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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Der renommierte deutsche Fahrradhersteller Focus hat sein Rennradprogramm für die bevorstehende Saison einer umfassenden Frischzellenkur unterzogen. Insbesondere die 4. Generation des Izalco Max wurde erst letzten Monat voller Stolz vorgestellt - ein Rennrad, das sowohl Rennfahrer als auch Amateure und Wochenendabenteurer gleichermaßen begeistern soll. Wir haben darüber berichtet. Nun erweitert das brandneue Focus Paralane Endurance Rennrad das Produktsortiment und schließt die Lücke zu den erfolgreichen Atlas Gravelbikes, die seit dem vergangenen Jahr ebenfalls mit leichten Carbonrahmen auf dem Markt vertreten sind.
Das Besondere am neuen Paralane: Auf den ersten Blick mag es fast genauso schnell wirken wie das neue Izalco und besitzt auffallend ähnliche Kamm-Tail-Profile; dennoch wurde es in jeder Hinsicht auf Langstreckentauglichkeit optimiert. Dazu gehören ein modifiziertes Carbon-Layup, eine deutlich entspanntere Geometrie, großzügige Reifenfreiheit und eine runde Sattelstütze für mehr Komfort. Optionale Schutzbleche steigern zusätzlich den Wohlfühlfaktor bei schlechtem Wetter.NoPain war für Bikeboard beim Press Launch in den französischen Vogesen dabei und durfte den neuen Endurance-Renner bereits ausgiebig probefahren.
Komfortabel und sexy.
Unter dem Begriff "Komfort" versteht Focus nicht nur die Flexibilität des Rahmens, sondern vor allem die gelungene Kombination aller relevanten Komponenten. Dazu zählen eine angenehme Geometrie, die dennoch ein flottes Fahren ermöglicht, sowie 32 mm breite Reifen in der Standardausstattung mit der Option, noch breitere zu montieren. Außerdem ist ein spezielles Schutzblechset erhältlich, um sowohl den Fahrer als auch seine Mitstreiter dahinter vor Nässe zu schützen. Und selbstverständlich wurde auch auf die ausgewogene vertikale Nachgiebigkeit von Rahmen und Gabel geachtet.
In einfachen Worten ausgedrückt bedeutet die Grafik: Im Vergleich zum ebenfalls neuen Izalco Max ist das neue Paralane minimal schwerer und etwas weniger aerodynamisch. Dafür verspricht es mit nahezu identischen Steifigkeitswerten ebenso gute Fahreigenschaften und ein deutlich komfortableres Fahrerlebnis.
Das Gewicht eines Rahmens hängt von vielen Faktoren ab: Aerodynamik, Steifigkeit, Struktur und Carbonfasern, um nur einige zu nennen. Sogenannte "Truncated NACA Shapes", oder auch Kamm-Tail-Profile, gelten seit jeher als optimaler Kompromiss aus guter Aerodynamik, hoher Rohrsteifigkeit und geringem Gewicht.So fiel auch beim Paralane die Entscheidung für Kamm-Tail-Profile auf Basis des Izalco Max; allerdings wurde das NACA-Shape des Rahmens modifiziert, um mehr Nachgiebigkeit zu erreichen, und für ein Plus an Komfort mit einer runden Sattelstütze kombiniert.
Ein höheres Gewicht bedeutet nicht zwangsläufig eine Beeinträchtigung der Performance oder Qualität. Das Paralane wiegt 1.130 Gramm in Größe M und ist somit leicht genug, um auch die längsten und steilsten Anstiege mühelos zu bewältigen. Gleichzeitig ist es robust genug, um selbst den härtesten Belastungen standzuhalten.Mit einem zugelassenen Systemgewicht von 120 kg eignet sich das Paralane sowohl für schwere Fahrer als auch für radikale Bikepacking-Abenteurer. Dabei gewährleisten das geschraubte BSA-Tretlager, die abnehmbare Umwerferbefestigung und ein Standard-Schaltauge, das auch von anderen Marken verwendet wird, langfristig eine reibungslose Funktionalität und vermeiden mögliche technische Probleme oder Versorgungsschwierigkeiten.
