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Garmin Vector

Garmin Vector

Text: NoPain Fotos: NoSaneIn-Depth Review: Garmins pedalbasierendes Wattmesssystem am strengen Bikeboard-Prüfstand.28.09.13 10:01 74.559

Nach etlichen Jahren Entwicklungsarbeit, einer Firmenübernahme und diversen Terminverschiebungen sind nun Garmins Powermeter-Pedale "Vector" im Fachhandel erhältlich. Bikeboard.at hat als erstes Medium Österreichs einen frischen Satz aus der Produktion für einen 6-wöchigen Test erhalten, dessen Resultat wir hier offen legen.

Ihr seid alle herzlich eingeladen, Fragen zu stellen oder über eigene Erfahrungen zu berichten.

Das Funktionsprinzip


Die Carbon-Pedale mit insgesamt ca. 100 g Mehrgewicht im Vergleich zu herkömmlichen Look Kéos beinhalten eine Messeinheit mit Piezoelementen (ändern ihre elektrische Polarisation bei mechanischer Verformung, sprich: Draufdrücken erzeugt Spannung; bekanntes Anwendungsbeispiel: Feuerzeuge), die in die hohlen und versiegelten VA-Stahlachsen integriert sind. Diese Silizium-Module registrieren die Normalabweichung (= Vertikalverbiegung) in der Pedalachse während der gesamten Pedalumdrehung (= Druck und Zug), und zwar getrennt für das linke und rechte Bein. Zudem kann das System eigenständig erkennen, ob der Fahrer im Sitzen pedaliert oder im Wiegetritt.

Durch Vergleich der gemessenen Abweichung mit einer fabrikskalibrierten Abweichung unter einer Referenzbelastung wird die auf das Pedal wirkende Kraft ermittelt. Aus dieser Kraftmessung, der Trittfrequenzmessung mittels Beschleunigungssensor sowie der verstrichenen Zeit berechnet der Vector die Leistung in Watt sowie die Rechts/Links-Kraftbalance.
Hierfür werden die von der Sensorik erfassten Daten jeweils über drei Ringschleifkontakte an die extern im "Pedal Pod" ausgelagerten Elektronikeinheiten übertragen. Neben einer CR 2032 Knopfzelle (selbst und werkzeuglos tauschbare Standardbatterie mit mind. 175 Betriebsstunden) sind dort auch noch die Funkantennen und Prozessoren untergebracht.

Physik-Exkurs
Leistung ist definiert als Arbeit bzw. Energie, die pro Zeit verrichtet oder umgesetzt wird.
Sie wird in Watt angegeben und berechnet sich am Rad aus der am Pedal aufgewendete Kraft multipliziert mit der Trittfrequenz.

Das rechte Pedal fungiert dabei als "Master" des Systems. Das linke Pedal dient Ersterem nur als "Slave" und überträgt seine Daten mittels eines proprietären Highspeed-Signals an seinen Meister. Erst dieser sendet dann mittels ANT+ an den Radcomputer. Für die Funktionalität des Systems bedeutet das: linkes Pedal kaputt, entwendet, etc. – Leistung des rechten Beines wird nach wie vor übertragen; rechtes Pedal kaputt, entwendet, etc. – keine Datenübertragung möglich. Beide Pedale wurden von Werk aus gepaired und funktionieren ausschließlich gemeinsam. Die zugehörigen Pods haben übrigens keine links/rechts-Zuordnung. Sie kapieren automatisch, an welcher Seite sie montiert werden und kalibrieren sich entsprechend.

Apropos Kalibrierung: Die hohe Anzahl an Messungen (mehr als hundert pro Sekunde) verbunden mit im Hintergrund durchratternden Algorithmen sollen sicherstellen, "dass sich das System selbständig auf den Anwender einstellt und Faktoren wie unregelmäßige Krafteinleitung, Fußstellung etc. ausgeglichen werden", so Michael Schellnegger, Marketing-Manager von Garmin Österreich.

Nachdem die Daten mittels ANT+ Protokoll gesendet werden, braucht es für deren Ausgabe nicht unbedingt ein Garmin-Gerät. Vector ist mit allen Endgeräten kompatibel, die diesen Standard verwenden und die entsprechenden Leistungsdaten auslesen. Der Output kann also je nach Ausgabe-Einheit variieren. Das Protokoll an sich beinhaltet neben der Gesamtleistung (W), der links/rechts-Balance (%) und Kadenz (UpM) auch die gängigsten Messgrößen der weit verbreiteten TrainingsPeak-Software, als da wären: Training Stress Score (TSS), Intensity Factor (IF) und Normalized Power (NP). Weiterführende Analysen sind beispielsweise mit der Garmin Connect Software möglich.

Lieferumfang


Im Lieferumfang inbegriffen:

  • praktische Transport-Box (335 x 147 x 56 mm, 1.005 g)
  • Garmin Vector-Pedale (links/rechts)
  • 2 Pedalsender
  • 2 Schuhplatten mit 6° Bewegungsfreiheit
  • diverse Unterlegscheiben zur Distanzüberbrückung an der Kurbel
  • ANT+ USB-Stick
  • Handbücher

Technische Daten

Wattmessung Genauigkeit +/- 2% mit Links- / Rechts-Beinkraftverteilung
Trittfrequenz misst über 20 unterschiedliche Wattwerte und berechnet daraus die Trittfrequenz (20-150 U/min für alle Kurbellängen), d.h. kein weiterer TF-Sensor nötig
Kalibrierung (Werk) Aufgrund seiner Bauweise und der piezoresistiven Silizium-Dehnmessstreifen sollte unter normalen Umständen keine weitere Kalibrierung im Werk notwendig sein. 
Kalibrierung (Montage) automatische Erkennung der Sensor Winkel - kein manuelles Ausrichten des Pedalsenders nötig
Nullstelle statischer und dynamischer Kalibrierungsprozess
Temperaturkompensation automatische Temperaturkompensation für exakte Wattwerte in allen Umgebungen (integrierter Temperatursensor, werksmäßig kalibrierte individuelle Temperatur-Kennlinie und softwaregesteuerte Temperaturkompensation)
Updates Firmware-Updates per ANT+-Stick für zukünftige Neuerungen
Batterie zwei auswechselbare 2032-Knopfzellen mit mindestens 175 Stunden aktivem Fahrradbetrieb, schwache Batterien werden 20-30 Stunden vor dem absoluten Aus vom Garmin Edge angezeigt
Pedalkörper und Lager leichtes Gehäuse aus Verbundmaterial
Pedalplatte aus Edelstahl
CNC-gefertigte, gehärtete Edelstahlachse
LSL-Lagerbuchse und abgedichtete Lager
Bindung mit anpassbarer Spannung
mit LOOK Kéo kompatibel
Pedalsender ANT+ Sender
je eine auswechselbare Batterie (2032-Knopfzelle)
Schuhplatten äußerst beständiges Thermoplast-Material mit rutschfester Gummioberfläche
Gummiknopf zur Reduzierung der Bewegungsfreiheit zwischen Schuh und Schuhplatte
Bewegungsfreiheit von 6 Grad (auch mit 0 Grad verfügbar)
Gewichte Pedal: 152 g
Pedalsender: 23 g
Gesamtgewicht (Paar): 350 g
Schuhplatten und Montagesatz: 38 g
Mehrgewicht zu anderen Pedalpaaren Shimano Ultegra: Vector wiegt 38 Gramm mehr
Shimano Dura Ace 7810: Vector wiegt 78 Gramm mehr
Speedplay Zero: Vector wiegt 98 Gramm mehr
LOOK Keo 2 Max: Vector wiegt 100 Gramm mehr

