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Focus Jam² SL mit Fazua Ride 60 - Showroom

Focus Jam² SL mit Fazua Ride 60 - Showroom

27.10.22 06:28 1.931Text: NoManFotos: Erwin Haiden, Focus BikesDas Beste aus zwei Welten? Focus präsentiert ein leichtes E-MTB, das die Power eines Pedelecs mit der Leichtfüßigkeit eines konventionellen Mountainbikes verbinden soll. Als Testauftakt bat Bikeboard das 150-mm-Fully mit Vollcarbonrahmen und Fazua Ride 60-Unterstützung zum Schaulaufen vor die Kamera.27.10.22 06:28 2.265

Focus Jam² SL mit Fazua Ride 60 - Showroom

27.10.22 06:28 2.2656 Kommentare NoMan Erwin Haiden, Focus BikesDas Beste aus zwei Welten? Focus präsentiert ein leichtes E-MTB, das die Power eines Pedelecs mit der Leichtfüßigkeit eines konventionellen Mountainbikes verbinden soll. Als Testauftakt bat Bikeboard das 150-mm-Fully mit Vollcarbonrahmen und Fazua Ride 60-Unterstützung zum Schaulaufen vor die Kamera.27.10.22 06:28 2.265
Eine ohnehin schon vielseitige Plattform wurde soeben um eine weitere Facette reicher. Der Name Jam steht bei Focus nämlich für vieles:
Gemein sind allen drei Spielarten 150 mm hinterer Federweg, 29-Zoll-Laufräder, F.O.L.D. Kinematik, C.I.S. Vorbau, Flip Chip und die Ausrichtung als breitentaugliche Spaßgaranten.
Aber wollen wir mal die Dinge nicht ganz so kursorisch behandeln und vor allem den Newcomer Focus Jam² SL etwas genauer betrachten. Denn zu Testzwecken beehrte unmittelbar vor dem Launch ein Vertreter der neuen Spezies in der 9.9-Ausstattungsvariante unsere Redaktion.
Erste Praxiseindrücke wurden seither wohl schon gewonnen, möchten wir aber für einen späteren, gewohnt ausführlichen Report aufsparen. Hier zum Auftakt vorerst alles Wissenswerte zu Rahmen, Antrieb und technischen Details – in bewährter Manier hübsch eingefangen im Bikeboard-Fotostudio (ergänzt um Impressionen vom Hersteller).

 Ride a new High 

Focus verspricht Jam² SL-Ridern den ultimativen Kick - unser Test wird's zeigen ...

Was' wiegt, das hat's

Wenn SL am Rahmen drauf steht und "leicht" in den Presseunterlagen drinnen, interessiert als erstes natürlich das Abschneiden auf der unbestechlichen BB-Waage. Und siehe da: 19 Kilogramm (fast) geradeaus in Größe M sind ein feiner Wert für ein elektrisch unterstütztes Fully mit 150 mm Federweg am Heck und sogar 160 mm an der Front - zumal, wenn sich der Preis trotz attraktiver Ausstattung bei vergleichsweise schlanken 8.499 Euro einbremst!

Vorrangig hierfür verantwortlich sind zwei Faktoren: Rahmen und Antrieb. Ersterer besteht im Fall des Testbikes und des nochmal 3.000 Euro darüber angesiedelten Topmodells aus dem sogenannten MAX Carbon-Layup.
Anders als die Vollcarbonrahmen der beiden günstigeren Modelle 8.8 (€ 6.999,-) und 8.7 (€ 6.199,-) beinhaltet dieses neben den High Strenght- und High Tenacity-Fasern auch noch High Modulus-Fasern. Das Endprodukt wird dadurch nochmal leichter, ohne Focus zufolge die Steifigkeit zu vernachlässigen oder Schwächen bei der Bewältigung der einwirkenden Kräfte zu zeigen.

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Auffällig ist am Focus Jam² SL jedenfalls das tief gezogene, geknickte Oberrohr mit dem teilintegrierten Dämpfer. Es steht für eine möglichst niedrige Überstandshöhe und somit viel Bewegungsspielraum auf dem Bike.
Gleichzeitig stellt das markante, „krawattenförmige“ Oberrohr, wie uns die Stuttgarter selbstbewusst erklären, die jüngste Iteration von Focus Designsprache dar – und bündelt in seinem Querschnitt laut Hersteller das ideale Verhältnis von Steifigkeit, moderner Formensprache und geringem Gewicht.
Sämtliche Einstellungselemente des Federbeins sollen trotz der Teilintegration gut erreichbar sein.

