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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Erneut öffnen wir die Büchse der Pandora in Bezug auf Kettenpflege und präsentieren eine DIY-Lösung, mit welcher ihr Lebensdauer, Funktion und Wirkungsgrad euer MTB-, Gravel- und Rennradketten - trotz überschaubaren Aufwands in puncto Zeit und Geld - auf ein 95%iges Profiniveau bringen könnt.
Am Fahrrad spielt die Kette eine zentrale Rolle und gehört mit einem Wirkungsgrad von 98-99% (unter idealen Bedingungen) zu den effizientesten Antriebsmitteln überhaupt. Das heißt, nur ein bis zwei Prozent der investierten Leistung gehen über die Reibung verloren. Im rauen Alltag liegt der realistische Wirkungsgrad eher bei 97% und kann durch Verschleiß, schlechte Schmierung und Schräglauf bis unter 95% sinken.Für eine lange Lebensdauer empfehlen sich daher leichte Gänge, das Vermeiden von starkem Kettenschräglauf, die regelmäßige und schonende Reinigung sowie eine zweckmäßige (Straße, Gelände, Bahn, etc.) Schmierung der Kette.
Neue Ketten werden von Werk aus mit einem speziellen Schmierstoff versehen, der einen ausgezeichneten Schutz vor Rost besitzt und auch die inneren Hohlräume der Kette vollständig durchdringt. In der Regel hält die Schutz-/Schmierwirkung mehreren hundert Kilometern stand, in denen die Kette nicht nachgefettet werden muss. Leider steht die übertriebene OEM-"Fettpackung" einer optimalen Kraftübertragung buchstäblich im Weg und zieht außerdem Dreck an wie der sprichwörtliche Magnet. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern reduziert bei längeren Regenfahrten und in staubiger Umgebung sowohl die Schaltfunktion als auch die mögliche Laufleistung (des gesamten Antriebs).
Abhilfe sollen hier wachshaltige Trockenschmiermittel bringen; die Verkaufsargumente dafür sind neben dem cleanen Look der geringere Verschleiß und weniger Reibungsverlust. Das Problem bei diesen flüssig aufzubringenden Mitteln aus der Flasche: Wenn die Kette außen und im Inneren noch gefettet ist, dann bleiben die neuen Schmiermittel nur oberflächlich haften, sind schnell wieder ausgewaschen und verlieren ihre schmierende Wirkung. Dabei ist es völlig egal, wie gut der Aftermarket-Schmierstoff in der Theorie bzw. im Labor auch abschneidet.
Unser Mittel zum Zweck ist Silcas Secret Chain Lube, das aus vier Sorten Wachs und Wolframdisulfid-Nanoplättchen besteht. Letztere weisen laut Herstellerangaben weniger als ein Drittel des dynamischen Reibungskoeffizienten von PTFE auf, jenen von Molybdänsulfid übertrumpfen sie um 75%. Diese als NanoPlatelets WS2 bekannte Emulsion dringt nach dem Auftragen bis tief in die Zwischenräume der Kettenglieder ein und hinterlässt nach dem Verdunsten des Alkohols einen Wachsschutzfilm, der wasser-, sand- und schmutzabweisend ist. Folglich reduziert der Schmierstoff die Verschmutzung der Kette und verlängert außerdem deren Lebensdauer.Positiver Nebeneffekt für Performance-Nerds: Das eine oder andere (Zehntel-)Watt weniger Reibungsverlust und damit mehr Geschwindigkeit gegenüber den mit Produkten verschiedener Mitbewerber behandelten Ketten (vgl. Diagramm).
Die Herausforderung bleibt aber nach wie vor, das "Wundermittel" in ausreichender Menge an die richtigen Stellen der Kette zu transportieren. Dazu haben wir den von Silcas CEO Josh Poertner präferierten Kettenschmierungsprozess ausprobiert.
Das hier vorgestellte Verfahren beinhaltet das Polieren und Reinigen der Kette sowie das Aufbringen einer langanhaltenden Schicht Silca Super Secret Chain Lube ohne übertrieben großem Zeitaufwand oder gar der Anschaffung von speziellem Equipment.Vorteile gegenüber einer oberflächlichen Standard-Schmierung• Weniger Reibung, geschmeidiger Lauf auch bei schlechtem Wetter• Bleibt dauerhaft sauber• Weniger Verschleiß von Kette, Zahnkranz und Kettenblättern• Umweltfreundlicher, weil weniger Schmiermittel (Überschuss) in die Umwelt gelangtNachteile • Initialer Erstaufwand• Läuft eine Spur lauter als mit Industriefett oder anderen Schmiermitteln• Schlechterer Korrosionsschutz als Fett (bei starker Nässe)• Öfteres Nachschmieren als mit Fett (bei starker Nässe)Anmerkung der Redaktion: Wer sich den Aufwand mit dem Polieren, Reinigen und dem erstmaligen Schmierprozess komplett sparen möchte bzw. die 100%-Profilösung anstrebt, bestellt online eine Molten-Speed-Wachs-Kette von Baranski oder eine Ultra-Fast-Chain von CeramicSpeed und steigt weiter unten im Abschnitt "Nachschmieren" wieder ein.