Während kurbelbasierte Wattmess-Systeme ca. 100-300 g Mehrgewicht verursachen, erhöht das Garmin Vector Wattmess-System das Gewicht des Rades um ca. 38 bis 100 g für die gängigsten Pedalsysteme.

Kompatibilität

Radcomputer/Endgeräte Garmin Edge 500, 705, 800, 510, 810, Forerunner 310XT, 910XT, sowie alle anderen ANT+ fähigen Radcomputer
Kurbeln Ob die Pedale samt Pod montiert werden können, hängt in erster Linie von der Breite und Höhe der Kurbeln ab. Vector funktioniert mit Kurbeln, die maximal 15 mm breit und 38 mm hoch sind.

So funktionieren beispielsweise die Rotor Flow und Specialized FACT Kurbeln derzeit NICHT.
Kurbellängen 110 mm bis 236,5 mm
Spielraum/Abstand zur Kette Zwischen dem Pedal-Pod-Stecker und der Kette müssen im größten Gang (vorne groß, hinten klein) mind. 5 mm Abstand sein.
Ovale Kettenblätter Derzeit nicht kompatibel - die Wattwerte werden falsch berechnet. Garmin arbeitet an einer Lösung - Zeitrahmen steht allerdings noch keiner fest.
Bahnräder und FixedGear Vector kann ohne weiteres mit starren Freiläufen verwendet werden. Allerdings ist keine dynamische Kalibrierung (rückwärts-treten kurz nach Antritt bzw. während der Fahrt) möglich. Ohne dieser Kalibrierung spricht Garmin von einer Genauigkeit von +/-2 %.
15 mm Adapter für Drehmomentschlüssel Garmin Empfehlung:
Blackhawk By Proto BCF-15M 15 mm Drive Crowfoot Wrench, 3/8-Inch 
Amazon US

Praxistest: Montage

BB Tipp
Egal, wie simpel einem die Montage erscheint, das Abspielen der 9 Online-Videos á 1:30 Minuten lohnt sich (siehe unterhalb).

Eines gleich mal vorweg: vor der eigentlichen Montage habe ich mir alle 9 Garmin-Videos mit deutscher Synchronisation reingezogen. Einerseits gut, da ich die Pods der € 1.549,- Pedale nicht gleich beim Anschrauben zerstören musste; andererseits ließ ich mich von der dargebrachten Funktionalität - in Verbindung mit dem Edge 810 - ein wenig in die Irre führen. Das Pairing und die Einstellung des Montagewinkels erfolgt nämlich beim Edge 510/810 mittels Kalibrierungsassistenten, während Besitzer eines Edge 500/800 diese Schritte "blind" bzw. ohne Rückmeldung des Endgeräts durchführen müssen. Also unbedingt auch die sechs (tatsächlichen) Seiten des Vector Benutzerhandbuchs durchlesen, wo dieser Unterschied kurz, wenngleich etwas kryptisch behandelt wird.

Rein von der Definition her sollte meine Cannondale SiSL Kurbel mit 40 x 15 mm nicht kompatibel sein (2 mm zu hoch). Es geht sich allerdings knapp aus und ich habe im Praxisbetrieb keine Probleme. Da das Pedalgewinde der SiSL Kurbel völlig plan gefräst ist, war auch kein Spacer notwendig und ich konnte Pedale samt Pods direkt anschrauben. Im größten Gang ist der Abstand zur Kette hin allerdings ultraknapp (2-3 mm) und somit kleiner als das von Garmin angegebene Minimum von 5 mm.

Leider besitze ich keinen 15 mm Adapter für den Drehmomentschlüssel und konnte so das angegebene Drehmoment von 34 bis 40 Nm nur schätzen. Laut Garmin und DC Rainmaker kann die Genauigkeit der Pedale durch ein zu niedriges Drehmoment (zu locker angeschraubt) negativ beeinflusst werden. Ein (viel) zu hohes Drehmoment könnte die Pedalpods ruinieren. Das richtige Drehmoment fühlt sich laut Garmin folgendermaßen an: "This is a firm tightening with a wrench, but not an overly hard effort". Obwohl Garmin die Verwendung eines Drehmoment-Schlüssels nicht zwingend vorschreibt, sollte meiner Meinung nach ein 15 mm Drehmoment-Adapter dem Package beiliegen.

  • kein Spacer notwendig bei der SiSL
    kein Spacer notwendig bei der SiSL
  • Wie fühlen sich 34 Nm an und kann der Pod wirklich brechen?
    Wie fühlen sich 34 Nm an und kann der Pod wirklich brechen?
  • Connector rein
    Connector rein
  • Abstand zwischen Stöpsel und Kette im größten Gang
    Abstand zwischen Stöpsel und Kette im größten Gang
Zwischenfazit nach Montage

SUCCESS: Unter Einhaltung der oberhalb erläuterten Montageregeln konnten die Pedale und Pods innerhalb weniger Minuten erfolgreich installiert werden. Vor einer etwaigen Demontage sollte wieder die zugehörige Videoanleitung konsultiert werden - beispielsweise darf der Connector-Stöpsel nicht mit einem Schraubenzieher oder ähnlichem entfernt werden; dieser löst sich selbständig beim Abschrauben der Pedale.

Videos zur Vector Montage

1. Auspacken des Vector

2. Optimale Passform ermitteln

3. Entfernen vorhandener Pedale vor der Montage

4. Montage des Vector

5. Koppeln des Vector mit einem Garmin-Gerät

6. Vorbereiten auf die erste Tour mit dem Vector

7. Vorgehensweise vor jeder Tour mit dem Vector

8. Entfernen der Vector-Pedale

9. Aktualisieren des Vector

Praxistest: Pairing und Vorbereitung des Vector

BB Tipp
Zwischen Edge 500/800 und den neueren Edge 510/810 gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschied: den Kalibrierungsassistenten.

