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Nonstop über den Himalaya

Nonstop über den Himalaya

24.11.14 07:17 33.242Text: NoManFotos: Raoul Kopacka, Paul ZurlHöher, weiter schneller. Wohin es führt, wenn ein Steirer das Extreme und das Abenteuer sucht? Zu Bestmarken am laufenden Band - zuletzt in Indien, Manali-Leh: Binnen 39 Stunden über die höchsten Pässe der Welt.24.11.14 07:17 33.285

Nonstop über den Himalaya

24.11.14 07:17 33.28526 Kommentare NoMan Raoul Kopacka, Paul ZurlHöher, weiter schneller. Wohin es führt, wenn ein Steirer das Extreme und das Abenteuer sucht? Zu Bestmarken am laufenden Band - zuletzt in Indien, Manali-Leh: Binnen 39 Stunden über die höchsten Pässe der Welt.24.11.14 07:17 33.285

Jacob Zurl mag an Lenzen (26) und Trainingsjahren (5) noch jung sein. Dennoch zieren bereits einige Rekorde seine Laufbahn: jüngster Finisher beim Glocknerman, erster und jüngster Österreicher bei Paris-Brest-Paris, aktueller Inhaber des 48h-Höhenmeter-Weltrekords (28.788,56 m), jüngster Finisher des Race Around Austria … seit August ist der Steirer um eine Bestmarke reicher: Über den Himalaya per Bike, in 38:41 Stunden.

 „Rekorde zu brechen, macht Spaß“ 

Fakten zum Projekt - I

Was:Manali-Leh Highway plus Khardung La (höchster befahrbarer Pass der Welt)
Wo:Indien, Himalaya-Gebirge
Länge: 517 Kilometer
Höhendifferenz:10.700 Höhenmeter
Höchster Punkt:5.359 m (Khardung La)
Anzahl Pässe: Acht, davon drei über 5.000 m
Temperaturdifferenz:fast 40°C (nächstens bis 0°C, tagsüber bis 36°C)
Fahrzeit:38 Stunden und 41 Minuten
Stehzeit: Knapp 4 Stunden (Pinkelpausen, medizinische Kontrollen, Radwechsel ...)
Alternativroute:Keine. Der Friendship-Highway (Katmandu - Lhasa) ist doppelt so lang, hat aber deutlich weniger Höhenmeter, vor allem aber die Grenze zu China, die Rekordversuche sinnlos macht. Ursprüngliche Idee, die aufgrund der politischen Lage wieder verworfen wurde, war der Karakorum Highway.

Was sich am Schirm so locker liest, dauert unter Trekking-Bikern normalerweise fast zwei Wochen und war in Wirklichkeit eine Fahrt jenseits aller Vorstellungskraft, aber eigentlich auch Vernunft: Für ein vorbereitendes Höhentraining fehlten Zeit und Geld, das zugehörige Fahrrad wurde erst wenige Tage vor der Abreise geliefert, und überhaupt war Jacob Zurl zuvor noch nie auf großer Reise, noch nie im Osten, noch nie im Himalaya, noch nie auf 5.000 Metern gewesen. "Ja, das war extrem leichtsinnig, aber ich habe es falsch eingeschätzt", gesteht der Geodäsie-Student nachträglich.
Denn die Schitouren bis hinauf auf 3.200 m hatten bis dahin auch nie Probleme bereitet. Und der Mentor und Ideengeber im engeren Sinne, Rudi "Kilimanrudi" Stangl (ehem. Extremsportler und Abenteurer, heute Organisator von Kilimanjaro-Besteigungen) hatte die Sache allen Beteiligten im Rahmen eines leckeren Abendessens als verlockend einfach präsentiert.

 "Der Rudi hat mich inspiriert, und ich hab meine Familie manipuliert." 

