Passwort vergessen?
braver purche
nicht mehr sehr blond, immer noch blauäugig, schokosüchtiger denn je
Feucht geträumt, jawohl - aber hoch anständig und jugendfrei bitteschön! Denn nicht immer, wenn ein Mann seinen Computer mit ins Bett nimmt, geht´s um einschlägige Erwachsenenunterhaltung. Bei Trek Project One kann man(n) sich durchaus mit sich selbst vergnügen, ohne gleich der holden Sonne gegenüber in Erklärungsnot zu geraten.Auf www.trekbikes.com/projectone darf mit offenen Augen geträumt werden. Mehr noch: Im Online-Konfigurator baut sich dein Traum praktisch in Echtzeit vor dir auf. Momentan kann aus drei Rennrad- und drei Mountainbike-Modellen (Madone, Domane, Speed Concept und Superfly, Superfly FS, Fuel EX) gewählt werden. Tausende Design-, Lack- bzw. Farboptionen und praktisch alle am Markt gängigen Ausstattungsvarianten stehen zur Verfügung. Und wer sich seinen Traum wirklich unter den Hintern klemmen will, sollte sich - im Falle eines Road Bikes - unbedingt auch noch mit Passform und Geometrie auseinandersetzen. So werden auf unnachahmliche Weise die individuellen persönlichen Bedürfnisse befriedigt. Zumindest jene, die das Fahrrad betreffen ... Nur anschauen kost´ nix ... sobald man hingreift, wird's üblicherweise teuer. (relativierende Anmerkung der Redaktion: Soeben wurden auch die günstigen Rahmen der Madone 4Series und das Alu-EX ins P1-Programm aufgenommen, was Custombikes ab 3.000 Euro möglich macht) Außer, jemand zieht die Spendierhosen an. Dass die zuständigen Leute von Trek nicht kleinlich sind, haben wir schon lange vermutet. Jetzt aber haben wir Gewissheit. Denn eine handverlesene Auswahl an Journalisten und (mehr oder weniger) Fachleuten erhielt die Möglichkeit, sich ihr persönliches Trek Project One Traumbike zu konfigurieren - ohne Limits, ohne Restriktionen! Aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen sind der im Frühjahr plötzlich rad- und deshalb trotz insgesamt sieben Wochen Trainingslagers formlose Boandlrichter, der BB-Gemeinde als "Celias" bekannt, sowie der Geschmacksloseste aus dem Shopteam von Mountainbiker.at, alias Fritz "Magic" Berein, auch in diesen erlesenen Kreis gerutscht. Warum? Wir wissen es nicht. Und wir fragen lieber auch nicht nach. Sicher ist nur, dass sich der Mann ohne Form und der Mann ohne Geschmack stante pede wilden Ausschweifungen am Computer hingaben. Was dabei herauskam? Zwei Räder wie Tag und Nacht, Yin und Yang - der Traum eines Puristen und seine Rad gewordene Antithese ...
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Uns von bikeboard.at blieb angesichts dieses Desasters und der offiziellen Verkaufspreise von 10.519 (Magic) bzw. sogar 10.758,99 Euro (Celias) nur die Hoffnung, dass wenigstens die Design-Abteilung in Waterloo, Wisconsin so viel Anstand besitzen würde, diese Ausgeburten an Understatement einerseits, Geschmacklosigkeit andererseits, nicht zu realisieren. Allein: Project One macht wirklich und kompromisslos alle Träume wahr ... Weshalb wir uns an dieser Stelle hochoffiziell beim verantwortlichen Trek-Marketingleiter entschuldigen möchten. Die Jungs gingen für die Konfiguration und Bestellung heimlich uns nächtens an den Computer, wir haben davon nichts gewusst!!! Zur Wiedergutmachung hier nun ein paar facts und figures zum neuen, Ende Juni offiziell präsentierten und auch bereits für jedermann (als Serien- oder P1-Bike) erhältlichen Trek Madone sowie die Praxiserfahrungen unserer beiden P1-Piloten:
Der OCLV (Optimum Compaction Low Void) Herstellungsprozess, der nur bei Trek und für militärische Zwecke zur Anwendung kommt, ergibt laut den Amerikanern das leichteste und stärkste Carbon, welches im Rahmenbau weltweit eingesetzt wird. Bei genauerer Betrachtung der Trek'schen Tabellen (*klick* auf das 700 Series OCLV-Kästchen) ist im Bereich des Flächengewichtes, des Steifigkeit/Gewichts-Verhältnisses und der vertikalen Nachgiebigkeit zwar kein riesiger Unterschied zur 600 Series (die zeitgleich mit der Toplinie ebenfalls überarbeitet wurde) auszumachen; umso erstaunlicher, wie deutlich sich dann das Fahrerlebnis von jenem auf dem „alten“ Trek Madone 6Series abhebt - aber dazu später. Der verbesserte Fertigungsprozess schlägt sich auch auf der Waage nieder: Nur mehr 725 g beträgt laut Trek das Rahmengewicht. Die aerodynamisch motivierte Idee der in den Rahmen bzw. die Gabel integrierten Bremse trägt ihr Scherflein zu diesem Spitzenwert bei, da weniger Montage-Material benötigt wird. Zusätzlich konnten aufgrund dieser Bauweise die Sitzstreben neu gestaltet werden: Bremssteg und Rahmenverstärkungen - hinfällig. Um den Luftwiderstand weiter zu minimieren, setzt der neue Madone 7-Rahmen, ähnlich wie das Speed Concept, auf KVF-Rohrprofile (Kammtail Virtual Foil). Das hinten abgeschnittene, ergo eingesparte Material senkt wiederum Gewicht und optimiert eben auch den Strömungswinkel. Summa summarum ergibt die KVF-Rahmenkonstruktion einen steiferen, leichteren und agileren Rahmen. Außerdem mit an Bord sind ab sofort gewichtsreduzierende Carbon-Ausfallenden, überarbeitete Kettenstreben bzw. ein neuer Hinterbau, welche(r) die Bremsperformance und das generelle Fahrgefühl verbessern sollen, sowie eine Gabel, die noch stärker auf Komfort setzt.