Tech Specs

Rahmen: MAX Carbon, 150 mm F.O.L.D. Gen3 Kinematik Schaltwerk: Shimano Deore XT M8100, 12-f
Größen: S/M/L/XL Kassette: Shimano Deore XT M8100, 12-f, 10-51Z.
Antrieb: Fazua Ride 60, 60 Nm, 450 W max. Laufräder: DT Swiss HX 1700 LS, 30-622, 110x15/148x12 mm
Batterie: Fazua Ride 60 Energy 430, 430 Wh Reifen: Schwalbe Magic Mary, 2,4" Super Ground Soft/Schwalbe Nobby Nic 2,4" Super Trail SpeedGrip
Display: Fazua LED Hub + Ring Control Steuersatz: Acros ZS56/ZS56 (ICR), 1,5/1,5" angle Headset
Gabel: LFox 36 Float Performance Elite 29, Grip2, 110x15 mm, 44 mm Offset, 160 mm Vorbau: Focus C.I.S. integr., 50 mm, 0°, 35 mm, Alu
Dämpfer: Fox Float X Performance, 210/55 mm Sattel: Fizik Taiga
Kurbel: Rotor eKAPIC, 32 Z. Sattelstütze: PM-MT171, 31,6 mm
Lenker: RaceFace Atlas 35, Alu, 820 mm, Rise 35 mm, Backsweep 8° Gewicht: 19,02 kg (ohne Pedale)
Bremse: Shimano XT M8120, 4-Kolben, IceTech 203 mm Preis: € 8.499,-
Schalthebel: Shimano Deore XT M8100, 12-f

Das Unterrohr beherbergt den herausnehmbaren Akku. Um dessen Abdeckung zu öffnen, braucht’s einen Inbusschlüssel, der praktischerweise immer in der hinteren Steckachse mitfährt. Dann noch ein Klick zwecks Entriegelung, fertig.
Generell sind Motor und Batterie des Fazua-Systems vollständig integriert und ziemlich schlank eingehaust, wodurch der E-Antrieb auf den ersten Blick gar nicht unbedingt zu erkennen ist.

Ebenfalls hübsch anzusehen ist das aufgeräumte Cockpit. Dank C.I.S. (Cockpit Integration Solution) laufen alle Kabel am Lenker in den Vorbau und durch den Steuersatz in den Rahmen des Jam² SL.
Und wenn wir gerade bei Akronymen sind: Der F.O.L.D. Hinterbau hat ein Update erhalten. Das Kürzel steht ja bekanntlich für Focus Optimised Linkage Design, und weil Optimierung nie aufhört, wurde beim Jam² SL die Anzahl der Gelenkteile (und damit Gewicht) reduziert und die Kinematik dahingehend verbessert, dass Bremseinflüsse eine noch geringere Rolle spielen und sich die Kontrolle über das Bike folglich erhöht.

Alle Rahmenbereiche, die Gefahr laufen, durch fliegende Steine etc. beschädigt zu werden, haben spezielle Schutzvorrichtungen erhalten. Um außerdem kleinflächige Lackschäden hintanzuhalten, enthält das Zubehörkit maßgefertigte Rahmensticker.
Sämtliche Rahmenlager sind mit einer zusätzlichen Dichtung versehen, um ihre Lebensdauer zu verlängern. Ausgelegt ist das leichte E-MTB für ein Gesamtsystemgewicht von 135 kg.

Geometrie

Größe S M L XL
Sitzrohrlänge (mm) 390 420 440 460
Steuerrohrlänge (mm) 100 100 120 140
Oberrohrlänge (mm) 578 608 637 672
Kettenstrebenlänge (mm) 440/447 440/447 440/447 440/447
Lenkwinkel 64,5/65,5° 64,5/65,5° 64,5/65,5° 64,5/65,5°
Sitzwinkel 76,5° 76,5° 76,5° 76,5°
Tretlagerabsenkung (mm) 25 25 25 30
Offset (mm) 44 44 44 44
Radstand (mm) kurz steil/kurz flach 1189/1209 1214/1234 1247/1267 1281/1301
lang steil/lang flach 1196/1216 1221/1241 1254/1274 1288/1308
Standover (mm) 790 790 790 792
Stack (mm) 614 614 632 650
Reach (mm) 430 460 485 515

Dem Spaßgedanken der Jam-Familie verpflichtet, will auch der jüngste Vertreter ausreichend Wendigkeit bieten, um schnelle Kurvenwechsel zu ermöglichen, knifflig angeordnete Wurzelteppiche oder Felsformationen mit einem Grinsen zu bewältigen oder leichtfüßig Tricksen zu können. Gleichzeitig möchte die Geometrie Stabilität vor allem bei hohen Geschwindigkeiten und dadurch Sicherheit vermitteln.

So oder so: Basierend auf zwei Komponenten lassen sich die Abmessungen des Jam² SL in insgesamt vier Variationen individuell anpassen, um auf persönliche Vorlieben, Größe der Rider etc. eingehen zu können. Einerseits kann der Lenkwinkel durch Drehen der Steuersatzschalen um ein Grad abgeändert werden (64,5 vs. 65,5°), ohne den Sitzwinkel oder andere Parameter zu verändern. Steiler bedeutet logischerweise agiler, flacher heißt - speziell bergab - ruhiger.
Andererseits erlaubt es der Flip Chip am Hinterbau, eine Kettenstrebenlänge von 440 oder 447 mm festzulegen, wobei lang für stabil und besser geeignet für steile Anstiege steht, kurz für lebendiger und verspielter.

