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Mavic Ksyrium Reinvented

Seit der Vorstellung der ersten Ksyrium 1999 mauserte sich das bewährte Laufradkonzept dank stetiger Verbesserungen zu einem Klassiker unter den Systemlaufrädern. Allerdings verlor es in den letzten Jahren aufgrund verschiedener Trends wie Carbon Clincher, Tubeless etc. einiges an Glanz, weshalb sich Mavic entschloss, den Verkaufsschlager Ksyrium neu aufzulegen - ganz im Sinne der neuen Produktphilosophie. Und so stehen dem performanceorientierten Everyday-Biker in der kommenden Saison neben vielen Disc und Non-Disc Laufrädern auch neue Bekleidung, Schuhe und Helme mit dem bewährten Logo zur Auswahl.

Roadbike-Discs: The Next Generation
Bis vor Kurzem steckte die Rennrad-Disc-Technologie noch in den Kinderschuhen und der Anforderungskatalog eines RR-Disc-Laufrads galt als undurchsichtig. Aus diesem Grund hielt auch Mavic die Produktpalette anfänglich recht straff. 2016 will sich Mavic aber mit zwei brandneuen Laufradsystemen am RR-Disc-Sektor eindeutig positionieren. In Summe sollen sechs unterschiedliche Disc-Laufräder in diversen Spezifikationen zur Verfügung stehen. Die beiden Flaggschiffe bilden ein Anyroad Tubeless WTS für Cowboys und ein superleichtes Carbon Disc Modell für waschechte Racer.

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Produktpräsentation - warum Wyoming?

Für die Vorstellung der neuen Modelle wurde ein Ort gewählt, den Insider vielleicht vom Skisport oder dem Yellowstone Nationalpark kennen; eine gepflegte Radsportkultur verband man bisher jedoch nicht mit Jacksonhole in Wyoming, USA. Am Abend des ersten Tages brachte die Präsentation der neuen Ksyrium Pro Allroad Disc dann Klarheit in die Sache - hält man doch in diesem Teil der USA, abgesehen der Highways, relativ wenig von einem ausgebauten Straßennetz. Eine Tagestour mit 80 Kilometer Gravelroads wurde uns für den Folgetag angekündigt, und so kam es auch. Arbeitsgerät für diesen Tag war ein Cannondale Synapse Disc, bestückt mit dem Neuesten, was Mavic abseits befestigter Straßen zu bieten hat.

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Ksyrium Pro Allroad Disc

Detailansicht

Die Nabe der Pro Allroad Disc wurde komplett überarbeitet und der Freilauf hört jetzt auf den Namen Instant Drive 360. Im Inneren drehen sich nun 4 Kugellager, für ein superschnelles Einrasten sorgen 2 Zahnscheiben, wie man es auch von DT-Swiss kennt, und geschützt wird das Ganze von einer massiven, nahezu reibungsfrei laufenden Dichtung. Der Sound erinnert stark an die Operette eines amerikanischen Luxus-Naben-Produzenten, sehr zur Freude des Testpiloten. Die Nabe ist mit allen bestehenden und kommenden (12 mm Standard vorne) Achssystemen kompatibel, ein XD-Road Freilauf befindet sich bereits in Planung.

Gespeicht wird disc-spezifisch mit 24 Speichen vorne und hinten. Die Felge ist 4D abgedreht (ISM) und mit einem speziellen Tubelessfelgenhorn ausgestattet, dessen Innenbreite auf 19 mm erhöht wurde, um den breiteren Reifen einen stabilen Aufbau zu bieten.

Bereift wird in zwei Varianten: Mit dem 28 mm Yksion Elite Guard Reifen, samt durchgehendem Pannenschutzgürtel bis an den Rand, einem für Straßen optimierten Profil und 245 Gramm. Oder mit dem 30 mm Yksion Elite Allroad, ebenfalls Pannenschutz bis zum Rand, gravel-optimiertes Profil und 320 Gramm. Der Gravel-Reifen ist Tubeless und kann (bzw. sollte, laut Mavics Empfehlung) mit der mitgelieferten Milch schlauchlos gefahren werden. Während meiner Testfahrt fuhr ich die 30 mm Variante bei 100 kg Körpergewicht mit einen Druck von 4 Bar. Das Gewicht des LRS liegt bei 1.620 Gramm, der Kostenpunkt bei € 1000,- fürs WTS.

