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Stan's NoTubes Crest MK4 Gravel-Laufräder im Test

Stan's NoTubes Crest MK4 Gravel-Laufräder im Test

16.02.23 07:47 4.816Text: NoPain
Martin Ganglberger

Größe: 175 cm
Schrittlänge: 84 cm
Gewicht: 70 kg
Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt

Klicke für alle Berichte von NoPain
Fotos: Erwin Haiden
Leichte Systemlaufräder vom Tubeless-Godfather mit asymmetrischen Alufelgen und M-Pulse-Naben inklusive magnetischem Einrastsystem und hammermäßigem Klapperschlangen-Sound.16.02.23 07:47 5.508

Stan's NoTubes Crest MK4 Gravel-Laufräder im Test

16.02.23 07:47 5.5087 Kommentare NoPain
Martin Ganglberger

Größe: 175 cm
Schrittlänge: 84 cm
Gewicht: 70 kg
Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt

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Erwin Haiden
Leichte Systemlaufräder vom Tubeless-Godfather mit asymmetrischen Alufelgen und M-Pulse-Naben inklusive magnetischem Einrastsystem und hammermäßigem Klapperschlangen-Sound.16.02.23 07:47 5.508

Stan's NoTubes wurde 2001 von Stan Koziatek gegründet und gilt als Pionier der MTB-Tubeless-Systeme. Im Laufe der Jahre entwickelten die Amerikaner nicht nur eine Reihe patentierter Produkte, darunter Tubeless-Dichtmilch, -Ventile, -Felgenbänder, -Felgen sowie komplette Tubeless-Laufradsätze, sondern inspirierten auch die gesamte Fahrradindustrie, neue Tubeless-Reifen und -Technologien einzuführen.

Rund 20 Jahre nach der ersten Tubeless-Ready-Hohlkammerfelge, welche speziell für den schlauchlosen Einsatz entwickelt wurde, präsentiert Stan's NoTube nun bereits die vierte Generation ihrer Crest-Felgen bzw. Crest-Laufradsätze. Die neuen asymmetrischen Crest MK4-Aluminiumfelgen sind in drei aktualisierten Breiten und - entsprechend dem Einsatzzweck - speziell angefertigten, durchwegs breiteren Felgenformen, mit jeweils eigenem Speichenlochversatz erhältlich. Die hier vorgestellten Laufräder für Gravel/XC besitzen eine Maulweite von 25 mm sowie einen Speichenloch-Offset von 1,5 mm und wurden mit verstärktem Speichenbett und geschweißten Nähten sowohl für den höheren Druck von 40 mm Gravelreifen als auch für den niedrigeren Druck von 2,3" MTB -Reifen ausgelegt. Erhältlich mit Shimano Micro Spline-, HG- oder SRAM XDR-Freilauf, wahlweise mit 6-Loch- oder Centerlock-Bremsaufnahme und mit Optionen für alle gängigen Achskonfigurationen für Rennrad und MTB.

Wir haben die 29er-Version (29 Zoll MTB = 28 Zoll Road) inklusive der von Werk eingespeichten, ebenso neuen M-Pulse Premium-Naben einem Härtetest am Gravelbike unterzogen.

 Make it light, make it serviceable, make it resist flats, and make it go as fast as possible. 

Das Mission Statement der ersten Stan's NoTubes Tubeless-Felgen
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Erster Eindruck

Ich kann mich noch sehr gut an meinen allerersten Stan's NoTubes Laufradsatz erinnern, den mir anno dazumal Pancho Pöllmann (Chef der Firma Bike+Sport aus Bad Goisern, heute: Pancho Wheels) persönlich einspeichte. Die schlauchlosen Stan's NoTubes ZTR Race in 26" Zoll an meinem Specialized Epic waren mein ganzer Stolz - ja, was heute nur mehr Kinder und Jugendliche fahren, war damals in der XC-Racer Hobby-Elite absoluter Goldstandard.

Leicht, tubeless, günstig, pannensicher? JA.
Optisch schön oder besonders exklusiv? NEIN!

