Passwort vergessen?
Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Mit dem neuen Focus Paralane Endurance Rennrad schließt der renommierte deutsche Fahrradhersteller Focus dieses Jahr die Lücke zwischen dem Izalco Max Rennrad und den Atlas Gravelbikes. Das Besondere am neuen Paralane (Bikeboard.at war bei der Präsentation in den malerischen Vogesen Frankreichs): Auf den ersten Blick sieht es wegen seiner ausgeprägten Kamm-Tail-Profile fast so schnell aus wie der Profi-Renner; dennoch wurde es in jeder Hinsicht auf Langstreckentauglichkeit optimiert. Dazu gehören ein modifiziertes Carbon-Layup für die ausgewogene vertikale Nachgiebigkeit von Rahmen und Gabel, eine deutlich entspanntere Geometrie, großzügige Reifenfreiheit und eine runde Sattelstütze für mehr Sitzkomfort. Optional erhältliche Schutzbleche verbessern den Wohlfühlfaktor bei Regenwetter und schützen auch die nachfolgenden Mitfahrer vor Nässe.
Das brandneue Focus Paralane ist einfach nur schön. Der Endurance-Renner kommt in glänzendem Schwarz mit matten Elementen und besticht durch seine schlichte Eleganz. Die Seilzüge sind versteckt geführt, was das äußere Erscheinungsbild noch sauberer macht. So mag ich Fahrräder - schließlich falle ich schon genug auf. Aber genug geplaudert, jetzt geht's ab auf's Fahrrad. Denn wir sind schließlich zum Fahren hier, nicht zum Velosophieren.
Ich mag schlichte Fahrräder - schließlich falle ich schon genug auf.
Das aerodynamisch optimierte Cockpit überzeugt sowohl optisch als auch funktionell. Der weiterentwickelte C.I.S. Rennrad-Vorbau führt die Kabel nahezu unsichtbar an der Unterseite in den Rahmen und kann jederzeit schnell und einfach ausgetauscht werden. Zusätzlich lässt sich die komplette Lenker-Vorbau-Einheit komplett abnehmen, falls das Paralane in der Fahrradtasche auf Reisen gehen sollte. Aber auch ein Umbau auf ein Race-Gravelbike mit ausgestelltem Lenker ist problemlos möglich, da die Bremsleitungen unterhalb des Lenkerbands und somit außerhalb des Lenkers verlaufen.
Der Vorbau kommt ab Werk mit einer integrierten Bikecomputer-Halterung für Wahoo und Garmin, an der sich alternativ auch eine Lampe oder eine Action-Kamera befestigen lässt. In der optional am Oberrohr angebrachten Lenkertasche dahinter können die wichtigsten Utensilien für unterwegs verstaut werden.
* 8,6 kg gewogen mit Oberrohrtasche, mit Garmin Mount, ohne Schutzbleche** 9,2 kg gewogen mit Oberrohrtasche, mit Garmin Mount, mit Schutzblechen
Mit einem zugelassenen Systemgewicht von 120 kg eignet sich das Paralane sowohl für schwere Fahrer als auch für radikale Bikepacking-Abenteurer. Dabei gewährleisten das geschraubte BSA-Tretlager, die abnehmbare Umwerferbefestigung und ein Standard-Schaltauge, das auch von anderen Marken verwendet wird, langfristig eine reibungslose Funktionalität und vermeiden mögliche technische Probleme oder Versorgungsschwierigkeiten.
Einmal eingestellt und sofort für gut befunden. Die Geometrie mit dem hohen Steuerrohr, der langen Gabel und dem flachen Lenkwinkel ist optimal für längere Strecken ausgelegt, was man bereits nach den ersten Metern spürt. So bequem habe ich schon lange nicht mehr auf einem Rennrad gesessen. Bei den ersten Ausfahrten durch die Stadt und entlang der Donau geht es ganz entspannt zu. Kein Zwicken oder Ziehen im Rücken, nichts. Man fühlt sich einfach nur wohl auf dem Focus Paralane.Zusätzlich bietet die erhabene Sitzposition einen ausgezeichneten Blick auf alles, was einem bei einer Ausfahrt in Wien begegnen kann – Kinder, Hunde, Frisbees, Bierflaschen, Rollstühle. Das ist besonders wichtig innerhalb der Stadt oder auf belebteren Strecken.
* Bei der Stack-To-Reach-Berechnung wurden beim Stack die Vorbauhöhe und beim Reach die Vorbaulänge berücksichtigt.
Das neue Paralane ist in fünf Rahmengrößen erhältlich, die auf Basis einer professionellen Bikefitter-Datenbank berechnet wurden. Da jedoch jeder Radfahrer individuell gebaut ist und unterschiedlichste Bedürfnisse hat, wurde auch viel Wert darauf gelegt, dass sich das ausgewählte Rad in höchstem Maße an die persönlichen Ansprüche anpassen lässt. Darum wurde das Sitzrohr für runde 27,2-mm-Standard-Sattelstützen designt, um größtmögliche Flexibilität zu gewährleisten. In Kombination mit dem aerodynamischen C.I.S. Rennrad-Vorbau, der in sechs Längen von 70 bis 120 mm verfügbar ist und sich einfacher wechseln lässt als je zuvor, sollte wirklich jeder eine optimale Radposition einnehmen können.Selbstverständlich erhielten alle Rahmengrößen angepasste Layups, um sicherzustellen, dass die Räder in allen Größen annähernd identische Steifigkeitswerte und Fahreigenschaften aufweisen.
