Jump to content
×
Silca Ultimate Tubeless Sealant

Silca Ultimate Tubeless Sealant

23.03.22 07:35 2.967Text: NoMan, PMFotos: SilcaMan mische zerhäckseltes Carbon in eine schaumige Flüssigkeit, verzichte auf Ammoniak und ähnliche Umweltgifte und erhalte: ein neues Reifendichtmittel, das hohe Versiegelungskapazität mit Langlebigkeit kombiniert. 23.03.22 07:35 3.171

Silca Ultimate Tubeless Sealant

23.03.22 07:35 3.17115 Kommentare NoMan, PM SilcaMan mische zerhäckseltes Carbon in eine schaumige Flüssigkeit, verzichte auf Ammoniak und ähnliche Umweltgifte und erhalte: ein neues Reifendichtmittel, das hohe Versiegelungskapazität mit Langlebigkeit kombiniert. 23.03.22 07:35 3.171

Wer schlauchlos fährt, braucht Dichtmilch. Mittels Ultimate Tubeless Sealant bringt sich nun auch Silca in den Kreis jener Marken ein, die derlei Flüssigkeiten herstellen.
Womit wir auch schon bei des Pudels Kern wären. Denn so richtig flüssig ist die Latexmilch der Amerikaner mit italienischen Wurzeln gar nicht – eher schaumig. Und damit – Stichwort größere Oberfläche – laut Silca fähig, ungleich mehr kleinste Gewebepartikel gleichmäßig verteilen zu können.

Schaum und Kohlefasern


Besagte Partikel wiederum braucht es, um die Löcher im Reifen effektiver zu stopfen, als dies das Dichtmittel alleine könnte - vor allem unter hohem Druck, wie bei der Anwendung im Road-Bereich der Fall. Von den aktuellen Anbietern werden hierfür die unterschiedlichsten Zusätze verwendet: Kevlar, Glasfasern, Walnussschalen, Microfasern ...
Silca setzt für sein neues Ultimate auf recycletes Carbon. Genauer: auf eine Mischung aus 6, 9 und 12 mm langen, thermisch zersetzen Kohlefasern, frei von allen Harzen und weiteren, fürs vorherige Leben als Rennauto, Flugzeugteil oder Fahrradrahmen nötig gewesenen Materialien, und deshalb ungewöhnlich leicht bei gleichzeitig herausragender Stabilität. So behauptet es zumindest der Hersteller, und erklärt auch gleich, welche Vorteile dies im konkreten Fall bringen soll: Was kaum Gewicht hat, bleibt mobiler, ist somit, wenn ein Durchstich passiert, schneller zur Stelle und kann weiters in größerer Menge zugesetzt werden. Außerdem können sich die Teilchen förmlich in Löcher stapeln und dadurch besonders rasch eine dichtende Sperre formen. Dreimal stärker als jener von gewöhnlicher Latexmilch soll der vom Silca-Dichtmittel aufgebaute Schutz sein, wie Versuche der Amerikaner, Reifen an bereits durchlöcherten und abgedichteten Stellen erneut zu durchstechen, gezeigt haben.

  • Links noch verunreinigtes, in der Mitte bereits pures Carbon unterm Mikroskop. Und rechts die mit freiem Auge erkennbaren Fasern nach dem Shreddern und thermischen Zersetzen.
    Links noch verunreinigtes, in der Mitte bereits pures Carbon unterm Mikroskop. Und rechts die mit freiem Auge erkennbaren Fasern nach dem Shreddern und thermischen Zersetzen.
    Links noch verunreinigtes, in der Mitte bereits pures Carbon unterm Mikroskop. Und rechts die mit freiem Auge erkennbaren Fasern nach dem Shreddern und thermischen Zersetzen.

Die Benefits der sogenannten FiberFoam-Technologie in Zahlen: Durchstiche bis zu einer Größe von 7,5 mm (konventionelle Methoden geben laut Silca bei 25% geringerem Durchmesser w.o.) sollen durch das Ultimate Sealant abzudichten sein, standhalten soll es einem Druck von 80-90 psi, und funktionieren soll es bis in kälteste Umgebungen von -12°C.
Darüber hinaus bewirbt das Zubehör-Label seine jüngste Entwicklung als extrem langlebig. Bis zu einem Jahr, abhängig von Temperatur und Trockenheit sogar 18 Monate, soll sie verlässlich Dienst tun – dies jedoch nur unter Verwendung eines Tricks, zu dem wir gleich kommen werden.

