Bikeboard.at Logo
Magura MT7 Danny MacAskill und HC3-Bremshebel

Magura MT7 Danny MacAskill und HC3-Bremshebel

04.05.17 21:21 5.589Text: Ralf HauserFotos: NR22, Chiara StifterGanz im Stil der legendären Gustav-M leuchtet die Sonderedition der MT7 in neongelber Farbe und ist mit dem neuem HC3-Bremshebel bestückt. Ob es damit noch schneller von 100 auf 0 geht, zeigt der Test.04.05.17 21:21 5.604

Magura MT7 Danny MacAskill und HC3-Bremshebel

04.05.17 21:21 5.604 Ralf Hauser NR22, Chiara StifterGanz im Stil der legendären Gustav-M leuchtet die Sonderedition der MT7 in neongelber Farbe und ist mit dem neuem HC3-Bremshebel bestückt. Ob es damit noch schneller von 100 auf 0 geht, zeigt der Test.04.05.17 21:21 5.604

Magura hat vor einigen Jahren mit der MT7 eine der stärksten und leistungsfähigsten Scheibenbremsen auf den Markt gebracht, die mittlerweile einen festen Platz in den Herzen der Gravity-Piloten innehat.
Als Teil der limitierten Signatureline wurde die MT7 Danny MacAskill auf Wunsch des Trial-Stars in neongelbe Farbe getaucht. Da werden Erinnerungen an die Zeiten eines Shaun Palmer, John Tomac oder Jügen Beneke geweckt.

Die Daten

Geliefert wird die Sonderversion der MT7 in einer edlen Aluminium-Box mit vier Paar 8.P Performance (vier Stück pro Bremssattel) und vier Paar 8.R Race Bremsbelägen sowie Oliven und Insertpins zum Kürzen der Bremsleitungen. Bremsscheibe und Bremsadapter (es sollten nur Maguras eigene Versionen verwendet werden, sonst erlischt die Garantie) sind separat erhältlich.

Im Zuge der Sonderedition kommt der brandneue HC3-Bremshebel zum Einsatz. Dieser fand im Motorradsegment von Magura seinen Ursprung und wurde für den Bike-Einsatz optimiert. Durch die manuelle Einstellung des Übersetzungsverhältnisses über den sogenannten Ratio Adjust bietet der HC3-Hebel eine variable Dosierbarkeit.
Eine Regelung des Hebelabstands erfolgt separat an einem Gelenk direkt am Bremshebel.

Ansonsten ist die MacAskill-Version mit der herkömmlichen MT7 ident. Das Material des Bremshebelgehäuses besteht aus Maguras eigenentwickeltem Carboture SL, welches aus einem hohen Anteil an eingelagerten Carbonfasern in einer thermoplastischen Matrix besteht. Zusammen mit dem Carboflow-Produktionsverfahren, in dem sich Carbonfasern optimal auf die Belastungsrichtung ausrichten lassen, ergibt sich eine leichte und belastungsresistente Scheibenbremse auf dem höchsten Stand der Technik.
In den Adern der MT7 fließt Maguras Royal Blood Mineralöl. Mit 2.200 mm Kabellänge kommt das Gesamtgewicht einer hinteren Bremsanlage auf gerade einmal 280 g - ein überzeugender Wert für ein abfahrtsorientiertes Modell.

Der bissige 4-Kolben-Bremssattel mit Postmount ist mit magnetischen magnetiXchange Bremskolben ausgestattet, wodurch die Beläge schnell und einfach von der Oberseite aus gewechselt werden können. Anders als bei vielen anderen 4-Kolben-Bremsen sind pro Kolben die Bremsbacken einzeln verbaut. Es existieren auch Bremsbacken von Magura, die jeweils eine Seite abdecken, diese können aber nur von unten in den Sattel eingeschoben werden.
Übrigens: Die Bremshebel können ohne Probleme um 180 Grad geflippt werden, falls nach bereits gekürzten Bremsleitungen lieber mit rechter Hand die Vorderbremse betätigt werden sollte.

 Die MT7 bremst schneller von Lichtgeschwindigkeit zum kompletten Stillstand, als man Chewbacca sagen kann. 

Im Wald

Getestet mit 200 mm Storm HC Bremsscheibe an der Front (170 g) und 180er-Scheibe am Heck (138 g) auf einem Enduro-Racer mit 170 mm Federweg, liefert die Magura MT7 Danny MacAskill eine Performance wie aus dem Bilderbuch. Egal in welches Gelände man sich mit der MT7 vorwagt, die Bremse hat eine Antwort parat und bremst schneller von Lichtgeschwindigkeit zum kompletten Stilstand, als man Chewbacca sagen kann - selbst mit Performance-Bremsbelag.
Dabei bleibt die aufzuwendende Handkraft stets auf einem niedrigen Niveau, und man kann sich auf das konzentrieren, was wirklich zählt.

