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Mit dem Big.Nine Lite 1200-D Mountainbike bietet Merida einen preislich günstigen Einstieg in die 29er-Mittelklasse. Der moderne Alu-Rahmen wurde perfekt verarbeitet, mit durchwegs guten Komponenten bestückt und unterscheidet sich in seiner Optik nur auf den zweiten Blick vom Big.Nine Carbon Team, das gemeinsam mit den Merida Multivan Profis in den letzten beiden Jahren entwickelt wurde. Die Geometrie des Alu-Bikes entspricht fast 1:1 der des Top-Modells - gerade mal die Ketten-/Sitzstreben fallen um 5 Millimeter länger aus, das Tretlager liegt 5 Millimeter höher und der Rahmen ist logischerweise ein Äutzerl schwerer. Den Touren- und Marathonfahrer wird das allerdings nicht stören, denn er bekommt um € 1.799,- einen problemlosen 29er, der bei einem moderaten Gewicht von 11.7 Kilogramm, im Vergleich zu klassischen 26" Bikes, leichter Hindernisse überrollt und neben dem höheren Komfort auch eine bessere Traktion im rauen Gelände besitzt.
Die Sram X.9 Schaltgruppe mit 3x10 Gängen ist für die breite Klientel gut gewählt - die Laufräder mit XT-Naben, sowie die Komponenten wie Vorbau, Lenker und Sattelstütze gehören nicht zu den "Leichtesten", halten dafür aber genug aus und sind ausreichend steif.Ein kleines Highlight sind die Magura MT4 Bremsen mit dem ergonomisch geformten Hebeln. Die Stabilität und Bremskraft steht wie auch bei den teureren Modellen außer Frage, zusätzlich ist eine werkzeugfreie Druckpunktverstellung im Bremshebel integriert. Der Bremssattel ist identisch zur MT6. Gut fand ich, dass hinten eine starke 180mm Bremsscheibe verbaut wurde. Auch die 29er Dt-Swiss Federgabel machte einen guten Eindruck. Durch den Aufbau mit magnesiumbeschichteten Tauchrohren, der leichten Alu-Krone und einem tapered-Gabelschaft aus Carbon ergibt sich die hohe Torsionssteifigkeit der 100mm Gabel bei einem Gewicht von 1.748g. Das ABS-System (Auto Balancing Spring System) besitzt je eine Positiv- und Negativ-Luftfeder, wobei durch das Befüllen der Positiv-Kammer der Luftdruck der Negativ-Feder automatisch eingestellt wird. Außerdem steht ein Lockout mit Lenker-Fernbedienung zur Verfügung.Wählt man die richtige Rahmengröße - bei den meisten Menschen die kleinstmögliche in Bezug auf Sitzhöhe und Oberrohrlänge - kann nach dem Weglassen aller Gabelspacer, der Verwendung eines Negativ-Vorbaus und eines geraden Lenkers auch eine sehr sportliche Position gefahren werden. Generell ist man mit einer Probefahrt beim Händler wohl am besten beraten, da viele die 29er-Proportionen gerade "am Papier" falsch einschätzen.
Das Merida Big.Nine Lite ist ein gutes Beispiel dafür, dass auch bei einem günstigen Mittelklasse-29er-Modell keine unangenehmen Kompromisse bei Optik und Performance eingegangen werden müssen. Es sieht schnell aus, ist durchwegs gut bestückt und bietet mit 3x10 Gängen eine breite Übersetzungspalette für Einsteiger bis hin zu Touren- und ambitionierten Marathonfahrern. Die Federgabel und das Bremssystem mit 180mm-Scheiben vorne und hinten bieten für Fahrer bis 110 kg ausreichend Reserven. Das Gesamtgewicht von 11,7 kg geht in Ordnung und trübt den Fahrspaß auch nicht an steilen Anstiegen.Kauf-Tipp: Der günstige 29er ist sogar für Wellness-Fahrer eine Alternative, die bisher 28"-Trekking-Räder gefahren sind.
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