Bevor der Radcomputer Wattwerte anzeigt, muss er mit den Vector-Pedalen gekoppelt werden. Das sogenannte Pairing der ANT+ Funksensoren funktionierte auf Anhieb: Edge 800 am Vorbau befestigt, eingeschaltet, das gewünschte Fahrradprofil ausgewählt, die Tretkurbel einige Male gedreht, den Leistungsmesser im Menü gesucht, prompt gefunden und verbunden. Außerdem fügte ich Watt- und Trittfrequenz-Datenfelder hinzu.

Die Vorbereitung des Vector für die erste Fahrt gestaltete sich schon etwas schwieriger. Zunächst fand ich am Edge 800 weder das Feld zur Einstellung der Kurbellänge, noch konnte ich die Montagewinkel der Pedalsensoren einrichten, geschweige denn die statische Nullreferenz kalibrieren. Nach einer längeren Suche im Netz fand ich heraus, dass mein Edge 800 unbedingt ein neues Update mit zusätzlichen Vector-Funktionen benötigt und dass der in der Video-Anleitung beschriebene Edge 810 "Kalibrierungsassistent" beim älteren 800er Modell erst gar nicht implementiert wurde. Langer Rede, kurzer Sinn: nach dem Firmware-Update des Edge 800 müssen die einzelnen Konfigurierungsschritte akribisch genau eingehalten werden. Es erfolgt keine explizite Bestätigung am Display - erst wenn alle Einstellungen erfolgreich waren, werden Wattzahlen am Gerät angezeigt. 

Der zweite Versuch mit der neuesten Firmware war schlussendlich erfolgreich. Nach mehrmaligem Drehen der Pedale konnte die Verbindung zwischen Edge und Vector hergestellt werden. Das Feld "Kurbellänge" existierte nun im Fahrradprofil und ich wählte die richtige Länge aus. Zur Einrichtung des Montagewinkels befolgte ich die Anweisungen und unternahm eine kurze Fahrt auf der Walze bei einer Trittfrequenz von zirka 70 Umdrehungen pro Minute. Danach beschleunigte ich gleichmäßig von 80 auf ca. 90 Umdrehungen und wie von Zauberhand wurden plötzlich Wattzahlen am Display angezeigt. Die Einrichtung der Montagewinkel war also erfolgreich, denn: "Power values only display once the installation angles are set".

Vorbereitende Maßnahmen
- Einrichtung des Montagewinkels (einmalig)
- statische Kalibrierung (vor jeder Fahrt)
- dynamische Kalibrierung (einmal pro Fahrt)

Damit die anzeigten Wattwerte auch tatsächlich stimmen (+/- 2%), sollte vor jeder Fahrt eine statische Nullkalibrierung durchgeführt werden. Dabei steht das Fahrrad aufrecht und es darf nichts die Pedale berühren. Im besten Fall sind diese auf 3 und 9 Uhr ausgerichtet, während im Leistungsmenü der Punkt "Kalibrierung" ausgewählt wird.

Nach Antritt der Tour sollte noch eine dynamische Kalibrierung erfolgen. Dazu fährt man im Leerlauf und tritt gleichmäßig mindestens 5 Mal nacheinander rückwärts. Sobald der Vector kalibriert ist, wird auf allen Edge-Geräten eine Meldung angezeigt. Die Genauigkeit sollte nun deutlich höher als das angegebene Minimum von +/- 2% sein.

Fassen wir noch einmal zusammen:
  1. Montage der Pedale und der Pods
  2. Check, ob zwischen Pods und Rahmen sowie Kette ausreichend Platz ist
  3. Update vom Garmin Edge auf den letzten Firmware-Stand
  4. Pairing des Leistungsmessers (ANT+ Code steht am Pedal, oder automatisch)
  5. Eingabe der Kurbellänge
  6. Einrichtung des Montagewinkels (Kadenz auf 70, danach von 80 auf 90 beschleunigen)
  7. erst ab diesem Zeitpunkt werden Wattzahlen angezeigt
  8. Nullstelle kalibrieren (ausklicken, Pedale auf 3/9 Uhr, Menüpunkt "Kalibrieren")
  9. dynamische Kalibrierung nach Antritt der Fahrt durch kurzes Rückwärtstreten (Meldung am Gerät)

  • ANT+ ID eingetragen, Geräte sind gekoppelt
    ANT+ ID eingetragen, Geräte sind gekoppelt
  • das Feld Kurbellänge ist neu hinzugekommen
    das Feld Kurbellänge ist neu hinzugekommen
  • statische Kalibrierung am Gerät
    statische Kalibrierung am Gerät
  • dynamische Kalibrierung durch Rückwärtstreten
    dynamische Kalibrierung durch Rückwärtstreten
Zwischenfazit nach Pairing und Vorbereitung des Vector

SUCCESS mit Vorbehalt: Es wird zwar alles im Video behandelt und steht "irgendwie" auch im Handbuch, jedoch wird einem frisch gebackenen Powermeter-Besitzer relativ viel Know How abverlangt. Egal - wer genau lesen kann, ist klar im Vorteil, und ich hab's schlussendlich zusammengebracht. Die Kalibriererei vor jeder Tour geht mir zwar ein wenig am Keks, aber was tut man nicht alles für akkurate Wattzahlen...

Garmin Vector am Prüfstand: Indoor & Outdoor

Vergleichstest #1: Indoor (Cyclus2 + SRM PM6 + Garmin Vector)

#1 Indoor: FAIL
- Vector besitzt einen Offset von ca. +10 Watt
- ab Halbzeit zeigte das SRM 100% exakt an

Es sollte der schlechteste Vector-Vergleichstest bleiben. Grund für die doch recht hohe Ungenauigkeit war wohl die vorangegangene Montage.

Garmin: "The first ride post installation is generally a 'settling' in ride. After riding for a few minutes, Garmin recommends that the user performs another zero calibration to ensure best results."