Dabei spielt der neue HC3-Hebel keine untergeordnete Rolle. Die vielleicht bisher größte Schwachstelle der MT7- ihr etwas überdimensionierter Zweifinger-Bremshebel - macht der exzellenten Ergonomie und Justierbarkeit des HC3 Platz.
Mittels Torx-Schraube des Ratio Adjust lässt sich der Druckpunkt und gleichzeitig die Bissigkeit über einen deutlich spürbaren Bereich einstellen. In seiner Stellung am Maximum ist der Druckpunkt sehr hart und definiert mit reduzierter Bremsleistung, wodurch optimale Feinfühligkeit gewährleistet wird. Die Position am anderen Ende des Spektrums liefert einen deutlich weicheren, progressiv aufbauenden Druckpunkt mit maximaler Bremskraft.
Schwammig wirkt auch diese Variante nicht, weshalb ich persönlich mit den Performance-Belägen zu dieser Position tendierte. Der Wechsel zu den noch bissigeren 8.R Race-Bremsbelägen erlaubte es, den Druckpunkt etwas härter und definierter zu gestalten, um sozusagen das Beste aus beiden Welten aus der Bremse herauszuholen - zumindest für meinen Geschmack.

Die sogenannte SW3 Reach Adjust-Einstellung des Hebels mittels Inbusschlüssel erlaubt eine Griffweitenverstellung von ca. 25 mm und bewirkt in seiner kürzesten Position unter vollem Zug eine Bewegung des Bremsgriffes bis beinahe zum Lenker hin. Der Spielraum sollte also wirklich für große und kleine Hände kaum Wünsche offenlassen.
Der ergonomische Einfinger-Hebel liegt perfekt in der Hand und fällt nicht unangenehm durch etwaige Kanten oder ähnliches auf. Zusammen mit der optional für Shimano oder Sram erhältlichen Shift Mix-Schelle, durch die ein Schalthebel direkt an der Bremse befestigt werden kann, bleibt das Cockpit aufgeräumt. Nur auf die neongelbe Farbe der Schelle muss man dann verzichten, Shift Mix gibt es lediglich in schwarz.

Während der gesamten Testdauer hat sich keine Situation gefunden, in der die Standfestigkeit der MT7 in Frage gestellt wurde. Der Druckpunkt bleibt selbst nach langen Abfahrten konstant und zeigt sich von starken Außentemperaturschwankungen unbeeindruckt.
Im Regen gab sie gelegentlich den einen oder anderen Quietscher von sich, wobei sie in den meisten nassen Ausfahrten ruhig ihren Dienst verrichtete.

Gerne wird die MT7 mit dem Begriff Wurfanker in Verbindung gebracht und man kann leicht nachvollziehen, warum. Zumindest mit den Performance-Bremsbelägen gilt allerdings, dass sich die Bremskraft auch bei niedrigen Geschwindigkeiten perfekt dosieren lässt - ein feinfühliger Griff vorausgesetzt. Zu den Race-Bremsbelägen werden sowieso hauptsächlich Downhiller und schwere Piloten greifen, die ihr Bike im Griff haben und bis hin zum Stoppie gerne an die Grenzen ihres Equipments gehen.
Fahrer, die dazu neigen, in Stresssituationen schreckhaft hart in die Eisen zu greifen, sollten sich aber vermutlich bei einem anderen Modell umsehen.

Bezüglich der Haltbarkeit der Beläge können wir noch nicht viel sagen, während der zweieinhalbmonatigen Testdauer und mit wenigen Bikepark-Einsätzen ließen sich sowohl am Performance- als auch am Race-Belag aber noch keine nennenswerten oder ungewöhnlichen Abnutzungserscheinungen feststellen.
Rein theoretisch sollte der P.8- dem R.8-Bremsbelag in puncto Haltbarkeit aber überlegen sein.

Wie man es dreht und wendet, die Exklusivität der limitierten MacAskill Version hat ihren Preis. Mit 699,90 Euro sprengt die Bremse leider den Geldbeutel vieler Gravity-Piloten.
Aber nicht den Kopf hängen lassen, der HC3-Bremshebel ist nämlich seit kurzem auch einzeln für 67,90 Euro als Nachrüst-Komponente erhältlich. Mit einem empfohlenen Verkaufspreis für ein Set regulärer MT7 von 439,80 Euro (im Handel mittlerweile auch billiger zu finden) und zwei extra Sets 8.R Bremsbelägen um 59,80 erscheinen die insgesamt 567,40 Euro im Vergleich zur MacAskill-Edition schon fast als Schnäppchen ...