Fakten zum Projekt - II

Staff:Eltern + Freundin (Medizinstudentin) als Betreuer, Kameramann und vier indische Fahrer, zwei Begleitfahrzeuge
Material:6,3 kg Debello-Crosser (Prototyp - Unterrohr und Kettenstreben verstärkt) mit Carbon-Rahmen und -Laufrädern und Felgenbremsen (leichter + einfachere Wartung) plus vor Ort erworbenes Mountainbike für Abfahrten; mit Ausnahme des Rahmens alle Komponenten doppelt eingepackt
Pannen:1 Platten am MTB; während des Trainings jedoch unzählige Plattfüße am Crosser und durch die Erschütterungen gelockerte Anbauteile
Akklimatisation:3 Wochen in Leh, davon 2 trainierend
Streckenkenntnis:Durch vorheriges Abfahren mit der gesamten Crew per Auto auf dem Weg zum Ausgangspunkt
Ernährung:kohlenhydratreiche Flüssignahrung, Energieriegel und Gemüse mit Reis, 18 Liter Flüssigkeit; 25.000 kcal (verbraucht: 35.000 kcal); vorab: indisches Essen in Restaurants
Kleidung:Beheizte Handschuhe, Weste und Schuheinlagen gegen die Kälte; tatsächlich war eher die Hitze das Problem
Motivationstrick:Musik, immer das gleich Lied (aber bei jedem Rennen ein anderes, Entscheidung spontan kurz davor). Diesmal: Free von Natalia Kills
Kosten: 20.000 Euro und jede Menge Eigenleistungen
  • Missing Link bis wenige Tage vor Abreise:Missing Link bis wenige Tage vor Abreise:
    Missing Link bis wenige Tage vor Abreise:
    Missing Link bis wenige Tage vor Abreise:
  • Der im Zoll festgehangene Crosser. Stress!Der im Zoll festgehangene Crosser. Stress!
    Der im Zoll festgehangene Crosser. Stress!
    Der im Zoll festgehangene Crosser. Stress!

Gut is 'gangen, nix is g'scheng. Wiewohl viel passieren hätte können, denn der Manali-Leh-Highway gilt als eine der spektakulärsten, aber auch gefährlichsten Straßen der Welt: Extrem steile Abhänge; meist geschotterte, einspurige Fahrbahn; überladene Lastwagen in oft desaströsem Zustand; zahlreiche, auch tödliche Unfälle. Hinzu kommt, dass Radfahrer in Indien einen schweren Stand haben, gelten sie doch als zu arm, sich ein Moped zu leisten.

Und dann ist da noch die Höhe – der rasende Puls, das Hecheln nach Luft, die schlappen Muskeln, die Übelkeit bis hin zum Erbrechen, der Tunnelblick, die außergewöhnliche Müdigkeit. Und die Angst vor einem neuerlichen Lungenödem. Ein solches nämlich hatte sich der Langstrecken-Freak während des Glocknerman Ultraradmarathons 2012 zugezogen. Husten, blutiger Auswurf, Atemnot, und danach die große Verunsicherung, weil die Erholung Monate dauerte und niemand wirklich wusste, warum überhaupt die Flüssigkeit in die Lunge gekommen war.

 „Ich hätte mir nie gedacht, dass es so arg wird.“ 

Deshalb: Fahren nach Sauerstoffsättigung. Ständige Blutdruckmessung und regelmäßiges Abhören der Lunge. „Wir haben uns ganz klare Regeln gesetzt“, erklärt Jacob Zurl. „Die wichtigste: Pause, wenn die Sauerstoffsättigung deutlich unter 80% fällt.“
Drei Mal hing das Projekt infolgedessen gleich in der ersten Nacht am seidenen Faden. Hätten sich die Werte binnen der je zehnminütigen Auszeiten nicht verbessert, hätte sich der Steirer geschlagen gegeben und wäre das Projekt abgebrochen worden.

Hätti-wari. Tatsache ist: Die Rekordfahrt ist geglückt. Am 7. August 2014 erreichte der Langstrecken-Freak mit dem Faible für die Vertikale nach nicht einmal 40 Stunden den Khardung La auf 5.359 m Seehöhe. Ob dank der perfekten Betreuung, überraschend enthusiastischen Zaungäste (manch Reisegruppe blieb stundenlang an seiner Seite, jubelte und machte Fotos), extremen Leistung oder puren Sturheit des Protagonisten, sei dahingestellt.
Als „schnellste Überquerung des höchsten Gebirgszuges aus eigener Muskelkraft“ soll die Fahrt nun ins Guinnes Buch der Rekorde eingetragen werden. „Wir haben alles genau so protokolliert wie bei meinem Höhenmeter-Weltrekord 2012, inklusive Zeugen und GPS-File, das anschließend sofort ordnungsgemäß abgegeben wurde“, schildert der Steirer. Einzig die Anwesenheit eines Notars war schlichtweg unmöglich. Dennoch ist Zurl guter Dinge, dass seine Bestmarke anerkannt und in etwa einem Dreiviertel-Jahr amtlich sein wird.