Zumindest was die Felgen betrifft, präsentieren sich auch die Crest MK4 in seidenmattem Schwarz mit antiquiert anmutender Modellbeschriftung und lieblos platzierten "Stan's" Stickern. Wer sich allerdings nicht an dem schlichten Auftritt stößt, wird mit technischen Eigenschaften belohnt, die früheren Modellen um Lichtjahre voraus sind. Darüber hinaus kommen die Stan's High-End-Laufräder mit brandneuen M-Pulse-Naben, die mit ihrer innovativen Magnettechnik am Body brillieren. Diese Technik soll nicht nur langlebig und widerstandsarm sein, sondern bietet auch einen spezifischen "Rattlesnake" Klang.

 Es sind die inneren Werte, die Laufräder ausmachen. 

Stan's Crest MK4
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Stan's NoTubes M-Pulse Naben

Die meisten Hinterräder haben einen, doch nur selten erhält er die Aufmerksamkeit, die ihm kraft seiner genialen Wirkung eigentlich gebührt: Der Freilauf. Basiert das im Inneren der Hinterradnabe werkende Ding nicht gerade auf dem Konstruktionsprinzip von Zahnscheiben (sog. Ratchet Drives), sind's zumeist Sperrklinken, welche von Federn in die Zähne eines Ratschenrings gedrückt werden und dergestalt für die Drehbewegung des Laufrades sorgen.
Nicht so bei den neuen M-Pulse Naben von Stan's. Beziehungsweise nicht im Detail, denn über Sperrklinken verfügen die unlängst vorgestellten Premium-Naben mit einstellbarer Vorspannung sehr wohl. Aktiviert werden sie allerdings nicht mittels Federn, sondern mittels Magneten aus Neodym.

Herzstück der M-Pulse Naben ist ein System mit sechs Sperrklinken, die mit Neodym-Magneten ausgestattet sind, einem Metall aus der Gruppe der sogenannten Seltenen Erden. Diese Magneten ziehen die Sperrklinken in einen Ratschenring aus gehärtetem Stahl, statt sie, wie konventionelle Federmechaniken, dorthin zu drücken.
216 Eingriffspunkte sorgen dafür, dass die Neuentwicklung nur 1,66° Drehung für den Kraftschluss benötigt. Einmal eingerastet, sollen die Permanentmagnete eine perfekte Ausrichtung jeder Sperrklinke gewährleisten.

Detailansicht

M-Pulse Systemvorteile

Zwei Jahre Entwicklungszeit stecken in diesem Einrastsystem. Sein größter Vorteil nebst dem zuverlässigen, konsistenten und raschen Einrasten soll der im Vergleich zu federbasierten Konstruktionen geringere Widerstand sein, wenn nicht getreten wird. Denn die magnetischen Zugfedern sind Stan's zufolge dann am stärksten, wenn die Sperrklinke eingerastet ist, und am schwächsten im Leerlauf - genau umgekehrt zum Druckfedern-Szenario und gemäß Herstellerversprechen ideal, um Reibung und Widerstand zu reduzieren, sprich: Schneller voranzukommen.

Und auch in Sachen Haltbarkeit sollen die Seltenerdmagnete den Federn überlegen sein, kennen sie doch keine Materialermüdung oder Spannungsverluste. Ergänzend wurden die M-Pulse Naben so konstruiert, dass eine lange Lebensdauer (Garantie gibt’s für fünf Jahre) gewährleistet scheint: Ein neues Freilaufkörper- und Hauptdichtungsdesign soll für bestmöglichen Schutz vor Umwelteinflüssen sorgen. Keine Lagerdichtung liegt frei. Die 17 mm-Achsen sind aus 7075er Aluminium gefertigt und rollen auf langlebigen Lagern von Enduro Bearings mit speziell abgestimmte Fettfüllungen für reduzierten Widerstand. Das verwendete zweireihige Hauptfreilauflager soll gemäß Stan’s Testerkenntnissen haltbarer sein als zwei einzelne. Mehrere Zähne an jeder Sperrklinke bieten eine größere Oberfläche, um die Last zu verteilen und das Einrasten zu verbessern, und der Winkel der Sperrklinken wurde optimiert, um die Belastung von den rotierenden Lagern weg zu verteilen und so die Haltbarkeit bei hohem Drehmoment zu erhöhen.