Vor etwa drei Jahren zog Focus die erste Generation des Paralane vom Markt zurück, da die Deutschen eine maximale Reifenfreiheit von 28 mm als nicht mehr zeitgemäß betrachteten. Die neuen Paralane Modelle sind nun alle mit 32 mm Rennradreifen ausgestattet, um entspanntes Fahren auf anspruchsvollen Radwegen und gegebenenfalls auch auf schlaglochübersäten Straßen zu ermöglichen. Mit dem entsprechenden Reifenprofil - bis zu einer maximalen Breite von 35 Millimetern - sollten sich zudem auch Schotterstraßen problemlos bewältigen lassen, was die Routenplanung erheblich erleichtert.
Bei den höherwertigen Paralane Modellen 8.8 und 8.9 tragen die neuen DT Swiss ER1600 bzw. E1800 Laufräder mit 30 mm Felgenhöhe und 22 mm Maulweite das ihre dazu bei. Sie erlauben niedrigere Drücke für mehr Komfort und performen auch aus aerodynamischer Sicht richtig gut. Hinweis: Reifen und Laufräder vom Paralane Modell 8.9 sind TLR, werden aber mit Schläuchen ausgeliefert. Die Modelle 8.8 und 8.7 laufen mit Tube Type Reifen vom Band.
Wie bereits beim Izalco Max überzeugt das aerodynamische Cockpit sowohl optisch als auch funktionell. Der weiterentwickelte C.I.S. Rennrad-Vorbau führt die Kabel nahezu unsichtbar an der Unterseite in den Rahmen und kann jederzeit schnell und einfach ausgetauscht werden. Zusätzlich lässt sich die komplette Lenker-Vorbau-Einheit komplett abnehmen, falls das Izalco Max in der Fahrradtasche auf Reisen geht. Aber auch ein Umbau auf ein Race-Gravelbike mit ausgestelltem Lenker ist problemlos möglich, da die Bremsleitungen unterhalb des Lenkerbands und somit außerhalb des Lenkers verlaufen.
Der Vorbau kommt ab Werk mit einer integrierten Bikecomputer-Halterung für Wahoo und Garmin, an der sich alternativ auch eine Lampe oder eine Action-Kamera befestigen lässt. In der optional am Oberrohr angebrachten Lenkertasche dahinter können die wichtigsten Utensilien für unterwegs verstaut werden.
Das Paralane wirkt wie ein aerodynamisches Performance-Bike.Das Täschchen muss jedoch zuvor entfernt werden.
Obwohl das Paralane offiziell für Indoor-Trainer zugelassen ist, kann es bei jedem Wind und Wetter auch draußen gefahren werden, denn es bietet zahlreiche Anschraubpunkte für Schutzbleche. Hierfür hat Focus ein spezielles Schutzblechset entwickelt, das weder den sportlichen Auftritt noch die Alltagstauglichkeit negativ beeinträchtigt. Das Focus Fenderset für das Paralane (Art.Nr. 311048800) kostet 39,99 Euro und ist online sowie im Fachhandel erhältlich.
Hinweis: Das gebogene, silberne Befestigungsblech am hinteren Kotschützer ist ein Prototyp und entspricht nicht der finalen Serie.Die Montagepunkte sind geschickt versteckt: einer unter der Gabelkrone, der zweite hinter dem Tretlager und ein dritter an der abnehmbaren Sitzstrebenbrücke. Für eine ausgezeichnete Stabilität und hohe Traglasten sorgen jeweils zwei Gewinde in den austauschbaren Steckachsen, die im Schutzblechset enthalten sind. Die Schutzbleche wiegen inklusive der Sitzstrebenbrücke und allen Schrauben 535 g, sind üblicherweise in 5 Minuten montiert und optimal an die Reifen angepasst. Die maximale Reifenfreiheit beträgt 33 Millimeter mit montierten Schutzblechen. Zudem wurden die Bleche länger als üblich designt, um den Schutz zu verbessern.
