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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Die zunehmende Umweltbelastung, steigende Spritpreise und verstopfte Straßen geben viele Anreize für einen Umstieg auf nachhaltige Mobilitätskonzepte - idealerweise solche, die emissionsfrei sind. Ein gutes Beispiel dafür ist das Booster Easy, Yamahas neuestes urbanes E-Bike, das eine Schlüsselrolle in deren "Switch On"-Strategie spielt. (Anm. d. Red.: Im Jahr 2022 präsentierte der japanische Motorradhersteller unter dem Motto "Switch On" eine Elektro-Strategie für Europa, die darauf abzielt, eine innovative Generation umweltfreundlicher Fortbewegungsmittel zu entwickeln.)Im Gegensatz zu einem normalen Fahrrad lassen sich mit dem Booster Easy auch für die Allgemeinheit längere oder höhenmeterreiche Strecken im urbanen Raum stressfrei absolvieren. Außerdem ist das City-E-Bike im Vergleich zu Elektrorollern bzw. -motorrädern relativ günstig in der Anschaffung, benötigt keine Zulassung, Versicherung oder § 57a-Überprüfung und kann im Straßenverkehr äußerst "flexibel" (ein Schelm, wer böses denkt) eingesetzt werden. Sogar der Transport in den Öffis, die Mitnahme im Aufzug und das Parken im Vorzimmer sind möglich - und wer es absolut ernst meint, lädt den Akku mit Ökostrom aus erneuerbaren Energien auf.Übrigens: Die CO2-Emissionen, die bei der Herstellung des Akkus entstehen, sind bereits nach etwa 100 Kilometern wieder abgestrampelt - wenn dadurch Autofahrten mit entsprechendem CO2-Ausstoß ersetzt werden (Quelle: www.aok.de).
Yamahas Booster Easy ist jedoch mehr als nur ein praktischer, elektrisch unterstützter Tiefeinsteiger mit Heckgepäckträger und optional anbringbaren Körben. Er präsentiert sich als Lifestyle-Bike für urbane Abenteurer und wird in österreichischen Medien bereits liebevoll als moderne E-Bike-Reinkarnation der legendären Puch Maxi bezeichnet. Auch wenn die österreichische Mofa-Ikone sicherlich nicht direkt als Vorbild für das gemeinsam mit Fantic Motor entwickelte City-E-Bike diente, lässt sich nicht leugnen, dass das Yamaha Booster Easy eine gewisse nostalgische Verbindung herstellt.Wir konnten nicht widerstehen und haben uns ein Exemplar für diesen Showroom sowie für einen in Kürze erscheinenden Praxistest unter den Nagel gerissen.
Ist das Yamaha Booster Easy die Reinkarnation der legendären Puch Maxi? Pedale haben beide.
Neben den 20-Zoll-Rädern mit ihren ultrabreiten 4-Zoll-Reifen sticht einem sofort das ungewöhnlich offene, wabenförmige Design des Aluminiumrahmens ins Auge, das wir bereits vom Fantic Issimo E-Bike kennen. Zwar teilen sich beide Hersteller grundlegende Basiskomponenten wie Rahmen, Räder und Gabel, jedoch setzt Yamaha auf den eigenen PW-S2 Motor und eine stufenlose Fahrradschaltung von Enviolo mit Planeten-CVP-Technologie.
Der leise 250 W-Motor mit kräftigen 75 Nm und mit abnehmbarem 630 Wh-Akku, der formintegriert am Sattelrohr sitzt, verfügt über einen automatischen Unterstützungsmodus, der das Drehmoment, die Fahrgeschwindigkeit, die Umdrehungszahl sowie den Steigungswinkel in die Berechnung miteinbezieht.Das Resultat ist eine stets kraftvolle, verzögerungsfreie und geschmeidige Unterstützung, dank der sich das Fahren vollkommen natürlich anfühlt.
Yamahas Display A-Bedieneinheit besitzt drei Knöpfe an der Unterseite - jeweils einen zum schnellen Ein- bzw. Ausschalten des Antriebssystems, für das Front- und Rücklicht und für den Walkmodus. Mit den beiden Tasten an der Oberseite lässt sich die Unterstützungsstufe einstellen.Das großformatige LCD-Display beinhaltet einen Tachometer, eine Batteriekapazitätsanzeige, die Einstellung der Unterstützungsstufe, einen Tageskilometerzähler, einen Kilometerzähler und die Reichweitenanzeige.
Das Anfahren gestaltet sich sehr angenehm; die Unterstützung setzt unmittelbar und geschmeidig ein, sobald man in die Pedale tritt, selbst an Steigungen. Bei höheren Geschwindigkeiten lässt die Kraft spürbar nach, was jedoch gut zum ausgewogenen Fahrverhalten des Motors passt.Yamaha gibt eine Reichweite von bis zu 120 Kilometern an.
Das stufenlose Enviolo-Planetengetriebe im Inneren der robust dimensionierten Trekking-Nabe ermöglicht jederzeit eine kontinuierliche Anpassung zwischen den Übersetzungen und bietet eine große Bandbreite von 380%. Statt in vordefinierten Gängen zu schalten, verwendet man einen Drehgriff, um die gewünschte Trittfrequenz nahtlos zu variieren.
