Jump to content
×
Shimano Ultegra R8170 Di2 Disc 12-fach im Test

Shimano Ultegra R8170 Di2 Disc 12-fach im Test

22.08.22 05:41 7.954Text: NoPainFotos: Erwin HaidenMit ihrer 12-fach Ultegra Di2 Disc-Gruppe setzen die Japaner den aktuellen Maßstab für das elektronische Schalten in der Mittelklasse und schließen obendrein die Lücke zur Dura-Ace.
Plus Kaufberatung: Wo liegen die Unterschiede zwischen Ultegra und Dura-Ace (12-fach) bzw. lohnt sich der Kauf der Topgruppe?22.08.22 05:41 8.570

Shimano Ultegra R8170 Di2 Disc 12-fach im Test

22.08.22 05:41 8.57046 Kommentare NoPain Erwin HaidenMit ihrer 12-fach Ultegra Di2 Disc-Gruppe setzen die Japaner den aktuellen Maßstab für das elektronische Schalten in der Mittelklasse und schließen obendrein die Lücke zur Dura-Ace.
Plus Kaufberatung: Wo liegen die Unterschiede zwischen Ultegra und Dura-Ace (12-fach) bzw. lohnt sich der Kauf der Topgruppe?22.08.22 05:41 8.570

Stand schon die 11-fach Ultegra Di2 für das absolute Preis-/Leistungswunder, so gilt das für die neue Shimano Ultegra R8170 Di2 Disc 12-fach Gruppe umso mehr. Mit Funktechnik, schnelleren Schaltvorgängen und schleiffreien Bremsen (Servo-Wave-Technologie) ausgestattet, gibt es fast keinen vernünftigen Grund mehr, zur teueren Dura-Ace zu greifen. Außer, man ist Profi oder Triathlet, weil besonders sportliche Kassettenabstufungen und Kettenblattkombination ausschließlich der Topgruppe vorbehalten sind. In puncto Performance gibt es allerdings - abgesehen von den rund 300 Gramm Gewichtsdifferenz - keine spürbaren Unterschiede.

Wir haben die neue 12-fach Ultegra mehrere Wochen mit zwei Rennrädern für euch getestet.

Erster Eindruck: war perfekt, blieb perfekt, ist perfekt

Trotz aller Vorschusslorbeeren muss man aber auch ehrlich festhalten, dass sich die neue Disc-Gruppe weitgehend wie ihr Vorgänger fährt. Die Schaltmanöver erfolgen direkt, die Gangwechsel geschmeidig und der Antriebsstrang läuft genauso unauffällig und leise wie gewohnt.
Neuerdings bewerkstelligen das die Japaner allerdings "semi-wireless", sprich: ohne Verkabelung zwischen den beiden Schalthebeln und der zumeist in der Sattelstütze versteckten Batterie. Das spart nicht nur Nerven bei der Montage bzw. der Fehlersuche, sondern erleichtert auch den Tausch von Komponenten und das Verstauen des Rennrads im Radkoffer. Und obwohl die Kommunikationsgeschwindigkeit per Funk etwas länger dauert als per Kabel, soll sich die Schaltgeschwindigkeit dank anderer Maßnahmen (kürzere Wege, stärkere Servomotoren, etc.) am vorderen wie auch am hinteren Umwerfer um fast 50% verringert haben.
Wie gesagt: Diese Unterschiede sind minimaler Natur, denn die Schaltqualität der Ultegra Di2 war in unseren Augen davor schon perfekt und daran hat auch die Umstellung auf semi-wireless nichts geändert.

Erwähnenswert sind allerdings Neuerungen wie das verbesserte Hebeldesign mit integrierter Servo-Wave-Technologie für schleiffreies Bremsen, der Wegfall der Junction-Box im Lenkerbogen und die Integration einer wasserfesten Ladebuchse sowie eines Bluetooth-Moduls im hinteren Schaltwerk.
Schön finden wir auch, dass die neuen 12-fach Kassetten mit den bisherigen Freilaufkörpern kompatibel sind.

