser mit einem vollen Rucksack (Regengewand, Wechselhandschuhe, etc.) im Sonnenschein abquälen, als super stylish im Gabba über dem Shortsleeve mit fliegenden Fahnen im Starkregen unterzugehen.

 

das oder sowas ähnliches müssen wir unbedingt nochmals machen! bis auf das Wetter am 2. Tag war das so unglaublich lässig mit der ganzen Gruppe, leiwande Pausen, schon auf den Zielort sehend noch einen weiteren Platten versorgen, nach dem ankommen ein paar gute Biere, super Abendessen,...

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Wie bekommt man den elegant um den Vorbau geschlungenen Rosenkranz klapperfrei?

Zum Thema: auch wenn ich nur für mich herumgravele, Lenkeraufsatz hat sich als Wunsch herausgestellt, allerdings bin ich noch unschlüssig, ob lang wie oben oder kurz wie beim Schmerzlosen. Beides probiert, keinen Favoriten ausmachen können. Beides geht leider auch nicht.

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Wie bekommt man den elegant um den Vorbau geschlungenen Rosenkranz klapperfrei?

Zum Thema: auch wenn ich nur für mich herumgravele, Lenkeraufsatz hat sich als Wunsch herausgestellt, allerdings bin ich noch unschlüssig, ob lang wie oben oder kurz wie beim Schmerzlosen. Beides probiert, keinen Favoriten ausmachen können. Beides geht leider auch nicht.

 

Ad 1: Lenkerband bis zum Gabelschaft wickeln.

Ad 2: beide mitnehmen, bedarfsorientiert ummontieren - ich bevorzuge klassische auflieger, weil ich erstens meine Restrap Tasche daran montieren kann, und, wenn ich tatsächlich lange in der Ebene fahre deutlich bequemer unterwegs bin als mit den kurzen. Funktion steht mmn im Vordergrund. für diese mini teile spricht das geringe gewicht.

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