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Test: FOX 32 TC Factory Gravel Gabel

Test: FOX 32 TC Factory Gravel Gabel

06.04.22 07:28 2.849Text: Erwin Haiden; Luke BiketalkerFotos: Erwin HaidenAb sofort hat auch Fox eine neue Gabel für den Einsatz am Gravelbike im Programm. Wir durften bereits etliche Runde damit drehen ...06.04.22 07:28 2.861

Test: FOX 32 TC Factory Gravel Gabel

06.04.22 07:28 2.86111 Kommentare Erwin Haiden; Luke Biketalker Erwin HaidenAb sofort hat auch Fox eine neue Gabel für den Einsatz am Gravelbike im Programm. Wir durften bereits etliche Runde damit drehen ...06.04.22 07:28 2.861

Eine Federgabel fürs Gravelbike? Wer sein Bike trotz schmaler Reifen und Rennlenker des Öfteren über Mountainbike-Terrain scheucht oder einfach nur nach einem Plus an Komfort abseits der klassischen Forststraße sucht, wird vielleicht hellhörig.
Mit 40 bzw. 50 mm Federweg nimmt die neue FOX 32 TC Gabel - mittlerweile in zweiter Generation - groben Schlägen den Schrecken, wildert dabei aber wohl auch im ohnehin immer weiter verschwimmenden Grenzbereich zwischen Gravel und Hardtail. Perfekt für ungewisse Abenteuer?

Die 32 TC mit ihrem reduzierten Federweg präsentiert sich als leichteste Gabel, die je von den Amerikanern auf den Markt gebracht wurde und tritt rein optisch verglichen zur TC der ersten Generation deutlich schlanker und weniger brachial auf.
Nur 1.226 Gramm bringt die neue Gravel-Forke laut Hersteller auf die Waage (BB-Messung der 40-mm-Testmodells: 1.283 g). Vergleicht man High-End mit High-End - nehmen wir etwa die Carbon-Gabel des Specialized Crux - so erkauft man sich die wahlweise 40 oder 50 mm an Hub allerdings auch mit einem satten Mehrgewicht von rund 800 Gramm. Bei günstigeren Gravel-Gabeln mag die Differenz geringer ausfallen, ein gewisses Mehrgewicht gilt es allerdings immer in Kauf zu nehmen.

Technisch orientiert sich die neue 32 TC stark an ihren MTB-Geschwistern, wenn auch ihr Auftritt ein deutlich schlankerer ist. Vor allem die stark verjüngten Ausfallenden heben sich von Gabeln wie der 32 SC oder auch dem Vorgängermodell, der alten 32 TC Step Cast, stark ab. Je nach Variante und Preispunkt haben Kunden nicht nur die Wahl zwischen 50 oder 40 mm Federweg (anpassbar) und 45 oder 50 mm Offset (fix) - vielmehr arbeitet in der Factory- sowie der Performance Elite-Variante ein FIT4 Dämpfer; die Performance kommt hingegen mit etwas weniger komplexem Grip-Dämpfer zu den Kunden.
Wie bei FOX üblich, sind die Standrohre der Factory-Modelle mit Kashima beschichtet, jene der Performance und Performance Elite zeigen sich in schlichtem Schwarz. Die Gabelkrone wurde drastisch verschlankt und auch die Abdeckkappen und Einstellknöpfe fallen deutlich flacher aus. So gewährleistet FOX stets genügend Freiraum zwischen Gabelkrone und Unterrohr.

Wie auch an den MTB-Geschwistern setzt FOX an der 32 TC auf Bypass Channels an den Tauchrohren. Die sogenannten Lower Leg Bypass Channels, eingearbeitete Kanäle an der Rückseite der Tauchrohre, helfen der Gabel, gleichmäßig hohe Performance zu bieten.

Der Hintergrund: Federt eine Gabel ein, wird gleichzeitig Luft in den unteren Bereichen der Tauchrohre komprimiert. Je weiter die Gabel in den Federweg taucht, umso weiter steigt der Druck. Die Gabel spricht dadurch härter an und nutzt unter Umständen nicht den gesamten Federweg. Die Kanäle sollen diesem Effekt durch den möglichen Luftausgleich entgegenwirken.
Positiver Nebeneffekt: Durch die zirkulierende Luft wird auch immer ein Ölnebel mittransportiert, welcher die Schaumstoffringe und Gleitbuchsen kontinuierlich schmiert.

Die Tauchrohre selbst sind dabei an der 32 TC derart reduziert ausgeführt, dass man die Aussparungen der Buchsen und Dichtungen im Inneren erkennt. Trotz des schlanken Pakets verspricht FOX, dass die Gabel in Druck und Zugstufe voll einstellbar ist.
Mit gegenüber 100 mm Gabeln deutlich mehr Druck befüllt, lässt sich zwar auch mit Volume Spacern arbeiten, um das letzte Quäntchen an Performance aus der Gabel zu locken - laut Hersteller soll dies aber in der Regel nicht nötig sein.

Offiziell gibt FOX die Gabel für Reifen bis 700 x 50 mm frei. 650b wird als nicht kompatibel vermerkt. Serienmäßig integrierte Halter für Kotflügel finden sich ebenfalls an der 32 TC; werden diese verwendet, reduziert sich die Reifenfreigabe auf 45 mm.
Und wenn wir schon beim Thema Dimensionen sind: 160 mm Flat Mount Bremsen sind Standard, mit Adapter lassen sich Discs mit 180 mm fahren.

