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Ducati Futa Limited Edition on the Road

Ducati Futa Limited Edition on the Road

27.03.24 06:51 2.341Text: NoPain
Martin Ganglberger

Größe: 175 cm
Schrittlänge: 84 cm
Gewicht: 70 kg
Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt

Klicke für alle Berichte von NoPain
Fotos: Erwin Haiden
Praxistest von Ducatis erstem E-Rennrad mit dem FSA HM 1.0 Hinterradnabenmotor.27.03.24 06:51 8.878

Ducati Futa Limited Edition on the Road

27.03.24 06:51 8.8785 Kommentare NoPain
Martin Ganglberger

Größe: 175 cm
Schrittlänge: 84 cm
Gewicht: 70 kg
Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt

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Erwin Haiden
Praxistest von Ducatis erstem E-Rennrad mit dem FSA HM 1.0 Hinterradnabenmotor.27.03.24 06:51 8.878

Ursprünglich war geplant, die "Nummer 43" der 11.999 Euro teuren und auf 50 Stück limitierten Futa LTD Edition nur für ein paar Actionshots zu entführen, um unseren Showroom nachträglich mit 2-3 Fahrfotos zu ergänzen. Doch das Fahren des relativ leichten E-Rennrads mit 12,5 kg machte so viel Spaß, dass darüber hinaus ein kleiner Testbericht zum Frühlingsbeginn entstand. Dabei wurden zwei Kritikpunkte identifiziert, wobei einer rein subjektiv ist und der andere kein großes Problem darstellt bzw. schnell behoben werden kann.

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 Viel italienischer geht's nicht. 

Ducati Futa Limited Edition mit Campa, FSA, Vision, Pirelli & Selle Italia
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Ducati Futa LTD

Unter dem Familiennamen "Futa", benannt nach dem Futa-Pass, der die Strecke zwischen Bologna und Florenz im Apennin-Gebirge verbindet, versammelt Ducati seit 2022 seine E-Rennräder. Die von uns getestete Futa LTD Edition zeichnet sich neben der Campagnolo EPS Gruppe durch die Ducati Corse-Lackierung der traditionsreichen Motorradsportabteilung und den entsprechenden Schriftzug am Unterrohr aus.

Alle E-Rennräder der Futa-Modellreihe basieren auf UD-Monocoque-Rahmen aus Carbon, deren Design und Rohrformen die Aerodynamik betonen, und wirken auf den ersten Blick wie ganz normale, aber recht sportliche Rennräder. Erst bei genauerem Hinsehen offenbart sich im hinteren Rahmendreieck die voluminöse Hinterradnabe mit integriertem FSA HM 1.0, am Oberrohr der LED-umrandete Knopf zum Ein-/Ausschalten und zur Änderung der Unterstützungsmodi sowie die Abdeckung der Ladebuchse am unteren Ende des Sitzrohrs.

Hinweis: Abgesehen von der mittlerweile ausverkauften Futa LTD Edition, ist der Futa E-Renner derzeit in zwei Modellen erhältlich. Entweder ausgestattet mit einer FSA K-Force WE oder einer SRAM Rival eTap AXS Gruppe. In allen drei Modellen sorgt der FSA HM 1.0 Hinterradnabenmotor für zusätzlichen Vortrieb.

 Futa 

Der Name leitet sich vom Futa Pass, einem Pass im Apenningebirge zwischen Bologna und Florenz, ab.
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FSA HM 1.0 Hinterradnabenmotor

Die Futa E-Rennräder werden von einem FSA HM 1.0 Hinterradnabenmotor mit 250 Watt und 42 Nm Drehmoment unterstützt, der durch einen Li-Ionen-Akku mit 250 Wh im Inneren des Unterrohrs gespeist wird. Das kompakte Design und das geringe Gewicht von 3,98 Kilogramm gewährleisten eine elegante Integration für E-Road, E-Gravel und E-Commuter-Bikes.

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Wie auch bei den Antriebssystemen von Mahle kennzeichnet kein überdimensionales Display über dem Vorbau das Futa als Pedelec. Stattdessen dient ein dezenter Knopf, der ins Oberrohr eingelassen ist, als smarte Kommandozentrale zum Ein- und Ausschalten sowie zur Steuerung der fünf Unterstützungsstufen. Einziger Wermutstropfen ist, dass mit dem sogenannten FSA LED HID Button* nur ein sequentieller Wechsel der Unterstützungsmodi möglich ist. Wer in beide Richtungen umschalten möchte, benötigt die am linken Lenkerbogen vorinstallierte, jedoch rein optionale Garmin eBike-Fernbedienung.