Shimano Ultegra Di2 Schalt-/Bremsgriff STI ST-R8170 2-/12-fach

Wichtige Kontaktpunkte zwischen dem Fahrer und dem Rennrad sind selbstverständlich die Schalthebel. Darauf ruhen die Hände die meiste Zeit, und es kann unglaublich nervig werden, wenn sie nicht ergonomisch geformt sind, sich gar rutschig anfühlen oder die Bremshebel bzw. Schalttaster schlecht zu erreichen sind.
Shimanos elektronische Ultegra Di2 Schalt-/Bremsgriffe ST-R8170 schalten kabellos 12-fach oder 2-fach, bremsen hydraulisch und werden über je eine CR1632 Knopfzelle betrieben, die mindestens 1,5 Jahre halten soll und einfach ausgewechselt werden kann. Im Vergleich zu den Vorgängern sind sie etwas länger, größer und breiter geworden, was laut Shimano auf das Feedback der Profis zurückzuführen sei. Wir vermuten, dass es auch ein Resultat der integrierten Servo-Wave-Technologie und des zusätzlichen Platzbedarfs für die Knopfzellen ist, was aber der Ergonomie keinen Abbruch tut.
Mit meinem mittelgroßen Händen fand ich das neue Hebeldesign sehr komfortabel, freute mich über den sicheren Halt auf holprigen Straßen und kam auch mit dem neuen Tastenprofil sehr gut zurecht. An der oberen Seite der Schalthebel finden sich zusätzliche Tasten, die einfach bedien- und konfigurierbar sind. Ich steuere damit meinen Garmin Edge und nutze die beiden Tasten zum Vor- und Zurückblättern bzw. für Start/Stopp per Doppelklick.

Dank der oberhalb angesprochenen Servo-Wave-Technologie steht die volle Bremskraft schneller zur Verfügung und lässt sich gleichzeitig noch besser dosieren. Wie beim alten Modell lässt sich neben der Griffweite auch der Leerweg entsprechend der individuellen Morphologie einstellen, beides über einen 2-mm-Innensechskantschlüssel. Und auch der Entlüftungsvorgang soll mithilfe des komplett überarbeiteten Trichters kein Problem darstellen.
Der Bremshebel des ST-R8170 besteht aus leichtem Aluminium, der Griffkörper aus Carbon, was zusätzlich Gewicht spart.

Unser Testrad: Trek Émonda SLR 7 2022

Shimano Ultegra Bremssattel BR-R8170 mit Resinbelag

Bei den neuen Flat-Mount-Bremsen besitzen die Bremsbeläge um 10% mehr Abstand zur Disc als beim Vorgängermodell, wodurch das Schleifen der Bremsscheibe vermieden und die Geräuschentwicklung reduziert wird.
Außerdem nehmen die Bremshebel dank der Servo-Wave-Technologie am Anfang ihrer Bewegung viel Bremsweg auf, sodass die Beläge mit geringem Hebelweg an die Bremsscheibe geführt werden. Nach Anliegen des Bremsbelags nimmt der Kraftübersetzungsfaktor progressiv zu und es steht der größere Teil des Hebelweges zur Verfügung, um die Bremskraft zu erhöhen und gezielter zu dosieren.

Zusätzlich punktet der Ultegra Bremssattel dank One-Way-Bleeding-Technologie mit einem einfachen Entlüftungsvorgang. Zudem wanderte die Entlüftungsöffnung an die Seite des Bremssattels, was den Zugang erleichtert und die Leitungswege so optimiert, dass keine Luftblasen mehr im Bremssattel zurückbleiben.
Der zweiteilig konstruierte Bremssattel besteht aus leichtem Aluminium und wird mit Ice-Tech-Resinbelägen geliefert, die aufgrund ihrer Kühlrippen besonders gute Hitzeableitung gewährleisten. Feines Detail am Rande: Die filigrane Flachkopfschraube, welche die Beläge festhielt, wurde durch eine massive Inbusschraube ersetzt.