Nachtanken nötig


Kein Vorteil ohne Nachteil: Für die Injektion durch ein Tubeless-Ventil ist Silcas Milch nicht geeignet. Sie würde sowohl das Ventil als auch die Spritze umgehend verstopfen. Die Erstmontage muss also am offenen Herzen aka Reifen erfolgen.
Nichtsdestotrotz gibt es eine Möglichkeit, dem Ultimate Sealant via Ventil beizukommen. Sie kommt in Gestalt des sogenannten Replenishers und wird von Silca alle drei bis vier Monate als Auffrischungskur fürs initiale Dichtmittel empfohlen. Die Ergänzung beinhaltet keine Kohlefasern, weshalb sie Spritze und Ventil nicht verstopft. Dafür enthält sie (noch) mehr Frostschutzmittel als das diesbezüglich schon relativ hoch dosierte Ultimate Sealant. Folglich erhöht die Nachfüllpackung die Lebensdauer des Dichtmittels, steigt dieselbe doch grundsätzlich mit dem enthaltenen Anteil an Lösungsmitteln, welche das Austrocknen, Verklumpen etc. verhindern. Die Kehrseite der Medaille ist üblicherweise, dass langlebig abgemischte Dichtmittel Löcher weniger gut versiegeln und bei Kälte nicht so gut funktionieren (vgl. Schaubild). Dank der anfänglich in großer Zahl beigemengten Carbon-Partikel soll sich dieser Effekt bei der (dann verdünnten) Latexmilch von Silca aber im Rahmen halten.

  • Grundsätzlich bestehen Dichtmittel entweder aus natürlicher oder synthetisch hergestellter Kautschukmilch, und jede Art hat ihre Vor- und Nachteile hinsichtlich Versiegelungskapazität, Temperaturanfälligkeit und Langlebigkeit. Hier ein von Silca angefertigtes Schaubild, wo sich der Newcomer und seine Mitbewerber einordnen.Grundsätzlich bestehen Dichtmittel entweder aus natürlicher oder synthetisch hergestellter Kautschukmilch, und jede Art hat ihre Vor- und Nachteile hinsichtlich Versiegelungskapazität, Temperaturanfälligkeit und Langlebigkeit. Hier ein von Silca angefertigtes Schaubild, wo sich der Newcomer und seine Mitbewerber einordnen.Grundsätzlich bestehen Dichtmittel entweder aus natürlicher oder synthetisch hergestellter Kautschukmilch, und jede Art hat ihre Vor- und Nachteile hinsichtlich Versiegelungskapazität, Temperaturanfälligkeit und Langlebigkeit. Hier ein von Silca angefertigtes Schaubild, wo sich der Newcomer und seine Mitbewerber einordnen.
    Grundsätzlich bestehen Dichtmittel entweder aus natürlicher oder synthetisch hergestellter Kautschukmilch, und jede Art hat ihre Vor- und Nachteile hinsichtlich Versiegelungskapazität, Temperaturanfälligkeit und Langlebigkeit. Hier ein von Silca angefertigtes Schaubild, wo sich der Newcomer und seine Mitbewerber einordnen.
    Grundsätzlich bestehen Dichtmittel entweder aus natürlicher oder synthetisch hergestellter Kautschukmilch, und jede Art hat ihre Vor- und Nachteile hinsichtlich Versiegelungskapazität, Temperaturanfälligkeit und Langlebigkeit. Hier ein von Silca angefertigtes Schaubild, wo sich der Newcomer und seine Mitbewerber einordnen.
  • Ein Jahr, bei optimalen äußeren Bedingungen auch eineinhalb, soll das Dichtmittel von Silca halten, ehe eine Reinigung und Grunderneuerung nötig werden - sofern in regelmäßigen Intervallen Replenisher nachgefüllt wird.Ein Jahr, bei optimalen äußeren Bedingungen auch eineinhalb, soll das Dichtmittel von Silca halten, ehe eine Reinigung und Grunderneuerung nötig werden - sofern in regelmäßigen Intervallen Replenisher nachgefüllt wird.Ein Jahr, bei optimalen äußeren Bedingungen auch eineinhalb, soll das Dichtmittel von Silca halten, ehe eine Reinigung und Grunderneuerung nötig werden - sofern in regelmäßigen Intervallen Replenisher nachgefüllt wird.
    Ein Jahr, bei optimalen äußeren Bedingungen auch eineinhalb, soll das Dichtmittel von Silca halten, ehe eine Reinigung und Grunderneuerung nötig werden - sofern in regelmäßigen Intervallen Replenisher nachgefüllt wird.
    Ein Jahr, bei optimalen äußeren Bedingungen auch eineinhalb, soll das Dichtmittel von Silca halten, ehe eine Reinigung und Grunderneuerung nötig werden - sofern in regelmäßigen Intervallen Replenisher nachgefüllt wird.

