Jump to content
×
Showroom: KTM X-Strada Master

Showroom: KTM X-Strada Master

03.06.22 05:29 6.313Text: NoManFotos: Erwin HaidenZu Besuch in unserem Fotostudio: Das neue Gravelbike aus Mattighofen, gemacht aus Carbon und gedacht für alles zwischen Adventure und Race.03.06.22 05:29 6.362

Showroom: KTM X-Strada Master

03.06.22 05:29 6.3629 Kommentare NoMan Erwin HaidenZu Besuch in unserem Fotostudio: Das neue Gravelbike aus Mattighofen, gemacht aus Carbon und gedacht für alles zwischen Adventure und Race.03.06.22 05:29 6.362

Mit ersten Versuchen 2018/19 angeschnitten und einem Carbon- plus vier Alu-Modellen im Vorjahr zur eigenen, wenngleich noch sehr dem Rennrad entlehnten, Serie erhoben, gehen KTMs Gravelbikes 2022 im komplett neuen Kleid an den Start.
Übernommen wurde eigentlich nur der Name X-Strada, ansonsten handelt es sich bei den zwei Rahmen (einmal Kohlenstoff, einmal Alu) um echte Newcomer, die diesmal tatsächlich speziell fürs Graveln entwickelt wurden.

Interpretiert wird der Gattungsbegriff dabei denkbar weit, von sportlich, ja, sogar rennlastig, bis fitnessorientiert und urban.
Spezifikationsseitig verläuft die Trennlinie ziemlich genau entlang des Rahmenmaterials, sprich: Das Carbonmodell ist für die Fitten und Abenteuerlustigen, vom Rennrad oder Mountainbike kommend, gedacht; das Alurad fürs Pendeln, Transportieren, Bewegen, die Stadt und ihre Peripherie.

 Gravel up your life 

X-Strada, KTMs neue Würze des Radler-Lebens

Die schlechte Nachricht: Ausgeliefert werden die neuen X-Stradas vermutlich erst im (Spät-)Sommer dieses Jahres. Die gute: ein (nicht fahrbereiter) Vertreter der Carbon-Range beehrte unlängst die Bikeboard-Redaktion, um sich von oben bis unten und hinten bis vorn durch die gestrenge Linse unserer Kamera inspizieren zu lassen.
Das erste Fazit: vielversprechend! Freilich ersetzt ein Schaulaufen - oder richtiger: Schaustehen - keine Praxiserprobung und ist ein Showroom kein Test. Aber was das X-Strada Master im Studio zeigte, war definitiv vielversprechend.
Ob dieser rein auf optischen Wahrnehmungen und technischen Fakten - Spezifikation und Geometriedaten - basierende Eindruck im Herbst durch echte Fahreindrücke ergänzt werden kann, sei aktuell dahingestellt. Für den Moment wollen wir uns mit einer ausführlichen Begutachtung des Geländerennrads aus Mattighofen begnügen.

Rahmen

Bei der Entwicklung der neuen Gravelbikes im Fokus standen große Reifenfreiheit, geringes Gewicht und viele Zuladungsmöglichkeiten. Dementsprechend finden Reifen bis 45 mm locker zwischen den Streben Platz, liegt das "Zielgewicht" des Carbonrahmens bei 1.000 Gramm und nimmt die Gabel Lowrider-Gepäckträger auf.
Weitere Halterungen gestatten die Montage von Licht, Kotflügel, hinterem Gepäckträger und natürlich Flaschenkörben samt Add-ons wie Pumpe oder Tool-Set. Mit dem Kürzel "LFC" wäre eine solche Komplettausstattung (abzüglich letzterem Punkt) auch serienmäßig zu haben - allerdings nur am Alu-Chassis.

Der Rahmen des X-Strada Master ist, wie jener des übergeordneten Prime und des untergeordneten Elite, aus Premium Carbon gefertigt. An der Front wird er durch eine Starrgabel aus Performance Carbon ergänzt. Einzig das Topmodell kommt serienmäßig mit der extra fürs Graveln entwickelten Rock Shox Rudy Ultimate Federgabel.
Erwähnenswerte Standards sind Flatmount bei den Bremsen, Pressfit-Tretlager und 12-mm-Steckachsen in 100 bzw. 142 mm Breite. Außerdem ist die Plattform kompatibel mit Zweifach-Kurbeln bzw., anders formuliert, die Montage eines vorderen Umwerfers möglich.