Shimano Ultegra Di2 Schaltwerk Shadow RD-R8150 12-fach

Das 12-fach-Schaltwerk ist das zentrale Element der Shimano Ultegra Di2 Disc Rennradgruppe und kommuniziert kabellos über den eingebauten Wireless-Chip mit den Schalt-/Bremsgriffen. Gab es früher noch die Wahlmöglichkeit zwischen dem kurzen oder mittleren Käfig, so kommt das neue Schaltwerk ausschließlich mit langem Käfig für Kassetten mit einer Bandbreite von 11-28 bis 11-34 Ritzeln.
Innen beherbergt das mattschwarze Schaltwerk die gleichen Motoren und die Hardware der Dura-Ace, wobei die Kosten- und Gewichtsunterschiede wohl auf die wenig Performance-mindernden Materialien des Gehäuses zurückzuführen sind. Die neuen Motoren fallen signifikant stärker aus, was einen großen Beitrag zur Verbesserung von Schaltgeschwindigkeit und Schaltverhalten unter Last leistet. Auch verfügt das Schaltwerk am hinteren Ende über eine wasserfeste Ladebuchse, womit sich mittels des neuen, proprietären USB-Ladekabels der Di2 Akku aufladen lässt. Das gleiche Kabel könnte auch den Akku des Powermeters mit Strom versorgen.

Der BT-DN300 ist ein Lithium-Ionen-Akku mit 7,4 Volt und einer Nennkapazität von 500 mAh., die für ca. 1.000 gefahrene Kilometer reichen sollte. Wie sein Vorgänger wird er intern im Rahmen verbaut, typischerweise in der Sattelstütze, besitzt allerdings nunmehr drei Anschlüsse und versorgt über die dünnen EW-SD300 Stromkabel alle elektronischen Komponenten mit Strom: das Schaltwerk, den Umwerfer und bei einem voll verkabelten Set-up die beiden Schalt-/Bremsgriffe. Eine volle Aufladung dauert bis zu 1,5 Stunden, wenn das Ladekabel an einem Netzgerät mit USB-Anschluss hängt, bzw. bis zu 3 Stunden, wenn es am USB-Port eines Computers oder einer Powerbank hängt.
Hinweis: Achtung beim Anschließen der Di2 Kabel - die drei Anschlüsse dürfen nicht miteinander verwechselt werden!

Dass die Funktionalität der alten Junction-A-Box im Schaltwerk integriert wurde, hat neben der Reduzierung von Kabeln und Komponenten sowie der sofort einsatzbereiten Konnektivität mit Shimanos eTube-App allerdings auch ein paar Nachteile. So erhöhte sich einerseits der Kaufpreis für den exponiertesten Teil der Komplettgruppe. Und die Feinjustage des Schaltwerks sowie des Umwerfers kommen während der Fahrt nicht mehr in Frage.
Mit der am Schaltwerk neu angebrachten Taste lässt sich der Akkustand überprüfen, der Schaltmodus von Manuell zu Synchro- und Semi-Synchro-Shift ändern und eine Bluetooth-Verbindung zu einem Fahrradcomputer oder dem Smartphone herstellen. Eine LED-Anzeige hilft dabei.

Shimano Ultegra Di2 Umwerfer FD-R8150 2-/12-fach

Der neue Umwerfer erhielt ein kompakteres, aerodynamischeres Design und schaltet mit einer Gesamtkapazität von 16 Zähnen große Kettenblätter mit maximal 50 bis 52 Zähnen. Wie beim Schaltwerk wurde auch hier die Motorleistung gesteigert, was bei optimal eingestellten Anschlägen selbst unter Last zu blitzschnellen und präzisen Schaltvorgängen führt.
Die Begrenzungsschrauben sind nun vollständig vom Umwerfer verschwunden (es verblieb nur noch die Stützschraube), weshalb die Indexierung und die Anschläge der Gänge ausschließlich im Anpassungsmodus (Taste am hinteren Schaltwerk) möglich sind.

Das innere Parallelogramm und die Leitbleche des Umwerfers bestehen aus Stahl, das äußere Parallelogramm ist zur Gewichtsersparnis aus Aluminium gefertigt.

