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Scott Scale RC 2023

Scott Scale RC 2023

15.12.22 15:23 5.479Text: Martin RauscherFotos: Martin Rauscher, Michael Riehle, Simon Ricklin, ScottDas Hardtail ist tot. Lang lebe das Hardtail! So oder so ähnlich muss es wohl abgelaufen sein im Scott Hauptquartier in Givisiez in der Schweiz, als das MTB-Entwicklungsteam sich entschloss, das Scale zu modernisieren. Leichter, länger, potenter und in vielen Details durchdachter ist die jüngste Auflage des XC-Klassikers geworden.15.12.22 15:23 5.488

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15.12.22 15:23 5.48836 Kommentare Martin Rauscher Martin Rauscher, Michael Riehle, Simon Ricklin, ScottDas Hardtail ist tot. Lang lebe das Hardtail! So oder so ähnlich muss es wohl abgelaufen sein im Scott Hauptquartier in Givisiez in der Schweiz, als das MTB-Entwicklungsteam sich entschloss, das Scale zu modernisieren. Leichter, länger, potenter und in vielen Details durchdachter ist die jüngste Auflage des XC-Klassikers geworden.15.12.22 15:23 5.488

Als mich Martin (Mr. NoPain) und Martin (Emslander, Mr. Scott AT) fragten, ob ich Lust habe, am Launch-Event der nächsten Evolutionsstufe des Scott Scale RC teilzunehmen, musste ich nicht zweimal überlegen. Zu groß war die Neugierde, was sich das Entwicklungsteam in Givisiez wohl einfallen lassen hat.

 Lightweight Perfection 

Was Scott rund ums Scale RC MY23 verspricht
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Das Hardtail ist tot ...

Über viele Jahre hinweg waren leichte und wendige XC-Hardtails aus dem MTB Weltcup-Zirkus nicht wegzudenken; jedoch wurden die Strecken über die letzten Jahre immer technischer und die Renndauer kürzer. Noch dazu blieb die Entwicklung der XC Fullsuspension Bikes, bei Scott Spark RC genannt, nicht stehen.
So kam es, dass diverse Hersteller über die letzten Jahre keine Highend-XC-Hardtails mehr in ihrem Programm führten. Bei Trek und BMC ist das Top-Hardtail maximal in der Mittelklasse angesiedelt. Aber auch bei Scott und Cannondale gab es 2022 kein echtes Topmodell aus dem Highend-Bereich mehr.

Mich hat dieser Zustand ehrlicherweise nicht sonderlich verwundert, war doch selbst beim technisch einfach Kurs in Albstadt (GER) nur EIN Hardtail in den Top Ten bei den Männern, und nur unwesentlich mehr bei den Frauen zu finden.
Klar wäre ein leichtes, kletterstarkes Bike auf einem Kurs wie im Bullentäle von Vorteil. Jedoch wollte scheinbar kein Profi die Umgewöhnungsphase für ein einziges Rennen in Kauf nehmen. Doch genau hier kommt die neueste Evolutionsstufe des Scale ins Spiel – aber dazu später mehr.

... lang lebe das Hardtail!

Ein weiterer Grund, für ein wirtschaftlich denkendes Unternehmen wohl der wichtigste: Das Scale in seinen diversen Modellvarianten hat 2022 52 % der Scott MTB-Verkäufe ausgemacht! Gerade in sehr wettkampforientierten Ländern wie Spanien oder Lateinamerika hat das Race Hardtail (nach wie vor) einen enorm hohen Stellenwert. Und auch in Mitteleuropa sind Hardtails von diversen Marathon-Veranstaltungen nicht wegzudenken.
Und dann hat bestimmt auch das Argument von unserem Freund Gabriel von MTB-News seine Richtigkeit: Neben dem 2022er Scott Spark mit seinen aggresiven Linien und dem integrierten Cockpit sah das vorherige Scale definitiv schon sehr altbacken aus.