Die runde Fernbedienung verfügt über 3 Tasten zum Erhöhen bzw. Verringern der aktuellen Motorunterstützung, zum Durchblättern der Datenseiten des Edge-Fahrradcomputers und zum Aktivieren einer benutzerdefinierten dritten Option. Die eBike-Fernbedienung ist jederzeit einsatzbereit, da sie mit einer austauschbaren CR2032-Batterie betrieben wird, die bis zu einem Jahr hält und über einen automatischen Ruhemodus verfügt.

* Ein "LED HID Button" ist ein Taster, der mit einer LED zur Anzeige und einer HID-Technologie zur Beleuchtung bzw. zur Anzeige von Betriebszuständen ausgestattet ist.

Die maximale Leistung des Hinterradnabenmotors beträgt 250 Watt, begleitet von einem errechneten maximalen Drehmoment von 42 Nm. Der Motor ist mit einem in der Nabe integrierten Drehmomentsensor zur Messung des Pedaldrucks sowie mit zwei Drehzahlsensoren ausgestattet, um ein natürliches Fahrerlebnis zu gewährleisten. Sobald das gesetzlich festgelegte Geschwindigkeitslimit von 25 km/h erreicht ist, deaktiviert sich das FSA System automatisch und der Fahrer kann mit wirklich minimalem Reibungsverlust selbstständig über diese Geschwindigkeit hinaus treten. In Kombination mit der kompakten Systemintegration und dem - je nach verbauter Gruppe - niedrigen Q-Faktor vermittelt das Ducati Futa ein puristisches Fahrgefühl, das dem klassischen Rennradfahren sehr nahekommt.

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Die FSA Hauptbatterie des vergleichsweise leichten Antriebssystems lässt sich innerhalb von 4 Stunden vollständig aufladen und ermöglicht den Datenaustausch sowohl mit dem Garmin Edge als auch über die zugehörige FSA Smartphone App. Letztere informiert zudem über relevante Fahrdaten sowie die verbleibenden Akkulaufzeiten und erlaubt das Aktualisieren der Firmware von Motor, Batterie und Range Extender.

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Ducati gibt eine Reichweite von bis zu 80 km an, die sich mit einem 250 Wh Range Extender verdoppeln lässt. Die Futa Limited Edition ist serienmäßig mit diesem Range Extender sowie einem Garmin Edge Explorer ausgestattet, der spezielle Karten und Funktionen vorinstalliert hat.

Futa LTD Edition

Rahmen Ducati E-Road Carbon UD Gabel Carbon UD, Fork Offset 45 mm
Größen M/L/XL Motor FSA HM 1.0, 250 Watt, 42 Nm
Batterie FSA 252 Wh + 250 Wh Range Extender Remote Garmin eBike Fernbedienung
Cockpit Vision Metron Carbon 5D ACR Bremsen Campagnolo Super Record 160 mm
Schaltgruppe Campagnolo Super Record EPS 2x12 Schalthebel Campagnolo Super Record EPS 2x12
Kurbel Campagnolo Super Record UT Ti Carbon 52/36 Kassette FSA K-Force WE 11-32
Laufräder Vision Metron 40 SL Custom Reifen Pirelli Cinturato Velo TLR 35C
Sattelstütze Ducati Carbon UD Sattel Selle Italia SLR Boost Carbon
Gewicht 12,49 kg (BB-Messung)* Preis € 11.999,- (UVP)

* Rahmengröße Medium, inkl. Schläuche und Garmin eBike Fernbedienung

Um eine saubere Ästhetik sowie aerodynamische Vorteile zu gewährleisten, wurden sämtliche Kabel und Leitungen intern verlegt. Das Futa macht bereits auf den ersten Blick einen hochwertigen Eindruck und überzeugt auch bei genauerer Betrachtung: Der Rahmen und seine Lackierung wirken sauber verarbeitet, die Kanten sind akkurat und glatt und es präsentiert sich beinahe wie ein herkömmliches Rennrad. Werkseitig wird das Futa LTD mit 35 mm breiten TLR-Reifen von Pirelli ausgeliefert, wobei Rahmen und Gabel optisch noch genügend Platz für deutlich breitere Reifen bieten.