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Off the Road (Ksyrium Pro Allroad Disc)

Die Testfahrt brachte das erste Aha-Erlebnis. Meine anfängliche Skepsis bezüglich Rollwiderstand und Grip des Reifens verflog schnell. Das Laufrad erfüllt alle Eigenschaften, die den Namen Ksyrium prägen: gute Beschleunigung, spritzig im Wiegetritt, spurtreu in den Kurven. Trotz des geringen Profils boten die Reifen guten Grip und mein Kampfgewicht sorgte für einige deutlich hör- und spürbare Durchschläge, welche die Felgen ohne Schäden wegsteckten.

Am Ende des Tages gab es noch eine 40 Kilometer Asphaltpassage zu bezwingen, um die Allroundeigenschaften zu unterstreichen. Erneut war ich angenehm überrascht: der lange Cannondale Synapse Flugzeugträger fuhr mit den dicken Dingern richtig toll dahin. Kurze Wellen meisterte ich im contador'schen Wiegetritt, um dem Laufrad etwas Racefeeling zu gönnen. Die Antwort kam prompt: Vortrieb wurde generiert, das schwammige Gefühl des MTB UST Reifens war beim Straßenpendant nicht spüren. Anstelle gab es Feedback von unten und in schnellen Kurven bergab klebte der Reifen förmlich am Asphalt. Bei Nässe konnten wir den Reifen allerdings nicht testen.

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Ksyrium Pro Carbon

Abends wurden uns dann die Felgen für Gewichtsfetischisten präsentiert: die Ksyrium Pro Carbon wird mit vier Varianten die Everyday-Palette nach oben hin schließen. Mit oder ohne Scheibe, geklebte oder beschlauchte Reifen.

Alle Ksyrium Carbon-Modelle besitzen ebenfalls die neuen Naben. Ähnlich der aktuellen CC 40C werden die Clincher Modelle mit einem Alu-Innenleben ausgestattet, um die hohen Bremstemperaturen besser ableiten zu können. Die Bremsflächen der Non-Disc-LR werden mit Laser nachbehandelt (TgMax Technologie), um die Bremsperformance zu verbessern. Die Felgenbreite der neuen Laufräder wurde auf das 17 mm Innenmaß vergrößert und bietet den modernen 25 mm Reifen optimal Platz. Laut Mavic können sogar Reifen von 23 bis 32 mm verwendet werden. Die Tubular-Modelle besitzen eine Breite von 22 mm außen und bieten Reifen von 25 bis 32 mm Platz. Alle Laufrad-Reifen-Systeme marschieren mit den bestehenden Grip- bzw. Powerlink-Reifen in 25 mm vom Band.

  • Ksyrium Pro Carbon SL TKsyrium Pro Carbon SL T
    Ksyrium Pro Carbon SL T
    Ksyrium Pro Carbon SL T
  • Ksyrium Pro Carbon SL T DiscKsyrium Pro Carbon SL T Disc
    Ksyrium Pro Carbon SL T Disc
    Ksyrium Pro Carbon SL T Disc
  • Ksyrium Pro Carbon SL C DiscKsyrium Pro Carbon SL C Disc
    Ksyrium Pro Carbon SL C Disc
    Ksyrium Pro Carbon SL C Disc
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Test the best (Ksyrium Pro Carbon Tubular Non-Disc)

Die Strecke der zweiten Testfahrt war nicht minder spektakulär als jene des Vortages: 120 Kilometer inklusive eines Rollerbergs und eines 6 Kilometer langen Anstiegs mit 12% im Schnitt, genannt Teton Pass. Ausgestattet wurde ich mit einem Moots Titan Rennrad und einer Sram Red samt sportlicher 39-25 Übersetzung für meinen Kampf gegen die Gravitation. Am Rollerberg eröffnete ich gemäß der Laufräder Willen das Gemetzel. Die 1.190 Gramm der Ksyrium Pro Carbon Tubular Non-Disc waren schnell in Bewegung, der Vortrieb enorm. Es stellte sich eine Art von Spaß bergauf ein, und da ich die vergleichbare CC-Ultimate-Variante noch aus meinen Rennjahren kannte, war ich auf den direkten Vergleich schon sehr gespannt.