Shimano Ultegra Kassette CS-R8100-12 12-fach

Die 12-fach Kassette ist ausschließlich in den Optionen 11-30Z oder 11-34Z erhältlich und zeichnet sich durch die Hyperglide+ Technologie aus, welche zunächst im MTB-Bereich erprobt wurde und für nahtlose Schaltvorgänge auch unter hoher Last sorgt.
Erstere bietet in Kombination mit der 52/36-Kurbel eine hohe Bandbreite für schnelle Fahrten im Flachen (auf dem großen Blatt) sowie im hügeligen Gelände (am kleinen Ring) und besonders geschmeidige Schaltmanöver, da die unteren sieben Gänge nur jeweils ein Zähnchen auseinander liegen (11-12-13-14-15-16-17-19-21-24-27-30 Z). Selbstredend, dass sich die 11-34Z Kassette ideal für die Berge oder niedrige Trittfrequenzen eignet.

Zur Freude vieler Besitzer von Highend-Laufradsätzen passen beide Kassetten nicht nur auf den neuartigen 12-fach-Freilaufkörper, sondern auch auf alle herkömmlichen Shimano Road-Freilaufkörper. Sämtliche Zahnkränze bestehen aus Stahl, wobei zwei leichte Aluminium-Ritzelträger zum Einsatz kommen.

Shimano XT / Ultegra / E-Bike Quick-Link Kette CN-M8100 12-fach

Eine weitere auffällige Änderung betrifft den 12-fach Kettensatz (116, 126 oder 138 Glieder), der von Grund auf optimiert wurde. Für exakte, schnelle und leichtgängige Schaltvorgänge in beiden Richtungen - selbst unter Last - sorgen hochpräzise geformte Kontaktflächen zu Kettenblatt und Kassette. Außerdem verfügt die Kette über chromierte Innenlaschen, welche die Haltbarkeit spürbar erhöhen sollen.

Shimano Ultegra Kurbelgarnitur FC-R8100 Hollowtech II

Mit ihrem bewährten Hollowtech-II-Design, dem asymmetrischen 4-Arm-Lochkreisdurchmesser von 110 mm und dem Q-Faktor von 148 mm erfüllen die neuen Kurbelgarnituren alle Anforderungen an Steifigkeit und Stabilität. Das bestätigen auch unsere Fahreindrücke. Die Kette bewegte sich unglaublich effizient und geräuscharm zwischen den beiden Kettenblättern und es gab keinerlei technische Probleme zu beklagen.
Die Kurbelarme sind ebenso hohlgeformt wie das teilweise aus Carbon bestehende große Kettenblatt, was eine deutliche Gewichtsersparnis zur Folge hat. Ansonsten wurden bis auf die Achse alle wesentlichen Teile aus Leichtmetall gefertigt. Zur Wahl stehen die Abstufungen 50/34 und 52/36 sowie Kurbellängen von 160 mm, 165 mm, 170 mm, 172,5 mm oder 175 mm.

Schade finden wir jedoch, dass die unter Rennfahrern bisher übliche Kettenblattkombination 53/39 bzw. die 54/40 von Zeitfahrern oder Triathleten nicht angeboten wird und der Ultegra Umwerfer ohnehin nur bis maximal 52 Zähne schalten kann. Wer größere Kettenblattkombis benötigt, muss von jetzt an zur Dura-Ace greifen.

Shimanos eTube App

Wie bereits erwähnt, wurde die Bluetooth-Konnektivität im Schaltwerk integriert, weshalb keine separate D-Fly-Einheit angeschafft werden muss. Die App ist schnell installiert und einfach zu bedienen: Rad koppeln, Anpassungen vornehmen, Firmware der einzelnen Komponenten auf den letzten Stand bringen, Schaltmodi von klassisch auf Synchro-Shift wechseln, Schaltknöpfe konfigurieren, die Schaltgeschwindigkeit ändern, oder schlicht und einfach den Ladestand der eingebauten Batterie oder der beiden Knopfzellen überprüfen - alles komfortabel per Smartphone, einfach top.