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Ausstattung und Zubehör

Zweifelsohne handelt es sich beim Ducati Futa LTD um kein preisliches Schnäppchen, aber immerhin ist es mit den feinsten Komponenten ausgestattet, die FSA, Vision und Campagnolo zu bieten haben.

Neben der umfangreichen Ausstattung mit dem FSA Range Extender, der Garmin eBike-Fernbedienung und einem Garmin Edge Explorer Radcomputer verfügt der edle E-Renner über eine elektronische Campagnolo Super Record EPS Schaltgruppe mit 2x12 Gängen, eine Super Record UT Ti 52/36 Carbonkurbel, eine K-Force WE Kassette mit 11-32 Zähnen sowie eine FSA Kette. Aerodynamische Vision Metron 40 SL Räder mit Carbonfelgen und das Vision Metron Carbon 5D Cockpit mit integriertem Vorbau und Aero-Computer-Mount runden das Paket ab.

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Geometrie

Das Futa LTD ist in drei Größen erhältlich, von Medium bis X-Large, während Ducati für die Standardvariante auch die Größe Small anbietet. Mit einer Körpergröße von 175 cm fällt NoPain ziemlich genau in die Kategorie Medium, die für Fahrer von 168 bis 177 cm empfohlen wird. Laut Ducati handelt es sich um eine sportliche Endurance-Geometrie, die einen ausgewogenen Mix aus Ausdauer, Komfort, Aerodynamik und Leistung bietet. Diese Aussage deckt sich auch mit vielen der angegebenen Werten: Ein Reach von 377 mm in Größe Medium ist ähnlich kurz wie beim Merida Scultura Endurance in M - jedoch ohne Motorunterstützung. Der Stack von 562 mm liegt ebenfalls am unteren Ende des Spektrums.

Detailansicht

Geometrie

S (53) M (55) L (57) XL (59)
Fahrergröße (Richtwert in cm) 154-167 168-177 178-184 ab 185
Oberrohrlänge (mm) 529 549 569 593
Sitzrohrlänge (mm) 465 492 532 572
Sitzwinkel (°) 73,7° 73° 72,7° 72,5°
Lenkwinkel (°) 70,7° 71,5° 71,5° 71,5°
Kettenstrebenlänge (mm) 419 419 422 422
Gabel Offset (mm) 45 45 45 45
Radstand (mm) 997 1.002 1.042 1.046
Tretlager Absenkung (mm) 69 69 69 69
Steuerrohrlänge (mm) 133 155 169 192
Stack (mm) 538 562 590 622
Reach (mm) 372 377 386 397
Gabellänge (mm) 380 380 380 380

Trotz der vergleichsweise langen 419 mm Kettenstreben besitzt das Futa jedoch einen überraschend kurzen Radstand von nur 1.002 mm in Größe Medium, was für ein Endurance-Bike tendenziell auf eine lebhafte Fahrt hindeutet. Im Vergleich dazu hat das Scott Solace eRide einen Radstand von 1.037 mm in Größe Medium, was vermutlich auf einen Vorteil des Nabenmotors (FSA) gegenüber dem im Scott verbauten TQ-Mittelmotor zurückzuführen ist.

 Sport Endurance Geometry 

Ducati Futa Monocoque-Carbonrahmen
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FSA System App

Die FSA-System-App ist sowohl für iOS- als auch für Android-Geräte verfügbar und ermöglicht die Aufzeichnung von Fahr- und Nutzungsstatistiken, die Anzeige der Batteriereichweite und des Ladezustands sowie eine GPS-Navigation mit Turn-by-Turn-Funktion. Außerdem bietet sie eine Chatbot-Interaktion und die Möglichkeit, direkt mit dem FSA-Servicezentrum zu kommunizieren.

Wir beschränkten uns auf das Firmware-Update und das Überwachen der Batteriereichweite. Grundsätzlich erfüllt die App ihren Zweck, jedoch sollte man keine allzu hohen Erwartungen haben.

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In der Praxis

Obwohl wir uns auf viele Testfahrten bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen gefreut hatten, um das Ducati Futa LTD E-Rennrad ausgiebig zu testen, mussten wir uns letztendlich auf die Ausfahrten selbst beschränken, da das Wetter meist winterlich, windig und kalt war. Trotz der tiefen Temperaturen hielt der Akku auf unserer hügeligen Hausrunde über 50 Kilometer und 1.000 Höhenmeter tapfer durch und hatte danach sogar noch 16% Restkapazität übrig. Die tatsächlich mögliche Reichweite ist allerdings individueller Natur und hängt stark von den Bedingungen, der eigenen Power und der Fahrweise ab.