 Mit Magneten statt Federn schaffen die neuen Sperrklinken der Amerikaner den Kraftschluss. 

Freilauf-Technik, neu gedacht
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STAN'S NOTUBES CREST MK4 - 29" CL

Noch einmal kurz zusammengefasst, weil's wichtig ist: "Die aus 6069er Aluminium gefertigten Crest MK4-Felgen sind sowohl für den höheren Druck von 40 mm Gravel Reifen als auch für den niedrigeren Druck von 2,3" Mountainbike Reifen ausgelegt."

Stan's NoTubes Crest MK4 Features
  • für Tubeless optimierte, kurze Felgenhörner (leicht, sicher und dicht)
  • 25 mm Maulweite für Gravel / XC Reifen bis zu 2,3"
  • asymmetrisches Design mit verbessertem Abspannwinkel und einer sehr gleichmäßigen Speichenspannung
  • Felge mit geschweißten Nähten und verstärktem Speichenbett
  • High-End Premium Nabe
  • J-bend Speichen für einfache Wartung

Stan's NoTubes Crest MK4 - 29" CL

Einsatzbereich MTB, Cross Country, Gravel
Felgen 6069 AL TLR, 28" (=29"), 28,4 mm Breite, 18 mm Höhe, 25 mm Maulweite
ETRTO 622x25.0 (29")
Naben M-Pulse, DB Centerlock/6-Loch, 15x110 mm Boost (VR), 12x148 mm Boost (HR)
Freilauf Shimano HG 11-/12-fach, Shimano Micro Spline, SRAM XDR
Speichen Sapim D-Light 2.0/1.65/2.0, 32 Stk vorne und hinten
Nippel Sapim Double Square Alloy Black
Felgenband Stan's NoTubes 27 mm
Felgengewicht 399 g (29")
Laufradsatz Gewicht 1.638 g Herstellerangabe*
Max. Fahrergewicht 86 kg
Max. Reifendruck 3,8 bar (40 mm), 3,2 bar (2,00"), 2,9 bar (2,30")
Lieferumfang Inklusive vormontiertem TLR Felgenband und TLR-Ventilen
Preis UVP ca. 849 Euro

* Testlaufradsatz gewogen inkl. Felgenbändern und Ventilen: 1.667g (Vorderrad 774 g + Hinterrad 893 g)

Made in the USA

Das M-Pulse Freilaufsystem basiert auf dem Magnetsperrklinkendesign der Firma Project321. Alle Freilaufkörper, Magnetsperrklinken, Sperrklinkenringe, Abstandshalter und Achsen werden in deren Kleinserien-CNC-Werkstatt in Oregon hergestellt. Die vollständige Montage der Naben erfolgt sodann in Stan’s No Tubes Hauptsitz im US-Staat New York.

Zu den M-Pulse Nabenoptionen gehören Shimano Micro Spline-, HG- oder SRAM XDR-Freilaufnaben mit 6-Loch- oder Centerlock-Scheibenaufnahmen. Außerdem sind sie in allen gängigen Steckachsenbreiten erhältlich.

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Stan's NoTubes Tubeless Montage

Für unseren Langzeittest montierten wir die exklusiven Gravel-Race-Reifen von Schwalbe und bedienten uns aller Tubeless-Produkte und -Tools, die Stan's NoTubes zu bieten hatte.

Die Vorteile eines Tubeless-Systems kurz zusammengefasst:
  • Ohne Schlauch kein Snakebite bei Durchschlägen
  • Kleine Löcher verursachen keinen Platten, sondern werden sofort abgedichtet
  • Tubeless-Reifen können mit weniger Druck gefahren werden
  • Mehr Komfort durch eine bessere Anpassung des Reifens an den Untergrund
  • Mehr Grip und verringerter Rollwiderstand

Benötigtes Material und Werkzeug:
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Da unsere Stan's NoTubes Crest Mk4 29" Testlaufräder bereits mit vormontierten Tubeless-Felgenbändern und -ventilen geliefert wurden, stürzten wir uns direkt auf die Reifenmontage und die anschließende Abdichtung.