 „Mit dem Rad so hoch oben zu sein, hat was. Aber es ist körperlich nicht toll.“ 

Abseits aller Rekorde war die Nonstop-Himalya-Durchquerung für den jungen Abenteurer aber vor allem eines: eine Horizonterweiterung. Speziell in der dreiwöchigen Akklimatisierungsphase, die Jacob großteils alleine verbrachte, prasselten die Eindrücke von Land und Leuten nur so auf ihn ein. Schon stressig, aber toll sei das indische Leben, delikat die Küche, reizvoll die Natur. „Ich muss da unbedingt wieder hin. Nur Delhi war mir zu arg“, resümiert der 26-Jährige.

 „Ich suche sicher wieder das Abenteuer.“ 

Was unweigerlich die Frage nach dem nächsten Vorhaben aufwirft. Das RAAM, so viel ist für den Ultraradmarathon-Weltmeister fix, muss noch warten. Zu wenig individuell, zu konventionell, und irgendwie auch zu flach. „Da gibt’s andere Dinge, die mir zur Zeit mehr Freude bereiten. Ich will eine noch größere Herausforderung, etwas, das noch niemand gemacht hat.“
Was das genau sein könnte, will er sich über den Winter überlegen. Europa wird er zu diesem Zweck wohl erneut verlassen, die Berge hingegen suchen. Und bis es so weit ist, wohl auch wieder die Konkurrenz. Denn nur individuelle Projekte zu organisieren, macht den Wettkämpfer in Jacob Zurl auch nicht froh. Das Race Across Italy könnte sich der Gewichtsfetischist, für den der Extremradsport beginnt, wo der erste Tag endet, für 2015 beispielsweise vorstellen. Oder wieder einmal Paris-Brest-Paris ...

Zur Person

Jacob Zurl wurde am 15. Mai 1988 in Deutschlandsberg geboren. Sein anfängliches Element war das Wasser - bis zum Ende seiner Schulzeit war der Steirer erfolgreicher Segler (EM-Teilnahme Bootsklasse Laser). Nach kurzem Motorrad-Intermezzo entdeckte der Geodäsie-Student seine Leidenschaft für das Radfahren, und - im Sog der Steirer Szene - speziell für die Langdistanz ("Eliterennen sind mir zu gefährlich"), in der er beim 24h-Rennen in Fohnsdorf 2010 debütierte (Pl. 5).

Es folgten zahlreiche Brevets, einige Radmarathons, und bereits 2011 die erste erfolgreiche Glocknerman-Teilnahme. 2014 konnte Zurl diesen Bewerb nach Platz 2 im Jahr davor gewinnen und sich so zum Ultraradmarathon-Weltmeister küren. Obendrein gelang ihm 2012 am Schöckl mit 28.788,56 m ein neuer 48h-Höhenmeter-Weltrekord. Und 2013 finishte der Mann, der vorrangig jene bewundert, die Familie, Beruf und Radsport unter einen Hut bekommen, nach überstandenem Lungenödem (zugezogen beim Glocknerman 2012) als Rookie of the year beim RAA.

Mit über 20.000 Trainingskilometer in den Beinen hob er Mitte Juli diesen Jahres zu seiner medial bislang meistbeachteten Rekordfahrt ab, die er am 7.8. erfolgreich beendete: In 38:41 Stunden fuhr er auf dem Manali-Leh-Highway über den Himalaya. Ein indisches Männermagazin ernannte ihn daraufhin zum "FHM Hero". Ein Titel, mit dem Zurl grinsend leben kann.

 „Mich fasziniert, dass man mit dem Rad so weit kommt.“ 


Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich während so einem langen Projekt sehr wohl die Landschaft und das drum herum mitbekomme. Natürlich gibt es Momente in denen ich komplett erledigt bin und auch in der Wahrnehmung eingeschränkt bin, aber das vergeht schnell und dann bin ich wieder voll da. Es gibt Szenen, Erinnerungen und Bilder (so wie das letzte in dem Bikeboard-Bericht mit dem großen Berg im Hintergrund) die brennen sich ins Gedächtnis und werde ich sicher nie vergessen und motivieren mich immer wieder aufs Neue. :D

 

Die Leute und auch die fremde Kultur habe ich in meiner dreiwöchigen Akklimatisationszeit in Leh sehr gut kennengelernt und auch tolle Erfahrungen gemacht. Insbesondere dadurch, dass viel Organisationsarbeit dahinter steckt kommt man mit vielen Leuten in Kontakt.

