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Trek Fuel EX 9.8 27.5+

Trek Fuel EX 9.8 27.5+

10.06.17 07:44 4.739Text: Luke BiketalkerFotos: NoSaneKlassiker reloaded - wir waren mit dem Trek Fuel EX 9.8 in 27.5 Plus- und 29" Bereifung auf Streifzug zwischen Wienerwald und Innsbruck.10.06.17 07:44 4.793

Trek Fuel EX 9.8 27.5+

10.06.17 07:44 4.793 Luke Biketalker NoSaneKlassiker reloaded - wir waren mit dem Trek Fuel EX 9.8 in 27.5 Plus- und 29" Bereifung auf Streifzug zwischen Wienerwald und Innsbruck.10.06.17 07:44 4.793

Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Nun gut, das mit der Ewigkeit mag vielleicht etwas übertrieben sein. Wer aber gerade den Markt nach einem frischen One-Bike-Quiver durchforstet, ist dennoch mit einigen prüfenden Blicken gut beraten. Denn vielfach bekommt man es heutzutage versprochen: Das eine Bike, das Otto-Normalbiker auf all seinen Wegen zur Glückseligkeit treu zu begleiten mag. Irgendwo zwischen 120 bis 140 mm Federweg, nicht zu schwer und dennoch nicht zu filigran - ein goldener Mittelweg aus bergauf und bergab, aus Feierabendrunde und Alpentour. Ein klassisches Tourenbike eben. Oder Trailbike, wie es neuerdings heißt.
Branchenprimus Trek betitelt sein Fuel EX - den Klassenverteter der Amerikaner - selbstbewusst als "meistgeliebtes Mountainbike der Welt". Die im Sommer vorgestellte "Next Generation" steht mit 130 mm Fahrwerk, 27.5+ beziehungsweise 29" Reifen, Boost Standard und RE:aktiv Dämpfertechnologie frisch aufgemascherlt am Trail. Auf dem Papier ein perfekter Match fürs gerade genanntes Profil, oder etwa nicht?
Wir sind der Allroundtauglichkeit des Trek Fuel EX 9.8 27.5+ mit Plus- und alternativer 29" Bereifung auf den Grund gegangen.

Technik

Im Sommer 2016 gönnte Trek seinem mittlerweile getrost als Klassiker zu bezeichnenden Fuel EX ein kräftiges Update. Der Rahmensatz aus entweder Vollcarbon, Carbon mit Aluminium Kettenstreben (wie unser Testmodell) oder Aluminium nimmt seitdem sowohl 27.5+ als auch 29" Laufräder auf. Beide Varianten werden angeboten, eine Umrüstung ist dabei jederzeit möglich. Mehr Federweg, länger, flacher, tiefer - eine Anpassung an den abfahrtsorientierten Zahn der Zeit, könnte man sagen.
Bewährtes wurde vom Vorgänger übernommen: Der Mino Link zur Anpassung der Geometrie ist ebenso noch an Bord wie der Full-Floater Hinterbau samt dem gemeinsam mit Motorsportspezialist Penske sowie FOX entwickelten RE:aktiv Dämpfer; außerdem die ABP - Aktive Braking Pivot - Technologie gegen einen sich bei hartem Anbremsen verhärtenden Hinterbau.
Dass aber dennoch ein neues Bike vor einem steht, verrät wohl schon ein schneller Blick auf Foto und Rahmen. Des Fuels augenscheinlichste Neuerung hört auf den Namen Straight Shot und meint das vollkommen gerade laufende Unterrohr, komplementiert durch den zarten Buckel im Oberrohr. Der Schritt zu eben diesem Design wird von Trek keineswegs nur ästhetisch begründet. Wie ein Skelett sollen Unterrohr, Tretlagerbereich und Kettenstreben Steifigkeit in das System Fahrrad bringen. Schnörkellos und schnurgerade, konnten die Ingenieure dem Unterrohr und damit dem Rahmen besonders hohe Steifigkeitswerte mit auf den Weg geben - dem Hersteller zufolge sogar mehr, als es das langhubige Enduro Slash des MY2016 noch zustande brachte.