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Tech Facts

Genug der Mutmaßungen, her mit den Fakten! Die wichtigsten für Eilige flott aufgelistet:
Das neue Scale RC gibt es wieder in drei Carbonfasergüteklassen: HMF, HMX und HMX SL
  • Rahmengewichte ab 847 g. (Göße M)
  • Diverse Leitungen integriert
  • Moderne, ans Spark angepasste Geometrie
  • Flaschenhalterinserts aus Kunststoff am HMX-SL Rahmen
  • Boost Wide Kettenlinie
Die folgenden Erläuterungen der einzelnen Highlights beziehen sich insbesonders auf den HMX-SL Rahmen, treffen aber, wenn nicht anders angegeben, auch auf die „schwereren“ Varianten HMF und HMX zu.

Monocoque Konstruktion

Detailansicht
Drei Teile formen das neue Scale RC.

Unter einem Monocoque Rahmen versteht man im Allgemeinen ja einen Rahmen, der in einem Stück gefertigt wird. Fälschlicherweise wird dieser Begriff aber meist auch dann verwendet, wenn der Rahmen aus mehreren Teilen zusammengefügt wird.
Fakt ist: Der neue Scott Rahmen besteht nur mehr aus drei Einzelteilen, die verklebt werden. Der Vorgänger-Rahmen bestand noch aus fünf Teilen.
Jede Fügestelle, die wegrationalisiert werden kann, spart Gewicht und eliminiert eine mögliche Fehlerquelle. Interessant ist in diesem Fall, wo der Scott Rahmen seine Fügestellen hat. Diese befinden sich nämlich im Hinterbau, das komplette Front-Triangle ist also ein echtes Monocoque. An dieses werden dann zwei Dreiecke bestehend aus Sitz- und Kettenstrebe angefügt.

Gewichtsbereich vs. Steifigkeitsbereich

Detailansicht
Die Zauberformel: unten steif, oben nachgiebig.

Der Rahmen ist in zwei Bereiche unterteilt: Lightweight Zone und Stiffness Zone. Das Unterrohr bildet gemeinsam mit dem Tretlager und den Kettenstreben eine sehr steife Einheit mit einem hohen Anteil an UH- und HM-Carbonfasern. Das sorgt für effiziente, direkte Kraftübertragung. Oberrohr und Sitzstreben können hingegen leichter und somit auch komfortabler ausgelegt werden. Hier kommen Fasern mit höherer Formbarkeit und Flexibilität zum Einsatz, um die nötige Nachgiebigkeit sicherzustellen.

Rahmengewichte

Quer durch die Bank wurden alle drei verfügbaren Rahmen leichter. Und das, obwohl sämtliche Rahmengrößen - übrigens vier an der Zahl - entsprechend den aktuellen Trends deutlich länger wurden.
Das HMX-SL Rahmenset speckt um 32 g auf 847 g ab, das HMX-Pendant wird um 43 g leichter (912 g overall). Der preiswerte HMF profitiert am meisten von den neuen Technologien. Hier wird das Frameset um ganze 126 g leichter und wiegt 2023 exakt 1.013 Gramm.
Nachfolgend finden sich weitere Infos, mit welch ausgefuchsten Details diese Gewichtsreduktionen u.a. erreicht wurden.

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Hohl konstruiertes Ausfallende

Detailansicht

Bis jetzt waren auch die leichtesten Carbonrahmen im Bereich um die Steckachse als Vollmaterial ausgeführt, um den auftretenden Kräften der Hinterradklemmung standzuhalten. Hier konnte Scott ein paar wertvolle Gramm herausholen.
Beim neuen Scale HMX-SL Rahmen wird das Dropout hohl geformt und eine Hülse eingesetzt, um die auftretenden Kräfte direkt auf die Innenseite des Dropouts zu übertragen.