Shimanos Ultegra Di2 Disc 12-fach in der Praxis

Shimano schließt mit dem zwölften Ritzel zum derzeitigen Stand der Technik auf und schenkt der Ultegra die gleiche Performance, wie wir sie schon von der Dura-Ace kennen. Das zeigt sich bei der Haptik der Hebel sowie beim Schalten und beim Bremsen.
Klar, die Unterschiede zum Vorgänger sind eher subtiler Natur; aber dennoch fallen einem sofort die minimal größeren und besser voneinander unterscheidbaren Schaltknöpfe auf. Deren Betätigung funktioniert definierter und die Schaltvorgänge gehen extrem schnell und geschmeidig von der Hand. Shimano behauptet, dass die Schaltmanöver ab sofort um rund 50% schneller passieren, was wir nicht abstreiten, aber auch nicht bestätigen möchten. In der Praxis hört man den Unterschied jedenfalls mehr, als dass man ihn spürt, denn das Motorgeräusch am vorderen Umwerfers fällt deutlich kürzer aus als bisher.

Trotz der stärkeren Motoren und der neu hinzugekommenen Signalübertragung via Funk von den STIs zum Schaltwerk braucht man sich um die beiden Knopfzellen in den Griffen und die Lebensdauer des Hauptakkus wenig zu sorgen. Mit der gleich gebliebenen Akku-Kapazität von 500 mAh packt das Schaltwerk mit einer Ladung 32.000 Gangwechsel und kommt damit ähnlich weit wie das bisherige verkabelte. Und auch der ebenfalls neue Umwerfer ist mit 25.200 Schaltvorgängen ausdauernder als der Vorgänger (17.200 Wechsel).
Für die beiden R1632-Knopfzellen gibt Shimano eine Lebensdauer von 1,5 bis 2 Jahren an, was absolut plausibel erscheint und per Smartphone App oder gekoppeltem Garmin Edge jederzeit im Auge behalten werden kann. Der Wechsel geht relativ leicht, allerdings sollte man sich zwei Knopfzellen eventuell auf Lager legen, da sie nicht an jeder Ecke zu bekommen sind.

Auch bei der Mechanik geben sich die Japaner keine Blöße. Trotz zusätzlichem Ritzel und der schmäleren Kette gilt die Ultegra als vorbildlich resistent gegen Verschleiß. Dafür sorgen die von der MTB-Gruppe XT entliehene Kette und ähnlich harte Ritzel wie beim Vorgänger. Nur bei den Kettenblättern kam aus Gewichtsgründen eine etwas weichere Legierung zum Einsatz.

Maßstäbe setzt Shimano auch mit den Scheibenbremsen. Dank der progressiven Servo-Wave-Technologie wird die Bremse mit zunehmendem Hebelweg immer stärker, was gerade dann spürbar ist, wenn es so richtig zur Sache geht - also beispielsweise bei Vollbremsungen oder bei besonders langen und steilen Abfahrten. Die neue Shimano-Bremse ist hier die kraftvollste Rennradbremse bisher und auch mit geringem Krafteinsatz großartig dosierbar.

Kaufberatung Ultegra Di2

Disc 12-fach vs. Dura-Ace
Preislich schlägt eine komplette Ultegra Di2 Disc Gruppe in den Online Shops mit rund 2.200 Euro zu Buche, während für eine ähnlich konfigurierte Dura-Ace Di2 Disc Gruppe rund 3.900 Euro zu bezahlen sind. Wer mit dem Gewichtspenalty von rund 300 Gramm leben kann und ohne der Rennfahrer-Kettenblattkombi 54/40 samt 11-28er Kassette auskommt, kann bedenkenlos zur Ultegra greifen und sich 1.700 Euro sparen. Denn abgesehen vom Oberflächenfinish und dem einteilig aufgebauten Bremssattel der Dura-Ace gibt es keine nennenswerten Unterschiede und wir bezweifeln, dass ein Großteil der Radfahrer bei einem Blindtest die beiden Gruppen auseinanderhalten könnte. Die Performance ist da wie dort nahezu perfekt.