In Kürze wird das Duo über das Händlernetz von Silcas Vertriebspartner Hartje auch bei uns erhältlich sein. Bis dahin als Richtwert die Preise aus dem US-Onlineshop (exkl. Frachtkosten): Zu haben ist das Silca Ultimate Tubeless Sealant in Flaschen zu 236, 473 oder 946 ml (bzw. 8, 16 oder 32 oz) um € 19,95/25,95/40,95. Der Replenisher kommt im 118 ml-Gebinde (4 oz) um € 12,95.
Ob die Dichtmilch wirklich so gut funktioniert, wie die Amerikaner versprechen, werden wir ehestmöglich ausprobieren - Testmuster sind bestellt und kommen hoffentlich bald in die Redaktion.


Wenn ich für ein Gravel 50ml pro Reifen rechne, und 1 Flasche Replenisher pro Reifen und Jahr nachfülle, dann kostet der Spass pro Jahr für ein Rad etwa 36 Euro. derzeit fahre ich 4 Räder mit 5 LRS parallel. Irgendwann steige ich sicher wieder auf stinknormale Schläuche um.

 

bevor ich das Zeug nimm, steig ich schon aus Umweltschutzgründen auf Schläuche um

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Sorry für's Klugscheißen, aber Ammoniak im Reifen als Umweltgift is a bissl dick aufgetragen.

Es stinkt zwar dezent ungut, kommt aber soviel ich weiß in kleinen Mengen mit dem Naturlatex in die Milch. Das ist im Vergleich zu den Unmengen, die aus Landwirtschaft oder Kläranlagen in die Umwelt gelangen, nicht einmal der berühmte Lercherlschas.

Wenn ma pro Ausfahrt 1x in die Botanik wischerln, is das schon deutlich mehr.

 

Ein gleichzeitiger Testbericht mit den pannensicheren Turbolitos und der Silca Milch, damit ma endlich wissen was ma jetzt kaufen sollen,...:D

 

Zum Thema TPU vs. Milch gab's mal das hier:

https://bikeboard.at/Board/Schwalbe-Aerothan-Tubes-vs.-Tubeless-th260911

wobei ich die angekündigte Fortsetzung mit Langzeittest nie gesehen hab.

Am Ende wirds eine Sache persönlicher Präferenzen bleiben.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Sorry für's Klugscheißen, aber Ammoniak im Reifen als Umweltgift is a bissl dick aufgetragen.

Es stinkt zwar dezent ungut, kommt aber soviel ich weiß als mit dem Naturlatex in die Milch. Das ist im Vergleich zu den Unmengen, die aus Landwirtschaft oder Kläranlagen in die Umwelt gelangen, nicht einmal der berühmte Lercherlschas.

Wenn ma pro Ausfahrt 1x in die Botanik wischerln, is das schon deutlich mehr.

 

 

 

 

Zum Thema TPU vs. Milch gab's mal das hier:

https://bikeboard.at/Board/Schwalbe-Aerothan-Tubes-vs.-Tubeless-th260911

wobei ich die angekündigte Fortsetzung mit Langzeittest nie gesehen hab.

Am Ende wirds eine Sache persönlicher Präferenzen bleiben.

 

ich red von den Carbonfasern, die sich im Schadensfall in der Natur verteilen und beim Reinigen des Reifens zu Hause sich entweder auch frei in der Einfahrt entfalten können oder in den Abfluss gelangen

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

ich red von den Carbonfasern, die sich im Schadensfall in der Natur verteilen und beim Reinigen des Reifens zu Hause sich entweder auch frei in der Einfahrt entfalten können oder in den Abfluss gelangen

 

Ich meinte nicht Deine Aussage, sondern den Satz in der Überschrift zum Ammoniak.

Aber es passt zusammen, um von den nicht abbaubaren festen Inhaltsstoffen abzulenken, weist der Hersteller halt auf Weglassen des vergleichsweise harmlosen Ammoniak hin.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Sorry für's Klugscheißen, aber Ammoniak im Reifen als Umweltgift is a bissl dick aufgetragen.