Fazit

Magura MT7 Danny MacAskill
Modelljahr: 2017
Testdauer: 2,5 Monate
+ Brachiale, aber sehr gut zu kontrollierende Bremskraft
+ Variabler Druckpunkt/Bremskraft
+ Weit einstellbarer Hebelabstand
+ Sehr hohe Standfestigkeit
+ HC3-Hebel auch separat erhältlich und auf normaler MT7 nachrüstbar
- Sehr teuer
BB-Urteil: Der coole Look der Danny MacAskill-Edition hat leider ihren Preis. Die Funktion, besonders dank dem neuen HC3-Bremshebel, ist aber über jeden Zweifel erhaben.


Bringen wir es schnell auf den Punkt: Die MT7 mit HC3-Hebeln ist eine überragende Bremse, die großartig zu dosieren ist und dem persönlichen Geschmack in seiner Bissigkeit und Druckentfaltung angepasst werden kann. Dabei legt sie eine Bremskraft und Standfestigkeit an den Tag, die ihresgleichen sucht.

Ja, der neongelbe Retro-Look der MacAskill-Edition ist genial, aber ob der farbliche Unterschied und die Exklusivität einem knapp 133 Euro wert sind, muss jede/r für sich selbst entscheiden.
Ein Nachrüsten des neuen HC3-Bremshebels zahlt sich gegenüber dem mit der regulären MT7 mitgelieferten Zweifinger-Bremshebel aber auf alle Fälle aus. Großartige Ergonomie, verbesserte Griffweitenverstellung und der justierbare Druckpunkt sind Gold wert und machen eine großartige Bremse einfach noch besser.


Ergebnis 1 bis 6 von 6
  1. #1
    Registrierter Benutzer Avatar von NR22
    User seit
    Apr 2012
    Ort
    Wien
    Beiträge
    39

    Magura MT7 Danny Macaskill und HC3-Bremshebel

    Poste hier Fragen oder Kommentare zu diesem Beitrag.

    Noch nicht registriert bei Österreichs größter Bike-Community?

    Folge diesem Link um dich für Bikeboard.at anzumelden.
    Registrierte User unserer Community profitieren zusätzlich von:
    - weniger Werbung auf den Magazin-Seiten und in den Foren
    - erweiterter Forensuche in über 2 Mio Beiträgen
    - gratis Nutzung der Bikebörse
    - zahlreichen Neuigkeiten aus der Radszene per BB-Newsletter

    Hier registrieren und mitreden!

  2. #2
    Registrierter Benutzer Avatar von el capitan
    User seit
    Jan 2008
    Ort
    Wien
    Beiträge
    312
    699? Gehts noch? Je nach realem Kaufpreis müsste die Magura also 2x oder 3x so gut wie eine Saint sein. Hat jemand den Vergleich? Und wie schaut es mit der Haltbarkeit und Sturzfestigkeit der Carbotecture-Hebel aus? Am Motorrad war der Magura-Hebel einmal der teuerste Teil nach einem Sturz ...

  3. #3
    Trailliebhaber Avatar von Gipfelstürmer
    User seit
    May 2007
    Ort
    daham
    Beiträge
    1.097
    ich fahr auf meiner ktm auch seit zwei jahren mit abgebrochenem magura kupplungshebel weil ich mich weigere 75€ für den guss-dreck zu zahlen.

  4. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von el capitan
    User seit
    Jan 2008
    Ort
    Wien
    Beiträge
    312
    Den Hebel hätte ich ja noch gefressen - aber die ganze Radialarmatur war zum Wegschmeißen ...

  5. #5
    Urks
    User seit
    Mar 2005
    Ort
    Wien
    Beiträge
    130
    Das Carboteczeugs hält bei mir bis jetzt - auch nach einigen recht heftigen Bretzn. Die Bremse ist definitiv gut, aber der Preis dieser Variante wäre mir auch zu irre...

  6. #6
    Registrierter Benutzer
    User seit
    Sep 2012
    Ort
    Lichtenegg
    Beiträge
    119
    gschmalzener Preis für das, dass die normale MT7 ca 300kost für v+h
    3-400 mehr für a bissl gelb und 2 andere Heberl ...