Wie bereits erwähnt, gibt es fünf Unterstützungsstufen, darunter den energiesparenden „Öko“-Modus (grün) am unteren und den „Boost“-Modus (rot) am oberen Ende der Leistungsskala. Diese lassen sich entweder mit dem im Oberrohr integrierten LED-Knopf oder der Garmin eBike-Fernbedienung wechseln.

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Allerdings ist die Steuerung (wie auch bei den Mahle-Systemen) etwas gewöhnungsbedürftig, da sich die Unterstützungsstufen per LED-Knopf nicht schrittweise zurückschalten lassen. Da es systembedingt ja nur einen Taster gibt, muss man jedes Mal viermal kurz hintereinander drücken, um die Unterstützung um eine Stufe zu verringern. Dies ist am Rennrad bei gleichmäßiger Fahrweise zwar absolut zu tolerieren, kann jedoch bei aggressiven Gruppenausfahrten oder besonders abwechslungsreicher Topographie schnell lästig werden.

Hinzu kommt, dass der LED-Ring je nach Stufe in unterschiedlichen Farben erstrahlt und gleichzeitig auch den Akkustand der Batterie farblich bzw. durch regelmäßiges Blinken anzeigen möchte - leider ist dies bei starker Sonneneinstrahlung nicht sehr gut erkennbar.

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Abhilfe soll das Garmin-Bedienelement schaffen, das am linken Lenkerbogen angebracht ist. Es ermöglicht nicht nur das problemlose Wechseln der Unterstützungsmodi in beide Richtungen, sondern erlaubt auch die bequeme Bedienung des mitgelieferten Garmin Edge Explorer Fahrradcomputers mit GPS.

Wir kamen jedoch nicht gut damit zurecht, was möglicherweise auch an Nopains kurzen Fingern lag. Egal, ob es um das Halten am Unterlenker während schneller Abfahrten oder das Bremsen ging, die Garmin eBike-Fernbedienung fühlte sich mindestens genauso unpassend an wie auch der Daumenschalthebel der Campagnolo Record EPS Gruppe.

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Natürliches Fahrgefühl

Die Fahrerei selbst war allerdings über jeden Zweifel erhaben. Dank der Steuerung per Drehmomentsensor orientierte sich das System an der Kraft, mit der man in die Pedale trat, und der Motor passte sich ausreichend schnell an unterschiedliche Fahrweisen sowie wechselnde Bedingungen an. Dabei war die Geräuschkulisse des Motors in niederen Unterstützungsstufen derart leise, dass sie in der Ebene bei Wind-, Antriebs- und anderen Nebengeräuschen kaum wahrzunehmen war.

Nach Erreichen der gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h schaltete sich die FSA-Hinterradnabe sanft ab. Nun stand einer natürlichen, freien Tretbewegung nur noch das Gewicht des Fahrrads von 12,5 Kilogramm im Wege, ohne jedoch spürbare Reibung zu verursachen.

Vergleicht man die Leistungsdaten und das Fahrgefühl des FSA HM 1.0 Antriebssystems mit den beiden Mahle-Systemen, lässt er sich grundsätzlich dazwischen einordnen.

Mahle vs. FSA

Mahle X35+ FSA HM 1.0 Mahle X20
Leistung 250 Watt 250 Watt 250 Watt
Drehmoment 40 Nm (errechnet) 42 Nm (errechnet) 55 Nm (errechnet)
Unterstützungsstufen 3 5 3
Fernbedienung (optional) Remote E-Schalter Garmin E-Bike Remote Remote E-Schalter
Gewicht 3,5 kg 3,98 kg 3,6 kg
Akku 250 Wh Akku 250 Wh 350 Wh Akku
Range Extender 208 Wh 250 Wh 171 Wh
Tretlager Standard Standard Pressfit 386 EVO
Drehmomentsteuerung Nein Ja (im Motor) Ja (im Tretlager)

Einerseits besitzt der FSA-Antrieb ungefähr die gleiche Leistung wie der ältere X35+ Antrieb, fühlt sich jedoch subjektiv stärker an, andererseits arbeitet er in Bezug auf Leistungsbereitstellung und das natürliche Fahrgefühl eines Rennrads auf einem ähnlich hohen Niveau wie der neue X20-Antrieb von Mahle. In bestimmten Fahrsituationen wie nachlässigem Pedaldruck beim Stehen oder dem harten Wechsel von einer sitzenden Fahrposition zum Wiegetritt funktioniert die Steuerung des FSA HM 1.0 vielleicht nicht ganz so perfekt wie die des Mahle-Antriebs, ist aber für den spezifischen Einsatzbereich von Rennrädern absolut ausreichend.