Stan's Tubeless Workshop

Hinweis: Falls du mehr über die Auswahl und Montage von Tubeless-Felgenbändern und -ventilen wissen möchtest, wirf einfach einen Blick auf unseren Contec-Tubeless-Workshop aus 2022, in dem wir uns diesem Thema eingehend widmen.

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Tubeless-Panne

Detailansicht

Im Sinne unserer Geschichte hätte es eigentlich nicht besser laufen können. Beide Tubeless-Reifen ließen sich vorbildlich montieren und liefen auf Anhieb rund; den Rest erledigte die Dichtmilch. Zumindest fast... denn am Vorderreifen trat in der Mitte der Lauffläche etwas Sealant aus. Ja, da war doch was! Erst ein paar Monate zuvor hatte ein sprichwörtlicher Hunderter-Nagel im gleichen Reifen meine große Graveltour beendet. Damals noch mit Aerothan unterwegs, konnte ich die Reise nach einem Schlauchwechsel ungehindert fortsetzen, stellte mir aber insgeheim die Frage, ob es bei einem Tubeless-Setup eine ebenso lange Unterbrechung benötigt hätte.

Nun hatte ich die Antwort: Jein!

NEIN (keine längere Unterbrechung), weil das NoTube's Sealant tatsächlich in der Lage war, das relativ große Loch einigermaßen zu verschließen. Und JA (irgendwann dann doch), weil ich während der Fahrt trotzdem weiterhin Luft verlor - ziemlich genau 0,5 Bar auf 2 Stunden. Summa summarum ließen sich meine gewohnten 3 Stunden-Touren zwar aus technischer Sicht absolvieren, aber Endlösung war es ruhigen Gewissens keine.

Es ergaben sich nun zwei Möglichkeiten. Erstens: Den Reifen abziehen, alles gründlich reinigen und entfetten, das Loch von innen mit speziellen Tubeless-Patches vulkanisieren, den Reifen nach der Trocknungszeit neu montieren und erneut befüllen.

Oder zweitens: Gleich mal einen der Stan's NoTubes Dart ausprobieren. Wie es mir damit ergangen ist, kannst du in unserem "Dart Review" weiterlesen. Um es aber vorweg zu nehmen - der Reifen ließ sich im Handumdrehen reparieren und blieb selbst bis heute absolut dicht.

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In der Praxis

Bevor die GRX-Kassette montiert werden konnte, musste der Freilauf noch auf einen mit Shimano-HG Standard getauscht werden, da wir ursprünglich einen mit Microspline (siehe Studiofotos) geliefert bekamen. Der Austausch ging aber trotz der oberhalb erläuterten Komplexität des Freilauf-Aufbaus easy vonstatten. Auch die Toleranzen passten: Kassette angezogen, DT Swiss GRC-Laufräder raus, Stan's mit identer Bereifung rein und die Discs waren auf Anhieb schleiffrei. Außerdem arbeitete die Gangschaltung präzise ohne Nachjustieren.

Im direkten Vergleich zu meinen 42 Millimeter hohen GRC 1400 Laufrädern war die Seitenwindanfälligkeit der Crest deutlich weniger ausgeprägt und der Komfort auf ruppigem Untergrund vergleichsweise anständig. Wenig überraschend ließ sich eine etwas bessere Kraftübertragung bzw. Spritzigkeit am Hinterrad, welche wohl den 216 Eingriffspunkten am Freilauf sowie dem niedrigeren Gewicht geschuldet war, festellen. Besonders in sehr langsamen, technischen Abschnitten machte sich der schnellere Sperrklinkenkraftschluss bemerkbar, da schon der geringste Pedalhub ausreichte, um die Fuhre wieder zu beschleunigen.