Testaufbau mit Cyclus2 und SRM Kurbel
- SRM und Cyclus2 wurden frisch vom Werk kalibriert
- Aufzeichnung mit Edge 500 (SRM) und Edge 800 (Vector)
- alle Geräte über Stunden auf gleiche Raumtemperatur gebracht
- alle Geräte 20 Minuten warmgefahren mit 100-200 Watt
- statische Kalibrierung (3 und 9 Uhr ohne Last) der Vector Pedale
- statische Kalibrierung vom SRM
- dynamische Kalibrierung vom Vector

Durchführung
- auf- bzw. absteigender Stufentest
- annähernd gleichbleibende Raumtemperatur
- kurze 350 Watt Spitze am Ende des Tests
- gleichmäßige Trittfrequenz von 90 U/min

Auswertung/Analyse
- der Vector besitzt einen recht stabilen Offset von 10 Watt und zeigt bei jeder Stufe zuviel an
- SRM Werte passen ab Halbzeit des Tests fast auf's Watt genau, wobei diese anfänglich ein wenig zu niedrig sind (vermutlich war die Einlaufzeit fürs SRM und/oder den Cyclus2 zu kurz oder die Wattzahlen zu niedrig?)

Vergleichstest #2: Outdoor (SRM PM6 + Garmin Vector)

#2 Outdoor: SUCCESS
Der Vector überzeugt bei der ersten Tour im Freien mit einem sehr stabilen und niedrigen Offset von +3 bis +4 Watt gegenüber dem SRM.

Während kühlender Abfahrten verhält er sich äußerst unempfindlich gegenüber Temperaturdrift.
Auch niedrige Kadenzen oder unrhythmischer Wiegetritt beeindrucken ihn nicht.

Testaufbau mit SRM Kurbel
- Aufzeichnung mit Edge 500 (SRM) und Edge 800 (Vector)
- statische Kalibrierung (3 und 9 Uhr ohne Last) der Vector Pedale
- statische Kalibrierung vom SRM
- Warmup von 30 Minuten
- dynamische Kalibrierung vom Vector (rückwärts treten)
- dynamische Kalibrierung vom SRM (gar nicht treten)

Durchführung
- Bergintervall, niedrige Kadenz, sitzend
- Bergintervalle, niedrige Kadenz, Wiegetritt
- Bergintervalle, hohe Kadenz, sitzend
- im Anschluss fuhr ich eine hügelige Runde mit ca. 200 Watt 
- sowie eine lockere Runde über 90 Minuten.

Auswertung/Analyse
- der Vector besitzt bei allen Intervallen einen stabilen Offset von nur 3-4 Watt
- keine Ungenauigkeit oder Probleme bei verschiedenen Trittfrequenzen oder Krafteinleitungen (sitzend, Wiegetritt) erkennbar

Outdoor Test #3 (SRM PC6 + Garmin Vector)

#3 Outdoor: SUCCESS
Recht stabiler Offset von +3 bis +7 Watt gegenüber dem SRM.

Gefühlsmäßig braucht der Vector nur eine sehr kurze Aufwärmzeit von wenigen Minuten, bis er valide Daten anzeigt.

Der Ausreißer von +9 Watt über 5' geschah kurz nach einer dynamischen Kalibrierung von SRM und Vector. Ursache unbekannt - ich tippe auf eine ungenaue/falsche Nullstelle beim Vector.

Testaufbau mit SRM Kurbel
- Aufzeichnung mit Edge 500 (SRM) und Edge 800 (Vector)
- statische Kalibrierung der Vector Pedale und des SRM
- Warmup von 30 Minuten
- dynamische Kalibrierung von Vector und SRM

Durchführung
- hügelige Runde mit 250 Watt NP 
- dazwischen einige kürzere Bergintervalle mit hoher Leistung
- vor den Bergintervallen meist die Nullstellen dynamisch kalibriert

Auswertung/Analyse
- der Vector besitzt bei fast allen Intervallen einen Offset von 3-7 Watt
- ein einziger, deutlicher Ausreißer während eines 5' Intervalls mit +9 Watt

Outdoor Test #4 (SRM PC6 + Garmin Vector)

#4 Outdoor: SUCCESS
Sehr hohe Genauigkeit und ein stabiler Offset von +0 bis +3 Watt gegenüber dem SRM.

Je höher die Wattzahlen, umso genauer scheint die Watt-Berechnung beim Vector möglich zu sein. 

Der einzige Ausreißer von +7 Watt über 5' lag im Bereich von 350 Watt. Ursache unbekannt, kein Muster erkennbar.

Testaufbau mit SRM Kurbel
- Aufzeichnung mit Edge 500 (SRM) und Edge 800 (Vector)
- statische Kalibrierung der Vector Pedale und des SRM
- Warmup von 10 Minuten
- dynamische Kalibrierung von Vector und SRM

Durchführung
- hügelige Runde mit 240 Watt NP 
- dazwischen einige kürzere Bergintervalle mit hoher Leistung
- vor den Bergintervallen meist die Nullstellen dynamisch kalibriert

Auswertung/Analyse
- die Differenz des Vector liegt dieses Mal zwischen 0-3 Watt
- ein einziger Ausreißer während eines 5' Intervalls mit +7 Watt

Indoor Test #5 (Cyclus2 + SRM PM6 + Garmin Vector)

#5 Indoor: SUCCESS
- Vector: stabiler Offset von +2 bis 4 Watt
- SRM: stabiler Offset von 0 bis -3 Watt

Ziemlich perfekter Indoor-Test. Der Unterschied zwischen Vector und SRM lag wieder bei ca. +2 bis +5 Watt.

Mittlerweile kann man sagen, dass mein Vector immer eher minimal zuviel anzeigt und das SRM ein Äutzerl zu wenig. Dazwischen gibt es Phasen, wo sich ihre Werte in der Mitte treffen, was ungefähr der Cyclus2-Referenzleistung entspricht.

Testaufbau mit Cyclus2 und SRM Kurbel
- Aufzeichnung mit Edge 500 (SRM) und Edge 800 (Vector)
- alle Geräte auf gleiche Raumtemperatur gebracht
- Geräte 20 Minuten warmgefahren mit 150-200 Watt
- statische und dynamische Kalibrierung von Vector/SRM

Durchführung
- 10' 310 Watt, 10' 220 Watt, 5' 320 Watt (245 Watt NP)
- annähernd gleichbleibende Raumtemperatur
- Trittfrequenz nach Lust und Laune
- Nullstelle zwischendurch mehrere Male kalibriert

Auswertung/Analyse
- Vector: stabiler Offset von 2-4 Watt gegenüber dem Cyclus2
- SRM: stabiler Offset 0 bis -3 Watt gegenüber dem Cyclus2

Indoor Test #6 (Cyclus2 + SRM PM6 + Garmin Vector)

#6 Indoor: SUCCESS
- Vector: stabiler Offset von +0 bis 3 Watt
- SRM: stabiler Offset von +1 bis 4 Watt

Im Gegensatz zum allerersten Indoor Test (#1) kurz nach der Pedal-Montage erzielte der Vector dieses Mal die höchstmögliche Genauigkeit. Die Werte passten fast aufs Watt genau. Das SRM hatte keinen "guten Tag", seine Werte waren erstmals höher als jene vom Cyclus2.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass der FAIL des ersten Indoor-Tests wirklich auf mechanische Verspannungen zurückgeführt werden kann, die sich nach kurzer Einfahrzeit und einer weiteren Nullstellen-Kalibrierung verflüchtigt haben.