Weil Gabelkrone und gerades Unterrohr schnell auf Kriegsfuß geraten könnten, sahen sich die Entwickler gezwungen, einen mechanischen Lenkeinschlagsbegrenzer einzuplanen. Knock Block nennt Trek sein System, bei dem der Steuersatz durch Endanschläge blockiert wird und so den Rahmen bei Stürzen schützt. Sollte der Knock Block versagen, entschärft ein Backup in Form eines Kunststoffbumpers den Aufprall am Unterrohr.
Die "Control Freak" Kabelführung im Inneren des Rahmens funktioniert - das wollen wir an dieser Stelle aus der Praxis vorausschicken - anstandslos. Kein Rappeln, kein Scheppern, kein Garnichts. Leitungen und Züge tun, wie von ihnen verlangt: Hydraulik wird angesprochen und Gänge gewechselt, eine nervige Geräuschkulisse, verstärkt durch die erstklassige Resonanz moderner Carbonrahmen, bleibt aus. Danke Trek!

Neu an unserem Carbon Fuel EX 9.8 27.5+ und allen übrigen Fuel-Modellen ist auch der angewachsene Federweg von 120 auf nunmehr 130 mm. Gemeinsam mit dem etwas verlängerten Reach, dem von 68 auf 67,7/67° (High/Low Setting) abgeflachten Lenkwinkel und steileren Sitzwinkel, will das neue Fuel deutlich abfahrsorientierter wahrgenommen werden als bisher.
Neben den bereits bewährten 29" Laufrädern bietet das frische Bike nun auch genug Fußraum für breite 27.5+ Pneus. Unser Testmodell wird standardmäßig mit dem neuen Reifentrend ausgeliefert, lässt sich aber, wie eingangs angesprochen, problemlos auch mit 29" Laufrädern bestücken.

ABP
Treks patentierte ABP Technologie – Active Braking Pivot – soll für eine jederzeit aktive Federung sorgen. Eben auch beim harten Anbremsen. Resultat: Besseres Ansprechverhalten des Hinterbaus und damit mehr Traktion und Kontrolle in ruppigem Gelände.
RE:aktiv
Trek bringt Technologie aus der Formel 1 in den Radsport. Gemeinsam mit FOX und Penske Racing wurden Dämpfer mit regressiver Dämpfung entwickelt. Die Technologie steht in allen drei Fahrwerksmodi zur Verfügung und soll für eine unverzügliche Anpassung zwischen effizientem Pedalieren und Progressivität in Kurven oder flowigen Sektionen sowie vollen Federweg in ruppigem Terrain sorgen.
Straight Shot Unterrohr
Mehr Steifigkeit bedeutet präziseres Fahrverhalten. Aus der geraden Form des Unterrohrs verspricht sich Trek ebendies. Darüber hinaus spart die Konstruktion Gewicht. Während das Unterrohr gestreckt in die neue Generation geht, bekommt das Oberrohr im Ausgleich einen charakteristischen Knick.
Knock Block
Weil das gerade Straight Shot Unterrohr mit der Gabelkrone in Konflikt geraten könnte, verpassten die Amerikaner dem Fuel EX – wie auch Remedy und Slash – einen Steuersatz mit mechanischem Lenkanschlag: Der Knock Block. Sollte er einmal versagen, bleibt immer noch ein Schutz-Bumper am Unterrohr.

Tech Specs

Rahmen

Hauptrahmen und Sitzstreben aus OCLV Mountain Carbon, Aluminium-Kettenstreben, ABP, Boost148, Knock Block-Lenkanschlag, Full Floater, EVO Link, konisches E2-Steuerrohr, Mino Link, interne Control Freak-Zugführung, Carbon Armor, PF92, ISCG 05, G2-Geometrie, 130 mm Federweg

Kassette

Shimano Deore XT, 11fach (11-40 Z.)