Di2 Vergl.: Ultegra vs. Dura-Ace

  Ultegra Di2 Disc 12f Dura-Ace Di2 Disc 12f
Kurbelgarnitur 170,0 mm 36-52 711 g 685 g
Di2 Schalt-/Bremshebel (Paar) 295 g 230 g
Kassette (11-30) 291 g 223 g
Di2 Umwerfer 110 g 96 g
Di2 Schaltwerk 262 g 215 g
12-Gang-Kette (14 Glieder) 252 g 242 g
Bremssättel VR/HR 246 g 194 g
Bremsscheibe (140/160 mm) 196 g 197 g
Di2-Batterie 52 g 52
Total 2.415 Gramm 2.134 Gramm

Fazit

Ultegra R8170 Di2 Disc
Modelljahr: 2022
Testdauer: 2 Monate
+ Top Schaltperformance
+ Cleanes Cockpit dank Semi-Wireless
+ Servo Wave Technologie
+ Verbesserte Ergonomie
+ Lange Batterielaufzeit
+ Felgenbremsoption
+ Langer Schaltwerkskäfig
+ Kompatibel mit 11-fach Freilaufkörpern
o Deutlich günstiger als die Dura-Ace, aber teurer als der Vorgänger
o Kein Nachrüsten älterer 11-fach Komponenten
o Nur mehr elektronisch
- Einschränkungen bei den Kettenblattgrößen
BB-Urteil: Schnelles Schalten und brillantes Bremsen auf Dura-Ace-Niveau.

Die neue Shimano Ultegra R8170 Di2 Disc Gruppe schließt die Lücke zur Dura-Ace. Wer auf den Bling-Bling-Faktor der Topgruppe, besonders sportliche Kassettenabstufungen und Kettenblattkombination sowie den Gewichtsvorteil von 300 Gramm verzichten kann, greift mit ruhigem Gewissen zur deutlich günstigeren Ultegra und erhält die beste Schalt-/Bremsperformance, die der Markt derzeit zu bieten hat.
Die Gangwechsel passieren geschmeidiger und schneller als je zuvor, und auch die Dosierung der Bremsleistung hat sich verbessert.

Glücklicherweise wurde das Hauptproblem der früheren Ultegra Scheibenbremsen behoben, sodass nun auch längere Bremsorgien mit entsprechender Erhitzung keinerlei Quietsch- oder Scheppergeräusche zur Folge haben. Alles schleiffrei, einfach genial.
Das Zauberwort lautet "Servo-Wave-Technologie" - diese sorgt für mehr Abstand zwischen Bremsbelägen und Discs und erhöht obendrein die Kraftübertragung. Außerdem kommen als empfohlene Bremsscheiben die RT-MT800 Modelle zum Einsatz, die sich laut Shimano bei Wärmeentwicklung weniger verformen.

Insgesamt lieferte die neue Ultegra Di2 Disc Gruppe eine perfekte Leistung und repräsentiert unserer Meinung nach den aktuellen Maßstab für das Schalten in der Mittelklasse.
Ausgemacht scheint mit dem Verzicht auf eine mechanische 12-fach-Gruppe auch, dass elektronische Schaltungen am Rennrad bald Standard werden.


Mit ihrer 12-fach Ultegra Di2 Disc-Gruppe setzen die Japaner den aktuellen Maßstab für das elektronische Schalten in der Mittelklasse und schließen obendrein die Lücke zur Dura-Ace.

Plus Kaufberatung: Wo liegen die Unterschiede zwischen Ultegra und Dura-Ace (12-fach) bzw. lohnt sich der Kauf der Topgruppe?
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Notwendig war die Topgruppe, also Dura Ace, sowieso noch nie. Da geht's nur um haben wollen, wenn das Budget nicht so eine große Rolle spielt. Interessant wäre auch noch ein Vergleich mit der 105 Di2, aber auch da kann ich mir das Ergebnis schon denken. Wird genauso für alle Hobbyfahrer, die ihr Equipment selber kaufen müssen, reichen. Dort "alte" Umwerfer der 105 Di2 wird auch nicht so tragisch sein und funktioniert sicher besser als der Red eTap Umwerfer der ersten Generation auf meinem aktuellen Radl. 

