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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Die Rennradwelt präsentiert sich heute so vielfältig und spannend wie nie zuvor. Von Aero- über Leichtbau- bis hin zu Endurance-Rennern, von Cyclocross- über Gravel- bis hin zu Adventure-Modellen – die Auswahl scheint schier grenzenlos zu sein. Allerdings verlieren in diesem breiten Spektrum sowohl Einsteiger als auch erfahrene Fahrer oft den Überblick, selbst innerhalb des Portfolios eines Herstellers. Denn heutzutage bietet manch einer bis zu sechs verschiedene Rennradmodelle an, bei denen altbewährte Klassiker und innovative Neuentwicklungen undurchsichtig miteinander verschmelzen, während sich die Einsatzbereiche überschneiden.Anstatt sich in der Flut der Möglichkeiten zu verlieren, unterzog Focus sein Rennradprogramm für 2024 einer sorgfältigen Überarbeitung und präsentiert stolz die 4. Generation ihres Izalco Max (RACE) – ein kompromissloses Rennrad, das Racer, Amateure und Weekend Warriors gleichermaßen begeistern soll.
Lasst uns nun an dieser Stelle einen kurzen Blick auf die anderen Rennradvertreter von Focus werfen. Das Atlas (GRAVEL) bleibt im Sortiment und richtet sich weiterhin an Gravelbiker und Abenteurer mit seiner komfortablen, leicht aufrechten Sitzposition, breiten Reifen und Aufnahmen für Schutzbleche und Gepäckträger.Last but not least steht für das kommende Jahr eine weitere Neuentwicklung aus Stuttgart in den Startlöchern, die sich zwischen der 'Race' und 'Gravel' positionieren wird. Mehr Details werden Ende dieses Jahres enthüllt.Aber zurück zum neuen Izalco Max. NoPain war für Bikeboard beim Presslaunch in den französischen Vogesen dabei und durfte das von der UCI homologierte Rennrad bereits ausgiebig probefahren.
Geschwindigkeit.
Ohne Frage lautete das Entwicklungsziel fürs neue Izalco Max, "das schnellste Rennrad zu bauen, das Focus jemals im Programm hatte." Obwohl dies flott definiert und einstimmig beschlossen wurde, gestaltete sich die Umsetzung deutlich weniger zügig. Denn dazu musste das Aero-Performance-Rennrad aerodynamischer und steifer werden, ohne dabei an Gewicht zuzulegen bzw. zu viel an Komfort einzubüßen. Außerdem benötigte es eine radikalere Geometrie für ein sportlicheres Handling. Ach ja, und Spaß sollte es dann ja auch noch machen.
Um es vorwegzunehmen: Das Ziel wurde schließlich durch eine unermüdliche Jagd nach 'marginal gains' erreicht.
Das Gewicht eines Rahmens hängt von vielen Faktoren ab: Aerodynamik, Steifigkeit, Struktur und Carbonfasern, um nur einige zu nennen. Verändert man einen dieser Faktoren, ändert sich das Gewicht höchstwahrscheinlich auch - entweder zum Guten oder zum Schlechten.
Sogenannte "Truncated NACA Shapes", oder auch Kamm-Tail-Profile, gelten seit jeher als optimaler Kompromiss aus guter Aerodynamik, hoher Rohrsteifigkeit und geringem Gewicht. Wie üblich entwickelte Focus mehrere "Izalco Max NACA Shape"-Varianten per CFD Software und verglich die erfolgsversprechensden Prototypen miteinander im Windkanal. Der Sieger dieses internen Vergleichs wurde als Basis für den neuen Izalco Max Rahmen herangezogen.
Im abschließenden Windkanaltest des fertigen Rades folgte die Bestätigung der hauseigenen NACA-Rahmenform: Durch die Einsparung von 6,6 Watt bei 45 km/h ist das neue Izalci Max über eine Strecke von 45 km im Vergleich zu seinem Vorgänger um 1 Minute 47 Sekunden schneller. Außerdem konnte die Seitenwindanfällig signifikant reduziert werden.Und auch das daraus resultierende Rahmengewicht von 865 g für die 9er Serie und 1.050 g für die 8er Serie, jeweils in Rahmengröße M mit zusätzlichen 400 g für die Gabel, konnte sich sehen lassen.