Gabel

Fox Performance 34 Float, GRIP 3-Positionen-Dämpfer, konischer E2-Gabelschaft, Boost110, G2-Geometrie mit 51 mm Vorbiegung, 140 mm Federweg

Kette

Shimano Deore XT

Dämpfer

Fox Performance Float EVOL, RE:aktiv, 3-Positionen-Dämpfer, vom Trek Suspension Lab abgestimmt, 210 x 52,5 mm

Sattel

Bontrager Evoke 3, Titan-Sattelstreben

Laufräder

Naben DT Swiss 350 mit Center Lock-Scheibenaufnahme, Boost110 vorne, Boost148 hinten; 28-Loch-Felgen SUNringlé Duroc 40 SL

Sattelstütze

RockShox Reverb Stealth, 2-Schrauben-Klemmkopf, 31,6 mm, kein Versatz

Reifen

Bontrager Chupacabra, Tubeless Ready, Inner Strength-Flankenschutz, Aramid-Wulstkern, 27.5 x 2.80"

Lenker

Bontrager Line Pro, OCLV Carbon, 35 mm, 15 mm Rise, 750 mm Breite

Schalthebel

Shimano Deore XT M8000, 11fach

Griffe

Bontrager Race Lite, Schraubklemmung

Umwerfer

Shimano Deore XT, Direct Mount (high)

Vorbau

Bontrager Line Pro, Knock Block, 35 mm, 0 Grad

Schaltwerk

Shimano Deore XT Shadow Plus

Steuersatz

Integrierter Knock Block, gedichtetes Patronenlager, 1 1/8" oben, 1,5" unten

Kurbelgarnitur

Shimano Deore XT (36/26 Z.)

Gewicht

Innenlager

PF92

Preis € 4.999,-

Bremsen

Shimano Deore XT

Komponenten

Carbon darf man sich am € 4.999,- teuren Trek Fuel EX 9.8 Plus zu Recht erwarten. Aber auch an den übrigen Details findet sich nicht viel Enttäuschendes. Shimanos komplette XT Gruppe übernimmt die Führungsarbeit. Nahezu ungewohnt mit zweierlei Ketteblättern, macht die 2 x 11 Variante am Plus Modell zielgruppenbezogen wohl absolut Sinn. 36/26 Zähne an der Kurbel und 11-40 Zähne an der Kassette sollten in den meisten Lebenslagen ausreichend Vortrieb und genügend Reserven generieren. XT Bremsen mit 180/160 mm Scheiben sorgen für Verzögerung, aber auch für kleinere Ärgernisse - dazu später mehr.
An der Front verrichtet eine Fox Performance 34 Float mit 140 mm Federweg (130 mm wären es am Pendant Fuel EX 9.8 29) und Gripp-Dämpfer ihren Dienst, im Hinterbau geht ein Fox Performance Float EVOL Dämpfer mit RE:aktiv Technologie zu Werke.

An der Laufradfront setzen die Produktmanager am 9.8 27.5+ auf DT Swiss 350 Naben im Boost Format auf SUNringlé Duroc 40 SL Felgen mit je 28 Speichen. Serienmäßig montiert sind Bontrager Chupacabra Pneus in 27.5 x 2.8" - aufgezogen baut der Plus-Reifen nach unseren Messungen 2.6" breit. Im Sattelrohr steckt eine Rock Shox Reverb mit 125 mm Hub.
Evoke 3 Titan Sattel, Line Pro Carbon Lenker mit 750 mm, 15 mm Rise und 35 mm Durchmesser sowie der Line Pro Vorbau stammen aus dem Regal der Hausmarke Bontrager. An der Unterseite des Vorbaus integriert ist die Verbindung zum Knock Block Steuersatz - möchte man einen markenfremden Vorbau fahren, findet sich ein passenden Adapter im Zubehör. In 18.5" bringt es unser Testmodell mit Plus-Reifen auf 13,3 kg.

Passform

Mit 180 cm und 82 cm Schrittlänge findet man am Fuel EX in Größe 18.5" zwar sportlich, aber keineswegs überstreckt seinen Platz. Weder zu aufrecht, noch zu gebückt, sitzt es sich so auch jenseits der 1.000 Hm am Stück komfortabel und verspannungsfrei.
Ohne Vorbauspacer bleibt die Front angesichts der großen Laufräder und des Federwegs angenehm tief. Somit entsteht ein sehr direktes Fahrgefühl. Der breite Lenker gibt viel Kontrolle und trägt das seine zur angenehmen Fahrposition bei.
Nach anfänglichem hin und her blieb der Mino Link über große Strecken des Testzeitraums im Low-Setting. Weder bergauf noch im engen Zickzack erwiesen sich das tiefere Tretlager und der um 0,7° flachere Lenkwinkel als hinderlich - warum das Rad also zuungunsten des Abfahrtsspaßes beschneiden?

