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Trek Roscoe 7 im Test

Trek Roscoe 7 im Test

24.01.22 05:46 4.776Text: NoManFotos: Erwin HaidenSpaßgarant für Anhänger der Sorglos-Fraktion und Horizonterweiterer für NoMan. Das 2022 gründlich überarbeitete Trail-Hardtail von Trek im mild-winterlichen Reality-Check.24.01.22 05:46 4.836

Trek Roscoe 7 im Test

24.01.22 05:46 4.8364 Kommentare NoMan Erwin HaidenSpaßgarant für Anhänger der Sorglos-Fraktion und Horizonterweiterer für NoMan. Das 2022 gründlich überarbeitete Trail-Hardtail von Trek im mild-winterlichen Reality-Check.24.01.22 05:46 4.836

Zeit für ein Geständnis: In Sachen Hardtails bin ich irgendwo zwischen 24-Stunden-EM 2005 und Cape Epic 2006 stecken geblieben. Nachdem mein privates Rennpferd aus persönlichen Gründen (Komfortgewinn) und optischen Vorlieben (Custom-Programm) vollgefedert wurde, verschwanden frontgefederte Pendants aus meinem Haben-Wollen-Fokus. Und mit dem späteren Abschied vom Rennzirkus und der Hinwendung zu etwas mehr Federweg und Trailvergnügen gerieten die Bikes mit dem starren Hinterteil endgültig aufs Abstellgleis meiner Wahrnehmung.
Von vergnüglichen Ausnahmen wie winterlichen Fatbike-Touren oder der Verwendung als Kinderanhänger-Zugvorrichtung abgesehen, hatten MTB-Hardtails in meinen verscheuklappten Augen in den letzten 15 Jahren exakt zwei Bedürfnisse zu bedienen: Racing, pur und ausgereizt und kompromisslos. Und den Einstieg ins MTB-Vergnügen, günstig und einfach und jugendfreundlich.
Die seit einiger Zeit aufkommenden Frontgefederten mit aufgedröseltem Federweg und progressiver Geometrie? Nur ein findiger Versuch der Hersteller, der darbenden Gattung den Glanz des Trailhypes umzuhängen. Das Nordest Sardinha des werten Kollegen? Bloß der Spleen eines Individualisten.

Und dann kamen der November 2021 und das Trek Roscoe 7. Ersterer laut ZAMG über weite Teile normal, sprich: nebelig-kühl, feucht und grau. Letzteres laut NoPain zwar verführerisch schwarz, aber zu klein, um von ihm getestet werden zu können.
Mithin wurde das fürs Modelljahr 2022 komplett überarbeitete Trailbike über den Winter "meins". Und meine enge Sicht der Dinge gehörig über den Haufen geworfen.

 Weniger Stress, mehr Spaß 

Was das Roscoe Trek zufolge bringt

Drin und Dran

Der Name Roscoe ist im Trek-Universum seit vier Jahren mit einem Trail-Hardtail robusten Zuschnitts verbunden. Eigentlich geht er aber auf ein nochmal fast zehn Jahre älteres 26"-Fully mit 140 mm Federweg zurück, das weiland Gary Fisher, frisch von den Amerikanern übernommen, ins Portfolio einbrachte.
Ebenfalls 140 mm Travel, und damit 20 mehr als zuletzt, bietet die nunmehrige Neuauflage des halb-starren Trailbikes serienmäßig. Wer will, kann auch auf 150 mm hochrüsten.

Gebaut wird das generalüberholte Roscoe zwar nach wie vor rund um einen recht unzerstörbar wirkenden Rahmen aus Alpha Gold Aluminium, den's für Freunde der Farbtöpfe alternativ zum zeitlosen Schwarz auch in verschiedensten Bunt-Varianten gibt. Allerdings rollt es, mit Ausnahme der kleinsten Rahmengröße XS, die bei den 27,5-Zöllern bleibt, als Twentyniner vom Stapel.
Auch die Aufnahmen für Gepäckträger und Ständer sind Geschichte, detto der etwas exotische Boost 141-Standard an der Hinterradnabe, welcher durch Boost 148 (vorne 110) ersetzt wird. Das Tretlager ist neuerdings geschraubt - eine weise Entscheidung hinsichtlich Langlebigkeit und Wartungsfreundlichkeit.
Kettenstrebe, Tretlager und Unterrohr werden von massiven Protektoren geschützt, im vorderen Rahmendreieck ist Platz für zwei Flaschenhalter, eine ISCG-Aufnahme gibt optional Bashguard und/oder Kettenführung mit entsprechendem Standard Halt. Die Leitungen sind innen geführt und können am Unterrohr von außen per Kabelbinder fixiert werden. Durch das Steuerlager, wie bei Highend-Modellen immer üblicher, laufen sie jedoch noch nicht.

