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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Nach etlichen Jahren Entwicklungsarbeit, einer Firmenübernahme und diversen Terminverschiebungen sind nun Garmins Powermeter-Pedale "Vector" im Fachhandel erhältlich. Bikeboard.at hat als erstes Medium Österreichs einen frischen Satz aus der Produktion für einen 6-wöchigen Test erhalten, dessen Resultat wir hier offen legen. Ihr seid alle herzlich eingeladen, Fragen zu stellen oder über eigene Erfahrungen zu berichten.
Die Carbon-Pedale mit insgesamt ca. 100 g Mehrgewicht im Vergleich zu herkömmlichen Look Kéos beinhalten eine Messeinheit mit Piezoelementen (ändern ihre elektrische Polarisation bei mechanischer Verformung, sprich: Draufdrücken erzeugt Spannung; bekanntes Anwendungsbeispiel: Feuerzeuge), die in die hohlen und versiegelten VA-Stahlachsen integriert sind. Diese Silizium-Module registrieren die Normalabweichung (= Vertikalverbiegung) in der Pedalachse während der gesamten Pedalumdrehung (= Druck und Zug), und zwar getrennt für das linke und rechte Bein. Zudem kann das System eigenständig erkennen, ob der Fahrer im Sitzen pedaliert oder im Wiegetritt. Durch Vergleich der gemessenen Abweichung mit einer fabrikskalibrierten Abweichung unter einer Referenzbelastung wird die auf das Pedal wirkende Kraft ermittelt. Aus dieser Kraftmessung, der Trittfrequenzmessung mittels Beschleunigungssensor sowie der verstrichenen Zeit berechnet der Vector die Leistung in Watt sowie die Rechts/Links-Kraftbalance. Hierfür werden die von der Sensorik erfassten Daten jeweils über drei Ringschleifkontakte an die extern im "Pedal Pod" ausgelagerten Elektronikeinheiten übertragen. Neben einer CR 2032 Knopfzelle (selbst und werkzeuglos tauschbare Standardbatterie mit mind. 175 Betriebsstunden) sind dort auch noch die Funkantennen und Prozessoren untergebracht.
SUCCESS: Unter Einhaltung der oberhalb erläuterten Montageregeln konnten die Pedale und Pods innerhalb weniger Minuten erfolgreich installiert werden. Vor einer etwaigen Demontage sollte wieder die zugehörige Videoanleitung konsultiert werden - beispielsweise darf der Connector-Stöpsel nicht mit einem Schraubenzieher oder ähnlichem entfernt werden; dieser löst sich selbständig beim Abschrauben der Pedale.
SUCCESS mit Vorbehalt: Es wird zwar alles im Video behandelt und steht "irgendwie" auch im Handbuch, jedoch wird einem frisch gebackenen Powermeter-Besitzer relativ viel Know How abverlangt. Egal - wer genau lesen kann, ist klar im Vorteil, und ich hab's schlussendlich zusammengebracht. Die Kalibriererei vor jeder Tour geht mir zwar ein wenig am Keks, aber was tut man nicht alles für akkurate Wattzahlen...
TrittfrequenzDie Vector-Pedale benötigen keinen Magneten zur Berechnung der aktuellen Trittfrequenz, sondern tun dies mit je vier integrierten Beschleunigungsmessern: zwei in jedem Pedal, einer im Pedalsender und ein weiterer pro Messwelle. Garmin gibt einen Messbereich von 30 bis 150 U/min an.Ich habe die TF-Werte mit meinem SRM (Magnet) und dem Cylus2 (Berechnung) verglichen und alle Durchschnittswerte lagen tatsächlich innerhalb einer geringen Abweichung von 0-1U/min, während die ermittelten Maximal-Werte voneinander deutlicher abwichen.Links- / Rechts-BeinkraftverteilungAus technischer Sicht ist jedes Pedal für sich ein eigenständiger Powermeter, wurde unabhängig vom anderen im Werk kalibriert und misst die erbrachte Leistung eines Beines. Die Summe beider wird als erbrachte Leistung am Radcomputer angezeigt. Obwohl zur Zeit noch niemand wirklich sagen kann, was ein gesunder Athlet mit diesen Daten anstellen vermag, ist es möglich die Leistungsverteilung (z.B. 49% links - 51% rechts) am Radcomputer darzustellen.Torque effectiveness (Tritteffizienz)Hierbei handelt es sich um eine neue Größe = Differenz der im Uhrzeigersinn erbrachten Pedalleistung und dem gegen den Uhrzeigersinn ermittelten Widerstand, die momenten vom Vector noch nicht übertragen und supported wird. Allerdings kann das entsprechende Datenfeld am Garmin Edge schon dargestellt werden. Zur Zeit liefert ausschließlich der Rotor Power Leistungsmesser die Tritteffizienz-Daten. Pedal smoothness (Runder Tritt)Gleiches gilt auch für die "Pedal smoothness". Das Verhältnis zwischen dem maximalen vs. dem durchschnittlichen Drehmoment wird nur von der Rotor Power unterstützt. Garmin arbeitet an einer Implementierung - es steht allerdings noch kein Zeitrahmen fest.