Im einzelnen Flascherl mag's so sein, in der Summe, die der Hersteller braucht, ist's dann aber halt Kleinvieh, das auch Mist macht.

Beim Launch hat Josh noch etliche Sachen mehr erwähnt, die nicht drin sind (da ging's aber tlw. auch um Schmiermittel). Ich hab's mir leider nicht notiert bzw. hat das ehrlicherweise auch meine Englischkenntnisse überstiegen, wo ich doch mit Chemie schon in Deutsch auf Kriegsfuß steh` :D

 

Von dem geshredderten Carbon (ca. 5% des Flascheninhalts, nach der thermischen Behandlung frei von Epoxidharzen, Chemikalien...) behauptet der Hersteller, von dem Silca das Zeux bezieht, übrigens: "bio-neutral, completely neutral in water, safe for human and animal contact ... only one heat treat process away from activated charcoal which is the world's most common air and water filtration medium"

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Im einzelnen Flascherl mag's so sein, in der Summe, die der Hersteller braucht, ist's dann aber halt Kleinvieh, das auch Mist macht.

Beim Launch hat Josh noch etliche Sachen mehr erwähnt, die nicht drin sind (da ging's aber tlw. auch um Schmiermittel). Ich hab's mir leider nicht notiert bzw. hat das ehrlicherweise auch meine Englischkenntnisse überstiegen, wo ich doch mit Chemie schon in Deutsch auf Kriegsfuß steh` :D

 

Von dem geshredderten Carbon (ca. 5% des Flascheninhalts, nach der thermischen Behandlung frei von Epoxidharzen, Chemikalien...) behauptet der Hersteller, von dem Silca das Zeux bezieht, übrigens: "bio-neutral, completely neutral in water, safe for human and animal contact ... only one heat treat process away from activated charcoal which is the world's most common air and water filtration medium"

Sorry jetzt werd ich doch ausführlicher, zumal ich beruflich etwas tiefer in der Chemie und industriellen Prozessen bin (wenn auch nicht im Kautschukbusiness ;)):

 

Ammoniak:

Das kommt normalerweise sowieso ganz am Anfang bei der Latexherstellung dazu (damit's nicht fest wird), lange bevor das Latex weiß, in welchem Produkt es enden wird. Wenn nun ein Latex-Endprodukt kein Ammoniak mehr enthält, dann wurde das höchstwahrscheinlich irgendwo in der Produktionskette ausgetrieben (zB durch Erwärmung). Und wenn es da nicht in einer Gaswäsche abgeschieden wird, gelangt es sowieso in die Umwelt. Nur halt bevor es den Konsumenten erreicht.

Die Rückfrage, die Ihr stellen könntet: ist der gesamte Produktionsprozess des Latex NH3-frei (und frei von anderen Schadstoffen) oder wird es kontrolliert abgeschieden? Dann wäre das eine gute Sache, weil es ja umweltfreundliche Produktion in anderen Erdteilen vorantreibt.

Zur Größenordnung: Deutschland darf bis zu 550.000 t Ammoniak pro Jahr ausstoßen (wieviel davon aus unserer Dichtmilch kommt, darf jeder selber rechnen :-)). Die Natur kommt mit NH3 durchaus in gewissem Rahmen zu recht und baut es ab, nur durch intensive Nutztierhaltung wird es eben zu viel.

 

Carbonfasern:

Die müssten biologisch tatsächlich inert (also ungiftig) sein, wenn auch nicht wirklich abbaubar. Die ungute Eigenschaft ist eher die Lungengängigkeit von feinen Fasern und Staub beim Verarbeiten, das sollte aber in der Milch nicht das Problem sein.

Das Argument mit der Aktivkohle kommt mir hingegen wirklich falsch vor (also Greenwashing), denn die ist körnig und vor allem porös. Kann mir nicht vorstellen, wie die aus feinsten Fasern gewonnen werden könnte. diese Verfahren gehen anders.

Und: die Aktivkohle schlucken wir als Tabletten gegen Durchfall, mit Carbonfasern würd ich das nicht empfehlen, auch nicht nach "Heat Teatment"...

 

"etliche Sachen mehr, die nicht drin sind":

Da wird's mMn am interessantesten, zumal das bei Dichtmilch meist im Dunkeln bleibt und man wohl davon ausgehen muss, dass da oft auch Mikroplastik drin ist. Wenn das durch eher harmlose Carbonfaserabfälle ersetzt wird, könnte es ein Fortschritt sein.