Ursprünglich vor allem für Einsteiger und Gelegenheitsfahrer auf der Suche nach einem vielseitigen Begleiter gedacht, spitzt das Roscoe seinen Einsatzbereich mit den diesjährigen Änderungen speziell in Richtung Abfahrtsspaß zu. An der kostengünstigen Preispolitik ändert das jedoch nur wenig:
Mit dem Roscoe 7 fängt der Spaß bei überschaubaren 1.549 Euro an (bzw. gibt's darunter noch das Roscoe 6 um € 1.150,-. Hierbei handelt es sich jedoch um den Vorgängerrahmen), zwei Ausstattungspakete darüber ist mit dem Roscoe 9 um € 2.599,- (Highlights: Fox 36 Rhythm Gabel und Vier-Kolben-Discs) auch schon wieder Schluss. Die Bestückung bleibt demzufolge ebenfalls im Mittelklassebereich.

Tech Specs

Rahmen: Alpha Gold Aluminium, ISCG 05, Boost 148 VR-Nabe: Shimano MT400, CL, Boost110, 15 mm Steckachse
Größen: XS/S/M/ML/L/XL HR-Nabe: Shimano MT510, CL, Boost148, 12 mm Steckachse mit abnehmbarem Hebel (Bontrager Switch)
Gabel: RockShox Recon Silver RL, Solo Air-Feder, MC, Lockout, Boost110, Maxle Stealth-Achse, 140 mm Felgen: Bontrager Line Comp 30, TLR, 29 mm, 29" (XS: 27,5")
Schalthebel: Shimano Deore M6100, 12-f Reifen: Bontrager XR4 Team Issue, TLR, 120 TPI, 29x2,6" (XS: 27,5x2,6")
Schaltwerk: Shimano Deore M6100, langer Käfig Steuersatz: FSA IS-2 1 1/8" - 1,5"
Kurbel: Shimano MT511, 170 mm (XL: 175 mm), 30 Z. Vorbau: Bontrager Luminium, 31,8 mm, 7°, 50 mm (XS: 35 mm)
Tretlager: Shimano SM-BB52, 73 mm, Gewinde, außen gelagert Lenker: Bontrager Rhythm Comp, Alu, 31,8 mm, 15 mm Rise, 780 mm Breite (XS: 750 mm)
Kassette: Shimano Deore M6100, 10-51 Z., 12-f Griffe: Bontrager XR Trail Comp, Nylonklemme
Kette: Shimano Deore M6100, 12-f Sattel: Bontrager Arvada, Stahlstreben, 138 mm
Bremse: Shimano MT200 Sattelstütze: TranzX JD-YSP18, 130 mm Hub, 425 mm Länge (XS: 100/361 mm, ML-XL: 150/470 mm), 31,6 mm
Bremsscheibe: Shimano RT10, CL, 180/180 mm Gewicht o.P.: 14,24 kg (BB-Messung)
Pedal: VP-536, Nylonplattform Preis: € 1.549,- UVP

Serienmäßig kommen alle Roscoes mit Dropper Posts (TranzX mit bis zu 150 mm Hub), breiten 780-mm-Lenkern (XS: 750 mm) und griffigen 2,6" Reifen - ein eindeutiges Bekenntis zu Kontrolle und Sicherheit auch in anspruchsvollem Terrain.
Auf der Bestückungsliste des Roscoe 7 stehen weiters eine 140 mm RockShox Recon RL Gabel mit Lockout-Funktion, ein Shimano Deore 1x12-Antrieb mit breitem und durchaus kletterfreudigem Übersetzungsverhältnis (30/10-51 Z.), sowie hydraulische 180er-Discs auf Einsteiger-Niveau.