Schnell(er)
Wie bereits erwähnt, wurde sehr an den Stellschrauben für Steifigkeit und Komfort gedreht, um eine perfekte Balance zu finden. In Zahlen ausgedrückt, vermeldet Focus eine Steigerung der Steifigkeit am Tretlager (Speed) um 15%, eine Erhöhung am Steuerrohr (Handling) um 8% und eine Verbesserung des Steifigkeits-Gewichts-Verhältnisses um 11%. Gleiches gilt für die Seitensteifigkeit der Gabel, die um 16% gesteigert wurde, wodurch das Fahrrad höhere Bremskräfte noch besser bewältigen kann.
Im Gegensatz dazu verlor das aktuelle Izalco in puncto Komfort am Rahmen 48% und an der Gabel 29%. Obwohl diese Prozentsätze relativ hoch klingen, fühlt sich der Renner in der Praxis immer noch ausreichend komfortabel und keineswegs "zu hart" an.Doch wie ist das möglich? Einerseits konnte der Sitzkomfort durch das kürzere Sitzrohr stark verbessert werden. Durch die länger herausragende Sattelstütze und das Setback-Design entsteht mehr Flex, der besonders harte Stöße beharrlich dämpft; darüber hinaus verpasste Focus sowohl Rahmen als auch Gabel eine maximale Reifenfreiheit für 30 Millimeter breite Pneus.Auch die DT Swiss ERC Laufräder mit 45 mm Felgenhöhe, U-Shape Design und 22 mm Maulweite tragen das Ihre dazu bei. Sie erlauben niedrigere Drücke für mehr Komfort und performen auch aus aerodynamischer Sicht richtig gut. Im Windkanal waren die ERC (Endurance) Laufräder am Izalco Max mit identischen 28C Reifen sogar schneller als die DT Swiss ARC (Aero).Hinweis: Reifen und Laufräder sind TLR, werden aber mit Schläuchen ausgeliefert.
Trotz des großen Fokus auf Aerodynamik & Co., durfte die Alltagstauglichkeit keinesfalls zu kurz kommen. Daher wurde auch der C.I.S. Rennrad-Vorbau weiterentwickelt, welcher die Kabel an der Unterseite nahezu unsichtbar in den Rahmen führt, jedoch jederzeit ohne Nervenzusammenbruch getauscht werden kann. Andererseits lässt sich die komplette Lenkervorbaueinheit auch komplett abnehmen, falls das Izalco Max in der Fahrradtasche verstaut werden soll."Hasslefree" trotz des sauberen Looks und aller aerodynamischen Vorteile, verfügt der C.I.S. Rennrad-Vorbau auch über eine integrierte Bikecomputer-Halterung für Wahoo und Garmin. An der Halterung kannst du sogar eine Lampe oder eine Action-Kamera befestigen.
Um das Izalco vom übrigen Portfolio (und einer noch geheimen, kurz bevorstehenden Neuauflage) klarer abzugrenzen, verpasste Focus dem Modell einen steileren Steuerrohrwinkel und ein höheres Tretlager. Diese Änderungen sollten insgesamt zu einem agileren Handling und einer verbesserten Beschleunigung führen.Ein kleines, aber feines Detail am Rande: Selbstverständlich erhielt jede Rahmengröße ein adaptiertes Layup, damit der Rahmen in allen Rahmengrößen annähernd idente Steifigkeitswerte und Fahreigenschaften aufweist.
* Bei der Stack-To-Reach-Berechnung wurden beim Stack die Vorbauhöhe und beim Reach die Vorbaulänge berücksichtigt.
Das neue Izalco Max ist in sieben Rahmengrößen erhältlich. Kombiniert mit dem aerodynamischen C.I.S. Rennrad-Vorbau, der in sechs Längen von 70 bis 120 mm erhältlich ist, sollte wirklich für jeden die passende Radposition möglich sein.Glücklicherweise haben die Entwickler beim Design darauf geachtet, dass der Kunde auch nach dem Kauf mühelos zu einem kürzeren oder längeren Vorbau wechseln und Vorbau-Spacer hinzufügen oder entfernen kann, ohne die Bremsleitungen öffnen zu müssen. Super!
Alle Rahmen der Serie 9 besitzen ein höherwertiges Carbon-Layup und wiegen deshalb in Größe Medium nur 865 Gramm mit zusätzlichen 400 g für die Gabel. Sie sind selbstverständlich UCI approved und dediziert für Smarttrainer freigegeben.