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Handling und Komfort

In schnellen Abschnitten und bergab zeigte sich der E-Sportler von seiner besten Seite und vermittelte mit seiner erhabeneren Sitzposition und den langen Kettenstreben viel Laufruhe und Vertrauen. Natürlich neigte das Futa aufgrund seines höheren Gewichts dazu, in Kurven zu schieben und erforderte daher ein etwas früheres und stärkeres Bremsen im Vergleich zu einem herkömmlichen Rennrad. Dennoch beeindruckte das Rad insgesamt mit seinem überraschend agilen, aber stets harmonischen Handling.

Der Komfort war dank des speziell für E-Rennräder konzipierten, robusten Rahmensets in Ordnung und wurde durch die tief abgesenkten Sitzstreben und die breite Pirelli Cinturato Velo TLR Bereifung unterstützt. Die 35 mm breiten Pirelli-Reifen boten hervorragende Traktion und Grip, während die Campagnolo-Bremsen kräftig und geräuschlos verzögerten. Besonders leichte Fahrer könnten davon profitieren, den unteren Luftdruckbereich auszutesten oder ein TLR-Setup zu verwenden, um dem Fahrrad mehr Nachgiebigkeit zu verleihen. Schwere Fahrer werden die Steifigkeit des Rahmensets auch bei voll aufgepumpten Reifen schätzen.

Einsatzbereich

Eignung Eigenschaften
Alleine unterwegs Weiter, steiler, schneller, stressfreier - mit dem Ducati Futa bereitet die kurze und flotte Hausrunde genauso viel Freude wie eine ausgedehnte Tour. Bis zum Erreichen der 25 km/h-Marke hat man - je nach zugeschalteter Unterstützung - entweder immer "seinen" Tag oder muss trotzdem kräftig in die Pedale treten. Geschwindigkeiten darüber erfordern ohnehin ihren natürlichen Einsatz. Die gelungene Geometrie, Ausstattung und adäquate Motorleistung bzw. Reichweite (notfalls per Range-Extender) bewältigen bei vernünftigem Einsatz auch längere Abenteuer.
In gemischten Rennrad-Gruppen Egal, ob gemütlicher Groupride oder Ausscheidungsrennen: das Ducati Futa ist in jeder Lebenslage King. Zwar muss man bei Höchstgeschwindigkeitsattacken im Flachen ein wenig auf der Hut sein, den Windschatten nicht zu verlieren, dafür behält man in hügeligem Gelände und an steileren Anstiegen (bei ähnlichem Leistungslevel) immer die Oberhand.
Aber auch bergab lässt es sich dank seiner satten Straßenlage, der breiten Reifen und deren hohem Grip gut mithalten.
In E-Rennrad-Gruppen Zwar sind die individuellen Leistungsunterschiede im Flachen bis zum Erreichen der 25 km/h Marke kein wirkliches Thema, dafür geht bei höheren Geschwindigkeiten (ohne Motorunterstützung) die gleiche Leistungsschere auf wie in traditionellen Rennradgruppen. Aber auch an steilen Anstiegen (mit Motorunterstützung) steht die Summe aus eigenem Leistungsgewicht und maximalem Motordrehmoment über allem und das stärkste Package der Gruppe kommt oben als erstes an.
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Fazit

Ducati Futa LTD Edition
Modelljahr: 2023
Testdauer: 2 Monate
Preis: Ausverkauft
+ Design
+ Handling
+ Natürliches Fahrgefühl
+ Endurance Geometrie
o Motorleistung/Reichweite
o Gewöhnungsbedürftige Steuerung per LED Knopf
o Klobiger Range-Extender
- Garmin Bedieneinheit
- (subjektiv) Campa Record EPS Optik, Ergonomie und Performance
BB-Urteil: Edler Italo-E-Renner für echte Ducatisti.

Die Italiener präsentieren mit dem Ducati Futa LTD Edition ein schickes E-Rennrad, das dank seines Designs, einer konsequenten Integration und der exklusiven Italo-Ausstattung das Potenzial hat, zu einem begehrten Sammlerstück zu werden.