Im Vergleich zu meinem vorigen Rennrad schneidet das Madone 7.9 wie eine Rasierklinge über die Straßen. Mein altes Rad wirkt im Nachhinein fast wie ein nasser Karton. Hätte ich die Texte auf Treks Webseite vor der ersten Fahrt gelesen, müsste ich mich kritisch einen Nachplapperer von Marketing-Sprech zeihen. Habe ich aber nicht, und so deckt sich mein bislang gewonnener Eindruck in der Tat sehr mit den Entwicklungsbeschreibungen von Trek. Am eindeutigsten ist die Empfindung beim Beschleunigen oder bei Anstiegen ab 10 % Steigung; gefühlt überträgt sich jede Pedalumdrehung 1:1 in Vortrieb - nichts geht verloren.Die bessere Wendigkeit unterschreibe ich ebenfalls, trotz meiner (immer noch) schwerfälligen Form, denn auch hier wurde die Balance zwischen Stabilität und Agilität bestens getroffen.
Natürlich ließ ich „mein“ Madone nur mit den feinsten Komponenten im Form der neuen Shimano Dura Ace Di2 ausstatten. Im direkten Vergleich zwischen der elektronischen und der klassischen Seilversion der 11fach-Dura Ace fielen sofort die angenehmeren Bremshebelgriffe der ST-9070 auf. Durch die scharfkantigen Bowdenzug-Ausgänge bei der ST-9000 erforderte es immer zwei Lenkerbandwicklungen mehr, um einen ähnlich sanft-komfortablen Lenkergriff zu erreichen; folglich ist der Bremshebelgriff bei der ST-9070 etwas schmäler.Die Schaltpräzision am hinteren Kettenwechsler ist grandios. Dank dem E-Tube-Programm von Shimano ist es möglich, die Geschwindigkeit der Schaltvorgänge anzupassen - natürlich fand ich mein Glück nicht in der Standard-Einstellung sondern in der schnelleren Option.Bester Unterschied zwischen der DA9000 und der DA9070 bleibt jedoch der Di2-Umwerfer, da dieser von der Einstellung bis zum Schaltvorgang unerreicht ist.
Auch wenn das Trek Madone 7.9 Di2 schon sehr nahe an meinem persönlichen Perfektionsempfinden war, musste es natürlich noch mit Sprint-Shifters (Di2 SW-R610) gepimpt werden. Unter uns gesagt sind diese - neben der elektronischen Schaltung an sich - das beste Schaltungs-Update der letzten Jahre. Fürs geknickte Bergfahren in Oberlenkerhaltung gab's dann noch einen Shimano Di2 SW-R600 in modifizierter und verkleinerter Form, da dieser in der Orginalversion sogar bei Lieutenant Uhura einen Flashback Lachanfall ausgelöst hätte. Das Bremsverhalten vor allem an der hinteren Bremse machte mir aufgrund der Erfahrung mit anderen "versenkten" Aerobremsen vor der ersten Ausfahrt etwas Sorgen. Unnötig, denn einmal mehr hat Shimano bei den Stoppern nichts falsch gemacht. Gepaart mit Treks Entwicklungsarbeit brachte das späte Bremspunkte bei Abfahrten und dadurch eine enorme Steigerung des Spaßfaktors. Als einer, den die Lieferverzögerung eines anderen Herstellers heuer beinahe vom Radsport abgebracht hätte, lautet mein Fazit zum Trek Madone 7.9 Project One: Dank seiner Überlegenheit das einzige Bike, worauf es sich zu warten lohnt.