FOX 32 TC 2022

  • 40 mm und 50 mm Federweg (40 mm am Testsample)
  • FIT4 oder Grip Dämpfer
  • 12 x 100 mm Kabolt Steckachse
  • Flat Mount 160 mm, mit Adapter bis 180 mm möglich
  • Maximale Reifendimension: 700c x 50 mm (650b nicht kompatibel)
  • Integrierte Schutzblechhalter (45 mm Reifenfreiheit mit montierten Kotflügeln)
  • Extra langer Gabelschaft, um auch in Rahmen mit langen Steuerrohren zu passen
  • 1 1/2” - 1 1/8” Tapered
  • 45 mm oder 50 mm Offset (Testsample 45 mm)
  • Einbauhöhe: 435,5 mm (40 mm); 445,5 mm (50 mm)
  • Ab 1.226 g

Fahreindrücke

In der Praxis performt die FOX 32 TC genauso, wie man das von einer ordentlichen Federgabel erwartet. Grobe Schläge werden durch die Gabel deutlich entlastet.
Auf den graveltypischen Waschbrett-Schotterpisten darf man zwar keine Wunder erwarten, dennoch merkt man vor allem bei längeren Passagen, dass die Handgelenke dank des feinfühligen Ansprechverhaltens geschont werden und dadurch später ermüden.
Je gröber das Gelände, umso mehr kann die Gabel ihre Vorteile ausspielen - so öffnet sich der Einsatzbereich vom Rennrad immer mehr Richtung Mountainbike.

Die Schattenseite ist neben dem deutlich höheren Gewicht (im Vergleich zu einer Carbongabel) ein etwas trägeres und weniger direktes Handling am Cockpit und die Dysbalance zwischen Front und Heck bei offener Gabel. Letzteres kennen wir natürlich auch von MTB-Hardtails, aber am Gravel- bzw. Rennrad mit Rennlenker und offener Federgabel spürt man den Unterschied zwischen “weicher” Front und hartem Heck doch wesentlich deutlicher.
Weiters ist die Optik Geschmackssache, und bei der Nachrüstung sollte man die geänderte Kabelführung bedenken, denn im Gegensatz zum Mountainbike ist ein Gabeltausch am Rennrad in dem meisten Fällen mit einem Öffnen der Bremsleitung und Neuwickeln des Lenkerbandes verbunden.

So werden hartgesottene Gravel-Fans und Puristen vermutlich weniger auf ihre Kosten kommen als jene, die ihr Gravelbike als das ultimativ universelle Bike im Fuhrpark haben und damit am liebsten alles fahren. Denn je mehr Geländeanteil und je gröber der Untergrund, umso mehr überwiegen erwartungsgemäß die Vorteile einer gedämpften Front, die dann auch mit Rennlenker richtig Spaß macht.

Fazit

FOX 32 TC Factory
Modelljahr: 2022
Testdauer: 5 Monate / 300 km
Preis: Factory € 1.259,-
Perf. Elite € 1.149,-
Perf. Series € 1.039,-
+ Deutlicher Komfortgewinn
+ Ansprechverhalten
+ mehr Sicherheit im Gelände
o keine integrierte Kabelführung mehr möglich
o Leichte Dysbalance zwischen Front und Heck
o Montageaufwand
- Mehrgewicht zu Carbon-Gabel
BB-Urteil: Schont Handgelenke, erweitert Möglichkeiten

Von ersten Moment an, als die FOX 32 Gravelgabel auf meinem Schreibtisch lag, war ich hin- und hergerissen. Was macht eine Federgabel auf einem Rennrad?
Nun, sie dämpft, wie wir das auch von MTB-Hardtails kennen, mit deutlich weniger Federweg, aber spürbar, was Sicherheit im Gelände und Fahrkomfort angeht. Auf Waschbrett-Schotterpisten entlastet sie ein wenig die Handgelenke; je gröber das Gelände, umso deutlicher spürt man das Einfedern der Gabel.

Leider ergeben sich durch den Einsatz von Federgabeln auf Gravelbikes generell auch ein paar Nachteile, nämlich ganz unabhängig vom Gabelmodell. Einerseits ist da das Mehrgewicht und ein dementsprechender, wenn auch kleiner Verlust an Spritzigkeit, andererseits hat mich persönlich die Dysbalance zwischen Front und Heck ein wenig gestört, denn Schläge, die die Gabel noch relativ entspannt wegsteck, nimmt das Heck ungefiltert.

Die FOX 32 TC ist meine Empfehlung für zwei Gruppen von Bikern: All jene, die sich viel im Gelände bewegen und am liebsten alles am Gravelbike fahren, können mit der FOX 32 Gravelgabel ihre Grenzen weiter Richtung MTB-Trails erweitern.
Und auch diejenigen, die oft Probleme mit ihren Handgelenken haben, einerseits den Komfort eines Rennlenkers mit verschiedenen Griffpositionen schätzen, sich andererseits aber auch ordentlich Dämpfung vor allem von harten Schlägen wünschen, finden in der FOX 32 TC eine solide Option für mehr Komfort bei recht kalkulierbaren Nachteilen.


Die ist ja kaum leichter als die SID Ultimate. Zeigt wieder was für ein außergewöhnliches Produkt Rock Shox da entwickelt hat.

 

Die ist so 150g leichter - das ist sind über 10% weniger was in einem Bereich wo schon sehr stark Gewicht optimiert wurde eine Welt ist.

Aushalten muss die Gabel ja auch ziemlich ähnliche Belastungen.

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