Einfachere Bremssattelbefestigung

Detailansicht
PM-Standard mit Rohrhalterungen - geradlinig und leicht

Immer mehr Hersteller setzen bei ihren XC-Bikes am Hinterbau auf den aus dem Rennradbereich bekannten Flatmount-Standard. Das schränkt jedoch die Wahlmöglichkeit bei den Bremsensets stark ein. Scott bleibt weiterhin beim bewährten Postmount-Standard. Somit kann hinten und vorne der gleiche Bremssattel verbaut werden.
Die Bremsenhalterung selbst wurde durch leichtgewichtige Rohrhalterungen vereinfacht - auch in Sachen Design eine schlichte, schnörkellose Lösung.

Leichte Kettenführung

Detailansicht
So klein und schon ein Chainguide ...

Auch wenn in Zeiten von Einfach-Antrieben und Narrow-Wide-Kettenblättern über die Notwendigkeit einer Kettenführung diskutiert werden darf, bietet Scott diese Möglichkeit für jeden, der möchte.
Alle anderen werden sich freuen, dass die extrem minimalistische, bündig am Rahmen liegende Kettenführung einfach entfernt werden kann. Über die Serviceklappe am Unterrohr wird auch die Aufnahme für die Kettenführung entnommen. So bleibt kein "nutzloses" Gewicht am Rad.

Trinkflaschenhalter-Einsätze (nur beim HMX SL)

Detailansicht
Kunststoff-Inserts oder Gummi-Abdeckung - it's up to you

Bei besonders leichten Rahmen musste bis jetzt immer der Bereich um die Flaschenhalterösen extra verstärkt werden. Auch hier hat Scott eine neue Lösung parat: Der HMX-SL Rahmen verfügt über Kunststoff-Inserts, die in schlüssellochähnliche Öffnung im Rahmen geclippt werden. In diesen Inserts befinden sich Messingeinsätze mit dem Gewinde für die Flaschenhalterschrauben.
Möchte man nur einen oder gar keinen Flaschenhalter verwenden, können leichte Gummiabdeckungen eingesetzt werden. Die Gewichtseinsparung mag hier eher gering sein. Dafür ergibt sich, abgesehen vom schlichten Design der bündig im Rahmen sitzenden Inserts bzw. Cover, noch ein anderer Vorteil: Sollte man einmal ein Flaschenhaltergewinde zerstören, erspart man sich eine aufwendige Reperatur. Es muss lediglich ein neuer Einsatz reingesteckt werden.

Serviceklappe

Detailansicht
Zugriff von unten ohne Tretlager-Ausbau

Aus Gewichtsgründen verzichtet Scott auf einlaminierte Zugführungen. Um das Verlegen trotzdem zum Kinderspiel zu machen, verfügt der Rahmen über eine große Serviceklappe am Unterrohr.
So kann auch eine Vario-Sattelstütze ohne Fummelei oder gar Tretlager-Ausbau einfach nachgerüstet werden.

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Geometrie

Durch die abfahrtsoptimierte Geometrie des neuen Spark war der Wechsel zwischen Scale und Spark bis dato mit einigen Umstellungen in Bezug auf die Fahrtechnik verbunden. Deshalb schien es nur logisch, die Geometrie des 23er-Scale an das Spark anzupassen.
Kurz zusammengefasst: longer, lower, slacker. Und verstellbare Steuersatzabdeckungen ermöglichen es, den Standard-Steuerwinkel von 67,9° um 0,6 Grad abzuflachen oder anzuheben - macht in Summe drei Winkeloptionen.
Ein besonderes Augenmerk legten die Entwickler auf den Wechsel zwischen sitzendem und stehendem Fahren. Das soll beim neuen Scale besonders geschmeidig gelingen.