Zusätzlich zu den leichten Rahmen der Serie 9, welche ein Gewicht von 865 g aufweisen, wird es auch eine weitere Serie 8 mit drei Modellen geben. Die Rahmen der Serie 8 sind mit 1.060 g etwas schwerer, da sie einen kostengünstigeren Fasermix besitzen, allerdings auch deutlich günstiger.Trotz der Unterschiede in der Rahmenstruktur teilen beide Serien die gleiche Geometrie, bieten ein agiles Handling, verfügen über ein aufgeräumtes sowie aerodynamisches Cockpit und liegen auch bei der Steifigkeit auf gleichem Niveau. Ebenso sind sie UCI approved und dediziert für Smarttrainer freigegeben.
Obwohl Modellname und Bezeichnung unverändert geblieben sind und es sich nach wie vor um ein Aero-Rennrad mit Kamm-Tail-Profilen und abgesenkten Sitzstreben handelt, ist das neue Izalco Max bereits auf den ersten Blick deutlich von seinem Vorgänger zu unterscheiden.Durch die breiteren Gabelscheiden und den kräftigeren Rahmen wirkt das Rad harmonischer, während ihm seine edle Lackierung und dezente Beschriftung einen exklusiven Touch verleihen. Aber auch viele kleine Details erfuhren Verbesserungen: So führt der neu entwickelte C.I.S. Rennrad-Vorbau die Kabel nicht nur sauber in das Steuerrohr, sondern integriert sich mit seiner zeitgemäßen, markanten Form auch stimmig in das Gesamterscheinungsbild. Die Sattelstützenklemme wurde ebenfalls ansprechender integriert und erweist sich in ihrer Handhabung als vorbildlich und absolut rutschsicher. Der Easton EC70 Carbon Aero Lenker ist unverändert und besticht nach wie vor mit seiner ergonomischen Form und den vielfältigen Griffpositionen.
Obwohl sich an der grundlegenden Radposition kaum etwas verändert hat - in der Rahmengröße Medium wurde der Reach um 10 mm kürzer, während der Vorbau um 10 mm länger wurde - waren bereits auf den ersten Metern erhebliche Unterschiede zur dritten Generation spürbar. Durch eine Vielzahl von minimalen Geometrieänderungen wurde die aerodynamische Rennradhaltung nochmals schärfer. Der steilere Lenkwinkel, das erhöhte Tretlager und verschiedene andere Anpassungen führten zu einem um 20 Millimeter (!) verkürzten Radstand und somit zu einem deutlich wendigeren Fahrverhalten.In fahrdynamischer Hinsicht war das Handling präzise, schnell und dennoch sicher, die Cornering-Eigenschaften herausragend, und das Rad blieb auch bei höheren Geschwindigkeiten stabil auf Kurs. Als einzigen Nachteil dieser progressiveren Geometrie konnte ich bloß die eingeschränkte Fußfreiheit bei vollem Einschlag des Vorderrads feststellen.
Auch das deutliche Plus an Steifigkeit machte sich nicht zwangsläufig negativ bemerkbar, und das Izalco Max 9.8 fühlte sich stets 'ausreichend komfortabel' und keineswegs 'zu hart' an. Angesichts der kommunizierten Komforteinbußen (laut Prüfstand -48% am Rahmen und -29% an der Gabel) stellte sich mir die Frage, wie das überhaupt möglich war.Nach der langen Probefahrt in den Vogesen bin überzeugt, dass der mehr als ausreichend vorhandene Komfort auf die Kombination aus der besser flexenden Sattelstütze, den DT Swiss ERC Laufrädern mit 22 mm Maulweite und den 28 mm breiten, geschmeidigen Vittoria-Reifen zurückzuführen war, die zudem noch nicht einmal Tubeless gefahren wurden.Trotz der optimalen Ausstattung bleibt aber festzuhalten, dass sich das neue Izalco Max im direkten Vergleich zu seinem Vorgänger merklich steifer, härter und direkter fährt - eine Tatsache, die ambitionierte Amateure und Rennfahrer jedoch kaum stören dürfte. Alle anderen sollten ihre Aufmerksamkeit auf den Monat Dezember richten, wenn eine weitere Rennradneuheit aus dem Hause Focus erscheint.
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