Auf den ersten Blick könnte man das Paralane leicht mit seinem schnelleren Bruder, dem Izalco Max, verwechseln. Das optisch stark angelehnte Rahmendesign weist jedoch im Detail deutliche Unterschiede auf: ein höheres Steuerrohr, eine längere Gabel, flacherer Lenkwinkel, ein rundes Sattelrohr und ein schmälerer Tretlagerbereich für geschraubte BSA-Innenlager.Die Zieldefinition für die Geometrie- und Größengestaltung des Paralane lautete offenbar "Draufsetzen und wohlfühlen." Mithilfe einer Datenbank eines professionellen Bikefitters wurde versucht, eine Größeneinteilung zu finden, die für mehr als 95% der Kunden passend sein sollte. Da jedoch jeder Radfahrer individuell gebaut ist und unterschiedliche Bedürfnisse hat, wurde auch viel Wert darauf gelegt, dass sich das ausgewählte Rad in höchstem Maße an die persönlichen Ansprüche anpassen lässt.
* Bei der Stack-To-Reach-Berechnung wurden beim Stack die Vorbauhöhe und beim Reach die Vorbaulänge berücksichtigt.
Das neue Paralane ist in fünf Rahmengrößen erhältlich; zudem wurde das Sitzrohr speziell für runde 27,2-mm-Standard-Sattelstützen entwickelt, um eine größere Auswahl bei der Suche nach der perfekten Passform zu haben. In Kombination mit dem aerodynamischen C.I.S. Rennrad-Vorbau, der in sechs Längen von 70 bis 120 mm verfügbar ist und sich bequemer wechseln lässt als je zuvor, sollte wirklich für jeden die passende Radposition möglich sein.Selbstverständlich erhielten alle Rahmengrößen angepasste Layups, um zu gewährleisten, dass die Räder in allen Größen annähernd identische Steifigkeitswerte und Fahreigenschaften aufweisen.
Obwohl bei den neuen Focus Paralane Modellen 8.8/8.9 die Bezeichnungen gleich geblieben sind, lassen sie sich in keinster Weise mit ihren Vorgängern vergleichen. "Rennräder aus Deutschland, komfortabel und fertig." Viel mehr verbindet diese Endurance-Bikes auch nicht, denn die zweite Generation spielt sowohl optisch (über das Tascherl kann man natürlich vortrefflich streiten) als auch technisch in einer völlig anderen Liga.Besonders interessant ist, dass sie auf den ersten Blick kaum von den ebenso neuen Izalco Max Rennrädern zu unterscheiden sind. Ein echter Vorteil für oberflächliche Poser wie mich, die in der Vergangenheit immer zum Profi-Rennrad mit einer kompromisslosen und viel zu aggressiven Geometrie greifen mussten, weil die Stars im Fernsehen auf dem gleichen Rad saßen und man auch schnell aussehen wollte. Problem gelöst. Das Endurance Rennrad ist unserer Meinung nach die bessere Wahl für >95% aller Rennradfahrer, sieht extrem sportlich aus und bietet im Alltag fast* nur Vorteile. (Das Tascherl muss natürlich weg, das ist klar, sind aber nur zwei Schrauben.)* Anmerkung: "fast" ist ein kleines Wortspiel, das man verstehen könnte, außer man spricht Englisch noch schlechter als NoPain, dann wird's schwierig.
Look pro, go slow. Oder: go fast, auch gut! Hauptsache pro.