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Insgesamt möchte ich den Crest MK4 Laufrädern einen guten Kompromiss aus Steifigkeit und Komfort attestieren - zumindest im Tubelessbetrieb. Die Laufräder sind nicht bockhart, aber doch ziemlich steif und steckten auch die giftigsten Antritte locker weg. Bergab parierten sie dank ihres breiten Felgenbetts und dem satten Reifensitz auch die härtesten Stöße und Schlaglöcher, verwöhnten allerdings trotz des niedrigen Reifendrucks mit guter Stabilität und neutralen Fahreigenschaften.
Besonders angenehm empfand ich beim Coasten das sonore Brummen des Freilaufs. "Ähnlich einer Klapperschlange" trifft die dumpfe Soundkulisse wohl am besten, allerdings keinesfalls dermaßen laut wie frühere Angry-Bee-Orgien eines Chris-King. Wer es lauter möchte, könnte auf ein dünneres Fett bzw. Öl im Bereich der Sperrklingen zurückgreifen - ich persönlich sehe aber keinen Sinn darin.

Was die Verarbeitungsqualität betrifft, so haben sich Felgen, Speichen und Naben sehr gut gehalten, obwohl ich die meiste Zeit bei richtig grindigem Herbst-/Winterwetter unterwegs war und dem Gravelbike mindestens fünf große Radwäschen verpassen musste. Patschen gab es ebenfalls keine, wenngleich der 40C Semislick am Hinterrad Durchschläge betreffend rein subjektiv am Limit war - besser, man greift in die Vollen und montiert einen mit 45 Millimetern Breite.

Einzig die Lagerdichtung der Non-Drive-Side am Hinterrad konnte nicht vollends überzeugen. Zwar lässt sich nicht sagen, ob es am Regen, am Matsch, dem gestreuten Straßensalz oder einer zu intensiven Radwäsche lag, auf jeden Fall bildete sich am linken Lager Flugrost und es fühlte sich beim Rotieren ein wenig "grobkörnig" an. Der Mangel ließ sich mittels eines kleinen Lagerservice (Reinigung mit Bremsenreiniger, Nachschmieren mit Lagerfett) vollends beheben, sollte aber im Auge behalten werden.

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Fazit

Stan's NoTubes Crest MK4
Modelljahr: 2022
Testdauer: 3 Monate
Preis: ab € 849,- UVP
+ Leicht, dicht und robust
+ Breit (25 mm Maulweite)
+ Neutrales Fahrgefühl
+ Schneller Freilauf-Eingriff
+ Geiler Freilauf-Sound
+ Preis/Leistung
+ Ersatzteilverfügbarkeit
o Nabendichtung
- Bling Bling Faktor
BB-Urteil: Hochwertiger, leichter und robuster TLR-Laufradsatz für Gravel und XC.

Mit der Markteinführung ihrer Crest-Felgen im Jahr 2005 schrieben Stan's NoTubes einen Teil der Mountainbikegeschichte. Diese konnten problemlos Tubeless gefahren werden und galten als leichter und haltbarer als andere auf dem Markt erhältlichen Produkte. Wenngleich das Design der hier vorgestellten, vierten Crest-Generation nach wie vor nicht besonders exklusiv aussieht, schlägt es in die gleiche Kerbe und brilliert mit leichter 6069-Aluminiumlegierung, 25 mm Maulweite und erstmals auch mit einem asymmetrischen Profil.

Zu den Features der Felgen zählen die leichte Reifenmontage, eine ausgezeichnete Dichtheit am Felgenhorn und die Freigabe für 40 mm breite Gravel-Reifen oder maximal 2,3 Zoll-MTB-Reifen. Inspiriert von den Stans Carbonfelgen (BST-Asymmetric-Felgendesign) vergrößert das neue, breitere Felgenprofil die Seitensteifigkeit sowie die Robustheit gegen Einschläge und verringert das Risiko von Snakebites. Zudem kann sich das Reifenvolumen dank des niedrigen Felgenhorns voll entfalten, was in einem niedrigeren Rollwiderstand, einem optimalen Dämpfungsverhalten und in hoher Reifenstabilität resultiert.