Den Kontakt zum Boden stellen wuchtige Bontrager XR4 Team Issue Reifen her, die auf TLR-Felgen des gleichen Labels (Line Comp 30) kombiniert mit Shimano Altus- bzw. Deore-Naben aufgezogen werden.
Spätestens, wenn man diese 29“-Rundlinge in Händen hält, wird klar, warum sich das Gesamtgewicht des Roscoe 7 beinahe in Kilogramm pro Hundert Euro gegenrechnen lässt. Denn am laut Trek „leichten“ Alurahmen kann’s ja nicht liegen, dass sich die unbestechliche BB-Waage erst bei 14,24 kg einbremst ...

Geometrie

Größe XS S M ML L XL
Laufradgröße (Zoll) 27,5 29 29 29 29 29
Sitzrohrlänge (mm) 340 360 420 435 450 500
Steuerrohrlänge (mm) 90 90 100 105 110 135
Oberrohrlänge (mm) 552 586 614 630 646 677
Kettenstrebenlänge (mm) 430 430 430 430 430 430
Lenkwinkel 65,0° 65,0° 65,0° 65,0° 65,0° 65,0°
Sitzwinkel/eff. 73,1/74,7° 73,1/74,7° 73,1/74,7° 73,1/74,7° 73,1/74,7° 73,1/74,7°
Tretlagerhöhe (mm) 319 322 322 322 322 322
Tretlagerabsenkung (mm) 45 61 61 61 61 61
Radstand (mm) 1120 1151 1181 1198 1215 1250
Offset (mm) 42 42 42 42 42 42
Stack (mm) 591 626 635 639 644 666
Reach (mm) 390 415 440 455 470 495

Was abwärts mehr Freude bringen und Potenz bieten soll, folgt heutzutage meist dem gleichen Muster: Longer, lower, slacker. So auch das neue Roscoe.
Allen sechs verfügbaren Rahmengrößen gemein ist eine deutlich progressivere Geoemtrie als zuletzt. Der Lenkwinkel wurde um stolze 2,2° auf nunmehr 65° abgeflacht, der Reach wuchs im Schnitt um rund 40 mm an und der Sitzwinkel wird neuerdings mit 73,1° (bzw. 74,7 effektiv), also rund 4° steiler, angegeben.
Gleichzeitig schrumpften die Kettenstreben trotz Laufradgrößen-Umstellung (zur Erinnerung: außer den XS-Versionen wechselten alle Bikes von 27,5“ auf 29“) auf durchgängige 430 mm und auch die Sitzrohre wurden ab Größe M/L etwas kürzer, um mehr Raum für Dropper zu schaffen.

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Hin und Weg

In Sachen Setup erfüllt der schwarze Hobel mit den Dirtbike-Anleihen Treks Versprechen, die Dinge einfach halten zu wollen, hundertrozentig: Gabel gemäß am Casting vermerkter Empfehlung aufs Gewicht einstellen, mehr fürs Test-Ego denn aus echter Notwendigkeit heraus später nochmal ein wenig am Rebound herumfummeln, fertig. Was an Sattelhöhe nicht ganz exakt erwischt wurde, verschwimmt später ohnehin im freudigen Powerusing der Variostütze, was womöglich einen Hauch zu viel oder zu wenig an Luftdruck in den Reifen landete, quittieren diese mit dick gummierter Wurschtigkeit innerhalb einer breiten Komfortzone von rund 0,4 bar.
Und genau diese Bontrager XR4 Team Issue waren es auch, die dem Roscoe von der Jungfernfahrt auf frisch gefallenem Schnee über typisch matschig-gatschige Wiener Winterverhältnisse bis zur klimawandlerisch erschreckenden Trockenheit vom Fleck weg superbe Wohlfühl-Eigenschaften angedeihen ließen. No-na vermitteln 2,6"-Wuzzel viel Sicherheit, weil sie einfach alles überrollen - zumal auf Twentyniner aufgezogen - und durchpflügen. Nebst ihrem (speziell seitlichen) Grip und ihrer Traktion gefielen die stets berechenbar bleibenden Reifen aber auch mit passablen Rolleigenschaften sowie hinsichtlich einer psychologischen Komponente: Mit je einem Kilo rotierender Masse an Vorder- und Hinterrad (wobei sich der Bontrager-Pneu im Vergleich zu Mitbewerbern ja noch verhältnismäßig leicht ausnimmt) ist auch die letzte gedankliche Verbindung von "Hardtail" mit "Racing" automatisch gekappt.