 

 

Himalaya__18.jpg

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Für mich ist das eine Art der Meditation. In der Dauerschleife lasse ich das eine und nur das eine Lied laufen und mit der Zeit bekomme ich gar nicht mehr mit, dass das Lied noch lauft. Es geht richtig ins Unterbewusstsein - mir hilft diese Technick im Training, alsauch bei den Rennen.

 

Was mich selber manchmal erschreckt ist, wenn nach meinen Lieblingslied auf einmal andere Lieder kommen und ich erst beim zurückspulen merke wie viele Lieder bereits vergangen sind, seit dem der eine bestimme Song vorbei war und ich das nicht gemerkt hatte. :)

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Das ist natürlich eine berechtigte Frage. Wirft man einen Blick ins Guinness Buch findet man aber wirklich verrücktere Sachen wo man denkt, was hat das dort zu suchen. Z.b.: Längster Gestrickter Schal bei einem Marathon....

 

20141125_091535.jpg

 

Spannendes Projekt und tolle Leistung.

 

Eines fragt man sich beim lesen der Palmares des jungen Mannes allerdings schon, was wird heutzutage alles als Rekordfahrt deklariert?*

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Das ist natürlich eine berechtigte Frage. Wirft man einen Blick ins Guinness Buch findet man aber wirklich verrücktere Sachen wo man denkt, was hat das dort zu suchen. Z.b.: Längster Gestrickter Schal bei einem Marathon....

 

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Wobei die als Gehirn verkleidete Frau noch sinnbefreiter ist.

Da könnte ich mich doch mal als Dickdarm verkleiden und auf den Großglockner radeln.

Hat sicher noch keiner gemacht und somit wäre ich Weltrekordhalter.:D

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Das Wort "übermenschlich" drängt sich bei der Leistung auf - aber nein: gerade die Tatsache, dass ein Mensch solche Dinge vollbringen kann, freiwillig!, ist faszinierend! Bravo! DAS sind Weltrekorde, die's wert sind, aufgezeichnet zu werden! (Das mit dem Schal und dem Hirn, naja ..)

 

Das Foto beim Reifenaufpumpen ist gestellt, oder? Um Defekte hat sich hoffentlich ein Mechaniker gekümmert, oder? ;)

 

Danke übrigens für's Beantworten der Fragen hier im BB!

Bearbeitet von feristelli
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Vielen Dank!

 

Das Foto mit der Reifenpanne ist nicht gestellt, jedoch von einer Trainingsfahrt wo wir gerade ein paar Fotos geschossen haben. Während der dreiwöchigen Vorbereitung vor Ort hatte ich eigentlich sehr viele Patschen und Pannen. Zeitweise machte ich mir Sorgen, ob ich überhaupt mit meinem Material auskommen würde. Reifen oder Schläuche für 28 Zoll Laufräder gibt es dort nämlich nicht. In Leh habe auch einen Engländer kennen gelernt der gerade mit dem Rad auf dem Weg nach Asien war. Der hatte seinen Reifen sogar auf der Seite genäht damit ein großer Schliz nicht weiter aufreißt und der Schlauch im Mantel bleibt!

 

Während dem Projekt selber war es dann nur ein einziger Patschen - und den hat das Team geflickt.. =)

 

 

Das Wort "übermenschlich" drängt sich bei der Leistung auf - aber nein: gerade die Tatsache, dass ein Mensch solche Dinge vollbringen kann, freiwillig!, ist faszinierend! Bravo! DAS sind Weltrekorde, die's wert sind, aufgezeichnet zu werden! (Das mit dem Schal und dem Hirn, naja ..)

 

Das Foto beim Reifenaufpumpen ist gestellt, oder? Um Defekte hat sich hoffentlich ein Mechaniker gekümmert, oder? ;)

 

Danke übrigens für's Beantworten der Fragen hier im BB!

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Posetiven Benefit durch das Monat auf über 3.000 m hatte ich nachher in Österreich eigentlich nicht - Ich hätte es mir auch anders gedacht. Im Gespräch mit Höhenmediziner bestätigte sich dann aber was ich vermutete. Zu erschöpft und zu schlapp war der Körper als ich zurück kam.