- Waschbenzin- Aceton- Silca Super Secret mind. 120 ml (besser 240 ml)- 3 ausreichend große Einmachgläser zur Reinigung- 1 maximal kleines Einmachglas zur Schmierung- 1 kleiner Kabelbinder zur Befestigung der Kettenglieder- 1 größerer Kabelbinder zum Herausfischen und Aufhängen der Kette- Kettennietzange- Schutzhandschuhe- Papier-, Baumwoll- oder Microfasertuch- Trichter & Kaffeefilter zur Rückführung der Chemikalien (Wiederverwendung)
Bevor eine fabriksneue Kette gereinigt und mit Silca Super Secret behandelt wird, solltet ihr zuvor die optimale Kettenlänge inkl. Kettenschloss ermitteln und sie auf einem komplett sauberen Antrieb mindestens eine halbe Stunde einfahren. Hierzu bietet sich ein Smarttrainer an, es geht aber selbstverständlich auch in der freien Natur. Schaltet ihr währenddessen alle Gänge mehrfach durch, poliert das die Gleitflächen die Kettenglieder und entfernt Oberflächenrauheit sowie Herstellungsmängel.Alternativ könnt ihr natürlich auch eine bereits angefahrene Kette (so wie wir es getan haben) mit Super Secret tunen - vergesst aber nicht darauf, auch den restlichen Antrieb (Ritzelpaket, Schaltröllchen und Kettenblätter) gründlich zu reinigen. Ein wiederverwendbares Kettenschloss ist wegen der etwaigen, zukünftigen Nachbehandlungen einem Nietstift vorzuziehen.
Die intensive Grundreinigung mit vollständiger Entfettung ist das Fundament für eine langanhaltende Kettenwachs-Performance. Denn solange die Fahrradkette im Inneren noch gefettet ist, bleibt auch das Silca Super Secret Chain Lube nur oberflächlich haften, wäscht sich schnell wieder aus und verliert seine schmierende Wirkung.
KETTENREINIGUNG AM RADVerlockend einfach und vermutlich besser als nichts - allerdings keinesfalls so effektiv wie die beiden anderen Methoden. Ganz egal, wie penibel und intensiv ihr mit unterschiedlichsten Bürsten und Chemikalien putzt - ihr bekommt die Schmiere aus dem Ketteninneren nicht heraus.Vorteile: Kette muss nicht abgenommen werdenNachteile: Ineffizient, scharfe/ätzende Chemikalien könnten die Lagerdichtungen oder den Lack schädigen, Prozedur hinterlässt meistens eine Sauerei am Boden, erschwert die Entsorgung der ChemikalienresteZeitdauer: Ca. 5-10 MinutenResultat: Nur oberflächlich saubere Kette, innen drin mit mächtig viel Schmiere behaftet, was schon ein schneller Check mit einem Stück Küchenrolle beweist
KETTENREINIGUNG IM EINMACHGLASZweifelsohne der beste Kompromiss aller drei Varianten, um die Fahrradkette von Schmutz, Metallabrieb und Kettenfett zu befreien.Vorteile: Effizient, wenig Verschwendung sowie Wiederverwendung der Chemikalien, umweltfreundliche EntsorgungNachteile: Prozess dauert minimal länger, Kette muss abgenommen werden (Kettenschloss notwendig)Zeitdauer: Ca. 15 Minuten für insgesamt drei DurchgängeResultat: Nahezu vollständig gereinigte und entfettete Kette
KETTENREINIGUNG PER ULTRASCHALLNach zwei Durchgängen mit Waschbenzin im Einmachglas geht die Kette - anstelle des Acetons - in ein Ultraschallreinigungsgerät. Durch die Ultraschallbehandlung, eine möglichst hohe Temperatur von zirka 80 Grad und ein leicht alkalisches Reinigungsmittel wird noch das letzte bisschen Fett entfernt.Vorteile: Maximal effizientNachteile: Anschaffung eines Ultraschallgeräts, zusätzlicher Zeitaufwand, Kosten/Aufwand/Energiebedarf für eine einzelne Kette ist eher fragwürdigResultat: Vollständig gereinigte und entfettete Kette
Schritt #2: Kette reinigen mit Waschbenzin und Aceton1. Kettenschloss öffnen und Kette abnehmen2. Kettenglieder mit Kabelbinder befestigen, ein weiterer Kabelbinder ans andere Ende3. Waschbenzin-Behältnis #1: Kette darin schwenken und schütteln (30 Sekunden - 1 Minute)4. Kette mit Tuch abwischen (optional: mit Kompressor im Freien abblasen)5. Waschbenzin-Behältnis #2: Kette darin schwenken und schütteln (30 Sekunden - 1 Minute)6. Kette mit Tuch abwischen7. Aceton-Behältnis: Kette darin schwenken und schütteln (30 Sekunden - 1 Minute)8. Kette mit Tuch abwischen und an der Luft vollständig abtrocknen lassen (optional: mit Fön nachhelfen)
Anmerkungen:a) Waschbenzin besitzt den Sweetspot aus Schärfe vs. Reinigungskraft und eignet sich auch für viele andere Anwendungen. Selbstverständlich könnt ihr auch Nitroverdünnung anstelle des Waschbenzins nehmen.b) Wenn euch die Kette nach zwei Waschbenzin-Durchgängen noch nicht sauber genug ist, könnt ihr den Vorgang beliebig oft wiederholen.c) Die Kette nicht zu lange in Aceton einlegen, keinesfalls stundenlang oder gar über Nacht.