Up

In Zeiten, da Hosen und Shirts weiter, Helmschalen tiefer und Trails immer anspruchsvoller werden, gönnte Trek also auch seinem Verkaufsschlager Fuel EX eine Frischzellenkur hin zu mehr Federweg und besserer Abfahrtsperformance. Treue Fans seien beruhigt: Ein träges Schaukelpferd wurde die beliebte Bergziege dadurch keineswegs.
Die erwähnt bequeme Sitzposition nimmt gemeinsam mit dem 2 x 11 Antrieb so gut wie jeder Rampe ihren Schrecken, in technischen wie steilen Passagen lässt sich viel Druck über dem Vorderrad aufbauen, sodass eher Reifenwahl und Wadenschmalz denn Fahrrad selbst als limitierender Faktor zu Buche schlagen dürften. Entgegen den anfänglichen Befürchtungen wird der Knock Block tatsächlich nur in engsten Kehren und etwa bei Wendemanövern auf schmalen Wegen hinderlich. Im normalen Fahrbetrieb bleibt selbiger unauffällig.

Als optimales Dämpfersetting für flache Anfahrten und praktisch sämtliche Auffahrten erwies sich eigentlich die mittlere Stellung des Fox RE:aktiv Dämpfers. Nur auf langen Asphaltanstiegen ging der Griff ab und an zur härtesten der drei Plattformeinstellungen – dann aber eigentlich auch eher aus Neugierde denn aus Bedarf.
Sitzend und über das gesamte Trittfrequenzband bleibt der Hinterbau des Fuel EX deutlich höher im Federweg stehen, als bei alten Trek Full-Floatern üblich und fühlt sich insgesamt effizienter an. Lediglich Wiegetritt quittiert auch die aktuelle Generation mit deutlichem Wippen. Hier lohnt dann der Griff zur harten Plattform – dank RE:aktiv bleibt der Hinterbau so für Schotterrampen sensibel genug. Über Wurzelpassagen und Geländestufen lässt sich das Wippen des Hinterbaus zugunsten der hohen Traktion leicht verkraften.

Bergauf im Spektrum zwischen Kette-Rechts-Racer und langhubigem Enduro zwar am sportlichen Ende der goldenen Mitte platziert, sollte man sich speziell in der Konfiguration als Plus-Bike darüber im Klaren sein, dass man vor einem potenten Tourenbike bzw. Trailbike steht.
In Relation zum Federweg klettert das Fuel EX überraschend effizient – die breiten, dafür samtig dämpfenden Pneus kosten aber ihren Preis und machen den 2 x 11 Antrieb zur guten Wahl. Mit zwischenzeitlich montierten 29“ Laufrädern zeigte sich das Bike dahingehend nochmals deutlich sportlicher orientiert.

To the Down

Enge Kehren, felsdurchsetzte Passagen, Wurzelteppiche und Stufen. Ja, für die meisten Trails, die ohne Protektorenweste und Fullfacehelm gerade noch Freude bereiten, ist das Fuel EX tatsächlich mehr als genug Bike. In des Durschnittsbikers ratsamen Geschwindigkeitsbereichen bringt das Fuel EX sowohl in flowigen wie auch in durchaus technischen Passagen viel Spaß, lässt sich spielerisch platzieren und gibt dank des sicheren Fahrgefühls viel Kontrolle und Selbstvertrauen.
Gabel und Dämpfer arbeiten souverän, die Fox 34 bleibt stets hoch im Federweg stehen, sackt auch in steilen Stufen oder beim Versetzen des Hinterrades nie unkontrolliert weg – ein weiterer Faktor, der dazu beiträgt, dass man sich am Fuel EX rasch heimisch fühlt. Kleine Sprünge kosten das Fuel ein müdes Lächeln, und auch in Kurven liegt das Bike äußerst satt auf der angestrebten Linie.
Wird’s wellig, lässt es sich selbst mit offenem Dämpfer gut beschleunigen und geht in allen Sattelpositionen willig ums Eck. Will man ohne viel zu treten im Pumptrack-Stil dahinrollen, lohnt der Griff zur mittleren Plattform. Ein absoluter Spaßgarant am Trail.

