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Bereits seit 1998 entwickelt und baut Sena Kommunikationsgeräte, vorwiegend für den Motorradbereich. Doch mit der Weiterentwicklung der Bluetooth-Technologie und dem zunehmenden Bedarf, mit anderen vernetzt zu bleiben, weitete das Unternehmen sein Anwendungsfeld bald auf den Outdoor- und Industrie-Bereich aus. Mit dem R1 hat man nun auch einen sportlichen, voll kommunikationsfähigen Fahrradhelm im Programm.Wir waren damit auf kleiner und großer Tour und müssen zugeben: Die anfängliche Skepsis ob eines USB-Ports am Hinterkopf eines Fahrradhelms wich bereits auf den ersten Metern.Doch der Reihe nach. Mit dem X1 stellte Sena bereits vor etwas längerer Zeit einen Bluetooth-fähigen Helm mit integrierten Lautsprechern und Mikrofon vor, zielte damit allerdings auf City-Biker ab. Mit dem R1 haben die Kommunikations-Spezialisten nun aber ein ausgewiesenes Sportmodell mit Freisprecheinrichtung im Programm, dass die fortschrittliche Technik in ein ansprechendes Helmdesign einbindet.Der R1 arbeitet mit Bluetooth 4.1 Technologie und koppelt sich mit aktuellen Smartphones. So können Anrufe entgegengenommen oder via Siri und anderen Assistenzprogrammen getätigt, GPS-Anweisungen oder Musik gehört werden. Selbst Fitness-Apps geben auf Wunsch die wichtigsten Daten wie Geschwindigkeit, Tritt- oder Herzfrequenz in Echtzeit gut hörbar wieder.
Herzstück des R1 ist aber das voll integrierte Bluetooth Kommunikationssystem, welches es zwei bis vier Radfahrern erlaubt, direkt über Intercom miteinander zu sprechen. Und zwar nicht nur nebeneinander, sondern in bis zu 900 Metern Entfernung - Sichtverbindung vorausgesetzt.Was nun den Vorteil des R1 gegenüber einem Headset, Kopfhörern oder Ähnlichem darstellt? Nun ja, in der In-Mold Helmschale integriert sind ein Mikrofon an der Stirn und zwei Lautsprecher jeweils über den Ohren. Musik und Stimmen der Kommunikationspartner werden über diese Open-Ear Audio Funktion klar und deutlich wahrgenommen. Doch gleichzeitig ist der Fahrer nicht von der Umwelt abgekapselt, nimmt den Verkehr rundum in ganz gewöhnlichem Maße wahr. Bis zu zwölf Stunden, so verspricht es der Hersteller, soll der volle Funktionsumfang mit einer Akkuladung verfügbar sein.
Drei gummierte Knöpfe an der linken Schläfe führen durch das Menü und die Funktionen des R1. Sie sind auch mit Handschuhen gut zu bedienen. Geladen wird der integrierte Akku direkt über einen USB-Port am Hinterkopf. 16 Belüftungsöffnungen sorgen für angenehme Luftzirkulation.Außerordentlich gut ist die Verarbeitungsqualität des Sena-Helms. Sämtliche Ecken und Kanten sind sauber ausgeführt, die komplette Unterkante des Helms ist ebenfalls mit einem robusten Kantenschutz versehen. Hier wirkt alles wie aus einem Guss.Damit der R1 auch entsprechend angegossen sitzt, ist er in drei Größen erhältlich. Für das Feintuning sorgt dann ein oft gesehener Drehverschluss am Hinterkopf. Weniger oft gesehen sind die etwa 25 feinen Einrastpunkte der Höhenverstellung des smarten Helmes.Die Gurte sind ebenfalls zweifach einstellbar, ein breiter Leder-Riemen um den Verschluss rundet die Komfort-Features ab. Die Polster decken sämtliche Kontaktpunkte - auch am Hinterkopf und an der Stirn - gut ab, sind herausnehm- und waschbar.Mit einem UVP von € 259,- wirkt der Helm zwar auf den ersten Blick nicht wie ein Schnäppchen, exkludiert man allerdings die Kommunikationseinheit und betrachtet die hohe Verarbeitungsqualität des R1, dürfte Kritik wenige Angriffspunkte finden.
Wie eingangs bereits zugegeben: Zu Beginn saßen wir doch etwas skeptisch vor dem Sena R1. Ein Bluetooth-fähiger Helm mit integriertem Akku, Lautsprechern und Mikrofon? Das roch doch irgendwie nach der Lösung eines Problems, das wir bisher nicht hatten.Doch Neugierde hält bekanntlich jung, und so fanden wir uns bereits wenig später Helme pairend am Tisch einer kleinen Bäckerei entlang unserer Testroute. Die Blicke der Servierkraft noch in guter Erinnerung, würden wir empfehlen, die ersten Gehversuche mit dem Helm in geschlossener Gesellschaft zu wagen.Zwei Helme sind rasch verbunden und auch Musik via Spotify ist flott am Ohr, doch um einen dritten Kameraden ins Intercom-Spiel zu holen, verlangt es nach genauerem Studium der Bedienungsanleitung. Und drei erwachsene Männer mit bunten, mal mehr und mal weniger sprechenden Helmen am Kopf, wild an Knöpfen drückend - dafür scheint die Öffentlichkeit noch nicht reif. Wer sich hingegen der Anleitung gebührend widmet, sollte sich relativ rasch mit dem System auskennen.
Unterwegs stechen drei Dinge besonders hervor. Erstens, wie klar und rauschfrei die Stimmen der Mitfahrer zu hören sind. Zweitens, wie ruhig man sprechen kann und dennoch erhört wird. Kein Gebrüll im Fahrtwind, kein Geschrei ans Ende der Gruppe und kein Bedarf, auf der Straße in Zweierreihe nebeneinander zu fahren. Selbst wenn es das Grüppchen mal zerreißt, bleibt die Kommunikation aufrecht. Und Drittens, wie schnell man sich an den Komfort der Intercom gewöhnt. Egal ob auf der Straße, in der Stadt oder hintereinander am Trail. Man spricht stets so, als säße man sich noch immer bei Kaffe und Kuchen gegenüber.Selbst wenn man nur zu zweit auf gemütliche Grundlagen-Tour geht, ist der Zugewinn an Komfort durch die Intercom enorm. Hört man Musik (fährt man ohne Handy, gäbe es sogar einen eingebauten FM-Empfänger), ist diese für einen selbst gut hörbar, unmittelbar daneben bekommt man jedoch nichts davon mit. Umgekehrt bleiben Verkehr, Natur und sonstige Geräuschquellen unbeeinflusst. Sogar den surrenden Freilauf des Hintermanns nimmt man ungefiltert wahr.Dementsprechend macht der R1 nicht nur über seine Intercom-Funktion als Gruppen-Tool Sinn. Vielmehr sind auch (telefonierende) Pendler oder "Mit-Musik-Trainierer" durch die integrierten Lautsprecher um Klassen sicherer unterwegs.Die Sena R1 Helme bleiben jedenfalls noch eine Weile bei uns in der Redaktion...
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