 

Der Spruch mit dem Kleinviehmist hat schon was für sich, trifft aber beim Fahrrad eher auf Dinge zu, die beim Fahren laufend in die Umwelt gelangen und sich akkumulieren. Bestes Beispiel sind Kettenschmierstoffe mit nicht abbaubaren Additiven, zB PTFE (auch wenn das theoretisch inert ist). Das zu vermeiden zahlt sich aus.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Sorry jetzt werd ich doch ausführlicher, zumal ich beruflich etwas tiefer in der Chemie und industriellen Prozessen bin (wenn auch nicht im Kautschukbusiness ;)):

 

Ammoniak:

Das kommt normalerweise sowieso ganz am Anfang bei der Latexherstellung dazu (damit's nicht fest wird), lange bevor das Latex weiß, in welchem Produkt es enden wird. Wenn nun ein Latex-Endprodukt kein Ammoniak mehr enthält, dann wurde das höchstwahrscheinlich irgendwo in der Produktionskette ausgetrieben (zB durch Erwärmung). Und wenn es da nicht in einer Gaswäsche abgeschieden wird, gelangt es sowieso in die Umwelt. Nur halt bevor es den Konsumenten erreicht.

Die Rückfrage, die Ihr stellen könntet: ist der gesamte Produktionsprozess des Latex NH3-frei (und frei von anderen Schadstoffen) oder wird es kontrolliert abgeschieden? Dann wäre das eine gute Sache, weil es ja umweltfreundliche Produktion in anderen Erdteilen vorantreibt.

Zur Größenordnung: Deutschland darf bis zu 550.000 t Ammoniak pro Jahr ausstoßen (wieviel davon aus unserer Dichtmilch kommt, darf jeder selber rechnen :-)). Die Natur kommt mit NH3 durchaus in gewissem Rahmen zu recht und baut es ab, nur durch intensive Nutztierhaltung wird es eben zu viel.

 

Carbonfasern:

Die müssten biologisch tatsächlich inert (also ungiftig) sein, wenn auch nicht wirklich abbaubar. Die ungute Eigenschaft ist eher die Lungengängigkeit von feinen Fasern und Staub beim Verarbeiten, das sollte aber in der Milch nicht das Problem sein.

Das Argument mit der Aktivkohle kommt mir hingegen wirklich falsch vor (also Greenwashing), denn die ist körnig und vor allem porös. Kann mir nicht vorstellen, wie die aus feinsten Fasern gewonnen werden könnte. diese Verfahren gehen anders.

Und: die Aktivkohle schlucken wir als Tabletten gegen Durchfall, mit Carbonfasern würd ich das nicht empfehlen, auch nicht nach "Heat Teatment"...

 

"etliche Sachen mehr, die nicht drin sind":

Da wird's mMn am interessantesten, zumal das bei Dichtmilch meist im Dunkeln bleibt und man wohl davon ausgehen muss, dass da oft auch Mikroplastik drin ist. Wenn das durch eher harmlose Carbonfaserabfälle ersetzt wird, könnte es ein Fortschritt sein.

 

Der Spruch mit dem Kleinviehmist hat schon was für sich, trifft aber beim Fahrrad eher auf Dinge zu, die beim Fahren laufend in die Umwelt gelangen und sich akkumulieren. Bestes Beispiel sind Kettenschmierstoffe mit nicht abbaubaren Additiven, zB PTFE (auch wenn das theoretisch inert ist). Das zu vermeiden zahlt sich aus.

 

Danke für deine Ausführungen! :toll:

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Hallo , ja das sehe ich auch so. Ich hatte 1 Jahr TPU Schlauch in 2 Rädern hinter mir. Pluspunkt: Wenn ein Loch war entfleucht die Luft langsam und man kommt mit nachpumpen locker nach Hasue. Aber dann: Nachteil: Selbst die Herstellerflicken halten nicht und sind nach einer nacht undicht. Erst Sonderflicken von TIPP haben dann gehalten. Dann eine Gewindelänge beim Ventil wo sich der Schlauch nur sehr wenig zum aufpumpen aufschrauben lässt. Alles sehr grazil. Und immer wieder Luftverlust über die Tage, scheinbar übers Ventil das sich irgendwann mitdrehte. Ich habe es aufgegeben mit dem teuren Scheiss und fahre wieder Butylschlauch der 1 Woche knallhart die Luft hält. Perfekt. und deshalb auch hier der Umweltgedanke. achja es waren die weißen Schwalbe Schläuche. Bearbeitet von reisi9000
Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Zur Desktop-Version