Im ruppigen Gelände war der Knock Block über den Testverlauf nicht zu spüren. In Kehren, die das Potenzial dazu aufwiesen, erschien ein gelupftes Hinterrad meist ohnehin als sicherere Wahl. Schlammbeschuss gegen Testende quittierte der Steuersatz dafür leider zwischenzeitlich mit schmutzbedingten Knarzgeräuschen – aber wo kann das nicht passieren?

Wenig Begeisterung konnten wir im Testverlauf gegenüber den serienmäßig montierten Bontrager Chupacabra Reifen entwickeln. Auf trockenen Böden ausreichend, kann sein zartes Profil in unseren Breitengraden mit der Performance des Fuel EX nicht Schritt halten.
Speziell auf trockenen Felsen und Wurzeln und vor allem aufgrund seines überragenden Pannenschutzes (defektfreie 0.8 bar, selbst auf der Innsbrucker Nordkette) lässt er zwar erahnen, welches Potenzial im neuen Reifenformat steckt. Auf losem Untergrund oder bei Nässe jeder Art gerät er aber doch viel zu früh ans Limit.
Eine Kombi vom Schlage eines Maxxis Minion DHF/DHR in 2.6“ Breite wäre hier gerade in den Alpen eine weitaus ebenbürtigere Wahl. Wir sind uns aber sicher, dass der Fachhändler des Vertrauens an dieser Front im Falle eines Neukaufs gerne behilflich ist.

Mit 180/160 mm könnten die Bremsscheiben gerade für schwerere Fahrer oder in steileren Gegenden wohl einen Tick größer dimensioniert sein. Gerade wer regelmäßig lange Abfahrten am Schirm hat, könnte die Shimano XT sonst eventuell in die Knie zwingen.
Schade auch, dass Branchengigant Shimano den wandernden Druckpunkt seiner bisher so zuverlässigen XT-Bremsen nach wie vor nicht in den Griff bekommen haben dürfte. Mal ganz vorne, mal nah am Lenker ... hat man sich erst daran gewöhnt, fällt es einem beinahe nicht mehr auf. Optimal sieht aber anders aus …

29" oder 27.5+


Die Qual der Wahl. Das Fuel EX 9.8 wird sowohl mit trendigen 27.5+ Pneus, als auch mit 29" Laufrädern angeboten. Rahmen und Hinterbau bleiben dabei ident, der Unterschied liegt tatsächlich nur an der 140 mm 27.5+ vs. der 130 mm 29" Gabel und im Laufradmaß, das damit auch jederzeit nach Belieben ausgetauscht werden kann.
Grund genug für uns, testweise auch 29" Laufräder in unser Fuel EX 9.8 27.5+ zu stecken. Als Untersatz dienten uns für den Vergleich etwas schwerere Bontrager Line Elite 30 TLR mit Maxxis Minion DHR II am Vorder- und Highroller II am Hinterrad.

Lässt man den überragenden Gripp der Maxxis Reifen und die beim Kauf differierenden Gabellängen außen vor und vergleicht die beiden Varianten unter fairen Bedingungen, bleibt unterm Strich ein merkbarer Unterschied:
Im Plus-Format gleitet das Rad über Hindernisse und falsch gewählte Linien großzügig hinweg, nimmt auch über Holperpassagen viel Geschwindigkeit mit und gibt viel Sicherheit und (Brems-)Traktion. Harte Unterarme kommen auch auf ruppigsten Abfahrten praktisch kaum vor. Dafür fährt man gefühlt auch etwas "entkoppelt" über den Trail, bekommt wenig Feedback - das verzeiht einerseits Fahrfehler, nimmt aber andererseits auch etwas an Präzision.
Davon hat man im 29" Setup hingegen massig. Im direkten Umstieg ändert sich die Charakteristik des Fuel EX merklich. Das Bike verlangt dem Fahrer eine aktivere Fahrweise ab - belohnt diese aber auch mit exaktem, spielerischem Handling, besserer Beschleunigung und mehr Fahrgefühl.