Wer es sich leisten kann, kann das Rennrad natürlich auch zum Fahren verwenden. Mit seiner entspannten Endurance-Geometrie, einem großartigen Handling und dem FSA HM 1.0 Antriebssystem mit Drehmomentsteuerung bietet es ein besonders natürliches Fahrgefühl sowie eine angemessene Unterstützung, um signifikant mehr Kilometer und Höhenmeter zurückzulegen.

Allerdings ist anzumerken, dass die vom Hersteller angegebene Reichweite des integrierten 250 Wattstunden Akkus von 80 Kilometern wohl nur bei leicht hügeligem Terrain und im grünen ECO-Modus realistisch ist. Wer einmal 300 Höhenmeter am Stück im roten Boost-Modus bewältigen möchte, wird feststellen, wie schnell die Hauptbatterie leer sein kann.

Abhilfe schafft hier der mitgelieferte Range-Extender, der sich stabil am Sitzrohr befestigen lässt und die Reichweite theoretisch verdoppelt. Leider erschwert seine klobige Form das Anstecken des Ladekabels an die Ladebuchse und - je nach Rahmengröße - die Montage eines weiteren Flaschenhalters am Unterrohr oder das Einsetzen der Trinkflasche. Je nach Wadenumfang kann er auch beim Treten im Weg sein.

Ein weiterer Kritikpunkt bleibt die etwas unübersichtliche Anzeige bzw. Bedienung des FSA LED-Knopfes, was sich - zumindest in der Theorie - mittels Smartphone-App oder Garmin E-Bike-Fernbedienung auch beheben ließe. Wir würden dennoch auf die Montage des Garmin-Bedienelements vollständig verzichten, da es aus ergonomischer Sicht fehl am Platz ist und einem die Unterlenkerhaltung im Eifer des Gefechts vermiest. Im Trainingsalltag wechselten wir so selten die Unterstützungsstufe, dass wir trotz der beschriebenen Einschränkungen ausschließlich mit dem FSA LED-Knopf arbeiten würden.

Subjektiv betrachtet könnten wir ebenso auf die neue Campagnolo Super Record EPS Gruppe verzichten. Obwohl die exklusive elektronische 2x12 Gruppe mit hochwertigen Materialien wie Carbon, Titan oder Keramik aufwartet und eine deutlich höhere Schaltgeschwindigkeit und Präzision im Vergleich zu ihrem 11-fach-Vorgänger bietet, finden wir, dass die Gruppe optisch plump wirkt und nicht unbedingt die Referenz in Sachen Performance darstellt. Trotz Herstellerversprechen gestaltet sich die Feinjustierung beider Umwerfer schwierig, die Batterie musste vergleichsweise häufig nachgeladen werden, und die Schaltvorgänge erfolgten relativ hart und laut. Die größeren Daumenschalter erleichterten zwar das Schalten im Untergriff, störten jedoch in der gewohnten Bremsgriffhaltung.
Wer die neue Super Record EPS mit der alten 11-fach Gruppe vergleicht, mag begeistert sein, während andere, die sie mit einer aktuellen Shimano Dura-Ace Di2 oder Ultegra Di2 vergleichen, enttäuscht sein könnten. Möglicherweise ist und bleibt der Unterschied zwischen Campa und Shimano aber nur eine Glaubensfrage.

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Ich hab das ja auch schon letztes beim Test des TQ System am Scott bemängelt. Da schaltet man elektronisch die Gänge aber beim Motor muss man die Hände vom Lenker nehmen und aufs OR greifen. Finde ich bei dem Preis sehr schwach. Da lob ich mir das Mahle System wo ich die Satelliten Schalter ganz nach meinen Vorlieben am Lenker anbringen kann und damit ganz nach belieben rauf und runter schalten kann.

 

 

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Dass TQ - oder, wie hier FSA - noch keine spezifische Lenker-Remote für Rennräder anbietet (Stevens, glaub ich, verwendet optional den eigentlich fürs MTB entwickelten TQ-Kippschalter), ist das eine. Dass es der jeweilige Hersteller nicht tut, das andere. Rotwild hat z.B. immerhin einen Boost-Knopf implementiert. Trek hat die Steuerung direkt vom Lenker aus beim Domane+ eigentlich recht elegant gelöst.

Bearbeitet von NoMan
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