Dank des stufenlosen Enviolo-Planetengetriebes ist das Fahrverhalten nach kurzer Eingewöhnungsphase äußerst harmonisch, und lästige Probleme wie Schaltunterbrechungen, blockierte Gänge, Tritte ins Leere oder laute Geräusche gehören der Vergangenheit an.
* 35 kg Herstellerangabe
Zur serienmäßigen Ausstattung gehören farblich abgestimmte Gabelabdeckungen, ein LED-Vorderlicht von Roxim sowie ein LED-Rücklicht von Koso. Weitere Features sind integrierte Seilzüge, ein Heckgepäckträger mit einer Traglast von 25 kg und ein höhenverstellbarer Royal Orbis Sattel.
Optional bietet das umfangreiche Zubehörprogramm von Yamaha Körbe für vorne und hinten, Innentaschen für Körbe und Seitentaschen sowie hochwertige Pedale. Zusätzlich gibt es ein Befestigungssystem für Smartphones am Lenker.Weiters sind Abdeckungen in verschiedenen Farben erhältlich, die seitlich am Aluminiumrahmen angebracht werden können und dem E-Bike einen neuen Gesamteindruck verleihen.
Während die Körbe vorne und hinten designtechnisch hervorragend gelöst wurden und ihren Zweck mehr als erfüllen, zeigten die stylischen Gepäckkorb-Taschen bereits bei den Fotoaufnahmen erste Schwächen. So fehlen beispielsweise Ventile zum Ablassen der Luft, damit der Inhalt nach dem Schließen des Beutels komprimiert werden kann. Auch das Fixieren mit den angenähten Straps gestaltet sich etwas umständlich - ganz zu schweigen davon, dass das Vorderlicht vom Verschluss der vorderen Tasche meist verdeckt wird.
Das Einstellen der Sattelhöhe und -neigung sowie der Winkel des Lenkers lassen sich vorbildlich einstellen. Sprich: Alle Schrauben sind gut erreichbar, sehr stabil gefertigt und die Chancen stehen gut, dass sie ein ganzes E-Bike-Leben lang halten.
Bei den Befestigungen der Fahrradkörbe vorne und hinten sowie den jeweiligen Blenden sieht es schon anders aus. Die Schraubenköpfe sind etwas filigran und die passenden Gewinde nicht immer präzise erreichbar. Die "quick & dirty" Montage bei schummrigem Licht, in gebückter Haltung und mit einem abgenudelten Multitool könnten mitunter zu einer nervenaufreibenden Geduldsprobe ausarten.
Unser Tipp: Triff eine Entscheidung bezüglich der Körbe (kaufe sie, denn sie sind gut), verwende ein ordentliches Werkzeug für die Montage und rühre die Befestigungen dann nicht mehr an. Einmal an ihrem Platz, machen die Körbe einen äußerst stabilen und langlebigen Eindruck.
Booster Easy - nur mit Körberl.
Ein echter Vorteil ist die ab Werk verschraubte Lichtanlage vorne und hinten, die ihren Strom vom Yamaha-Akku bezieht und sich per kurzem Tastendruck am Display zuschalten lässt. Die Ausleuchtung ist ausgezeichnet, besonders hinten wurde sie formschön integriert.Ebenso gefällt uns die aufrechte Sitzposition in Verbindung mit dem hohen Fahrkomfort, den die breiten 20-Zoll-Reifen und die einstellbare Federgabel bieten. Größere Anpassungen des Komforts sind zudem durch eine Reduzierung des Reifendrucks möglich; allerdings ist zu beachten, dass dies den Rollwiderstand nachteilig erhöht und das Handling träger macht.Trotz Bereifung, Radstand und Gewicht lässt sich das Yamaha Booster Easy agil durch den urbanen Dschungel manövrieren und behält auch mit aktiver Motorunterstützung einen engen Wendekreis - der Lenkeinschlag ist sensationell hoch. Aufpassen sollte man jedoch bei zu beherzter Fahrweise und viel Schräglage, denn in diesem Fall neigt das Vorderrad zum Einklappen.
Die zwar eher unbekannten, aber dennoch weit verbreiteten hydraulischen Promax-Bremsen verzögerten das schwere Booster trotz seiner Monster-Bereifung effektiv und sicher. Obwohl die Manöver etwas mehr Fingerkraft erforderten als gewöhnlich, war die Dosierbarkeit gut und die 180-mm-Bremsscheiben vorne und hinten gerieten selbst bei steilen Abfahrten nicht in Bedrängnis.Das Yamaha Booster Easy E-Bike kostet aktuell 3.299 Euro. Für die praktischen Körbe werden 105,60 Euro für vorne und 87,60 Euro für hinten fällig. Das Seitentaschenset (ohne Abbildung) kostet 216 Euro, die Gepäckkorb-Taschen starten bei 43,78 Euro. Ein abschließender Tipp für alle, die das Booster Easy persönlich in Augenschein nehmen möchten: Obwohl es sich um ein E-Bike handelt, ist es nicht in herkömmlichen Fahrrad- oder Sportgeschäften erhältlich. Das Booster Easy wird ausschließlich von autorisierten Yamaha-Händlern verkauft.
Wir haben uns verliebt.
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