Der cleanen Optik sind die durch den Acros-Steuersatz direkt in den Rahmen laufenden Züge zuträglich. Die wenigen Bowden, die es am X-Strada Master gibt - spezifiziert ist es ja mit einer kabellosen Rival - treten erst direkt an ihrem Bestimmungsort wieder aus; gleiches würde aber auch für eine Bestückung mit mechanischer Schaltgruppe gelten.
Sogar ausschließlich visuelle Gründe werden seitens KTM für die markanten, spitz auslaufenden Gabelscheiden sowie den liebevoll ausgestalteten Knotenpunkt von Ober-, Sattelrohr und Sitzstreben angeführt - erinnert fast ein bisschen an das legendäre Triple Triangle-Design der guten, alten GT-Bikes und wirkt jedenfalls recht massiv, diese flächige Verbindung der beiden Rahmenhälften. Und der ebenfalls prominent und andeutungsweise dreieckig ausgestaltete vordere Knotenpunkt erhält dadurch ein optisches Pendant - ein gelungener Brückenschlag!
Den nötigen Komfort soll laut Hersteller eher die flexende Sattelstütze denn der Rahmen an sich beisteuern. Was die KTM Team mit ihren 27,2 mm Durchmesser gewiss zuschießt, ist Gewissheit in Sachen Einstecktiefe. An der Rückseite des klassisch rund geformten Rohres ist nämlich eine praktische Höhenskala angebracht.

Geometrie

  XS S M L XL
Sitzrohr (mm) 490 520 550 570 590
Sitzwinkel 75° 75° 74° 74° 73°
Lenkwinkel 70° 71° 72° 72° 72°
Oberrohr (mm) 540 560 580 600 620
Steuerrohr (mm) 125 140 160 170 185
Tretlagerabsenkung (mm) 72 72 72 70 68
Kettenstreben (mm) 430 430 430 430 430
Radstand (mm) 1041 1047 1054 1069 1085
Überstandshöhe (mm) 757 780 805 820 827
Stack (mm) 542 560 583 590 603
Reach (mm) 400 410 418 431 442

Hinsichtlich seiner Abmessungen bewegt sich das X-Strada in der goldenen Mitte des momentan Üblichen für sportlich ausgelegte Ableger der Trend-Gattung. Am ehesten sticht, so man denn unbedingt eine Abweichung finden möchte, der mit 74° im Vergleich zu den Mitbewerbern geringfügig steilere Sitzwinkel hervor.
Erwähnt werden muss allerdings, dass KTM seiner Tradition, Straßenräder relativ lang zu bauen, auch im Gravel-Sektor treu bleibt. Der Radstand von 1.054 mm bei Größe M mag hierfür als erster Hinweis gelten; definitiv fällt der Reach von 418 mm großzügig aus. Auch die Oberösterreicher selbst ordnen die Sitzposition auf einer Skala von "gestreckt" zu "aufrecht" am Übergang vom unteren zum mittleren Drittel ein.
Wer also von Natur aus mit eher langen Beinen und kurzem Oberkörper ausgestattet ist, sollte sich unbedingt der nächstkleineren Größe zuwenden. Und selbst für "normal" proportionierte Menschen lohnt, abhängig von den persönlichen Vorlieben bezüglich Fahrverhalten, bei der Geometrietabelle ein kontrollierender Blick nach links.

Ausstattung

Preislich ordnet sich das Master mit € 3.899,- näher beim Prime (4.099) als beim Elite (3.099) ein, gewichtsmäßig gewinnt es allerdings eindeutig; zu schwer wiegen die 40 gefederten Millimeter des ansonsten leichter und exklusiver ausgestatteten Topmodells, um an die 8,9 Kilogramm des Master heranzureichen.

Was bekommt man für dieses Geld, nebst diversen Anbauteilen der Marke Eigenbau (Sattelstütze, Vorbau, Lenker) und einem Selle San Marco Sattel?
Zuallerst die Sram Rival XPLR eTap AXS mit zwölf Gängen, dafür nur einem vorderen Kettenblatt. Zu dessen 42 Zähnen kombiniert KTM die breit abgestufte (10-44 Z.) XG-1251, also die ob des aus Stahl statt Aluminium gefertigten großen Ritzels geringfügig schwerere der zwei möglichen Varianten.
Noch fehlen uns die persönlichen Erfahrungswerte zu Srams neuen, gravelspezifischen Komponenten. Die nackten Zahlen und mit dem Road-Pendant gewonnenen Eindrücke versprechen aber präzises "Funken für alle", gepaart mit harmonischen Gangsprüngen und einer großen (440 %) Bandbreite.
Die Bremserei obliegt ebenfalls der Rival-Gruppe und wird mit zwei 160er-Scheiben bewerkstelligt.

