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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Rund ein Jahr nach der Präsentation ihres polarisierenden Trek Madone SLR Gen 7 Rennrads bringen die Amerikaner nun endlich die lang erwartete SL-Version heraus. Vom ästhetischen Standpunkt aus betrachtet, weist das Design kaum Unterschiede auf. Weil auch die technischen Abweichungen eher subtil sind, dürfte die Performance in Bezug auf Aerodynamik und Komfort ein vergleichbar hohes Niveau erreichen – und das bei einem leicht erschwinglicheren Kaufpreis.Aber was genau unterscheidet jetzt das SL Gen 7 vom SLR bzw. von seinem Vorgänger, dem SL Gen 6? Insgesamt betrachtet sind die SL-Modelle aufgrund des etwas schwereren Rahmenmaterials aus 500er OCLV Carbon sowie der zweiteiligen Kombination aus dem ausgestellten Bontrager RSL Lenker und dem Bontrager RCS Pro Vorbau preisgünstiger, aber auch schwerer als die Topversion. Eine positive Betrachtungsweise wäre allerdings, dass der schwerere Verbundstoff die Haltbarkeit erhöhen könnte – jedoch wurde dies von Trek nicht offiziell bestätigt.Ungeachtet dessen ist das neue Madone SL Gen 7 aufgrund seiner optimierten Konstruktion etwa 300 Gramm leichter und ermöglicht bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h pro Stunde eine beeindruckende Zeitersparnis von 54 Sekunden im Vergleich zur Vorgängergeneration.
Verblüffend leicht, aufregend schnell, bemerkenswert komfortabel und außerordentlich aerodynamisch.
Der augenscheinlichste Unterschied zum SLR ist die zweiteilige Kombi aus dem Bontrager RSL Aero-Lenker mit dem RCS Pro Vorbau. Im Gegensatz zum einteiligen Cockpit des SLR sind hier die Bremsleitungen unterhalb des Lenkers bis zur Öffnung an der Unterseite des Vorbaus sichtbar.Abgesehen davon, dass alles optisch sauber gelöst wurde, erleichtert die zweiteilige Kombi die ergonomische Anpassung - ganz zu schweigen von dem praktischen Vorteil, dass sich das Rennrad beim Versand oder beim Verpacken für Flugreisen wesentlich unkomplizierter verstauen lässt.
Ergonomie wird auch beim RSL Aero-Lenker groß geschrieben. So besitzen alle Carbonlenker einen leichten Flare von 30 Millimetern.In der Rahmengröße 54 beträgt die Breite an den Bremsgriffen 390 Millimetern und jene am Unterlenker die angegebenen 420 Millimeter. Das ermöglicht eine komfortablere Sitzposition bei verbesserter Aerodynamik und totaler Kontrolle.
Trek bringt mit seiner IsoFlow-Technologie, also der prägnanten Ausnehmung unterhalb des Sattelrohrs, die speziell für das Madone der 7. Generation entwickelt wurde, zwei wesentliche Aspekte ins Spiel: Zum einen versprechen die Amerikaner eine verbesserte Aerodynamik, zum anderen mehr Komfort.Während sich die aerodynamische Performance ohne Windkanal schwer überprüfen lässt, handelt es sich beim Komfort um einen spürbaren Faktor. Zweifelsohne scheint die Rahmenöffnung gemeinsam mit den restlichen Komponenten die vertikale Nachgiebigkeit zu unterstützen, bringt jedoch auch einen entscheidenden Nachteil mit sich: Die Sattelstütze, welche in zwei Längen erhältlich ist, besitzt jeweils einen Verstellbereich von überschaubaren 7 cm nach unten bzw. nach oben.Anders gesagt: Mit beiden Sitzdomen ist ein maximaler Verstellbereich von insgesamt 10 Zentimetern möglich. Dies gilt es vor dem Kauf zu bedenken, denn selbstverständlich wird nur ein Dom mitgeliefert.
Ich erhielt das Testrad in Rahmengröße 54 mit der kürzeren Variante, welche sich schlussendlich als eine Spur "zu kurz" herausstellte. Mit der angebenen "Max. Sattelstrebenhöhe (mit kurzem Sitzturm)" von 70.5 cm (Mitte-Tretlager bis Mitte-Sattelstrebe) fehlten mir rund 5 mm auf meine Wohlfühlhöhe von 74 cm (Mitte-Tretlager bis Oberkante-Sattel).Das kurzfristige Montieren von Gravelpedalen konnte das Problem zwar beseitigen, wäre es aber mein Rad, hätte ich den langen Sitzdom nachkaufen müssen.