Testaufbau mit Cyclus2 und SRM Kurbel
- Aufzeichnung mit Edge 500 (SRM) und Edge 800 (Vector)
- alle Geräte auf gleiche Raumtemperatur gebracht
- Geräte 20 Minuten warmgefahren mit 150-200 Watt
- statische und dynamische Kalibrierung von Vector/SRM

Durchführung (1:1 wie #1 Indoor Test)
- auf- bzw. absteigender Stufentest
- annähernd gleichbleibende Raumtemperatur
- kurze 350 Watt Spitze am Ende des Tests
- gleichmäßige Trittfrequenz von 90 U/min

Auswertung/Analyse
- Vector: meist super genau, maximaler Offset von 2-3 Watt
- SRM: stabiler Offset 1 bis +4 Watt gegenüber dem Cyclus2

Indoor Test #7 (Cyclus2 + SRM PM6 + Garmin Vector)

#7 Indoor: FAIL
- Vector: schwankender Offset und eine hohe Ungenauigkeit zwischen -9 und + 8 Watt
- SRM: stabiler Offset von -1 bis -3 Watt

Nach vielen hervorragenden Vergleichtests an den Tagen zuvor legte der Vector dieses Mal eine recht schlechte Performance an den Tag. Es scheint, als wäre es dem Vector nicht mögilch gewesen, die Nullstelle richtig zu kalibrieren. Erklärung habe ich dafür leider noch keine
.

Testaufbau mit Cyclus2 und SRM Kurbel
- Aufzeichnung mit Edge 500 (SRM) und Edge 800 (Vector)
- alle Geräte auf gleiche Raumtemperatur gebracht
- Geräte 20 Minuten warmgefahren mit 150-200 Watt
- statische und dynamische Kalibrierung von Vector/SRM

Durchführung (1:1 wie #1 Indoor Test)
- verschiedene 250 Watt Intervalle und einer mit 350 Watt
- übertrieben oft SRM und Vector statisch und dynamisch kalibriert
- annähernd gleichbleibende Raumtemperatur
- gleichmäßige Trittfrequenz von 90 U/min

Auswertung/Analyse
- Vector: relativ hohe Ungenauigkeit zwischen -9 und +8 Watt
- SRM: stabiler Offset -1 bis -3 Watt gegenüber dem Cyclus2

Outdoor Test #8 (SRM PC6 + Garmin Vector)

#8 Outdoor: SUCCESS
Sehr hohe Genauigkeit des Vectors: die NP Werte der kompletten Tour und der Schnitt eines 12' Intervalls lagen stabil um +1 Watt über dem SRM.

Trotz schwieriger Bedingungen (niedrige Temperaturen, sehr windig und kalte Abfahrten) performte der Vector perfekt. Obwohl ich während der Fahrt nie nach-kalibriert habe, lagen seine Werte permanent auf SRM-Niveau. 

Testaufbau mit SRM Kurbel
- Aufzeichnung mit Edge 500 (SRM) und Edge 800 (Vector)
- statische Kalibrierung der Vector Pedale und des SRM
- Warmup von 10 Minuten
- dynamische Kalibrierung von Vector und SRM

Durchführung
- hügelige Runde mit 200 Watt NP 
- dazwischen ein 12-Minuten Intervall mit 260 Watt Schnitt
- sehr kühle Temperaturen, besonders bergab
- während der Fahrt nie dynamisch kalibriert

Auswertung/Analyse
- Differenz von +1 Watt NP gegenüber dem SRM 
- während des 12' Intervalls zeigten beide Geräte nahezu gleich an

Outdoor Sprints #9 (SRM PC6 + Garmin Vector)

#9 Sprints: SUCCESS
Sehr hohe Genauigkeit des Vectors: die NP Werte der kompletten Tour lagen stabil um +3 Watt über dem SRM. 

Die durchschnittlichen Wattwerte von zwei fliegenden 20' Sprints lagen zwischen 0 und +9 Watt (im Bereich von 750 Watt) über dem SRM - also wieder der gewohnte Unterschied. Auch die erzielten Maximalwerte lagen nahe beinander.

Beim dritten Sprint lag die Durchschnittsleistung deutlich über dem SRM. Bei so kurzen Messungen kann der Fehler allerdings überall liegen - auch beim SRM oder bei der Datenspeicherung bzw. meiner Auswertung.

Testaufbau mit SRM Kurbel
- Aufzeichnung mit Edge 500 (SRM) und Edge 800 (Vector)
- statische Kalibrierung der Vector Pedale und des SRM
- Warmup von 12 Minuten bis zum ersten Sprint
- dynamische Kalibrierung von Vector und SRM

Durchführung
- hügelige Runde mit 240 Watt NP 
- drei 20-Sekunden Sprints (fliegend)
- vor jedem Sprint immer dynamisch kalibriert
- wechselhafte/kühle Temperaturen

Auswertung/Analyse
- zwei von drei Sprints lagen extrem nah beinander
- Overall-Differenz von +3 Watt NP gegenüber dem SRM 
- Spitzenleistungen (Schnitt und Max) ab 10 Sekunden sehr ähnlich

Indoor Temperaturdrift #10 (Cyclus2 + SRM PM6 + Garmin Vector)

#10 Indoor: SUCCESS
- Vector: trotz +14° Unterschied der Umgebungstemperatur war 30 Minuten lang nur eine minimale Differenz von 0 bis -2 Watt festzustellen
- SRM: das High-End-Gerät erreicht ohne softwaremäßiger Temperaturkompensation eine Genauigkeit von 0 bis +5 Watt zum Cyclus2

Beide Geräte performten hervorragend. Der Garmin Vector schien sogar noch unempfindlicher gegenüber Temperaturveränderungen. Triathleten brauchen sich somit keine Sorgen machen, falls das Rad tagsüber in der prallen Sonne der Wechselzone steht.

Jeder Garmin Vector besitzt einen integrierten Temperatursensor, seine werksmäßig kalibrierte, individuelle Temperatur-Kennlinie und softwaregesteuerte Temperaturkompensations-Algorithmen.