Tech Specs

Rahmen Premium Carbon/R-2980, 142x12 mm Laufräder DT Swiss GR 1600 Spline CL 142x12 TA, 622x24TC
Gabel Performance Carbon, 100x12 mm Reifen Continental Terra Speed TL 40-622 ProTection
Größen 49/52/55/57/59 cm Lenker KTM Team Road flare 16°
Schalt-/Bremshebel Sram Rival eTap AXS HRD 1x12 Vorbau KTM Team Road 8°, 90 mm
Schaltwerk Sram Rival XPLR eTap AXS 12-f Steuersatz Acros AICR internal. 1.1/8>1.5" angle limit
Kurbel Sram Rival 1 wide DUB, 42 Z. Sattelstütze KTM Team, 27,2 mm/350 mm
Tretlager Pressfit Sattel Selle San Marco Allroad Manganese Rails
Kassette Sram Rival XPLR XG-1251, 10-44 Z. Gewicht o.P. 8,8 kg (Prototyp; Serie lt. KTM: 8,9 kg)
Bremse Sram Rival, Paceline Rotoren, CL, 160 mm Preis € 3.899,- UVP

Leistbare, unaufgeregte Verlässlichkeit scheint hinter der Entscheidung für den DT Swiss Laufradsatz gestanden zu sein. Die GR 1600 Spline sind die Allrounder im Gravel-Portfolio der Schweizer, 25 mm hoch, innen 24 mm breit, rund 1.800 Gramm schwer. Die Aluminium-Roller sind mit der 350er-Nabe samt 18-zahnigem Ratchet-Freilaufsystem ausgestattet und können auch tubeless gefahren werden. Mit ihrer maximalen Systemgewichtsbeschränkung von 130 kg sind sie definitiv nicht Schuld am vergleichsweise geringen Limit von 109 kg, das KTM fürs X-Strada overall ausgibt.
Umhüllt werden die DT Swiss ab Werk mit 40 mm breiten Gummis, namentlich den Continental Terra Speed mit extra Pannenschutz. Wer sich häufig durch matschig-tiefes Terrain gräbt, wird sich also vermutlich nach einer grobstolligeren Alternative umsehen. Platz wäre, wie bereits weiter oben erwähnt, für Reifen bis 45 mm. Fürs flotte Rollen auf trockenem Boden bildet das an menschliche "Ganslhaut" erinnernde, gepunktete Profil des Conti aber wohl einen guten Kompromiss aus Traktion und Rollwiderstand.

Fazit

Am X-Strada treffen also die sportlich-gestreckten Abmessungen eines durchaus eigenständig gestalteten Carbonrahmens mit jeder Menge Zuladungsmöglichkeiten auf solide Mittelklasse-Parts. Ausstattungs-Highlight ist der kabellose Schaltungs-Newcomer Rival XPLR. Ob die funkende Gravel-Gruppe letztlich hält, was das Sram-Universum verspricht, muss an dieser Stelle leider unbeantwortet bleiben.
Fest steht allerdings: Mit der insgesamt neunteiligen Gravel-Serie offeriert KTM ein breit gefächertes Line-up, das vom täglichen Pendeln mit dem Alu-Ableger bis zum ambitionierten Schotterstraßen-Racen mit dem Carbon-Modell viele Spielarten der trendigen Disziplin bedient.
Einzig für die ganz argen Abenteuer wird es ob des höchstzulässigen Gesatmgewichts des X-Strada von 109 kg für manche - Stichwort Gepäck - wohl eng. Der hierfür jedenfalls notwendige Reifentausch auf etwas Grobstolligeres wäre hingegen einfach zu bewerkstelligen.


vor 3 Stunden schrieb madeira17:

Als Selbstaufbauer kalkuliere ich mal den Setpreis minus den Komponenten (jetzt mal die Liefersituation ausgeblendet), und da komme ich fürs Rahmenset auf knapp 1,9k€, exkl. BB und Steuersatz. Ich persönlich würde das nicht bezahlen.

Als Selbstaufbauer greift man auch eher zu Exklusiverem.

Obwohl dieser Rahmen ganz chic ist.

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Mein erstes Rennrad war auch eines von KTM....Strada, gekauft damals im SchuhSki Ottakringerstrasse Mitte der 80ger.

 

Obiges Rad hat eine schöne Lackierung, gefällt mir, dies als reines Rennrad, wäre schon eine Überlegung wert....und vom Preis noch akzeptabel.

 

Ich denke mein letztes Rennrad wird auch eines von KTM sein :x

Link zu diesem Kommentar
Auf anderen Seiten teilen

Zur Desktop-Version