Garmin Vector bei Straßen-, Berg und TT-RennenVor dem Warmup eine manuelle Kalibrierung durchführen (ausgeklickt, keine Last an den Pedalen) und während der Vorbereitung aufs Rennen eine dynamische Kalibrierung (rückwärts treten). Ab zum Start.Garmin Vector bei TriathlonsAm Morgen des Rennens in der Wechselzone eine manuelle Kalibrierung durchführen. Dann, in der ersten Phase des Radsplits, sollte eine dynamische Kalibrierung durchgeführt werden. Irgendeine Gelegenheit wird sich immer bieten um 5-8 Mal rückwärts zu treten (zum Beispiel eine lange Kurve oder eine kurze Abfahrt).Troubleshooting - "Leistungsmessung zu niedrig"Im Netz finden sich zahlreiche Vector-User die eine zu niedrige Leistungsmessung beklagen. Tatsächlich wurden in den meisten Fällen die Pedale per Gefühl und ohne Drehmomentschlüssel angezogen. Bei fast allen war ein größeres Anzugsmoment die Lösung. So fand auch der berüchtigte DC Rainmaker in seinem Vector Blog heraus, dass Drehmomente unterhalb von 27 Nm zu falschen, immer zu niedrigen Messergebnissen führen. Zwischen 27 und 33 Nm, blieben die Werte konstant und richtig. Garmin rät zu 34-40 Nm. Ein höheres Drehmoment könnte die Pedalsender beschädigen.Troubleshooting - "Nichts geht mehr"Wenn einmal etwas nicht so funktioniert wie es soll, obwohl sich Garmin Vector und Edge am letzten Firmware-Stand befinden, dann könnte ein Kaltstart helfen. Dazu nimmt man die Batterien aus den Pedal Pods, wartet ein paar Sekunden, steckt sie zurück und richtet die Montagewinkel erneut ein. Gemäß User-Feedback war dies zu 99% die Lösung - ich hatte bis dato noch kein Problem dieser Art.
Die Gewährleistungsfrist für einen in der EU gekauften Vector beträgt zwei Jahre und beginnt mit dem Kaufdatum. Bei technischen Problemen gelten die Support Prozesse des jeweiligen Landes. Neben dem von Garmin angebotenen Reparatur- und Austauschservice, können einzelne Ersatzteile auch online bestellt werden. Zum Beispiel wenn der Pedalkörper oder ein Sender durch einen Sturz oder dergleichen beschädigt wurde.Einzeln nicht erhältlich ist der teuerste Bestandteil des Vector-Systems: die Messwelle. Sie birgt die hochpräzisen Silizium-Dehnmessstreifen in sich und wird von dem stabilen Pedalkörper und der Lagerschale geschützt. Obwohl es als relativ unwahrscheinlich gilt, die Welle bei einem Crash zu beschädigen, kann eine Störung nie ausgeschlossen werden. Ist dies der Fall, hilft nur mehr der Fachhändler bzw. die direkte Kontaktaufnahme zum Garmin Support.
Vector-Pedalkörper und Lager (1 Paar)Artikelnummer: 010-11251-10Dieser faserverstärkte Verbundpedalkörper (nur Pedalkörper, beinhaltet keine Vector Messeinheit) mit Lager kann mit einem entsprechenden Schlüssel zum Entfernen des Pedallagers ersetzt werden. Der Austausch von Pedalkörper, Lager, Unterlegscheibe, Mutter und Fettdichtung (alle Teile im Lieferumfang enthalten) wirkt sich nicht auf die Genauigkeit der Leistungs- oder Trittfrequenzdaten des Vector aus.
Vector-Pedalsender (ein Stück) Artikelnummer: 010-11251-12 Pedalsender können einzeln oder paarweise getauscht werden. Der Austausch eines Pedalsenders wirkt sich nicht auf die Genauigkeit der Leistungs- oder Trittfrequenzdaten des Vector aus.
Vector-Schuhplatten 6° Artikelnummer: 010-11251-11 Dieses Ersatzpaar rutschfester, mit LOOK KéO kompatibler Schuhplatten mit einer Bewegungsfreiheit von 6 Grad sorgt dafür, dass sich die Vector-Pedale weiterdrehen und man beim Training auf dem richtigen Kurs bleibt.
Vector-Schuhplatten 0° Artikelnummer: 010-11251-13 Die Garmin Vector Schuhplatten dienen als Ersatzpaar und sind mit LOOK KéO kompatibel.
Abgesehen von einigen wenigen Ausreißern bei "Labor-Untersuchungen" funktionierte der Garmin Vector extrem zuverlässig und präzise. Grundvoraussetzung war die optimale Montage samt korrekt durchgeführten Kalibrierungsmaßnahmen (Einrichtung des Montagewinkels einmalig, sowie statisch vor und dynamisch während jeder Fahrt).Für den Vector sprechen neben seiner hohen Genauigkeit die mögliche Installation an verschiedenen Rädern (Spinner, Bahn-, Leih-, Trainings- oder Wettkampfrad), der offene ANT+ Funkstandard, der einfache Batterietausch, seine Unempfindlichkeit gegenüber Temperaturschwankungen, die per ANT+ Stick aktualisierbare Firmware und das geringe Mehrgewicht.Dinge wie Batterielebensdauer, Haltbarkeit und Ersatzteilversorgung müssen sich erst herauskristallisieren. Ebenso, wie lange es dauert, bis Garmin eine optionale Diebstahlsicherung anbietet - denn wer möchte im Trainingslager jeden Abend die Pedale mit aufs Zimmer nehmen, um am darauffolgenden Morgen den Installations- und Kalibrierungswahnsinn aufs Neue zu erdulden?To be contined: höhere Kompatibilität mit Kurbeln und Kettenblättern und die Implementierung neuer Features (z.B. Smoothness).
In wenigen Minuten gratis inserieren – mit Fotos, Preis und Spion-Reichweite in der Bikeboard-Community.
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