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René Reidinger Größe: 180 cm Schrittlänge: 85 cm Gewicht: +/- 72 kg Fahrstil/-können: Auf dem Marathon MTB daheim, auf der Straße ein Novice.
Der POC Cytal ist die carbonlose Version des bekannten Cytal Carbon und damit die etwas günstigere, aber keineswegs abgespeckte Variante. Er richtet sich an Fahrerinnen und Fahrer, die Rennrad- oder Gravel-Einsätze ernst nehmen, aber dabei nicht zwingend einen elitären Carbonflügel am Kopf benötigen. Mit einem Preis von 320 Euro ist der Helm dennoch weiterhin im Premiumsegment unterwegs. Unser Testmodell wiegt 285 Gramm in Größe M und liegt damit nur knapp über der Herstellerangabe von 270 Gramm, was in der Praxis jedoch keinen Unterschied macht.Der Cytal besitzt eine EPS-Schale mit variabler Dichte und setzt auf das Mips Air Node System. Diese Lösung ist besonders dünn und leicht und trägt sich angenehm unauffällig. Die Venturi-Flügelstruktur leitet den Luftstrom gezielt durch den Helm, was nicht nur für Belüftung sorgt, sondern auch die Aerodynamik verbessert.
Der Cytal zeigt, dass man auch ohne Carbonflügel ordentlich Tempo machen kann.
Die Form des Helms wurde mittels CFD und Windkanal erarbeitet. Der Luftstrom wird kontrolliert beschleunigt und durch den Helm geleitet, was sich nicht nur in der Theorie gut anhört: Im direkten Vergleich zu herkömmlichen Helmformen ist diese Effizienz tatsächlich spürbar.Die Sicherheitsausstattung ist umfassend. Die variable EPS-Dichte, die Mips Air Node Lösung und die beste Virginia Tech Bewertung geben ein hohes Maß an Vertrauen. POC arbeitet zudem mit Partnern wie Volvo zusammen, um realitätsnahe Crashszenarien zu analysieren. Dieser Aufwand verdeutlicht, wie ernst der Hersteller das Thema Aufprallschutz nimmt.
Im Vergleich zur Carbonvariante ist der Cytal in deutlich mehr Farben erhältlich. Insgesamt stehen neun Varianten zur Auswahl, was die Entscheidung nicht einfacher macht. Um innere Konflikte bei der Entscheidungsfindung zu vermeiden, delegierte ich die Farbauswahl einfach an meine Familie. Die Schnittmenge aus den Wünschen führte zu Granite Grey Matt, einer Farbe, die nach allgemeinem Familienurteil ausgezeichnet zu mir passt.
Mit einem UVP von 320 Euro liegt der Preis 30 Euro unter dem Cytal Lite und 80 Euro unter dem Carbonmodell. Das ist trotz des Premiumanspruchs natürlich happig, aber mal ehrlich: Bei der eigenen Sicherheit ist Zurückhaltung selten ein Erfolgsrezept.
Der Helm passte vom ersten Moment an sehr gut, sitzt satt auf meinem mittelovalen Kopf, verrutscht nicht und lässt sich derart präzise einstellen, dass er im Alltag kaum wahrgenommen wird. Die flexiblen Anpassungsmöglichkeiten erlauben eine exakte Justierung in Höhe, Umfang und seitlicher Führung; allein die Riemen benötigen etwas Geduld.Auch große Köpfe haben keinen Grund zur Sorge: Größe M deckt offiziell 54 bis 59 Zentimeter ab. Damit bleibt ausreichend Spielraum für eine Haube oder ein Kopftuch, was den Einsatzbereich für die meisten Nutzer erweitert.Gut durchdacht: Hoch sitzende Brillen haben ausreichend Abstand zum Helm, wodurch keine unangenehmen Berührungspunkte zwischen Brillenrahmen und Helmkante entstehen.
Besonders clever ist die von POC sogenannte Eye Garage. Zwei kleine, weiche Polster an den vorderen Lüftungsöffnungen sorgen dafür, dass die verstauten Gläser selbst bei härtesten Sprints oder längeren Vollgaspassagen nicht ins Rutschen geraten. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Brillenbügel und Luftöffnungen gut zusammenpassen.Meine evileye sitzt stabil, während andere Modelle wie beispielsweise die Oakley Sutro etwas lockerer liegen. Ob die Brille im Alltag wirklich sicher hält, hängt meiner Einschätzung nach von der Breite, Form und dem Material der Bügel ab. Ein kurzer Trockentest vor der ersten Ausfahrt ist daher sinnvoll.
Der Cytal bleibt auch auf längeren Touren angenehm zu tragen. Das geringe Gewicht, die stabile Passform und die unaufdringliche Mips Air Node Konstruktion sorgen für ein neutrales Tragegefühl. Die großzügigen Öffnungen leiten den Luftstrom spürbar durch den Helm. Im Test zeigte sich, dass der Helm sowohl bei intensiven Passagen als auch bei langsamer Bergauffahrt effektiv belüftet. Interessanterweise hatten selbst kleine Insekten offenbar kein Interesse, sich im Inneren niederzulassen.
Trotz Kurzhaarschnitt stellte auch Kälte kein Problem dar. Zwei 2RadChaoten-Kopftücher hielten Kopf und Ohren zuverlässig warm. Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt waren damit ohne Weiteres fahrbar. Insgesamt überzeugte der Helm im Alltag ebenso wie im Training und bestätigte seine vielseitige Einsatzfähigkeit.
Der POC Cytal ist ein sehr gelungener Rennrad- und Gravelhelm, der ein hohes Sicherheitsniveau mit effizienter Aerodynamik, überzeugender Belüftung und einem insgesamt bemerkenswert angenehmen Tragekomfort kombiniert. So bleibt der Helm auch auf längeren Touren der Helm unauffällig und zuverlässig.Gewichtsmäßig spielt der Cytal bei klassischen Rennradhelmen in der oberen Mittelklasse, während er im Vergleich zu kompromisslosen Aerohelmen bereits zu den Leichtgewichten zählt. Der Preis ist sehr ambitioniert, doch die gebotene Gesamtleistung in Kombination mit dem eigenständigen Look könnte diesen Anspruch für viele Fahrer rechtfertigen.Wer einen hochwertigen Helm sucht und nicht zwingend Carbon benötigt, erhält mit dem Cytal eine vielseitige Option, die sowohl im Alltag als auch im sportlichen Einsatz ihre Stärken ausspielt.
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