Seit ich mit meinem Trek Madone 7.9 Project One durch die Gegend düse, muss ich mir allerlei Vorwürfe gefallen lassen. Niemand stellt meine Wahl an sich in Frage: Madone 7.9 H1, Dura Ace Di2, Bontrager Aeolus 9,… Eckdaten nur vom Feinsten also. Lackdesign und Farbauswahl polarisieren allerdings - und das ist noch diplomatisch ausgedrückt.Ich ertrage alle Schmähungen erhobenen Hauptes. Ich weiß, dass ich mich zwischen den tausenden Optionen nicht verirrt habe. Ich habe mich richtig entschieden und fand mein Project One schon am Bildschirm geil. Tja, und in der Realität übertrifft das Madone 7.9 meine Erwartungen noch bei Weitem!
Die Farben knallen im Sonnenlicht ärger als am Bildschirm. Unglaubliche Intensität! Die Lackierung selbst ist vom Allerfeinsten. Keine mit den Fingern spürbaren Übergänge an den Farbkanten. Die Handarbeit eines Meisters! Leider hat der Künstler seine Arbeit nicht signiert. Vermutlich hatten die Jungs in Waterloo Wisconsin gerade Schreibblockaden, denn auch den individuell wählbaren Schriftzug am Oberrohr, diesfalls "Dezenz ist Schwäche", hat man mir erspart.Keine störenden Zug- und Kabelführungen huschen ins Bild. Perfekte Systemintegration. Nichts lenkt von Form und Design ab. Der nicht vorhandene Bremssteg fehlt keineswegs. Die sich so eröffnende ungewöhnliche Perspektive auf das fette Hinterrad und ein fließendes Rahmenheck verfehlt seine Wirkung nicht. Ich schaue und staune. Und jedes Mal gefällt´s mir mehr!Anschauen ist das Eine. Fahren ist das Andere. Bereits 2009 durfte ich unter der strengen Aufsicht der Chefredakteuse das Trek Madone-Topgerät testen. Schon damals war ich von der Geometrie und dem Fahrverhalten der H1-Version so begeistert, dass wir doch glatt auf das Zurückschicken des Testrades vergessen hatten. Und obwohl es für meine Gewichtsklasse leichte Vorgaben an die Steifigkeit gab, war uns das erst zum Wintereinbruch wieder eingefallen…Das Handling fühlt sich 2014 immer noch so rassig an wie damals. Jetzt bin ich nun mal kein Prüfstand. Aber in mir wohnt eine sensible Seele! Und dass die neue Generation der Madone 7er-Rahmen, die Bontrager-Laufräder und -Anbauteile allesamt derart steifer geworden sind, und gleichzeitig deutlich weniger auf die Waage bringen, das macht mich sprachlos. Es gibt einfach nichts zu meckern. Ich bin begeistert!Und obwohl dieses Gerät mit brachialer Optik protzt, lässt es sich unglaublich fein und wieselflink bewegen. Wenn das Madone 7.9 ins Rollen kommt, dann setzt nur die persönliche Schwäche eine Grenze. Noch mit keinem meiner Räder hatte ich so viel Vergnügen in der freien Wildbahn. Hoffentlich erinnert mich zum gegebenen Zeitpunkt irgendwer, dass ich mein Project One wieder zurückschicken muss. Ich werd´s sicherheitshalber vergessen …Ist es also klug, triebgesteuert einer schnellen Internet Bekanntschaft das Jawort zu geben? Solange die vermittelnde Plattform Trek P1 heißt, kann ich beruhigen: Einer erfüllten Beziehung wird nichts im Weg stehen.
Bikeboard-Redakteurin und Triathletin Sylvia Gehnböck, seit heuer im Besitz eines Madone 6, war zusätzlich zu Testfahrer Celias die Idealbesetzung für den direkten Vergleich mit dem Madone 7.9 P1. Also wurde das Custom-Bike beim Mountaintriathlon in Kitzbühel und bei den ÖM über die Olympische Distanz in Obertrum in getunter Triathlon-Version rangenommen. Der Vergleich war für Sylvia, ehrlich gesagt, etwas niederschmetternd: "Wie ist es möglich, ein eigentlich bereits ausgereiftes Top-Rennrad wie das Madone 6 so in den Schatten zu stellen? Für mich eines der unbegreiflichsten Material-Wow-Erlebnisse des heurigen Jahres, da sich die Räder mit dem gleichen Setup komplett verschieden fahren bzw. der Antrieb anders und besser reagiert. Wie beim 6er war durch die H1-Geometrie eine perfekte aerodynamische Anpassung an die gewohnte Zeitfahrposition ohne Probleme möglich. Sollte Sich das neue Trek Speed Concept 9 ebenso anfühlen, werde ich ernsthaft überlegen, komplett auf Trek zu wechseln."
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