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Stan's NoTubes Dart Flickwerkzeug und weitere Tools der Tubeless-Experten

Stan's NoTubes Dart Flickwerkzeug und weitere Tools der Tubeless-Experten

23.01.23 06:22 1.617Text: NoPainFotos: Erwin HaidenDie pfeilschnelle Tubeless-Reparatur ohne Frust und Klebewürstchen.23.01.23 06:22 1.957

Stan's NoTubes Dart Flickwerkzeug und weitere Tools der Tubeless-Experten

23.01.23 06:22 1.95711 Kommentare NoPain Erwin HaidenDie pfeilschnelle Tubeless-Reparatur ohne Frust und Klebewürstchen.23.01.23 06:22 1.957

Über die Vorteile eines gut funktionierenden Tubeless-Setups brauchen wir heutzutage keine großen Worte mehr zu verlieren: besserer Grip, mehr Geschmeidigkeit, niedriger Rollwiderstand, geringere rotierende Masse und höhere Pannensicherheit. Einziger Nachteil - neben der etwas aufwendigeren Montage - ist die Notwendigkeit, beim Fahren einen Ersatzschlauch statt selbstklebender Flicken mitzuführen. Denn obwohl die Dichtmilch in der Lage ist, kleinere Einstiche unverzüglich zu verschließen, stößt sie bei größeren Löchern oder Rissen an ihre Grenzen.

Je nach Reifen (Aufbau, Breite, etc.) bzw. Schaden können aber auch sogenannte Tire Plugs helfen, welche mittels Reinigungs- und Einführwerkzeug in die schadhafte Stelle gedrückt werden. Wer aber selbst schon mal im Eifer des Gefechts im Regen, kurz vor Sonnenuntergang bei knapp über Null versucht hat, ein ausgetrocknetes Klebewürstchen erfolgreich zu platzieren, weiß Bescheid, wie mühsam sich diese Angelegenheit gestalten kann.

Genau hier kommt Stan's NoTubes Dart Tool ins Spiel. Nicht unbedingt neu, aber bislang unter dem Bikeboard Radar, lassen sich mit diesem ausgeklügelten Steckwerkzeug größere Löcher oder Snakebites von MTB-, Straßen- und Gravel-Tubelessreifen im Handumdrehen flicken. Dabei stopfen die textilartigen Lamellen der Darts aber nicht nur physisch die Löcher, sondern reagieren chemisch mit dem Tire Sealant und dichten die defekte(n) Stelle(n) permanent ab.

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 Vor der Reifenreparatur werfen wir noch einen Blick auf die Tubeless-Montage mit den Produkten von Stan's Notubes. 

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Stan's NoTubes Tubeless Workshop

Seit mehr als 20 Jahren publizieren wir auf Bikeboard.at Tubeless-Berichte und -Workshops am laufenden Band, bei denen sich die generelle Vorgangsweise (ehrlicherweise) bis heute nicht maßgeblich geändert hat. Trotzdem blieb die Technik nicht stehen, Industriestandards werden zunehmend genauer eingehalten, Fertigungstoleranzen sinken und die etablierten Hersteller bringen immer wieder neue Gadgets.

In diesem Special montieren wir die exklusiven Gravel-Race-Reifen von Schwalbe auf Stan's NoTubes Crest Mk4 29" Laufräder und bedienen uns aller Tubeless-Produkte und -Tools, die Stan's NoTubes derzeit zu bieten hat.

Die Vorteile eines Tubeless-Systems kurz zusammengefasst:
  • Ohne Schlauch kein Snakebite bei Durchschlägen
  • Kleine Löcher verursachen keinen Platten, sondern werden sofort abgedichtet
  • Tubeless-Reifen können mit weniger Druck gefahren werden
  • Mehr Komfort durch eine bessere Anpassung des Reifens an den Untergrund
  • Mehr Grip und verringerter Rollwiderstand

Benötigtes Material und Werkzeug:
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Tubeless-Reifenmontage für MTB, Gravel & Road

Da unsere Stan's NoTubes Crest Mk4 29" Testlaufräder bereits mit vormontierten Tubeless-Felgenbändern und -ventilen geliefert wurden, stürzen wir uns direkt auf die Reifenmontage und die anschließende Abdichtung.