Testaufbau mit Cyclus2 und SRM Kurbel
- Aufzeichnung mit Edge 500 (SRM) und Edge 800 (Vector)
- Cyclus2 auf 20° Raumtemperatur gebracht
- Rad/SRM/Vector im Freien auf 6° Umgebungstemperatur abgekühlt
- Geräte nicht warmgefahren
- statische und dynamische Kalibrierung von Vector/SRM im Freien

Durchführung
- Rad/SRM/Vector ins Labor geholt und in den Cyclus2 eingespannt
- Test prompt ohne Warm-up gestartet
- keine Nullstellen-Kalibrierung während des Tests
- 30 Minuten mit 200 Watt gefahren
- völlig gleichbleibende Raumtemperatur von 20°
- gleichmäßige Trittfrequenz von 90 U/min
- SRM/Vector Geräte-Kern musste sich von

Auswertung/Analyse
- SRM: trotz Temperaturveränderung sehr stabile Werte, Nullstellen-Kalibrierungs-Faktor veränderte sich von 425 (vor dem Test bei 6° Celsius Umgebung) auf 445 (nach dem Test bei 20° Celsius Umgebung)
- Vector: extrem genau, die recht hohe Temperaturveränderung beeinflusste die Werte in keinster Weise (Nullstellen-Kalibrierungs-Faktor wird vom Garmin Edge leider nicht angezeigt)

Outdoor "Zero Hero" Tour #11 (SRM PC6 + Garmin Vector)


#11 Fahrtenspiel: SUCCESS
Fast unglaublich: nach einer vierstündigen Ausfahrt mit Spannung, Spiel und Sturm zeigten das SRM und der Vector aufs Watt genau 218 NP an. Der Wattdurchschnitt mit Nullen ist gerade 2 Watt auseinander. Auch die Trittfrequenz-Berechnung des Vectors funkt unter realen Bedingungen.

Besonders beeindruckend: Alle Spitzenleistungen (60 Sek, 2, 5, 6, 10, 12, 20 Minuten usw.) liegen innerhalb eines Watts

Testaufbau mit SRM Kurbel
- Aufzeichnung mit Edge 500 (SRM) und Edge 800 (Vector)
- statische Kalibrierung der Vector Pedale und des SRM
- Warmup von 15 Minuten
- eine dynamische Kalibrierung von Vector und SRM

Durchführung
- hügeliges Fahrtenspiel mit 218 Watt NP 
- während der Fahrt nie auf Kalibrierung geachtet
- Sprints, Ausreissversuche, Rüttelpassagen, Abfahrten, Pausen, etc.
- wechselhafte/kühle Temperaturen

Auswertung/Analyse
- Spitzenleistungen ab 30 Sekunden fast ident
- NP Werte nach vier Stunden aufs Watt ident
- TF Schnitt beider Wattmesser ident 

Special Features

Trittfrequenz
Die Vector-Pedale benötigen keinen Magneten zur Berechnung der aktuellen Trittfrequenz, sondern tun dies mit je vier integrierten Beschleunigungsmessern: zwei in jedem Pedal, einer im Pedalsender und ein weiterer pro Messwelle. Garmin gibt einen Messbereich von 30 bis 150 U/min an.
Ich habe die TF-Werte mit meinem SRM (Magnet) und dem Cylus2 (Berechnung) verglichen und alle Durchschnittswerte lagen tatsächlich innerhalb einer geringen Abweichung von 0-1U/min, während die ermittelten Maximal-Werte voneinander deutlicher abwichen.

Links- / Rechts-Beinkraftverteilung

Aus technischer Sicht ist jedes Pedal für sich ein eigenständiger Powermeter, wurde unabhängig vom anderen im Werk kalibriert und misst die erbrachte Leistung eines Beines. Die Summe beider wird als erbrachte Leistung am Radcomputer angezeigt. Obwohl zur Zeit noch niemand wirklich sagen kann, was ein gesunder Athlet mit diesen Daten anstellen vermag, ist es möglich die Leistungsverteilung (z.B. 49% links - 51% rechts) am Radcomputer darzustellen.

Torque effectiveness (Tritteffizienz)
Hierbei handelt es sich um eine neue Größe = Differenz der im Uhrzeigersinn erbrachten Pedalleistung und dem gegen den Uhrzeigersinn ermittelten Widerstand, die momenten vom Vector noch nicht übertragen und supported wird. Allerdings kann das entsprechende Datenfeld am Garmin Edge schon dargestellt werden. Zur Zeit liefert ausschließlich der Rotor Power Leistungsmesser die Tritteffizienz-Daten.

Pedal smoothness (Runder Tritt)
Gleiches gilt auch für die "Pedal smoothness". Das Verhältnis zwischen dem maximalen vs. dem durchschnittlichen Drehmoment wird nur von der Rotor Power unterstützt. Garmin arbeitet an einer Implementierung - es steht allerdings noch kein Zeitrahmen fest.

Tipps und Tricks vom Powermeter-Jünger

Garmin Vector bei Straßen-, Berg und TT-Rennen
Vor dem Warmup eine manuelle Kalibrierung durchführen (ausgeklickt, keine Last an den Pedalen) und während der Vorbereitung aufs Rennen eine dynamische Kalibrierung (rückwärts treten). Ab zum Start.

Garmin Vector bei Triathlons
Am Morgen des Rennens in der Wechselzone eine manuelle Kalibrierung durchführen. Dann, in der ersten Phase des Radsplits, sollte eine dynamische Kalibrierung durchgeführt werden. Irgendeine Gelegenheit wird sich immer bieten um 5-8 Mal rückwärts zu treten (zum Beispiel eine lange Kurve oder eine kurze Abfahrt).

Troubleshooting - "Leistungsmessung zu niedrig"
Im Netz finden sich zahlreiche Vector-User die eine zu niedrige Leistungsmessung beklagen. Tatsächlich wurden in den meisten Fällen die Pedale per Gefühl und ohne Drehmomentschlüssel angezogen. Bei fast allen war ein größeres Anzugsmoment die Lösung. So fand auch der berüchtigte DC Rainmaker in seinem Vector Blog heraus, dass Drehmomente unterhalb von 27 Nm zu falschen, immer zu niedrigen Messergebnissen führen. Zwischen 27 und 33 Nm, blieben die Werte konstant und richtig. Garmin rät zu 34-40 Nm. Ein höheres Drehmoment könnte die Pedalsender beschädigen.

Troubleshooting - "Nichts geht mehr"
Wenn einmal etwas nicht so funktioniert wie es soll, obwohl sich Garmin Vector und Edge am letzten Firmware-Stand befinden, dann könnte ein Kaltstart helfen. Dazu nimmt man die Batterien aus den Pedal Pods, wartet ein paar Sekunden, steckt sie zurück und richtet die Montagewinkel erneut ein. Gemäß User-Feedback war dies zu 99% die Lösung - ich hatte bis dato noch kein Problem dieser Art.