Es kam Mavic-typisch - am Papier noch eine relativ trockene Angelegenheit, ohne groß angepriesene technische Highlights, einmal eingespannt dann aber die Kehrtwende. Das Laufrad machte sofort großen Spaß, beschleunigte fein aus den Serpentinen hinaus, es kam trotz meines Wohlstandsastrals zu keinem Schleifen der Bremsbeläge und endete in carbontypisch harter Entschleunigung beim Bremsen. Den Unterschied zu anderen Herstellern macht scheinbar die perfekte Abstimmung von Nabe, Speichen, Felge und Reifen zueinander.

Der Teton Pass brachte dann auch den von mir gewünschten Bremshärtetest. Eine Stunde quälte ich mich das hochalpine Gelände auf 2.600 Meter hinauf, um den Everyday-Faktor zu ermitteln. Vorab hatte ich mich mit einigen anderen Geisteskranken zum Downhill-Battle verabredet, um nicht alleine als Irrer abgestempelt zu werden. In den ersten langen Kurven nahmen wir Fahrt auf und 100 km/h Highspeed war schnell erreicht. Ich hatte schnell volles Vertrauen in die Bremsleistung und wir verzögerten kurz und hart, ohne Aufheulen - nur große Mengen an gelbem Staub zeugten von der Energievernichtung. Den raschen Abrieb der Bremsgummis würde ich wohl als das größte Manko der neuen Bremsflanken einordnen. Fazit: der Laufradsatz vermittelte auch bergab ein vertrautes, sicheres Gefühl ohne dem "Weiterschieben" manch anderer Carbonfelgen - für meinen Fahrstil sehr gelungen.

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    Ksyrium Elite
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  • Yksion Elite AllroadYksion Elite Allroad
    Yksion Elite Allroad
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Mavic Ksyrium 2016

Modell
Gewicht
Verfügbarkeit
UVP
Ksyrium Pro Carbon SL C Disc
1.520 g
September 2015
€ 1800,-
Ksyrium Pro Carbon SL T Disc
1.320 g
Juli 2015
€ 1900,-
Ksyrium Pro Carbon SL C
1.380 g
September 2015
€ 1800,-
Ksyrium Pro Carbon SL T
1.190 g
Juli 2015
€ 1900,-
Ksyrium Pro Disc Allroad
1.620 g
September 2015
€ 1000,-
Ksyrium Pro
1.550 g
Juli 2015
€ 900,-
Ksyrium Elite
1.475 g
ab sofort
€ 639,-
Ksyrium Disc
September 2015
€ 425,-
Yksion Elite Allroad 30
320 g
Juli 2015
€ 60,-

Ksyrium Outfit

Detailansicht
Ergo 3D Pro Endurance Insert

An beiden Tagen konnten wir ebenfalls die neue Ksyrium Bekleidung testen. Mavics neueste Errungenschaft in Sachen Dämpfungstechnologie ist ein Material namens Ortholite. Dieses kommt im Sitzpolster, der Handschuhinnenhand und der Schuhsohle zum Einsatz, kann Schläge besser filtern, Schweiß schneller absorbieren und den Druck besser verteilen. Zudem wurde der Sitzpolster neu gestaltet, die Sitzfläche ist komplett abgeflacht und es gibt keine Unebenheiten mehr, die eine homogene Druckverteilung hemmen könnten. Der Schnitt ist für eine graveltypische, entspannte, aber doch sportliche Haltung optimiert.

Als notorischer Handflächenbräuner testete ich die Handschuhe 40 km auf den Gravelroads mit dem Ergebnis, dass sie sehr gut sitzen und die Stöße gut absorbieren. Ich kann allerdings mit keinerlei Vergleich zu anderen Handschuhen dienen.

Schuhe und Helm wurden designtechnisch an die Farbe der restlichen Kleidung angepasst. Um den Kopf vor herumfliegendem Kleingetier zu schützen, wurden die Frontschlitze mit Fliegengitter abgedeckt, die ich zwecks besserer Belüftung am zweiten Tag brutal herausschnitt.

Klassisch gehalten sind die neuen Schuhe: 1x Boa-, 2x Klettverschluss, belüftete Composite Carbonsohle. Die Passform ist ähnlich dem Zxellium Schuh, und ich konnte im Antritt nur minimale Unterschiede in der Steifigkeit zur Vollcarbonsohle feststellen. Generell trägt sich die neue Bekleidung sehr gut und erfrischt mit neuen Farben abseits von schwarz/weiß.