Hinweis: Falls du mehr über die Auswahl und Montage von Tubeless-Felgenbändern und -ventilen wissen möchtest, wirf bitte einen Blick in unseren Contec-Tubeless-Workshop aus 2022, in dem wir uns diesem Thema eingehend widmen.

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Tubeless-Panne

Detailansicht

Im Sinne unserer Geschichte hätte es eigentlich nicht besser laufen können. Beide Tubeless-Reifen ließen sich absolut vorbildlich montieren und liefen auf Anhieb rund; den Rest erledigte die Dichtmilch. Zumindest fast... denn am Vorderreifen trat in der Mitte der Lauffläche etwas Sealant aus. Ja, da war doch was! Erst ein paar Monate zuvor hatte ein sprichwörtlicher Hunderter-Nagel im gleichen Reifen meine große Graveltour beendet. Damals noch mit Aerothan unterwegs, konnte ich die Reise nach einem Schlauchwechsel ungehindert fortsetzen, stellte mir aber insgeheim die Frage, ob es bei einem Tubeless-Setup eine ebenso lange Unterbrechung benötigt hätte.

Nun hatte ich die Antwort: Jein!

NEIN (keine längere Unterbrechung), weil das NoTube's Sealant tatsächlich in der Lage war, das relativ große Loch einigermaßen zu verschließen. Und JA (irgendwann dann doch), weil ich während der Fahrt trotzdem weiterhin Luft verlor - ziemlich genau 0,5 Bar auf 2 Stunden. Summa summarum ließen sich meine gewohnten 3-Stunden-Touren zwar aus technischer Sicht absolvieren, aber Endlösung war es ruhigen Gewissens keine.

Es ergaben sich nun zwei Möglichkeiten: Erstens - den Reifen abziehen, alles gründlich reinigen und entfetten, das Loch von innen mit speziellen Tubeless-Patches vulkanisieren, den Reifen nach der Trocknungszeit neu montieren und erneut befüllen.
Oder zweitens, die naheliegendste Lösung - gleich mal einen der Stan's NoTubes Dart ausprobieren.

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Dart Tool Praxistest

Das Dart-Tool enthält an beiden Enden jeweils einen Tubeless-Reparaturpfeil, welcher mittels einer durchsichtigen Kappe vor Verschmutzung geschützt ist. Mit zwei Darts lassen sich im Pannenfall somit auch größere Schnitte oder Snakebites im gleichen Arbeitsschritt reparieren. Das Handling ist denkbar einfach.

1. Die Schutzkappe abdrehen, den Dart mit Nachdruck bis zum Anschlag ins Leck rammen und abziehen. Der speziell designte Kopf des Werkzeugs verhindert ein zu tiefes Eindringen. Die Pfeile sind kurz gehalten, damit sie das Reifenband nicht durchstechen und die Kunststoffspitze ist mit zwei Widerhaken versehen, welche dafür sorgen, dass der Flicken während der Fahrt nicht aus dem Reifen gezogen wird.

2. Danach rotieren wir den Reifen soweit, dass die Dichtmilch mit den textilartigen Lamellen in Kontakt kommt. Diese sind mit einer chemischen Flüssigkeit getränkt, die mit allen auf Latex basierenden Sealants (Stan's NoTubes, Schwalbe Doc Blue, Orangeseal, etc.) reagiert. Da sich das herausragende Material des Darts an die Oberfläche des Reifens anpasst, muss es weder vor der Anwendung zurechtgeschnitten, noch danach der überstehende Teil abgeschnitten werden. Zudem stört es nicht beim Fahren - laut NoTubes nicht einmal an hart aufgepumpten Rennradreifen.

Tipps, Tricks und Einschränkungen
1. Beim Ansetzen bzw. Andrücken ist relativ viel Kraft notwendig und ihr müsst aufpassen, die Stange, mit welcher die Darts in Position gedrückt werden, nicht abzubrechen. Zwar ist diese Stange aus korrosionsbeständigem, robustem Carbon, aber sie ist dennoch sehr dünn und erreicht - je nach Lochgröße, Karkassenhärte oder Laufflächendicke - garantiert früher oder später ihr Limit.