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Modelle und Preise

Die komplette Produktlinie umfasst 24 Modelle, darunter vier damenspezifische Contessas, in drei Carbon-Varianten sowie einer im Hydroforming-Verfahren gefertigten Alu-Version mit demselben „aggressiven Designansatz“.
Bei den Kohlenstoff-Bikes führt das Scale RC SL das Lineup an. Vom hochwertigsten Rahmen (HMX SL) über edelste Carbon-Teile à la Syncros Silverton SL2 Laufräder oder Trickstuff Piccola Bremsen bis zur Sram XX1 AXS-Gruppe inkl. Powermeter findet sich am Topmodell alles, was gut, leicht und leider auch teuer ist. 13.999 Euro muss (voraussichtlich – sämtliche Preisangaben sind vorläufig) ablegen, wer in dieser Liga mitspielen will.

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    Scale RC Team Issue
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    Scale RC Team
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Um 4.500 Euro weniger wandert das Scale RC World Cup Evo über den Ladentisch, welches, ebenso wie auch das Scale RC World Cup (€ 7.499,-), auf einem HMX-Rahmen basiert. Während ersteres mit RockShox SID SL Ultimate federt, mit Shimano XTR bremst, mit Sram XX1 AXS schaltet und auf DT Swiss XRC1200 rollt, setzt zweiteres auf die SID SL Select+ Gabel, XRC1501 Laufräder und eine reine Sram-Spezifizierung (X01/GX AXS, Level TLM).
Nochmal eine Carbongüteklasse darunter, also HMF, sind Scale RC Team Issue (€ 4.799,-) und Scale RC Team (€ 3.499,-) angesiedelt. Auch hier werken RockShox SID SL Federn, einmal mit Sram GX AXS und Shimano XT Bremsen sowie DT Swiss XR1850 Rollern, einmal mit reiner XT-Gruppe und Syncros Silverton 2.0 Laufrädern.
19 weitere Scale-Modelle von 3.999 bis 2.099 (Carbon-Range, Scale 910 bis 940) bzw. 2.199 bis 1.199 Euro (Alu-Versionen, Scale 950 bis 980) komplettieren die Palette.
Wer in allen obigen Auflistungen Dropper Posts vermisst: Gibt's serienmäßig nicht, man sitzt fix auf Syncros Duncan Carbon- bzw. Alustützen.

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Erster optischer Eindruck

Im beeindruckenden Scott Headquater in Givisiez in der Schweiz erwartete uns die gesamte Scale-Flotte wunderschön aufgereiht. Im Zentrum das absolute Stück der Begierde: das RC SL. Folgende Eindrücke schossen mir spontan durch den Kopf:
  • Farbe: Geil
  • Ausstattung: Endstufe
  • Silverton SL Laufräder und Trickstuff Piccola in einem Serienbike: Traumhaft
  • Winkelsteuersatz: Sehr fein!
  • Bremsleitung durch den Steuersatz: Oh Gott, bitte nicht
  • Keine Dropper: Ist das zeitgemäß?
  • Pressfit Tretlager: Muss dass sein?
  • Kein Lenkanschlag: Auweh, das arme Oberrohr!
Gemeinsam mit anderen Journalisten aus ganz Europa blieb genug Zeit, um die Räder ausgiebig zu inspizieren, ehe am Projekt beteiligte Techniker uns ihr jüngstes Baby präsentierten. Natürlich konnte ich es mir bei dieser Gelegenheit nicht verkneifen und habe die oben erwähnten, für mich negativen Punkte direkt angesprochen.
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Bezüglich der integrierten Leitungen argumentiert Scott mit der aufgeräumten Optik und einem leichteren Steuerrohrbereich, da dieser nicht extra für die Leitungseingänge verstärkt werden muss. Ein regelmäßiges Öffnen der Leitungen, um z.B. den Steuersatz zu tauschen, soll durch besonders hochwertige, gut abgedichtete Lager nicht notwendig sein. Ich habe bei Acros Lagern da aber meine Bedenken ...
Das von Haus aus keine Dropper verbaut werden liegt vor allem daran, das der Hauptkunde, der geneigte Marathonfahrer, meist ohne unterwegs ist. Außerdem fällt ein Nachrüsten durch die große Serviceklappe sehr leicht.