Vector Garantie, Reparatur & Ersatzteile

Die Gewährleistungsfrist für einen in der EU gekauften Vector beträgt zwei Jahre und beginnt mit dem Kaufdatum. Bei technischen Problemen gelten die Support Prozesse des jeweiligen Landes. Neben dem von Garmin angebotenen Reparatur- und Austauschservice, können einzelne Ersatzteile auch online bestellt werden. Zum Beispiel wenn der Pedalkörper oder ein Sender durch einen Sturz oder dergleichen beschädigt wurde.

Einzeln nicht erhältlich ist der teuerste Bestandteil des Vector-Systems: die Messwelle. Sie birgt die hochpräzisen Silizium-Dehnmessstreifen in sich und wird von dem stabilen Pedalkörper und der Lagerschale geschützt. Obwohl es als relativ unwahrscheinlich gilt, die Welle bei einem Crash zu beschädigen, kann eine Störung nie ausgeschlossen werden. Ist dies der Fall, hilft nur mehr der Fachhändler bzw. die direkte Kontaktaufnahme zum Garmin Support.


€ 169,99

Vector-Pedalkörper und Lager (1 Paar)
Artikelnummer: 010-11251-10

Dieser faserverstärkte Verbundpedalkörper (nur Pedalkörper, beinhaltet keine Vector Messeinheit) mit Lager kann mit einem entsprechenden Schlüssel zum Entfernen des Pedallagers ersetzt werden. Der Austausch von Pedalkörper, Lager, Unterlegscheibe, Mutter und Fettdichtung (alle Teile im Lieferumfang enthalten) wirkt sich nicht auf die Genauigkeit der Leistungs- oder Trittfrequenzdaten des Vector aus.


€ 54,99

Vector-Pedalsender (ein Stück)
Artikelnummer: 010-11251-12

Pedalsender können einzeln oder paarweise getauscht werden. Der Austausch eines Pedalsenders wirkt sich nicht auf die Genauigkeit der Leistungs- oder Trittfrequenzdaten des Vector aus.


€ 19,99

Vector-Schuhplatten 6°
Artikelnummer: 010-11251-11

Dieses Ersatzpaar rutschfester, mit LOOK KéO kompatibler Schuhplatten mit einer Bewegungsfreiheit von 6 Grad sorgt dafür, dass sich die Vector-Pedale weiterdrehen und man beim Training auf dem richtigen Kurs bleibt.


€ 19,99

Vector-Schuhplatten 0°
Artikelnummer: 010-11251-13

Die Garmin Vector Schuhplatten dienen als Ersatzpaar und sind mit LOOK KéO kompatibel.

Firmware Update


Ein besonders feines Feature ist die Möglichkeit der Software-Aktualisierung des Vectors. Dies ist bei SRM und Power2Max beispielsweise nicht möglich - die Geräte müssten dazu ins Werk eingeschickt werden.

Zum Vector-Update benötigt man:

  • Software "Vector Updater" (für MAC oder PC kostenlos auf www.garmin.com/vectorowner erhältlich)
  • USB ANT+ Stick (im Lieferumfang enthalten)
  • Internetverbindung
  • Vector Pedale, Pods und funktionstüchtige Batterien

Als Mac User wählte ich logischerweise die OS X Version, ließ die Vector Pedale am Rad montiert und platzierte dieses in Reichweite des Computers. Nach dem Programmstart folgte ich den Anweisungen:
  • USB ANT+ Stick verbinden
  • Pedalsender mit Pedalachsen verbinden (war bei mir ohnehin der Fall)
  • Batterien aus beiden Pedalsendern entfernen, mind. 20 Sekunden warten und wieder einsetzen
  • Fortfahren drücken und warten

Ich hatte die Software-Version 2.0 installiert und tatsächlich gab es mit 2.1 schon das erste Update. Der Update-Prozess funktionierte wie am Schnürchen, jedoch dauerte das Finden der Pedale, das Kopieren der Daten und der eigentliche Update deutlich länger als vom Assistenten vorhergesagt. So zog eine Viertelstunde durchs Land bis der Updater "Vector successfully updated" vermeldete.

Fazit

Garmin Vector
Modelljahr: 2013
Testdauer: seit 4. Sept. 2013,
Indoor und Outdoor
+ schnelle und einfache Montage
+ Kalibrierungsassistent bei Edge 510/810
+ (meist) beeindruckend hohe Genauigkeit unter allen Bedingungen
+ Batterietausch und Firmware-Update durch Benutzer möglich
o relativ undurchsichtige Konfiguration auf älteren Edge Geräten ohne Assistent
- eingeschränkte Kompatibilität (Kurbeln, Q-Rings)
- 15 mm Adapter für Drehmomentschlüssel in Europa sehr schwer erhältlich
Preis: € 1.549,00 UVP
Resumé: Power to the people. Das lange Warten hat sich gelohnt und ich will jetzt auch einen.

Abgesehen von einigen wenigen Ausreißern bei "Labor-Untersuchungen" funktionierte der Garmin Vector extrem zuverlässig und präzise. Grundvoraussetzung war die optimale Montage samt korrekt durchgeführten Kalibrierungsmaßnahmen (Einrichtung des Montagewinkels einmalig, sowie statisch vor und dynamisch während jeder Fahrt).

Für den Vector sprechen neben seiner hohen Genauigkeit die mögliche Installation an verschiedenen Rädern (Spinner, Bahn-, Leih-, Trainings- oder Wettkampfrad), der offene ANT+ Funkstandard, der einfache Batterietausch, seine Unempfindlichkeit gegenüber Temperaturschwankungen, die per ANT+ Stick aktualisierbare Firmware und das geringe Mehrgewicht.

Dinge wie Batterielebensdauer, Haltbarkeit und Ersatzteilversorgung müssen sich erst herauskristallisieren. Ebenso, wie lange es dauert, bis Garmin eine optionale Diebstahlsicherung anbietet - denn wer möchte im Trainingslager jeden Abend die Pedale mit aufs Zimmer nehmen, um am darauffolgenden Morgen den Installations- und Kalibrierungswahnsinn aufs Neue zu erdulden?

To be contined: höhere Kompatibilität mit Kurbeln und Kettenblättern und die Implementierung neuer Features (z.B. Smoothness).