  • Ksyrium Pro SchuheKsyrium Pro Schuhe
    Ksyrium Pro Schuhe
    Ksyrium Pro Schuhe
  • Aksium Elite HelmAksium Elite Helm
    Aksium Elite Helm
    Aksium Elite Helm
  • Ksyrium Pro JerseyKsyrium Pro Jersey
    Ksyrium Pro Jersey
    Ksyrium Pro Jersey
  • Ksyrium Pro LS JerseyKsyrium Pro LS Jersey
    Ksyrium Pro LS Jersey
    Ksyrium Pro LS Jersey
  • Ksyrium Pro BibsKsyrium Pro Bibs
    Ksyrium Pro Bibs
    Ksyrium Pro Bibs
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  • Mavic Ksyrium Reinvented

Fazit

Die Neuauflage der 2016er Ksyrium Linie ist absolut gelungen. Mit dem Allroad Disc Wheel Tire System bringt Mavic für mein Empfinden die erste 100% gelungene Disc-Laufrad-Reifen-Kombination im Sinne von anyroad, anytime, anywhere.

Die Carbon Ksyrium Modelle entsprechen der letzte Evolutionsstufe. Abgesehen vom hohen Bremsbelagverschleiß konnte ich keinerlei Mängel feststellen. Als Disc-Variante zählt es meiner Meinung nach zu den sichersten Laufrädern am Markt.

  • Mavic Ksyrium Reinvented

Sehr cooler Bericht über die kommende Franzenware.

 

Die neuen Ksyrium Elite fahre ich seit ein paar Tagen, eine spürbare Verbesserung zu den Vorgängern.

Die Reifen sind spürbar verbessert, liegen im Nassen allerdings immer noch hinter dem Klassenprimus.

 

Bei der Disc-Version der Ksyrium-Pro hoffe ich auf die höhere Torisonssteifigkeit der Nabe als bis dato von Mavic bekannt, sonst schleift die Disc bei jedem Antritt. Da bin ich auf die neuen wirklich gespannt. Wenn der Sound dann auch noch nach Musik klingt, dann muss ich meinen Laufradpark wohl wieder erweitern.

 

Dass die Clincher-Modelle auch in Zukunft den Alu-Kern behalten ist positiv, somit bleiben sie auch weiterhin sehr empfehlenswert. Die paar Gramm kann "man" der Sicherheit ruhig abverlangen.

Bearbeitet von 6.8_NoGravel
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Die Generation 2016 der Ksyrium Elite hat bei mir schon auf den ersten paar hundert km einen sehr positiven Eindruck hinterlassen.

 

Spürbar steifer als die Vorgänger, auch steifer als die SLS (SLE), zumindest optisch aerodynamischer als die Vorgänger und durch die breite Felge für 25 mm Reifen optimiert.

 

Foto1564.jpgFoto1565.jpgFoto1566.jpgFoto1567.jpgFoto1568.jpg

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Danke, war eine feine Reise.

 

@wolfi: Die meisten Produkte kommen an Herbst, nach der Eurobike.

 

@martin, josi: Die Carbon Disc Variante mit einem Dugast stell ich mir unglaublich gut am Crosser vor. Nachdem Mavic versucht hat die größt mögliche Dämpfung bei gewohnt hoher Steifigkeit zu erreichen werden die beim gemüsieren richtig abgehn.

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  • 3 Monate später...

Bei der Ksyrium Pro Allroad Disc ist mir folgendes in der Produktbeschreibung aufgefallen -

 

Einbaubreite: 10x130 mm Standard Schnellspanner, umrüstbar auf 12 mm Steckachse (135 und 142 mm)

 

d. h. für einen 135 mm Hinterbau mit Schnellspanner würde ich irgendeinen Adapter brauchen, z.B so ein Teil wie beim Turbo Muin dabei war?

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Bei der Ksyrium Pro Allroad Disc ist mir folgendes in der Produktbeschreibung aufgefallen -

 

 

 

d. h. für einen 135 mm Hinterbau mit Schnellspanner würde ich irgendeinen Adapter brauchen, z.B so ein Teil wie beim Turbo Muin dabei war?

 

Die Laufräder sind für Schnellspanner und können auf 12mm Achse umgerüstet werden. Werden mit 2 QR ausgeliefert.

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