2. Bei besonders tiefen Löchern in dicken Karkassen ist es möglich, dass es nicht zur gewünschten chemischen Reaktion mit den Lamellen kommt und der Dart zwar ein wenig hilft, aber das Loch nicht vollständig bzw. permanent abdichtet. So lautete zumindest das Feedback mehrerer User auf der Stan's NoTubes Homepage.

3. Falls ihr zu einem späteren Zeitpunkt, nach einem weiteren Platten, eure Fahrt traditionell mit einem Reserveschlauch fortsetzen wollt, solltet ihr die Kunststoff-Pfeilspitze(n) im Reifeninnern vorher abschneiden oder herausreißen. Ansonsten könnte der Ersatzschlauch von ihr beschädigt werden.

Stan's NoTubes Dart Tool

Artikel Stan's NoTubes Dart Tool (SKU TP0002)
Gewicht 15 g
Lieferumfang 1x DART Tool mit 2 Pfeilen
Funktion Verschließt Löcher ab einer Größe von 5 mm, reagiert mit der Dichtmilch für eine absolut luftdichte Verbindung, Widerhaken verhindern ungewolltes Herausziehen.
Preise 24,95 € (Dart Tool) / 19,95 € (Nachfüll-Set)
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Fazit

Stan's NoTubes Dart(s)
Modelljahr: 2022
Testdauer: Drei Monate
+ Niedriges Gewicht
+ Schnelle und effektive Tubeless-Reparatur
+ Einfaches Handling
+ Minimaler Rollwiderstand
o Benötigt Tire Sealant und funktioniert möglicherweise nicht mit jedem Sealant
o Kostenpunkt
- Gemischte Rezensionen auf NoTubes.com
BB-Urteil: Heißer Tipp für die schnelle Tubeless-Reparatur unterwegs.


Die Stan's NoTubes Darts sind definitiv ein heißer Tipp zur schnellen Tubeless-Reparatur für unterwegs. Allerdings nur dann, wenn ihr Carbonschaft die kraftvolle Anwendung überlebt und eine ausreichende Menge an flüssigem Dichtmittel im Reifen vorhanden ist. Am besten harmonieren die Darts mit dem Tire Sealant sowie dem Race Sealant von Stan's NoTubes, sollen aber auch mit anderen, auf Latex basierenden Dichtmitteln funktionieren. Obendrein sind mehrere Darts sogar in der Lage, größere Löcher oder Risse zu verschließen, bei denen klassische Reparaturstreifen an ihre Grenzen stoßen.

Mit einem Gewicht von nur 15 g ist das 24,95 Euro teure Dart Tool extrem leicht und einfach in der Trikot- oder Fahrradtasche zu verstauen. Gleichzeitig besitzt der Griff ein ergonomisches Design, wodurch sich die Darts präzise und kräftig durch den Reifen stechen lassen. Ein im Tool integrierter Ventilkernentferner erleichtert das Hinzufügen von Dichtmittel. Um 19,95 Euro sind Nachfüll-Sets mit jeweils fünf Flicken erhältlich.

Die Reparatur unseres Gravelreifens hat im ersten Anlauf geklappt und das Tubeless-System ist seither über mehrere Wochen absolut dicht. Die überstehenden Lamellen mussten nicht gekürzt werden, denn man spürt sie weder im Gelände noch auf glattem Asphalt.

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Du kannst auch vorher alles herrichten, dann mit der Kartusche pumpen und danach das Dart einsetzen - sollte aber alles recht flott gehn.

 

Ich hatte bei Tubeless noch nie einen Platten führe aber entweder das Dart oder die etwas wertigere Version Dyna Plug Road mit. Beide haben in der Garage beim Testen funktioniert.

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vor einer Stunde schrieb chriz:

Bei den ganzen Videos sieht man immer das im Reifen noch relativ viel Luft ist wenn der Dart rein gedrückt wird.  Was aber wen der Reifen schon fast platt ist und mir der Widerstand zum reindrücken des Flicken fehlt? 