Trek betont ausdrücklich, dass kein Carbonfett an der Stütze verwendet werden muss. Wir hielten uns dran und hatten keinerlei Probleme mit der Stabilität oder nervigen Geräuschen.Auch das Klemmsystem wirkt fest in der Sattelstütze integriert, was die Alltagstauglichkeit bei Reparaturen oder Reisen deutlich steigert. Dank der gut erreichbaren 4mm-Inbus-Klemmschraube ist auch eine gute Verstellbarkeit unterwegs gewährleistet - selbst mittels frickeliger Multitools.
Das Trek Madone SL Gen 7 verwendet solides 500er OCLV-Carbon für den Rahmen und verfügt über eine spürbar hohe laterale Steifigkeit, ganz besonders im Bereich des Tretlagers.Beim Innenlager kommt, genau wie beim SLR, das geschraubte Praxis Shimano T47 Inboard BB zum Einsatz. Mit einer Breite von 85,5 mm gilt das T47-Tretlager als zuverlässig, einfach zu handhaben und ist mit Shimano 24 mm Kurbeln kompatibel.Shimanos komplette Ultegra Di2 Ausstattung ist über jeden Zweifel erhaben und besitzt sogar Performance-orientierte Kettenblattgrößen mit 52/36 Zähnen. Zusätzlich wächst die Kurbellänge mit den Rahmengrößen mit. Sehr schön!Das Madone SL 7 wird mit Bontrager R3 Hard-Case Lite Rennradreifen in 25C mit Schläuchen ausgeliefert, was mich als TLR-Verweigerer am Rennrad eher freut. Hingegen könnte es Tubeless-Fans wiederum tendenziell verärgern, da die günstigen OEM-Reifen nicht TLR-fähig sind, während die Bontrager Aeolus Pro 51-Laufräder mit einer Innenbreite von 23 Millimetern sehr wohl schlauchlos gefahren werden könnten.Für einen Umstieg benötigt der Anwender somit TLR-Ventile, TLR-fähige Reifen und ein passendes Reifen-Sealant sowie eventuell auch TLR-fähige Felgenbänder - das haben wir allerdings nicht nachgeprüft.
Das Trek Madone SL 7 Gen 7 ist ein sehr sportliches Rennrad mit der gleichen rennbetonten H1.5-Geometrie, die wir schon vom SLR kennen. In unseren Augen ist es dennoch ein vielseitiger, wenn auch recht performanter Kompromiss aus hoher Agilität und guter Stabilität, mit dem sowohl Anfänger in der Gruppe als auch erfahrene Nutzer beim Tempobolzen ihre Freude haben dürften.
Vom Madone SL werden nur zwei Modelle mit Shimano 105 Di2 bzw. Ultegra Di2 angeboten. Zusätzlich ist noch erwähnenswert, dass die Rahmensets ausschließlich mit elektronischen Schaltgruppen kompatibel sind.
Außerdem bietet Trek das Madone SL 7 auch als Frameset um 3.999 Euro an. Das Gewicht soll in Größe 56 1.200 Gramm für den lackierten Rahmen und 476 Gramm für die lackierte Gabel betragen.
Trotz seiner sportlichen Gene ist das Trek Madone SL 7 Gen 7 zweifelsohne komfortabel und dämpft selbst größere Unebenheiten der Fahrbahn effektiv. Wem das noch zu wenig ist, der könnte auf geschmeidigere Reifen zurückgreifen oder auf Tubeless umrüsten.Das Handling in Kurven empfanden wir als reaktionsschnell, gleichzeitig aber stets stabil sowohl bei hohen Geschwindigkeiten als auch in langsamen, engen Kurven.Selbstverständlich lässt das Madone SL auch eine besonders flotte Fahrweise zu; zumindest in der Ebene oder bergab. Denn mit seinem Gewicht von 8,04 kg ist es wahrlich nicht ultraleicht, was man, verglichen mit dem SLR oder anderen aero-optmierten Leichtbau-Allroundern, bei raschen Tempowechseln oder auch bergab spüren kann.Im Fall von NoPain gilt allerdings ohnehin "Perlen vor die Säue". Doch das ist eine andere Geschichte ...
Perlen vor die Säue.
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