Pressfit soll laut Scott immer noch der bessere Standard sein. Er ist leichter und erlaubt einen steiferen Tretlagerbereich und ist bei genauer Fertigung der Innenlageraufname absolut problemlos. Aber genau hier liegt meiner Meinung nach der springende Punkt: Immer wieder haben Hersteller bewiesen, dass sie es mit der Qualitätssicherung nicht so ernst nehmen; unrunde, über-, oder auch untermaßige Tretlagergehäuse waren das Ergebnis. Hier wird sich zeigen, wie gut Scott diese Probleme gelöst hat.
Und was last, but not least, den fehlenden Lenkanschlag betrifft: Grundsätzlch als sinnvoll erachtet, ist Scott mit den patentfreien Lösungen am Markt nicht zufrieden, die patentierten, guten - etwa von Trek - sind jedoch nicht frei verfügbar. Ohnehin sei der betreffende Bereich sehr stabil gebaut, was auch die wenigen Crash Replacement-Anfragen bezüglich Oberrohr belegen würden, weshalb man sich letztlich entschieden habe, auf einen Lenkeinschlagsschutz zu verzichten. Ich habe jedenfalls mein Langzeittestrad - Details dazu am Ende des Berichts - sicherheitshalber großzügig abgeklebt ...

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First Ride

Aber genug der grauen Theorie, ab auf die Trails, hieß es nach einigen spannenden Gesprächen.
Perfekt ausgestattet mit diversen Scott- und Syncros-Goodies ging es in zwei Gruppen zur Praxiserprobung rund ums HQ.

Mit Nino Schurter und Kate Courtney hat Scott zwei der aktuell besten XCO-Profis unter Vertrag. Beide hatten klare Vorstellungen, was das neue Scale können muss, um wieder für den Weltcup attraktiv zu werden.
Kate war es besonders wichtig, dass die Geometrie jener des Spark entspricht. Nino legte besonderes Augenmerkt auf ein spritziges Fahrverhalten mit mehr Reserven, wenn es technisch wird.
Ob Scott ihre Wünsche erfült hat? Ich war gespannt ...

 Das unmittelbare Handling ist großartig bei technischen Abfahrten und kurvenreichen Strecken. Es gibt mir zudem einen direkteren Antrieb bei steilen Anstiegen oder wenn ich die Konkurrenz in der Geraden abhängen will. 

Der 10-fache Weltmeister Nino-Schurter über das Fahrverhalten des neuen Scale
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Mein Testbbike in Größe XL kam mit XTR Pedalen und den recht schweren Maxxis Rekon Race 2.4 WT auf sehr respektable 9,45 kg – wohlgemerkt inkl. Wattkurbel, Tirewiz, Flaschenhalter, Tireplugs in beiden Griffen und Garminhalter.
Dementsprechend und vor allem wegen den extrem antriebssteifen Silverton SL Laufrädern gierte das Bike richtig nach Speed und schoß die kurzen Anstiege auf den flowigen Freiburger Trails nur so nach oben.

Als langjähriger Anhänger der Dropperpost war ich etwas nervös ob der mir unbekannten Abfahrten. Diese Angst war aber unbegründet, die Trails rund ums Scott HQ sind alle sehr flowig und es geht nie länger steiler bergab. Zudem half hier auch der 130 mm schmale Syncros Belcarra SL Sattel. Er erlaubte es einfach, seinen Körperschwerpunkt zu verlagern.

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Auf den unzähligen Wurzelfeldern fiel mir besonders der hohe Komfort des Bikes auf. Bereits im Sitzen konnte mehr Traktion als mit dem alten Scale generiert werden. Auch vor einem Spezialisten wie dem Trek Procaliber mit seinem Isospeed braucht sich das neue Scale nicht zu verstecken.
Scheinbar schafften es die Scott Ingenieure tatsächlich, nur durch den Lagenaufbau ein ähnlich gut dämpfendes Heck zu schaffen – wobei der Scale HMX SL Rahmen locker 500 g leichter ist als jener des Trek Procaliber …
Noch eklatanter wurde es in der Abfahrt. Hier fühlte sich das Scott deutlich schluckfreudiger an als alle mir bekannten Race-Hardtails. Ich könnte mir vorstellen, dass man den Komfort mit konventionell eingespeichten Laufrädern sogar noch weiter steigern kann.