Fazua Ride 60 Antriebssystem

Fehlen last, but not least, die Fakten zu Motor und Akku. Redaktionsintern haben wir noch keinerlei Erfahrungswerte zum im Mai 2022 vorgestellten Antriebssystem der Deutschen. Entsprechende Serien-MTBs, welche den Leichtmotor ebenfalls im Herzen tragen (z.B. Haibike Lyke, Transition Relay, Nox Epium, Pivot Shuttle SL) werden ja auch erst seit kurzem präsentiert. Insofern sind wir schon sehr gespannt auf die Eindrücke unseres Focus-Piloten.
Fakt ist: Gemeinsam mit dem HPR 50 von TQ, auf den bekanntlich Trek und, wie jüngst bekannt wurde, Simplon setzen, stellt der neue Fazua das aktuell heißeste Eisen im Segment der Light E-MTBs dar. Deutlich leiser als die elektrischen Muskelprotze von beispielsweise Bosch und Shimano sowie vom Fahrgefühl her auffallend natürlich, will er trotz ausreichender Rückendeckung ein möglichst analoges Fahrerlebnis garantieren.

Die kompakt gebaute und laut Hersteller 1,9 kg leichte Antriebseinheit verfügt über 60 Nm Drehmoment und eine maximale, nur im Boost-Modus (12 sek. während Fahrt bzw. 4 sek. aus dem Stand) abrufbare Leistung von 450 Watt (ansonsten 350 W). Der Akku bietet 430 Wh und wiegt 2,3 kg. Seine Ladezeit beträgt 3,5 Stunden. Wer noch mehr Energie benötigt, kann auf einen Range Extender mit weiteren 210 Wh zurückgreifen.
Das System verfügt über drei verschiedene Fahrmodi. Über die Fazua-App kann die Motorunterstützung jedoch individuell entlang der Parameter maximale Leistung (Max Power), Unterstützungsverhältnis (Support Relation) sowie Reaktionsfähigkeit und Beschleunigung (Ramp-up) reguliert werden.
Informationen zur gewählten Stufe bzw. zur Restkapazität des Akkus liefern die fünf verschiedenfarbigen LEDs, welche das samt Einschaltknopf ins Oberrohr eingelassene Display zieren. Unter der Abdeckung ist ein USB-C-Ladeport versteckt, welcher zum Laden des Handys oder Radcomputers genützt werden kann.
Für die Steuerung an sich braucht's die Ring Control genannte Lenkerremote, die nach oben, unten oder innen (Schiebehilfe) gedrückt werden kann.

Two in one?

Focus möchte mit dem Jam² SL das beste aus zwei Welten verbinden: die Unterstützungs-Power eines E-Bikes mit den leichtfüßigen Fahreigenschaften eines klassischen Mountainbikes.
Was sich jetzt schon sagen lässt: Optisch ist dem Bike sein Pedelec-Dasein kaum anzusehen, gewichtsmäßig schlägt es sich tapfer, technisch scheint es benutzerfreundlich geplant und solide umgesetzt.

Die Stuttgarter haben fünf Schlüsselaspekte definiert, welche unser Fahrerlebnis beeinflussen, und sehen ihren Newcomer in der zugehörigen Familienmatrix jeweils mittig positioniert (vgl. Grafik).
Ob unsere Testeindrücke das bestätigen können, wird sich weisen; und auch, was die Praxiserfahrungen sonst noch zu Tage fördern - stay tuned!


Das Beste aus zwei Welten? Focus präsentiert ein leichtes E-MTB, das die Power eines Pedelecs mit der Leichtfüßigkeit eines konventionellen Mountainbikes verbinden soll. Als Testauftakt bat Bikeboard das 150-mm-Fully mit Vollcarbonrahmen und Fazua Ride 60-Unterstützung zum Schaulaufen vor die Kamera.
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Bin schon gespannt auf den Fahrbericht.

Das Focus gefällt mir nicht so gut, bin von der Optik des Pivot Shuttle SL begeistert, zumindest was die Fotos betrifft.

Gewichtsmäßig soll das Shuttle SL auch noch ein wenig besser dastehen in den Top-Ausführungen.

 

So ein Shuttle SL wäre wohl genau mein Fall von E-Bike 😎

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der sinn des CIS erschliesst sich mir nicht. da bau ich mir ja nur enge kurven in leitungen und kabel.

und optisch ists fuer mich auch kein mehrgewinn zu oeffnungen im unterrohr oder steuerrohr mit vernünftigen biegeradien.

 

pivot find ich auch viel hübscher als dieses hier. und das kann auch DW hinterbau.

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  • 2 Wochen später...

Seit kurzer Zeit teste ich das E-Bike und als kleinen Spoiler kann ich schon verraten, dass es sich im Handling extrem gut verhält.

Zeitweise vergisst man sogar, auf einem E-Bike zu sitzen bzw. zu stehen - auch dank des superleisen und starken FAZUA Antriebs.

Funfact: Angeblich steht FAZUA u.a. für den bayrischen Mundartausdruck von "zufahren". Der Legende nach jedenfalls.

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