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  1. #1
    Admin Avatar von NoPain
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    Garmin Vector

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  2. #2
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    Warum sieht man das System bei den Profis nicht. Das weckt etwas Mißtrauen.
    www.menofsports.info

    ... noch in Arbeit

  3. #3
    Registrierter Benutzer Avatar von enno v.s.
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    hallo
    der geringe kettenabstand hat keine probleme gemacht? zb. das der stecker etwas in mitleidenschaft gezogen wurde bei bodenunebenheiten oder hartem antritt
    „Der große Sport fängt da an, wo er längst aufgehört hat, gesund zu sein.“
    Bertolt Brecht (1898-1956), dt. Dramatiker u. Dichter

  4. #4
    Admin Avatar von NoPain
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    Nein, bisher noch nicht. Der Abstand ist allerdings nur im größten Gang so gering. Den fahr ich ja recht selten und falls doch, dann ist soviel Zug an der Kette, das sie nicht schlackert.

    Optimal ists allerdings nicht. Liegt aber eindeutig an der breiten Cannondale Kurbel.

  5. #5
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    kann man alle Keo Schuhplatten für das Vector Pedal verwenden ??
    liegt der schwankende Bereich evtl. daran das du es nicht mit 15mm Drehmoment Schlüssel angezogen hast.
    Danke.

  6. #6
    Admin Avatar von NoPain
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    Zitat Zitat von Stratoflo Beitrag anzeigen
    Warum sieht man das System bei den Profis nicht. Das weckt etwas Mißtrauen.
    Ich kann mich dumpf erinnern, erst vor kurzem eine inoffizielle "offizielle Begründung" gelesen zu haben. Diese besagte, dass der Vector tatsächlich erst vor kurzem fertig und released wurde und das Teammgmt. keine Umstellung innerhalb der laufenden Saison riskieren wollte.

    Bin mir sicher, dass das Garmin Team nächstes Jahr damit auf der Piste ist - ob sie wollen oder nicht. ^^

  7. #7
    Admin Avatar von NoPain
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    Zitat Zitat von madin Beitrag anzeigen
    kann man alle Keo Schuhplatten für das Vector Pedal verwenden ??
    liegt der schwankende Bereich evtl. daran das du es nicht mit 15mm Drehmoment Schlüssel angezogen hast.
    Danke.
    Ich fahre mit den Keo Platten, da ich die Schuhe nicht umschrauben wollte. Ist kein Problem.

    Der "schwankende" Bereich liegt mMn sicher nicht am Drehmoment. Es sollten gemäß Garmin 34-40 Nm sein!!! Das ist schon richtig viel und entspricht dem Anzugsmoment einer Rotor-Kurbel oder eines Ritzelpakets. Ich hab die Pedale angeknallt und deshalb zeigen sie auch richtig an. Ich schätze das Drehmoment liegt ungefähr bei 40Nm, da ich als Referenz das Anzugsmoment eines Ritzelpakets genommen habe.

    "Schwankend" ist auch irgendwie das falsche Wort. Der Vector besitzt meist einen stabilen Offset und zeigt präzise an. Ich denke, dass ab und zu irgendwas beim Schreiben der Nullstelle "passiert".
    Geändert von NoPain (28-09-2013 um 13:09 Uhr)

  8. #8
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    die maximale Leistung ist auch ziemlich weit auseinander (nicht immer aber 30-40 Watt is nicht wenig!!)

  9. #9
    Admin Avatar von NoPain
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    Zitat Zitat von madin Beitrag anzeigen
    die maximale Leistung ist auch ziemlich weit auseinander (nicht immer aber 30-40 Watt is nicht wenig!!)
    Diese "Peaks" muss man sich separat ansehen. Leistung = Drehmoment * Kadenz (oder so in der Art). Und die Kadenz ist beim SRM durch den Magneten sicher genauer, als die berechnete vom Garmin. Ich werd mal 5s und 20s Sprints machen und dann vergleichen.

    Für den Alltagsgebrauch und FTP-Training ist es aber schnurzegal ob die 30 Sekunden Werte passen. Btw: diese Werte sind z.B. bei PowerTap und SRM auch nie gleich... nicht mal annähernd. Beim echten Sprint- oder Bahn-Training geht wohl nach wie vor kein Weg am SRM vorbei. Diese User stellen allerdings die Minderheit dar.
    Geändert von NoPain (28-09-2013 um 13:45 Uhr)

  10. #10
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    ein Pedal ist und bleibt ein Verschleißteil, für mich als Techniker und Vielfahrer keine Option...

    jedoch wäre ich interressiert, alleine wegen einen Garantiefall
    Wolf

  11. #11
    Registrierter Benutzer Avatar von mpunktw
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    Super Martin, danke für den klassen Test.

    Eine Anmerkung: Die große Versprechung von Wattmess-Pedalen war, sie easy-cheesy auf eine anderes Rad umstecken zu können (Zeitfahrrad <> RR <> MTB). Das hat sich meiner Meinung nach zerschlagen: Wenn die Montage jedes Mal wieder irgendwie ein wenig tricky ist (und man mit 30 Nm arbeiten muss - also auch jedes Mal die (geringe?) Gefahr der Beschädigung gegeben ist), wird man es sich überlegen, kurz vor dem Training umzubauen.

  12. #12
    the dude rocks ..... Avatar von wüdi
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    wow, dass nenn ich mal einen Test..... das Pedalsystem von Garmin sollte aber lt. Werbung gaaanz leicht zwischen diversen Rädern zu tauschen sein und damit gegenüber einem Kurbel-PM deutliche Vorteile haben...

    wenn das Umstecken jetzt aber doch recht tricky ist, dann würde ich doch eher zum Kurbelsystem tendieren... da ja der Quarq Elsa sowie der Rotor ungefähr in derselben Preisklasse sind sowie ungefähr dasselbe Mehrgewicht bringen... und P2M soll zwar teurer werden, dafür aber auch leichter -> also nach wie vor eine Option.

  13. #13
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    wäre super wenn du den "Sprinttest" über 3sek. 5sek. und 10sek. machen könntest.
    würde die Berechnung genauer werden wenn die Tf über den Garminsensor angezeigt (ermittelt) wird??
    Danke

  14. #14
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    Hab auf meinem TT Bike die neue Dura Ace FC-9000 Kurbel drauf und die ist auch ziemlich dick. Also es sind im größten Gang definitv keine 5mm Platz. Was ist denn deiner Meinung nach das absolute Minimum an Abstand?
    Danke

  15. #15
    Registrierter Benutzer Avatar von mpunktw
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    Wie schauts eigentlich mit der Beschädigungs-Gefahr aus? Ist ja immerhin am Pedal montiert, wenn man da wo streift ... oder bei einem Sturz? Wie schätzt du das ein, Martin?

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