Für ein sinnvolles Höhentraining war ich eigentlich schon zu hoch. 2.500 m wären ideal und nicht 3.500 m und mehr. In solch hoher Höhe ist das Training eine sehr hohe Belastung für den Körper - die Regenaration ist extrem schlecht, die Leistung sehr stark reduziert und man schafft keinen hohen Trainingsumfang.

 

Für mein Projekt war es aber wichtig sich an Höhen wie 3.500 m oder noch mehr zu gewöhnen und den Leistungsverlust während den drei Wochen in Kauf zu nehmen, da ich während den Projekt 3 Pässe mit über 5.000m hatte. Hätte ich mich lediglich auf 2.500 angepasst, hätte ich es sicher nicht geschafft nonstop über den Himalaya zu radeln.

 

wie ich von dem plan erfahren habe

dachte ich es ginge auch um ein höhentraining

und da würden dann später noch ein paar langstreckenrennen folgen

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Zwei Fragen hab ich noch (eigentlich viel mehr, aber ich möcht dir keine Löcher in den Bauch fragen):

Wie fühlt sich Radfahren in 5000m Höhe bei so wenig Sauerstoff in der Luft an? Dem Video nach, nicht gerade angenehm. Ist das nicht unendlich zäh und frustrierend, mit so viel weniger Leistung zu fahren?

Und: Welche Rolle spielt (oder hat gespielt) der Wind? Die Fahrtrichtung war ja, nehme ich an, durch das Ziel auf 5.359 m Seehöhe vorgegeben. Wärst da mit zwei Tagen Gegenwind auch hingefahren?

Danke,

f

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Du kannst mich gerne ausfragen - interessiert glaube ich nicht nur dich :).

 

In 5.000 m zu radeln ist emotional ein ganz tolles Gefühl. Es erwartet dich eine atemberaubende Landschaft, kaum Leute und diejenigen die an dir vorbeifahren (mit dem Auto) klatschen, zusätzlich lasst die Höhenanzeige von deinem Radcomputer dein Herz höher schlagen.

 

Körperlich ist es aber sehr sehr anstrengend. Anders als beim Trekking, wo in hoher Höhe sehr kleine Schritte gemacht werden um die Belastung zu reduzieren, muss man am Rad einfach eine gewisse Grundgeschwindigkeit fahren. Zum Einen da man sonst umfällt und zum Anderen um in einem halbwegs guten Rythmus und einigermaßen hoher Frequenz über den schwiriegen Untergrund zu fahren - im Wiegetritt zu radeln ist übrigens nicht zu empfehlen. Essen und Trinken werden zu einer Herausforderung, da dadurch die Atmung gestört wird und in Folge die Atemfrequenz und auch der Puls steigt und die Füße sehr schnell sauer werden. Mit der Zeit bekommt man Kopfweh, einen Tunnelblick und fühlt sich leicht benommen - den "Höhenrausch" habe ich aber teils als angenehm empfunden.

Fazit: Es hat was, aber ständig brauch ich es auch nicht :s:.

 

 

Am Khardung La (5359m) - siehe Foto im Anhang - hatte ich im Training am Gipfel einen Puls von 135 im Stehen - allein das zeigt wie anstrengend die Höhe für den Körper ist...

 

Himalaya_222.jpg

 

 

Der Luftdruck und dadurch auch der Luftwiderstand ist natürlich stark vermindert - wie viel weiß ich jetzt nicht, vielliecht könnte das ein BB-Experte nennen - aber auch die eigene körperliche Leistung ist stark reduziert, dadurch denke ich dass man da als Radfahrer keinen Vorteil hat.

 

Während dem Projekt hatte ich im mittleren Abschnitt vor dem Tanglang La auf einer Strecke von etwa 50 km mal starken Gegenwind - das war vorallem Mental sehr schwirieg - sonst war aber alles gut. Das Militär wollte uns dort eigentlich auch nicht weiterfahren lassen weil kurz zuvor ein Sandsturm war und da zwei LKW's zusammengestoßen sind. Da ich aber einfach weitergefahren bin haben sie dann nach langem hin und her meine Betreuer auch fahren lassen...

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Die Route von West nach Ost ergab sich durch das Höhenprofil. Nur auf der Westseite des indischen Himalaya's kann ich "unten" starten. Auf der Ostseite ist man selbst im Tal zwischen der Ladakh Range und dem Himalaya schon sehr sehr hoch - mindestens 3.200m. Weiters war das selbst ernannte Ziel auch den Khardung La mitzunehmen!

 

 

Across the Himalaya 2014 - Postkarte.png

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