Indoor auf gute Belüftung achten, die Dämpfe von Benzin und Aceton sind giftig und sollten nicht unterschätzt werden.
Sobald die Kette vollständig abgetrocknet ist (besonders Wasser oder andere wasserlösliche Reinigungsmittel sind "Gift", daher auch das Aceton im letzten Reinigungsschritt), legen wir die Kette ins flüssige Super Secret Chain Lube ein. Ein Erwärmen wie beim Molten Speed Wax oder Silca Secret Chain Blend ist nicht notwendig.
Schritt #3 Kette schmieren (mit Silca Super Secret Chain Lube)9. Kette ins Silca Super Secret Chain Lube Gefäß einlegen und 30 Sekunden bis 1 Minute schütteln (alternativ kann die Kette auch eingelegt bleiben, egal wie lange)10. Beim Herausnehmen der Kette mit den Fingern den Super Secret-Überschuss abstreifen, damit das teure Schmiermittel im Glas bleibt und wiederverwendet werden kann.11. Kette mindestens 30 Minuten abhängen und trocknen lassen (je länger, umso besser)12. Etwaigen Überschuss mit einem Tuch abwischen.
Nach dem finalen Abtrocknen muss die Kette nicht "gebrochen" werden und produziert weniger Wachsflocken als nach einer Heißwachsmethode.
Bevor ihr die Kette montiert, müssen Ritzelpaket, Schaltröllchen und Kettenblätter ebenfalls gründlich gereinigt und entfettet werden - sonst war die ganze bisherige Akribie für die Katz'.Schritt #4 Kette montieren13. Montage der Kette mit Kettenzange (schonender als mit Pedaltritt)14. Überschüssiges Wachs vorsichtig mit einem Tuch abwischenFertig.
Die Kette ist nach wenigen Minuten Fahrzeit vollständig eingefahren und race-ready. Der Optimierungs-Effekt sollte für mehr als 300 Kilometer anhalten - saubere und trockene Fahrbedingungen vorausgesetzt.
Grundsätzlich könnt ihr die Kette nun so lange fahren, bis sie anfängt, "unangenehme Geräusche" zu machen. Aus Erfahrung läuft sie ca. 200 Kilometer sehr leise, wird danach sukzessive lauter und benötigt frühestens - je nach den vorherrschenden Witterungsbedingungen - nach 300 Kilometern eine erste Nachbehandlung.Schritt #5 Nachschmieren mit Silca Super Secret- Nachschmieren immer nach dem Ende des Rides, oder wenn ihr längere Zeit nicht fahren wollt (Trocknungszeit abwarten, sonst spritzt euch das Wachs um die Ohren)- Kette muss sauber und absolut trocken sein (Wachs und Wasser/Reinigungsmittel vermischt sich nicht)- Kette hinten auf ein großes Ritzel legen und vorne aufs große Blatt (eine schräge Kettenlinie sorgt für die Aufnahme der maximalen Wachsmenge durch die größere Biegung/Bewegung der einzelnen Glieder)- Boden, Felge, Reifen mit einem Tuch abdecken- das Schmiermittel-Fläschchen aufschütteln- das flüssige Super Secret Kettenwachs großzügig auftragen (ca. eine volle Umdrehung an der Innenseite der linken Kettenglieder und eine weitere an der Innenseite der rechten Kettenglieder; 1 Tropfen pro Seite pro Walze)- Kette mindestens 30 Minuten bis eine Stunde trocknen lassen (besser über Nacht)- überschüssiges Wachs mit einem Microfasertuch abwischen
Nach dem vollständigen Abtrocknen ist eure Kette bereit für den nächsten Einsatz. Allerdings solltet ihr sie auf den ersten Kilometern immer mit Gefühl einfahren, damit sie sich in all ihren Bestandteilen perfekt einläuft.Falls die Kette nach der ersten Fahrt übermäßig Staub und Schmutz anzieht, wurde einfach nur zu viel Wachs angebracht. Die Lösung: Überschuss samt Schmutz mit einem Microfasertuch abwischen.Nach rund 1.500 Kilometern bietet es sich an, die komplette Prozedur (Schritte #1 bis #4) zu wiederholen. Durch das regelmäßige Reinigen und Wachsen im Tauchbad verschleißen auch Kettenblätter und Zahnkränze deutlich langsamer und ihr spart richtig Kohle. Silca spricht sogar von einer Verlängerung der Lebensdauer eures Antriebsstrangs um das 5- bis 10-fache.
Achtung: Die Kette darf jetzt nur mehr mit Silca Super Secret nachgeschmiert werden - keinesfalls mit Ölen oder Fetten.
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