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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Wer schon einmal photochromatische (selbsttönende) Brillen beim Outdoor-Sport getragen hat, möchte diesen Komfort nicht mehr missen. Gerade als Radfahrer ist man oft wechselhaften Lichtbedingungen ausgesetzt und will sich heutzutage nicht mehr die Arbeit mit Wechselgläsern antun oder mit dem Abnehmen der Brille ganz auf den Schutz verzichten. Einziger Nachteil vieler selbsttönenden Linsen ist allerdings, dass der Wechsel von Kategorie 1 (leicht getönt) auf Kategorie 3 (dunkel getönt) etwa 20 Sekunden dauert, was für spontane Lichtveränderungen, wie sie bei Tunneldurchfahrten oder im raschen Licht-Schatten-Spiel im Wald vorkommen, zu langsam ist.
Mit der Bot 2 brachte das Italienische Unternehmen Out Of letztes Jahr die zweite Generation ihrer elektronischen Radbrille auf den Markt, die mittels eines verbauten LCD Moduls die Tönung der Iridium-Filter innerhalb von 0,09 Sekunden an die vorherrschenden Lichtverhältnisse anpasst. Ohne Batterien, ohne Laden, vollkommen automatisch. Out Of spricht von einer unbegrenzten Anzahl an Tönungen und zielt darauf ab, mit ihren bunten IRID-Linsen das gesamte Übertragungsspektrum zwischen S1- und S3-Filtern abzudecken. Hinweis: Die IRID-Klarsichtlinse schafft hingegen nur Tönungen zwischen S1 und S2.Wir haben uns für ein Testexemplar der Bot 2 mit “IRID-Red”-Gläsern inklusive der verstellbaren “Adapta”-Bügel entschieden und diese mehrere Wochen lang ausprobiert.
In 0,09 Sekunden von S1 zu S3 mit 0 Batterien!
Das italienische Unternehmen Out Of wurde von drei Geschwistern gegründet: Federico, der ein Physikstudium mit Auszeichnung abgeschlossen hat, Roberto, einem Industriedesigner, und Laura, einer Grafikdesignerin. Alle drei verbindet eine tiefe Leidenschaft für Outdoor-Sportarten, weshalb sie sich fortwährend auf die Entwicklung von Sportbrillen fokussierten. Made in Italy im hauseigenen R&D-Labor mit Reverse Engineering, 3D-Scannen, schneller Prototypenerstellung mittels 3D-Druck, Elektroschweißen und Luxmeter-Messungen.Die hier vorgestellte Bot 2 ist die einzige photochromatische Sportsonnenbrille auf dem Markt mit den revolutionären IRID-Gläsern. Dabei handelt es sich um LC-Linsen, die in weniger als einer Sekunde ihre Tönung elektronisch an das Umgebungslicht anpassen können. Sie deckt jede Tönung zwischen S1- und S3-Filtern ab und bietet sanfte Übergänge. Ohne Batterien, 100% wasserdicht. Übrigens: Die Bot 2 funktioniert auch hinter einer Windschutzscheibe im Auto, da die Photovoltaikzelle auf jedes Licht reagiert, nicht nur auf UV-Strahlung.
Die "Regular"-Variante mit durchgängigen Carbonbügeln (zumindest führt Out Of den Begriff "all carbon temples" auf ihrer Seite an) soll niedrige 29,5 Gramm wiegen. Die von uns getestete Bot 2 mit den verstellbaren "Adapta"-Bügeln kommt auf 34 Gramm; immerhin um mehr als 12% leichter als die von uns im letzten Jahr vorgestellte Evil Eye E-Sense E036 mit ähnlicher Technologie.
* Inkl. Gratisversand innerhalb der EU
In optischer Hinsicht besitzt die Bot 2 den schlanken, sportlichen Look von Radbrillen anderer High-End-Marken. Abgesehen von einer Erhöhung in der Mitte, hinter der man bei genauem Hinsehen die Photovoltaikzellen durch die rot-violette Iridium-Verglasung schimmern sieht, und einer breiteren Schattierung im Inneren des Rahmens, ist die elektronische Bot 2 kaum von gewöhnlichen Radsonnenbrillen zu unterscheiden.
Nasenflügel und Bügelscharniere sind zwar nicht in der Neigung verstellbar, machen jedoch einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Auch das Gewicht geht trotz der High-Tech-Features in Ordnung: 34 Gramm bei der "Adapta"-Variante tragen nicht wirklich auf und die Brille fühlt sich selbst am Näschen nicht unangenehm schwer an. Dazu tragen die biegsamen Kunststoffbügel mit den Silikonenden bei, denn so lässt sich die Brille nicht nur rutschsicher an den Kopf des Trägers anpassen, sondern auch die Gesamtlast besser verteilen als beispielsweise bei der 39 Gramm schweren Evil Eye E-Sense.Mittels eines optischen Inserts (Optical Insert XS050470) lässt sich die Bot 2 auch mit optischen Gläsern in der Sehstärke des Trägers verwenden.
Während das Design einer Brille Geschmacksache und die Ergonomie außerdem von der Kopf- und Gesichtsform des Trägers abhängig ist, bleibt in puncto technischer Funktion kein Auge trocken. Die Bot 2 funktioniert einwandfrei, und die zylindrischen Gläser wechseln stufenlos von einer hellen (S1) zu einer dunklen (3) Tönung. Im direkten Vergleich zur Evil Eye E-Sense fällt auf, dass die Bot 2 - obwohl beide Brillen eine Range von Kategorie eins bis drei angeben - nicht ganz so stark abdunkelt. Egal.Abgesehen davon funktioniert das Abdunkeln bzw. das Aufhellen dermaßen schnell, dass wir trotz unterschiedlicher Reaktionszeiten keinen Unterschied feststellen konnten (Bot 2: 0,09 Sekunden vs. Evil Eye: 0,6 Sekunden). Die Angabe "0,09" Sekunden ist wohl auch mehr als Marketing-Gag zu verstehen, da die direkte Konkurrenz mit "0,1" Sekunden wirbt. Man wollte wohl auf dem Papier ein bisschen schneller erscheinen. Aber noch einmal: Egal, ob ihr aus dem Tunnel ins gleißende Sonnenlicht tretet oder euch der Wald mit einem Licht-/Schattenspiel erfreut - am Ende macht es keinen Unterschied.
Natürlich sind 349 bzw. 359 Euro kein Bemmerl, wie der Österreicher so schön zu sagen pflegt. Allerdings kosten die Bot 2 im Vergleich zu den Evil Eye E-Sense (Listenpreis 649 Euro) fast nur die Hälfte und könnten deshalb sogar als Schnäppchen bezeichnet werden - es kommt also immer auf die Perspektive an.Unabhängig vom Preis finden wir die Marke der drei Geschwister, ihre Herangehensweise und auch das Produkt äußerst cool: Made in Italy, hochwertige Verarbeitung, hoher Komfort, eigenständiger Look, 100%iger UVA/UVB-Schutz mit einer schnellen und elektronischen Tönung ohne Batterie. Warum sich einmal im Inneren der Verglasung über der Solarzelle Kondenswasser angesammelt hat, wissen wir nicht. Es war allerdings so schnell wieder weg, wie es gekommen ist - wir werden es weiterhin im Auge behalten und in den Kommentaren darüber berichten.Bikeboard-Tipp: Für eine optimale Passform und einen sicheren Sitz empfehlen wir die "Adapta"-Version, auch wenn sie 4,5 Gramm mehr wiegt und 10 Euro mehr kostet.
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