Im Prinzip gilt fürs Paralane das gleiche, das wir auch schon über das Izalco Max geschrieben haben:"Durch die breiteren Gabelscheiden und den kräftigeren Rahmen wirkt das Rad harmonischer als der Vorgänger, während ihm seine edle Lackierung und dezente Beschriftung einen exklusiven Touch verleihen. Aber auch viele kleine Details erfuhren Verbesserungen: So führt der neu entwickelte C.I.S. Rennrad-Vorbau die Kabel nicht nur sauber in das Steuerrohr, sondern integriert sich mit seiner zeitgemäßen, markanten Form auch stimmig in das Gesamterscheinungsbild. Die Sattelstützenklemme wurde ebenfalls ansprechender integriert und erweist sich in ihrer Handhabung als vorbildlich und absolut rutschsicher." Aber auch der Easton EC70 Carbon Lenker (ohne Aero-Shape) fügt sich perfekt ins Erscheinungsbild und besticht mit seiner Ergonomie und den gut erreichbaren Lenkerbögen.Die Geometrieunterschiede zum Vorgänger möchte ich gar nicht weiter vertiefen. Das neue Paralane ist exakt so konzipiert, wie es sich für ein modernes Endurance-Bike gehört, mit dem man sowohl schnell als auch weite Strecken fahren möchte. Die längere Gabel und das erhöhte Steuerrohr ermöglichen eine aufrechtere Sitzposition und bieten ein großes Maß an Kontrolle, insbesondere wenn es bergab schneller zur Sache geht. Stack, Reach und Lenkwinkel sind zwar nicht so radikal wie bei manch anderem Endurance-Bike des Mitbewerbs, fallen aber dennoch recht sportlich aus.Wie es sich gehört, punktet das Paralane mit einem gelungenen Mix aus hoher Laufruhe und guter Agilität, denn trotz des angenehm flachen Lenkwinkels (72 Grad in Medium und Large) ist der Radstand angenehm kurz. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist die großzügige Reifenfreiheit zu den Zehenspitzen hin – selbst beim Balanceakt an der Ampel oder in engen Wendemanövern stößt man nicht mit dem Schuh an die breiten Reifen. Hier hat Focus alles richtig gemacht.
Ansonsten gilt: 'Draufsetzen, wohlfühlen.' Ich war die meiste Zeit mit dem Paralane 8.8 unterwegs, das laut Tabelle 9,3 kg auf die Waage bringt. Was viel klingt, war während der Fahrt überhaupt kein Thema. Dank seines Aerofaktors und der gelungenen Geometrie lief es schnell, ging leichtfüßig bergauf und war steif genug für die Ortstafelsprints.Trotz der steiferen Kamm-Tail-Profilrohre an Rahmen und Gabel überzeugte das Paralane mit seinem hohen Komfort. Dies führe ich auf die Kombination mit der gut flexenden Sattelstütze, den DT Swiss Laufrädern mit 22 mm Maulweite und den 32 mm breiten Vittoria Reifen zurück. Die Laufräder wurden zudem noch nicht einmal tubeless gefahren. Mit geschmeidigeren Highend-Reifen und einem TLR-Setup lässt sich sicherlich noch ein wenig mehr herausholen. Aber auch mit Schläuchen fuhr sich das Rad auf allen Untergründen äußerst komfortabel und leise. Das Handling war sicher und präzise, die Kurveneigenschaften herausragend. Bei höheren Geschwindigkeiten blieb das Rad hingegen stabil auf Kurs.Zusammenfassend ist das Focus Paralane 8.8 ein ausgezeichnet ausgestattetes Endurance-Rennrad mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis und souveränen Fahreigenschaften - perfekt auf der Straße sowie sehr komfortabel auf schlechten oder unbefestigten Wegen. Wer 700 Gramm Gewicht einsparen will, legt einen 1.000er drauf und schnappt sich das Paralane 8.9 mit Shimano Ultegra Di2 2x12 und den DT Swiss ER1600 Spline Dicut Laufrädern.To be continued...Mittlerweile ist auch ein Paralane 8.9 Testrad in Größe Large bei uns eingetroffen, das unser neues Redaktionsmitglied NoGold in den nächsten Monaten auf eine extrem harte Probe stellen wird.
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