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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
So sehr mir das Testen der neuesten Rennräder und Gravelbikes an ausgesuchten Locations auch Spaß macht, am Schönsten ist es dennoch zu Hause und am eigenen Bike: in meinem Fall im Waldviertel auf einem Pasculli Altissimo Ultegra Di2. Wäre da nicht diese - zumindest in meinen Augen - mittlerweile überholte Schaltlogik mit der Steuerung des Umwerfers per linkem STI und jener des Schaltwerks mittels des rechten Schalthebels - jeweils mit einem größeren und einem etwas zu klein geratenen Knöpfchen.Wie denn sonst? Natürlich links runterschalten, rechts raufschalten, so wie bei Srams eTap bzw. eTap AXS, mit großen Tastern, die auch noch mit Handschuhen und steif gefrorenen Finger bedienbar bleiben. Ja, genau so muss das sein.Andererseits funktionieren die Schaltvorgänge am vorderen Shimano Umwerfer an meiner alten Ultegra Di2 6870 (Baujahr 2014) super präzise und die Reaktionsgeschwindigkeit der Di2-Servomotoren ist selbst verglichen mit der Performance der neuesten Sram-Technologie noch immer eine Klasse für sich. Auch gilt es nur den Ladezustand eines einzigen Lithium-Ionen-Akkus zu monitoren, welcher obendrein völlig unsichtbar im Rahmeninneren versteckt ist.Kurz: die Shimano Di2 ist schon voll ok, wäre da eben nicht diese unlogische Schaltlogik.
Synchro-Shift steht für „synchronisiertes Schalten“ und bezeichnet das parallele Zusammenspiel von Schaltwerk und Umwerfer innerhalb eines elektronischen Di2 Systems. Je nach der jeweiligen Position des Schaltwerks und der des Umwerfers wechseln beide Einheiten nach einem Schaltkommando teilweise automatisiert die Gänge: Vorne per Kettenblattwechsel, hinten per Ausgleichsschaltungen. Dabei entscheidet das System selbständig auf Basis eines vordefinierten Schaltlayouts, wie sich Schaltwerk und Umwerfer verhalten. Zwei solcher Layouts (S1 und S2) können im Di2 System gespeichert werden und stehen während der Fahrt auf Knopfdruck (Junction A) oder mittels einer Auswahl im Fahrradcomputer zur Verfügung. Mit der Shimano E-Tube Project Software (Windows oder Smartphone App) lassen sich die Layouts innerhalb bestimmter Systemgrenzen frei definieren.Vorteile- Synchro-Shift: vollautomatische Betätigung des Umwerfers und synchrone Ausgleichsschaltungen am Schaltwerk für ein gleichbleibendes Übersetzungsverhältniss nach dem Gangwechsel- Semi-Synchro-Shift: automatische Ausgleichsschaltungen am Schaltwerk nach manuellem Kettenblattwechsel- Durch Doppelklicken des Knopfs an der Junction A kann der Modus jederzeit zwischen "Manuell", "Synchro-Shift" und "Semi-Synchro-Shift" geändert werden- Mit Synchro-Shift reichen zwei Di2-Tasten für alle Schaltvorgänge aus (zwei pro STI, jeweils eine pro STI, etc.)- Simulation der eTap-Schaltlogik (links runterschalten, rechts raufschalten) ist möglich
Das Di2 System übernimmt die automatische Betätigung des Umwerfers anhand eines vordefinierten Schaltlayouts.
Eine mechanische Ultegra Di2 6870 aus dem Jahr 2014, quasi der Vorgänger der aktuellen Ultegra Di2, mit externer Junction A und ohne ANT/Bluetooth-Modul. Außerdem ein Carbonlenker ohne Bohrungen für interne Di2-Kabel/Bremsleitungen und eine Sattelstütze mit einem "auf Russisch" reingequetschten Di2 Akku - dem veralteten Modell obendrein.
Die Änderung der Schaltlogik (linker STI runter, rechter STI rauf) inklusive Synchro-Shift (sprich: der automatischen Steuerung des Umwerfers), eine formschöne Integration der Junction A im Lenkerrohr, Zugriff auf das Di2-System per Smartphone-App, die Anzeige von Di2-Parametern am Radcomputer sowie die Steuerung verschiedener Garmin-Funktionen per STI.
Und was ist alles für den Upgrade nötig? Interne Junction und ein längeres Kabel kaufen? Nope, so einfach ist es leider nicht. Zuallererst empfiehlt sich eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Teile. Falls der eingebaute Akku auf die Bezeichnung SM-BTR2 lautet, dann wäre er ein Showstopper. Sowohl die Synchro-Shift-Funktion als auch der Zugriff per ANT/Bluetooth-LE sind ausschließlich mit dem aktuellen, neuen super-duper BT-DN110-1 Lithium-Ionen-Akku möglich.Außerdem werden eine interne Junction A (EW-RS910), das Y-Verteilerkabel für Di2 (EW-JC130) und die D-FLY Di2 Drahtlos-Einheit (EW-WU111) fällig.
Wer sich unsicher ist, was er hat, was mit was funktioniert und was mit was nicht funktioniert, der findet alle Antworten in den folgenden Diagrammen (siehe E-Tube-Kompatibilitätsdiagramme). Auf den ersten Blick sind diese leider etwas verwirrend, aber sie enthalten tatsächlich alle relevanten Informationen, die vor Fehlkäufen schützen und die Story zur Success-Story machen.Good to know: Herzstück bzw. Mastermind eines jeden Di2-Systems ist immer der Akku. Zur Zeit gibt es den alten und den neuen, und der alte ist alt und der neue ist super-duper.