Wobei: Eigentlich löst das Roscoe diese (meine) althergebrachte Verknüpfung, sowie man vorm Haus aufgesessen ist. Dies aber nicht etwa Kraft seines durchaus beachtlichen Kampfgewichts, das sämtliche kompetitiveren Fortbewegungsarten ad absurdum führen würde; tatsächlich fallen die gut 14 Kilo im Gesamtpaket nämlich deutlich weniger ins Gewicht, als man anfangs meinen sollte. Vielmehr sind's Sitzposition und Gesamtanmutung, welche erst gar keinen Konnex zur Lycra-Fraktion zulassen:
Das Tretlager so hoch, dass die Stunde des reaktionsschnellen, spielfreien Droppers gerne schon beim Aufsitzen schlägt; der Lenker so stabilitätgebend und vertrauenerweckend breit, dass man sich für den Downhill-Weltcup gerüstet wähnt; dazu eine fette, überraschend fein ansprechende und ihren Federweg gut ausnützende Gabel, die so flach gen Boden zeigt als wäre sie im Begriff, sich hinzulegen; und eine zentrale, aufrechte, nichtsdestotrotz aber effizientes Pedalieren und Klettern zulassende Sitzposition, die insgesamt so Trailfully-artig anmutet, dass man sich glatt beim kontrollierenden Blick nach hinten erwischt, ob da auch wirklich nirgends ein Dämpfer versteckt ist.

 Macht viele Dinge erstaunlich brav und ist damit unterm Strich ein richtig schlimmer Junge 

Nö. Ist nicht. Echt nicht. Zum Beispiel an Wurzelstufen bergauf, wenn das Heck nicht so schmusig nachfolgt wie von gefederten Pendants gewohnt, oder auf Downhills im gröberen Geläuf, wenn's hinten rumpelt und holpert, ist man sich dieses Faktums sicher. Ansonsten bügelt das Gesamtkunstwerk Roscoe jedoch zufriedenstellend glatt - extra Komfortpunkte gehen hier nochmals an die Reifen -, was sich ihm in den Weg stellt.
Auch gefällt es mit Stabilität bei großer Geschwindigkeit, hoher Lenkpräzision und einer gefällig feinen Klinge beim Umzirkeln von Hindernissen, Suchen der Ideallinie bzw. Korrigieren von diesbezüglichen Fehlern. Und es vermag zu klettern, wie man es einem so bullig daherkommenden Kerl nie zugetraut hätte: im Steilen erstaunlich willig und geschickt, im Moderaten redlich arbeitend.
Insgesamt macht das Roscoe also recht viele Dinge erstaunlich brav und ist damit unterm Strich ein richtig schlimmer Junge. Oder um es mit Trek zu formulieren: Es fliegt furchtlos die gleichen garstigen Trails hinunter, die man normalerweise mit dem Fully fährt (was das bei denen bedeutet, die wirklich fahren können, zeigen die Videos von Kade Edwards, Cam McCaul und Ryan Howard)