Besser oder schlechter gibt es wohl nicht, beziehungsweise liegt dies im Auge des Betrachters. Wer bislang eher selten auf echten Trails unterwegs war, sich vielleicht gerade an Wurzelpassagen und Felsstufen herantastet, ist definitiv mit Plusreifen gut beraten. Hindernisse können auch mal einfach überrollt werden, die breiten Reifen und der niedrige Luftdruck bieten gerade bei moderaten Geschwindigkeiten etwas mehr Traktion und man bewegt sich "trittsicherer" auf und ab.
Aktivere Fahrer, die ihren Körper in ruppigen Abschnitten einzusetzen wissen, haben wohl an der 29" Variante auf lange Sicht etwas mehr Freude. Deutlich mehr Feedback und Präzision, sowie - je nach Reifenwahl - weniger Gewicht stehen hier auf der Habenseite.

Fazit

Trek Fuel EX 9.8 27.5+
Testdauer: 3 Monate
+ Vielseitigkeit
+ Trailmonster
+ Optik
+ Zwei Laufradgrößen möglich
+ effizienter Kletterer
+ Kabelführung
o 2 x 11 Antrieb
- Serien-Bereifung
- Wippender Hinterbau im Wiegetritt
- etwas unterdimensionierte Disc
- Wandernder Druckpunkt der XT-Bremse
- Schnittstelle zu vielen Plattformen
BB-Urteil: Vielseitiger Begleiter auf (fast) allen Pfaden.

Ob mit 27.5“ Reifen oder in 29“, mit dem Trek Fuel EX 9.8 kommt Trek der eierlegenden Wollmilchsau verdächtig nahe. Auf Tagestour, Transalp oder Feierabendrunde – wer bergab gerne echte Trails fährt, im Anstieg aber dennoch nicht den „Preis“ eines Enduros zahlen möchte, ist mit dem Fuel EX gut beraten.
Abgesehen vom schmalen Grenzbereich der Serienbereifung am Plus-Modell leistet sich das Fully mit seinen 140/130 mm Federweg in der Abfahrtswertung keinerlei Schwächen und kann auch in technisch wirklich anspruchsvollem Terrain mit am Papier potenteren Bikes durchaus mithalten, solange die Geschwindigkeiten im vernünftigen Rahmen bleiben.
Bergauf überzeugen die kletterfreundliche, entspannte Sitzposition und der angenehm neutrale Hinterbau. Lediglich im Wiegetritt leistet sich dieser kleine Schwächen. Insgesamt perfekt für den Wienerwald, aber auch artgerecht bewegt im Westen selten fehl am Platz.

Speziell am Fuel EX 9.8 27.5+ macht auch die 2 x 11 XT absolut Sinn, und passt wohl gut zur anvisierten Zielgruppe. Auch die übrige Ausstattung muss keinen Vergleich scheuen, wenn auch die XT-Bremsen scheinbar nach wie vor mit wanderndem Druckpunkt zu kämpfen haben.
Größeren Fahrern mit etwas mehr Sattelauszug könnte die Reverb anstelle der 125 mm platzmäßig auch ruhig 150 mm Hub bieten.

Ob man gewillt ist, die € 4.999,- für den Carbonrahmen zu zahlen, oder sich lieber doch bei den günstigeren Alumodellen umsieht, ist wohl eine reine Geld- oder auch Glaubens-Frage. Soll es wirklich ein Rad für sämtliche Gelegenheiten werden, lohnt eine Probefahrt mit dem Fuel EX allemal. Für welches Laufradmaß man sich schließlich entscheidet, muss jeder für sich selbst herausfinden – man könnte ja auch beides haben…


Ergebnis 1 bis 5 von 5
  1. #1
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    Ort
    krieglach
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    Trek Fuel EX 9.8 27.5+

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  2. #2
    Geht scho! Avatar von FloImSchnee
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  3. #3
    früher mal Weltmeisterin Avatar von NoMan
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    Mit einem Tourenrad am NKST -- Respekt!
    Für Rad oder Fahrer?
    NoMan

  4. #4
    Registrierter Benutzer Avatar von grey
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    schöner Bericht!
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  5. #5
    Geht scho! Avatar von FloImSchnee
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    Zitat Zitat von NoMan Beitrag anzeigen
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    (auch wenn das oben gezeigte Tourenrad natürlich bereits viel mehr kann, als es vor ein paar Jahren der Fall gewesen wäre)
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