Das Systemgewicht von maximal 120 Kilogramm passt perfekt für mich, obwohl dadurch leider kein Platz mehr für Taschen bei einer Bikepacking-Tour bleibt. Aber das war auch nicht mein Ziel, obwohl der Gedanke an eine herausforderndere Tour immer wieder aufkeimt. Der Rahmensatz mit Kamm-Tail-Profilen ist extrem stabil, und wenn ich das schreibe, dann ist es auch so.Überhaupt ist die Steifigkeit des gesamten Bikes absolut sensationell. Bei keiner Ausfahrt hatte ich jemals das Gefühl, dass sich hier etwas verwindet oder an seine Grenzen gebracht wird. Auch traten niemals Geräusche auf, weder beim gemütlichen Rollen noch beim kräftigen Antritt.
Der Focus Paralane Rahmensatz ist extrem steif und stabil.
Ich wollte es ja nicht glauben, aber die 32-mm-Rennradreifen fahren sich absolut genial. Gewohnt war ich 23- bzw. 25-mm-Reifen mit einem superdirekten Feedback über jede Unebenheit auf der Straße. Die Vittoria-Reifen (mit Schwalbe-Schläuchen) sind da vollkommen anders. Klar, etwas weniger Feedback, dafür aber extrem komfortabel. Endlich kann ich auch die Abkürzung über die Lusthausallee nehmen, ohne schon auf den ersten Kilometern das Gefühl zu haben, die Trinkflaschen zu verlieren (dort läuft es sich übrigens auch sehr mühsam, möchte ich hier anmerken).
Ebenso angenehm empfand ich die Flexibilität, nahezu jeden Weg nehmen zu können. Der Radweg in Richtung Orth an der Donau ist bekanntermaßen zu 90% gut asphaltiert, aber die restlichen, mühsamen 10% hielten mich bisher immer von der Tour ab. Nun habe ich das endlich nachgeholt und kann nur meine persönliche Empfehlung aussprechen - vorausgesetzt, das Material spielt mit.
Ich weiß, ich weiß, wer bremst, verliert. Aber ich fahre gerne flott und bremse scharf, weshalb mir die Bremsperformance extrem wichtig ist - nicht zuletzt, weil ich bergab aufgrund meiner natürlichen Beschleunigung etwas früher und fester als andere zum Hebel greifen muss.Die Ultegra-Bremshebel sind leicht erreichbar, bieten gutes Feedback und packen auch im Ernstfall hart, aber kontrolliert zu. Die 160er Discs vorne und hinten finde ich im Übrigen sehr beruhigend.
Ein paar Worte zu den Schutzblechen: Focus hat das Paralane nicht nur mit zahlreichen Anschraubpunkten versehen, sondern auch gleich ein spezielles und wirklich günstiges Schutzblechset (Art.Nr. 311048800 für 39,99 Euro) entwickelt, das weder den sportlichen Auftritt noch die Alltagstauglichkeit negativ beeinträchtigen soll. Ich habe sie auf den ersten Winter- und Frühjahrsausfahrten getestet und abgesehen von der Optik für gut befunden.Obwohl man sich die Dinger wegen ihrer Funktion schönreden kann, muss man in der Praxis aber doch sehr aufpassen, wie man das Rad abstellt. Kommt irgendetwas mit den Blechen in Berührung, beginnen die recht knapp bemessenen Schützer schnell an den Reifen zu streifen, was sofort als akustisches Feedback zu vernehmen ist. Deswegen habe ich dann schon bald den Schraubenzieher in die Hand genommen und die Bleche entfernt. Das ging dafür wieder absolut einfach und war kein großer Aufwand.
Hinweis: Das gebogene, silberne Befestigungsblech am hinteren Kotschützer ist ein Prototyp und entspricht nicht der finalen Serie.Die Montagepunkte sind geschickt versteckt: Einer unter der Gabelkrone, der zweite hinter dem Tretlager und ein dritter an der abnehmbaren Sitzstrebenbrücke. Für eine ausgezeichnete Stabilität und hohe Traglasten sorgen jeweils zwei Gewinde in den austauschbaren Steckachsen, die im Schutzblechset enthalten sind. Die Schutzbleche wiegen inklusive der Sitzstrebenbrücke und allen Schrauben 535 g, sind üblicherweise in 5 Minuten montiert und optimal an die Reifen angepasst. Die maximale Reifenfreiheit beträgt 33 Millimeter mit montierten Schutzblechen. Zudem wurden die Bleche länger als üblich designt, um den Schutz zu verbessern.
Ich glaube, ich bin verliebt. Nein, im Ernst - das Focus Paralane ist dermaßen perfekt konzipiert, dass man am liebsten alle Strecken damit fahren möchte. Egal, ob es die Radtour nach Tulln ist oder nur das Klassentreffen im Schweizerhaus. Draufsetzen, losfahren und viel Freude haben – genau so mag ich das!Anmerkung der Redaktion: NoGold wird das Paralane nun so lange weiterfahren, bis jemand vom Focus Marketing Team das Bike vermisst. Danach, wie er uns vertraulich mitteilte, möchte er das Testrad auf jeden Fall privat erwerben. Ein deutlicher Beweis dafür, dass das Rad seinen Wünschen entspricht.
Alle Kommentare (16) im Forum