Weiters fiel mir auf, dass tatsächlich, wie angekündigt, der Wechsel zwischen sitzendem und stehendem Fahren besonders flüssig gelang. Wieso, konnte ich noch nicht wirklich herausfinden. Ich denke, hier wird der Langzeittest mehr zeigen, denn:

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Um das Rad ausgiebig auf Herz und Nieren zu testen, reichen zwei kurze Ausfahrten natürlich nicht. Das ist Scott bewusst und deshalb haben wir einen Langzeittester erhalten, den wir bis Mai in Training und Rennen entsprechend quälen werden. Und natürlich wird auch eine Vario-Stütze ihren Weg ins Scale finden ...
Seid also gespannt, wie sich das Scale RC SL im hiesigen Trainings- und Wettkampf-Alltag schlägt - Details dazu im Frühsommer 2023!

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Die Geodaten finde ich ja echt interessant, aber für mich persönlich ist und bleibt das Hardtail tot. Ich bin heuer bei drei Marathon mitgefahren, bei keinem davon würde ich wenn ich die Wahl hätte aufs HT steigen. Die waren entweder technisch zu anspruchsvoll, dass ich sie damit fahren möchte, schon sowieso nicht ohne Dropper (Kitzalpbike und WGoM Hinterglemm) oder sooooo lang, dass ich den Komfort eines gedämpften Hinterbaus nicht vermisse möchte (SKGT A). Ich hab da einfach keine Anwendung mehr für so ein Rad. Mit meinem alten Hardtail fahr ich noch an und zu im Winter am Radweg auf und ab. Dafür reicht aber die alte Gurke.

Bearbeitet von KingM
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Crashreplacement am  Oberrohr wird ja nicht  schlagend bei Lackabplatzer , Furchen etc  die der Bremsheble verursacht .

Aber auch das ist sehr uncool in dieser Preisklasse.

 

13990 , -  für dieses Mainstream Schcott  ist einfach nur frech .Es bleibt ein Scott !

Dieser Servicedeckel bei einem HT ist auch völlig überzogen .

 

Pressfit wird spätestens beim Lagerwechsel in Frage gestellt . Ich bin froh wieder ein Bike mit BSA zu haben .

 

 

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vor einer Stunde schrieb wingman:

Crashreplacement am  Oberrohr wird ja nicht  schlagend bei Lackabplatzer , Furchen etc  die der Bremsheble verursacht.

 

 

Was bedeutet das?

 

Ich finde den Marketingmann genial, hat er doch glatt alle Jugend- und Mainstream Hardtails in seine Statistik genommen um eine Zahl zu finden die uns glauben lässt dass Hardteils noch irgendwen interessieren.

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Servus Burschen, freut mich dass mein Artikel bzw. das Bike für Disskusionsstoff sorgt :p

 

@KingM Da bin ich ganz bei dir, ich hab beim Kitzalpbike letztes Jahr definitv die HT Wahl bereut, wennst eh scho gschossn zum Fleckalmtrail kommst macht des echt keinen Spaß mehr! Für so spaßlose Höhenemterefresserei wie in Ischgl könnt ich mir aber ein Bike wie das neue Scale gut vorstellen.

 

@wingman Stimmt als Selberschrauber freu ich mich auch immer über BSA! Und Cuts in diversen Oberrohren hatte ich leider auch schon zur genüge 😞

 

@krümelmonster Ist es gefühlt auch! Wird sich aber spätestens Ende März beim C1 in Langenlois zeigen 🥴

 

@ruffl 🙈🤣

 

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Wie steht ihr zu Integration der Leitungen auch bei den Alu Einstiegsmodellen?