Bloß ist an so einem Hardtail eben deutlich weniger Graffl verbaut, das kaputt werden, knarzen, verschleißen oder verdrecken und darob den Dienst quittieren bzw. zumindest einschränken kann. Für eine, die die Fahrräder, welche sie in der kalten Jahreszeit zu nützen pflegt, wahlweise liebevoll als "Dreckspatz" oder wenig schmeichelhaft als "Salzhure" bezeichnet, ist dies - durchaus auch im Sommer - ein schlagendes Argument. Und für unbedarfte Einsteiger, die einfach nur fahren, nicht ständig herumschrauben und -schmieren wollen, erst recht.
Auch braucht's keinen Abschluss in Mechatronik, um das Roscoe auf seine Bedürfnisse einzustellen. Wo nichts ist, kann auch nichts vergeigt werden in Sachen Setup, dem Rest - überschaubare Gabelfeatures, Reifendruck - ist einfach beizukommen.
Hinzu kommt, dass alles Draufgeschraubte zwar den Einsteiger-Regionen der Teilekisten entstammt, aber klaglos funktioniert - Schlammpackungen bis in die Tiefen des 1x12-Antriebs inklusive. Einzig die Notwendigkeit, für den vorderen Laufradausbau einen Inbus mitführen zu müssen, nervt. Und in Sachen Bremsperformance könnten sich schwerere Piloten, als ich es bin, nach mehr Power und Modulierbarkeit sehnen. Aber hey, bei 1.549 Euro Anschaffungspreis sollte man erstens die Kirche im Dorf lassen, und wird zweitens ja das Konto nicht dermaßen leergeräumt, dass auf Jahre keine Upgrades mehr leistbar sind!

Fazit

Trek Roscoe 7
Modelljahr: 2022
Testdauer: 8 Wochen / 270 km
Preis: € 1.549,- UVP
+ robuster Rahmen
+ tolle Geometrie
+ trailtaugliche Bestückung
+ wartungsarm
+ echter (Ab)fahr(ts)spaß
+ zeitlos schwarz oder fröhlich bunt
o schwer
BB-Urteil: Spaßiger Horizonterweiterer

Das Roscoe macht Spaß. Viel mehr Spaß, als ich es ihm zugetraut hätte. Nicht nur bergab, also in jene Richtung, für die es dank flach ausfallendem Lenwinkel, gut ansprechener 140-mm-Gabel, praktischer Variostütze, steifer Laufräder samt potenter Bereifung und breiter Kommandozentrale wie prädestiniert scheint. Sondern auch geradeaus und – dem beachtlichen Gesamtgewicht zum Trotz – bergauf.
An dieser Stelle Helm ab an die Entwickler, welche dem Trail-Hardtail mittels wirklich gelungener Geometrie ein tendenziell fröhlich-verspieltes, aber grundsätzlich sehr ausgewogenes Fahrverhalten angedeihen lassen haben.

Das Roscoe macht Freude. Der Rahmen wirkt, wenn schon nicht für die Ewigkeit, dann zumindest für sehr viele, schöne Stunden am Bike gebaut und wird durch die großzügigen Protektoren noch härter im Nehmen. Wartungsarm konzipiert und wartungsfreundlich ausgelegt – Stichwort BSA-Lager; oder die simple, aber klapperfreie Zugführung –, reduziert sich der Zeitaufwand für seine Pflege.
Auch das initiale Setup ist rasch erledigt. Bleibt unterm Strich mehr Zeit am Trail. Und die kann man – siehe den vorherigen Punkt – aufgrund der durchwegs einfachen, aber absolut stimmigen Bestückung auch in vollen Zügen genießen.

Das Roscoe macht Blinde sehend. Oder zumindest mich dahingehend geläutert, dass Hardtails abseits von Sekundenjagd oder Einführung in die Sportart Mountainbiken keine Daseinsberechtigung hätten.
Komfort und Traktion eines Fullys vermisst man auf diesem Bike nur ganz selten, dafür genießt man den direkteren, ehrlicheren Kontakt zum Trail. Im Heimrevier entlockt das sogar manch ausgelutscht geglaubten Pfaden völlig neue Facetten – funny!

Und last but not least: Das Roscoe macht nicht arm. Der Preis fürs 7-er ist verführerisch, jener vom Topmodell immer noch sehr ok. Wäre das Testbike nicht so (sorry, NoPain!) langweilig schwarz gewesen, ich hätte mir’s glatt gekauft ...


Dafür ist es wohl kaum erhältlich. Aber ja, relativ faire Preis - in Anbetracht der Ausstattung aber auch kein Wunderwerk (die 2,5k€ sind auch nicht wenig für ein Alu-Hardtail mit SLX)...

 

Aber nicht falsch verstehen, ich finde das Roscoe schon gut, und ich hab sowieso das alte Gary Fisher Roscoe geliebt!!!

Bearbeitet von riffer
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