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor einer Stunde schrieb Tirolerbua 1:

Gibt's jetzt nur 52/36 bei der Kurbel oder gibt's 50/34 auch noch?

Berechtigte Frage, hab ich ursprünglich unterschlagen.

Aber ja: Zur Wahl stehen die Abstufungen 50/34 und 52/36 sowie Kurbellängen von 160 mm, 165 mm, 170 mm, 172,5 mm oder 175 mm.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor einer Stunde schrieb P4LL3R:

Notwendig war die Topgruppe, also Dura Ace, sowieso noch nie. Da geht's nur um haben wollen, wenn das Budget nicht so eine große Rolle spielt. Interessant wäre auch noch ein Vergleich mit der 105 Di2, aber auch da kann ich mir das Ergebnis schon denken. Wird genauso für alle Hobbyfahrer, die ihr Equipment selber kaufen müssen, reichen. Dort "alte" Umwerfer der 105 Di2 wird auch nicht so tragisch sein und funktioniert sicher besser als der Red eTap Umwerfer der ersten Generation auf meinem aktuellen Radl. 

Für Hobbytriathleten wirds allerdings teuer... 😉

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 53 Minuten schrieb bbkp:

muss man da einen connector kaufen oder ist beim Akku was frei ? 

Du brauchst drei Kabel und den EW-JC304.

 

Ein Kabel vom linken STI zum Verteiler, ein Kabel vom rechten STI zum Verteiler, ein Kabel vom Verteiler zum Akku.

Der neue Akku hat drei Steckplätze. Standardmäßig sind zwei belegt (Schaltwerk und Umwerfer) und der dritte ist frei.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Ich finde es schön das Shimano sich darauf konzentriert hat sinnvolle Features einzubauen und die Fehler der alten Gruppen zu beseitigen. Der schnelle Umwerfer und die dickeren STIs sind für mich die Highlights (Sram schaffts ja noch immer nicht einen richtigen Umwerfer zu konstruieren).

 

53/39 ist bei 12 Gang übrigens Geschichte, wurde durch 54/40 ersetzt. Ich finde die Abstufungen absolut ausreichend. Jeder ambitionierte Athlet fährt heutzutage mit PM und somit Individuallösungen auf Tri- oder Aerobike. Für jedes andere Fahrzeug ist 52/36 ausreichend.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Wieder ein SUUUPER Beitrag

 

Zu spät, die Dura Ace ist bereits am Weg (Meister des Geldvernichtens)😅

 

…für mich wäre auch interessant, ob der WH-R9270 oder WH-R8170 Laufradsatz was gscheidtes is????

passt ja perfekt zu den Gruppen und gibts in 36 50 oder 60mm und auch zum Mischen und sind gewichtstechnisch auch OK 

hört und liest man kaum was davon

weiss da wer was dazu ?

Bearbeitet von Onki
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

vor 51 Minuten schrieb Onki:

Wieder ein SUUUPER Beitrag

 

Zu spät, die Dura Ace ist bereits am Weg (Meister des Geldvernichtens)😅

 

…für mich wäre auch interessant, ob der WH-R9270 oder WH-R8170 Laufradsatz was gscheidtes is????

passt ja perfekt zu den Gruppen und gibts in 36 50 oder 60mm und auch zum Mischen und sind gewichtstechnisch auch OK 

hört und liest man kaum was davon

weiss da wer was dazu ?

Sicher gut, steif und überhaupt. Mir taugens trotzdem nicht, kann aber nicht sagen warum… meistens sinds mit der Maulweite hinten nach. 

 

DT Swiss ERC 1100 und gut ist. Die sind mMn perfekt und würden super zur Dura-Ace passen. 

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Zur Desktop-Version