Klar versucht man die optische Linie vom Topmodell bis ganz unten durchzuziehen nur ich stells mir als Händler problematisch vor dem Kunden mit dem 1.199 € Scale zu erklären das sein Steuersatzlagertausch jetzt rund 10 % des Kaufpreises ausmacht...

 

Auch für die Weightweenies die gerne zum Scale HMX-SL Rahmenset greifen find ich die Integration problematisch. Klar ist der Rahmen alleine nochmal leichter geworden nur wenn man die Optik nicht komplett verhunzen will muss man das Syncros Cockpit verbauen und das ist doch deutlich schwerer als Schmolke, MCFK & Co.

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Naja von einer sauberen Vollintegration sind wir beim MTb noch Welten entfernt 😉

Das was Scott , Orbea usw macht ist ja nur eine strengere Entlangführung der Leitungen am Lenker, um danach irgendwie unhübsch durch den Steuersatz zu verschwinden .

 

Vollintegration durch den Lenker wird serienmässig kaum realisierbar werden .

Zuviele mögliche Leitungen und andere Eventualitäten machen das nicht leicht . Vordere Bremsleitung sowieso kaum mgl . außer ev bei upside down Gabel.

Leichte Vorbaulenkercombis mit tw . möglicher Leitungsintegration werden schon kommen . Zb Darimo mit ca 150 gr . 

 

Übrigens super Bericht von dir !

 

 

 

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vor 3 Stunden schrieb wingman:

Vollintegration durch den Lenker wird serienmässig kaum realisierbar werden .

Magura hat ja vor Jahren mal das MCI Konzept vorgestellt. Da ist seither aber auch nichts mehr gekommen, oder?

 

Edit: wurde auch hier im Board vorgestellt

 

Dangerholm hat sich beim Hyperspark eine Eigenbaulösung gebastelt, sieht mMn aber mit der Bremsleitung vorne und der Gabelremote furchtbar aus.

Bearbeitet von andyb
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Am 16.12.2022 um 08:30 schrieb Gipfelstürmer:

Wie steht ihr zu Integration der Leitungen auch bei den Alu Einstiegsmodellen?

Völliger Schwachsinn - allerdings will der Käufer so etwas offensichtlich haben, sonst würde er es nicht kaufen.

Auf die Nachteile kommt "man" bei diesen Showeffekten oft erst später.

 

 

 

 

Bearbeitet von 6.8_NoGravel
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vor 3 Minuten schrieb Schadinio:

14.000 fuer ein Hardtail is ah ka Laercherlschaas !  9.5 kg all inclusive is jetzt auch ka Leichtgewicht. Mein SWorks Epic Hardtail kommt all inclusive plus tyre inserts auf 8 kilo .

Aber optisch schon ein Hingucker

 

Hmm, dann hast du entweder lauter exotische leichtbauteile verbaut oder eine optimistische waage...

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Am 18.12.2022 um 19:49 schrieb 6.8_NoGravel:

Völliger Schwachsinn - allerdings will der Käufer so etwas offensichtlich haben, sonst würde er es nicht kaufen.

Auf die Nachteile kommt "man" bei diesen Showeffekten oft erst später.



jein ... man hat ot gar keine Wahl mehr!

(siehe auch elekt. Schaltungen bei Shimano, gut & günstig (105) gibt es neu nicht mehr.)

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Am 18.12.2022 um 19:26 schrieb Gipfelstürmer:

Servus! 44 mm wie eigentlich bei jedem aktuellen Rad.

 

LG

Muss wohl 44mm sein...wenn du das sagst, und mit Blick auf die Geometriedaten von Steuerrohrwinkel, Sitzrohrwinkel, etc. Forks mit 51mm Offset sind rar, im letzten centurion backfire steckt eine drin. Deshalb meine Frage. Thx

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