Je dicker, fester, größer die Karkasse, bzw. breiter der Reifen, umso besser funktionierts mit Gegenhalten. 

 

Bei der weichen Schwalbe-Gravelhaut hab ich ungefähr 1,75 bar drinnen gehabt. Ohne entsprechendem Reifendruck hätte das garantiert nicht funktioniert. 

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vor 58 Minuten schrieb NoPain:

Je dicker, fester, größer die Karkasse, bzw. breiter der Reifen, umso besser funktionierts mit Gegenhalten. 

 

Bei der weichen Schwalbe-Gravelhaut hab ich ungefähr 1,75 bar drinnen gehabt. Ohne entsprechendem Reifendruck hätte das garantiert nicht funktioniert. 

Bei 1,75bar würde ich noch gar nicht das Bedürfnis haben zu flicken bzw unterwegs hätte ich noch gar nicht bemerkt, dass ein Loch da ist. Und eine Kartusche unterwegs vorab opfern bevor geflickt ist? Naja. Das ist dann wohl eher was für zuhause und weniger für unterwegs ...

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vor 8 Minuten schrieb madeira17:

Bei 1,75bar würde ich noch gar nicht das Bedürfnis haben zu flicken bzw unterwegs hätte ich noch gar nicht bemerkt, dass ein Loch da ist. Und eine Kartusche unterwegs vorab opfern bevor geflickt ist? Naja. Das ist dann wohl eher was für zuhause und weniger für unterwegs ...

Anders: Bei einem (totalen) Gravel-Patschen schießt du vorher die Patrone rein und dann steckst den Dart nach. Nicht umgekehrt - mit dem luftleeren Reifen wäre es mMn nicht gegangen. 

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vor 12 Minuten schrieb NoPain:

Anders: Bei einem (totalen) Gravel-Patschen schießt du vorher die Patrone rein und dann steckst den Dart nach. Nicht umgekehrt - mit dem luftleeren Reifen wäre es mMn nicht gegangen. 

Hmm, hatte ich tatsächlich noch nie den Fall, bisher hat die Milch immer gereicht. Ich hätte es intuitiv anders herum gemacht - wieder was gelernt! 🤩

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vor einer Stunde schrieb madeira17:

Hmm, hatte ich tatsächlich noch nie den Fall, bisher hat die Milch immer gereicht. Ich hätte es intuitiv anders herum gemacht - wieder was gelernt! 🤩

Als Erklärung: Bei einem geschmeidigen Gravel- oder Rennradreifen bekommst du den Dart ohne entsprechendem Gegendruck mMn nicht durch die Lauffläche. Das ist aber wahrscheinlich individuell... kommt auf den Pannenschutzlayer und auf die Kraft deiner Finger und Technik an.

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vor 4 Stunden schrieb NoPain:

Je dicker, fester, größer die Karkasse, bzw. breiter der Reifen, umso besser funktionierts mit Gegenhalten. 

 

Bei der weichen Schwalbe-Gravelhaut hab ich ungefähr 1,75 bar drinnen gehabt. Ohne entsprechendem Reifendruck hätte das garantiert nicht funktioniert. 

Beim Gravel würde ich da eher einen Schlauch einziehen wenn es schon sein muss. Bei E-Bikes mit ihren verstärkten Reifen oder fetten MTB Schlapfen funktioniert das Ganze aber sicher und da würde ich es einem Schlauch gegenüber jederzeit bevorzugen. 

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vor 1 Stunde schrieb chriz:

Beim Gravel würde ich da eher einen Schlauch einziehen wenn es schon sein muss. Bei E-Bikes mit ihren verstärkten Reifen oder fetten MTB Schlapfen funktioniert das Ganze aber sicher und da würde ich es einem Schlauch gegenüber jederzeit bevorzugen. 

Den Dart hab ich in erster Linie nur wegen dem Review durchgestochen. Ich hätte allerdings auch nie damit gerechnet, dass er das Loch wirklich so dicht verschließt. 

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