Ein echter Hingucker sind hingegen die neuen M-Pulse Premium-Naben, die mit hochwertigen Enduro-Lagern und dem innovativen Magnetsperrklinkendesign der Firma Project321 neue Wege beschreiten und hohe Haltbarkeit bei bester Kraftübertragung versprechen.

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Zitat

Sein größter Vorteil nebst dem zuverlässigen, konsistenten und raschen Einrasten soll der im Vergleich zu federbasierten Konstruktionen geringere Widerstand sein, wenn nicht getreten wird. Denn die magnetischen Zugfedern sind Stan's zufolge dann am stärksten, wenn die Sperrklinke eingerastet ist, und am schwächsten im Leerlauf - genau umgekehrt zum Druckfedern-Szenario und gemäß Herstellerversprechen ideal, um Reibung und Widerstand zu reduzieren, sprich: Schneller voranzukommen.

 

Der technische Ansatz scheint ja grundsätzlich richtig, aber das Marektinggeschwurbel sollte halt dann mit konkreten Zahlen aufwarten um den getriebenen Aufwand auch zu rechtfertigen. Wenn der Widerstand durch das Eindrücken der Federn (bei jedem Zahn um die Zahnhöhe) und die Reibung der rückseitigen Zahnflanke der Sperrklinken aufgrund des Anpressdrucks wirklich relevant ist, dann wäre die Maßnahme zuerst die Anzahl der Klinken zu halbieren.

 

Nachdem aber hier keine Zahlen genannt werden (das wäre relativ einfach zu messen und zu berechnen), gehe ich davon aus, dass es halt rein um Differezierung geht, aber in der Praxis absolut nicht relevant ist, sonst würde man damit wohl nicht hinterm Berg halten. Ich lasse mich aber gerne mit Zahlen und Fakten vom Gegenteil überzeugen.

 

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vor 13 Minuten schrieb nacho78:

Leider nur bis 86 kg limitiert. Nicht alltagstauglich, weil nur Wenige unter diesem Limit unterwegs sind 

So wenige sind das gar nicht.

Für mich war die Felge im echten Graveleinsatz viel zu weich. Das Felgenhorn schnell mit Dellen übersehen, damit undicht und wertlos.

War allerdings die erste Version dieser Felgen, ich kann nicht sagen in wie weit sie sich weiterentwickelt haben.

 

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Am 16.2.2023 um 11:44 schrieb madeira17:

 

Der technische Ansatz scheint ja grundsätzlich richtig, aber das Marektinggeschwurbel sollte halt dann mit konkreten Zahlen aufwarten um den getriebenen Aufwand auch zu rechtfertigen. Wenn der Widerstand durch das Eindrücken der Federn (bei jedem Zahn um die Zahnhöhe) und die Reibung der rückseitigen Zahnflanke der Sperrklinken aufgrund des Anpressdrucks wirklich relevant ist, dann wäre die Maßnahme zuerst die Anzahl der Klinken zu halbieren.

 

Nachdem aber hier keine Zahlen genannt werden (das wäre relativ einfach zu messen und zu berechnen), gehe ich davon aus, dass es halt rein um Differezierung geht, aber in der Praxis absolut nicht relevant ist, sonst würde man damit wohl nicht hinterm Berg halten. Ich lasse mich aber gerne mit Zahlen und Fakten vom Gegenteil überzeugen.

 

Wir haben so ziemlich alle Daten verwertet, die aufzutreiben waren. Ich kann nur sagen, dass der Freilauf leiwand schnurrt und schnell eingreift. Alles gut. 

 

Insgesamt ist es halt ein weiteres Verkaufsargument, um den Kunden die Angst zu nehmen, dass sie nur Mittelklassenaben bekommen oder um den Preis zu rechtfertigen. Stehen den DT Swiss Naben im Alltag um nichts nach, was die Dichtheit der Lager betrifft, wird sich zeigen. 

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