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nicht mehr sehr blond, immer noch blauäugig, schokosüchtiger denn je
Mit einem Doppelevent fand die heimische Querfeldein-Saison am 11./12. Jänner ein Ende und feierte zugleich ihren Höhepunkt: Am Samstag entschied sich beim BikeSchneiderei Cross die Gesamtwertung des Cycling Austria Cyclocross Cup, am Sonntag wurden auf dem identen Kurs am Freizeitgelände Südstadt die Staatsmeisterschaften ausgetragen.Starker, böiger Wind und bescheidene Temperaturen forderten an beiden Tagen die Muskeln und Atemwege der Aktiven, aber auch das Stehvermögen der Fans. Und während am Samstag immerhin noch die Sonne vom Himmel lachte, begleiteten am Sonntag bis zum frühen Nachmittag Schneegestöber und Graupelschauer das Geschehen. Querfeldein-Bedingungen vom Feinsten!Der Kurs präsentierte sich dabei nur vordergründig "wie asphaltiert" (O-Ton Paul Richter von den Free Eagles) und scheinbar leicht. Mit Fortdauer der Rennen und jeder Runde, in der sich die dünnen Stollenreifen tiefer in den Boden gruben, geriet die geplante Linie mehr und mehr zum Zufallsprodukt. Speziell eine hängende Rechtskurve mit Baumbestand im Auslauf sowie der zur Sandgrube umfunktionierte Beachvolleyball-Platz entwickelten sich zu Schlüsselstellen.
"Es war gar nicht so leicht, wie es ausgesehen hat. Die Strecke hatte ihre Herausforderungen", bestätigte auch die neue, alte Staatsmeisterin Nadja Heigl. Die Niederösterreicherin schrieb am Sonntag österreichische Radsportgeschichte, eroberte sie doch Titel Nr. 12 und enttrohnte damit endgültig den elffachen Meister (2001-2011) Peter Presslauer, mit dem sie letztes Jahr gleichgezogen war.Anfangs wurde das im Vergleich zum Vortag zahlreiche Publikum jedoch Zeuge einer überraschend forsch startenden Nora Fischer, an deren Hinterrad zuerst auch noch Cornelia Holland klebte. Im weiteren Rennverlauf musste die spätere U23-Siegerin, zuletzt bei fünf CX-Weltcups im Einsatz, diesem frühen Engagement allerdings etwas Tribut zollen, und auch Allrounderin Holland musste etwas Tempo rausnehmen, während die große Favoritin, die in der aktuellen Saison bereits 16 internationale Einsätze in den Beinen hat, ihren Rhythmus fand und durchzog. Mit 45 Sekunden Vorsprung verwies die Seriensiegerin - nur 2020 wurde sie Zweite - schließlich die Vorarlbergerin und ihre Landsfrau Holland auf die Plätze. Schnellste Juniorin wurde Rosalie Denk als Gesamt-Fünfte, flotteste Master-Fahrerin war die unermüdliche Birgit Braumann.
In der Junioren-Kategorie war Ausnahmetalent Valentin Hofer ein Klasse für sich. Der Oberösterreicher verteidigte nicht nur erfolgreich seinen Titel. Er knallte mit 5:02 Minuten auch die schnellste Rundenzeit des Tages aufs Parkett, zehn und mehr Sekunden schneller als die später startenden Elite-Herren.Damit heimste der Vize-Europameister auch die hierfür ausgelobte Sonderprämie von 50 Euro ein - ein nettes Taschengeld und greifbare Bestätigung dafür, dass die Form für die in wenigen Wochen anstehenden Weltmeisterschaften im Norden Frankreichs stimmt. Die Plätze zwei und drei gingen an Michael Hettegger und Lucas Kraus. Bei den Amateuren und Masters gewannen Manfred Zöger und Jürgen Pechhacker.
Ungleich spannender als bei den Damen und Junioren war die Frage nach dem künftigen Titelträger im Vorfeld des Herren-Rennens. Die Staatsmeister der letzten acht Jahre - jeweils Gregor Raggl oder Daniel Federspiel - haben schließlich ihre Karriere beendet bzw. sich nicht für die ÖM genannt. Der Pool der Favoriten schien mit früheren Vizes und Drittplatzierten, Ex-Straßenprofis und diversen Siegern der Herzen dafür umso praller gefüllt.Letztlich war es Lukas Hatz, der mit konstanten Rundenzeiten etwa zur Rennhälfte eine entscheidende Lücke innerhalb der bis dahin einigermaßen geschlossenen Fünfergruppe aufmachen konnte und sein erstes Elite-Jahr gleich mit Gold krönen konnte. Wobei der Vorjahres-Zweite auch von einem Platten des bis dahin sehr aktiven Christoph Holzer profitierte, dem letztlich nur undankbares Blech (aber immerhin U23-Bronze) blieb.Silber ging an Hrinkow-Teamfahrer Dominik Hödlmoser, der beim Versuch, am Grazer dranzubleiben, ebenfalls einige Meter und Sekunden zwischen sich und seine nächsten Verfolger bringen konnte und somit auch U23-Gewinner wurde. Der Kampf um Bronze und U23-Silber entschied sich erst in der letzten Runde zwischen einem Quartett, aus dem sich schließlich und etwas überraschend - er hatte zuvor schon beinahe abgehängt gewirkt - noch Adrian Stieger entscheidend lösen konnte.
Tags zuvor bildete der abwechslungsreiche und gut einsehbare Rundkurs mit seiner Mischung aus technischen Passagen, steilen Anstiegen und Abfahrten sowie schnellen Flachstücken einerseits die Kulisse für das Finale des Cycling Austria Cyclocross Cups, andererseits kämpften am Vormittag bereits die Nachwuchsklassen der U13-U17 um die Österreichischen Meistertitel.Deren 56 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sorgten für manch Überraschung, kam doch ein Titelverteidiger zu Sturz (Philipp Knoll, U13) und schließlich zeitgleich mit dem Drittplatzierten (Simon Kleinrath) ins Ziel, eine Zehnjährige aufs U13-Podest (Klara Haydn) oder eine 15-Jährige so schnell von ihren acht Kilometern wieder zurück, dass die Geschwindigkeitsmesser bei 21,5 km/h stoppten. Die Klassenbesten hießen schließlich Paul Resch und Elisabeth Heßler (U13), Magdalena Gebetsroither und Felix Kraus (U15) sowie Theo Preslmayr und Johanna Piringer (U17).Eindrucksvolle weil jeweils mit fast einer Minute Vorsprung überlegene Siege im finalen Cuprennen der Frauen bzw. Männer feierten Cornelia Holland und Adrian Stieger.Das Gesamtklassement der Damen holte Silke Mair mit 941 Punkten vor Romana Slavinec und Maria Lechner. Jakob Reiter kam als einziger Athlet über die 1.000 Punkte Schallmauer und gewann damit souverän die Jahreswertung der Männer. Fabian Lung holte im Cycling Austria Cyclocross Cup Rang zwei vor Christoph Soukup, der sich den dritten Platz sicherte.Die kompletten Ergebnisse gibt’s hoffentlich in Kürze auf www.cyclingaustria.at
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