In meinem Fall, da ich eben eine alte Ultegra Di2 6870 auf den integrierten Di2-Verteiler mit Bluetooth-Funktion und Synchro-Shift umstellen wollte, ergab sich die folgende To-Do-Liste:OK: Ultegra Di2 ST-6870 Schalt-/Bremshebelkombination 2x11-fachOK: Ultegra Di2 RD-6870 Schaltwerk 2x11-fachOK: Ultegra Di2 FD-6870 Umwerfer 2x11-fachOK: Kabelanschluss (Junction B) SM-JC41OK: EW-SD50 Kabel in verschiedenen LängenTausch: Akku SM-BTR2 => Akku BT-DN110-1Tausch: Externe Junction A SM-EW90-A => Interne Junction A EW-RS910Neukauf: D-FLY Di2 Drahtlos-Einheit EW-WU111Neukauf: Y-Verteilerkabel für Di2 EW-JC130Tja, und dann stopfen wir alles in den abgegriffenen Lenker, verlegen die Kabel außen an den Bögen, bekommen Druckstellen an den Händen und Fingern, weil sich die Kabel mit der Zeit immer mehr und mehr durchs Lenkerband arbeiten, pömpeln den super-duper Akku mit Weichmacher-Gummistoppeln in die alte Sattelstütze und riskieren, dass wir ihn nach jedem zehnten oder elften Schlagloch aus dem Sattelrohr fischen müssen... wollen wir das? Nein, das wollen wir nicht.
Innerhalb weniger Jahre hat sich die Shimano-Tochter PRO von einer Handelsmarke zu einem eigenständigen und weltweit etablierten Zubehör-Label entwickelt. Mittlerweile reicht die breit gefächerte Produktpalette von Komponenten wie Vorbauten, Lenkern und Sattelstützen über Sättel, Pumpen oder Trinkflaschen bis hin zu Fahrradcomputern und Scheibenrädern aus Carbon.Um das technisch mögliche Optimum aus meiner neuen Konfiguration herauszuholen, entschied ich mich für einen neuen Lenker, den Vorbau und die Sattelstütze aus der Vibe Di2-Serie. Und den brandneuen PRO Stealth Carbon Sattel orderte ich aus Interesse auch gleich dazu. Mir persönlich ist es ja immer ein Anliegen, dass die Mehrzahl der Komponenten aus dem selben Hause stammen - das Pasculli soll ja was gleichschau'n.
Die Montage der hier vorgestellten Di2-Komponenten ist wahrlich kein Hexenwerk; dennoch empfiehlt sich vorab eine genaue Studie der verfügbaren Komponenten und des Verkabelungsdiagramms. Außerdem bieten verschiedene Lenkerfabrikate mit ihren Bohrungen unterschiedlichste Möglichkeiten und gerade mechanische Bremszüge und -hüllen sollten immer so spannungsfrei wie möglich verlegt werden. Tipp #1: Die Montage und perfekte Einstellung der STIs sowie die Di2-Kabel/Bremszug-Verlegung durch den Lenker optimalerweise beim unmontierten Lenker auf der Werkbank durchführen.Tipp #2: Das Parktool Montageset IR-1.2 vereinfacht die Installation von intern geführten elektrischen Kabeln, Bowdenzügen und -hüllen sowie hydraulischen Bremsleitungen in Lenkern und Rahmen.Tipp #3: Die Leitungen so lange wie nötig und so kurz wie möglich ablängen und davor (!) auf die Freigängigkeit und ihr Verhalten beim voll eingeschlagenen Lenker achten.Die folgenden Fotostrecken enthalten hilfreiche Bildunterschriften.
Lange Zeit war Synchro-Shift nur der Dura-Ace Di2 R9150 vorbehalten. Durch die Montage des neuen Di2 Lithium-Ionen-Akkus BT-DN110-1 und eines Firmware-Updates können nun auch ältere Gruppen wie die Dura Ace Di2 9000 bis hin zur Ultegra Di2 6870 in den Genuss von Synchro-Shift kommen.Die Installation und die Funktion der hier vorgestellen PRO und Shimano-Teile war vorbildlich und auch die Konfiguration mittels der E-Tube Project Smartphone App und am Garmin Edge 530 ließ keine Wünsche offen.
In der Praxis schalte ich nun ausschließlich im Synchro-Shift Modus mit den beiden größeren STI-Tastern in leichtere bzw. schwerere Gänge und überlasse die Betätigung des Umwerfers sowie die Ausgleichsschaltungen am Schaltwerk dem Di2-System. Während das Runterschalten schon sehr harmonisch funktioniert, werde ich mich beim Raufschalten noch ein wenig mit dem Setting herumspielen - ich empfinde den Gangsprung in manchen Situationen noch zu groß.
Angenehm ist nun, dass sich der Garmin Edge mit den beiden freigebliebenen Di2-Tastern steuern lässt. Theoretisch kann ich diese mit je drei, also insgesamt sechs Funktionen belegen (Einmal drücken, Gedrückt halten, Zweimal drücken). Besitzer von neueren STIs und Sprintschaltern stehen sogar ein Maximum von 12 Funktionsplätzen zur Verfügung.Die vordefinierte Liste an Garmin-Funktionen umfasst: Nächste Seite, Vorherige Seite, Runde aufzeichnen, Timer Start/Stop, Timer starten, Timer stoppen, Beleuchtung einschalten, Karte, Kompass anzeigen, Höhenprofil anzeigen, Rundenübersicht anzeigen, Virtual Partner anzeigenIst der Garmin per ANT+ mit dem Di2-System verbunden, so informiert dieser über den bevorstehenden Kettenblattwechsel am Display, optional auch per Beep.
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