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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Für die kommende Wintersaison hält Wahoo mit dem KICKR BIKE SHIFT ein brandneues Indoor-Smartbike bereit, das preislich um 1.000 Euro unter dem bewährten KICKR BIKE liegt. Dennoch besitzt es alle grundlegenden Funktionen wie Reality Shift, True Fit, Real Ride Feel und selbstverständlich Wi-Fi. Möglich macht den attraktiven Einstiegspreis ein neues, innovatives Bremssystem mit Riemenantrieb, das nicht nur eine schnelle Anpassung des Widerstands an Steigungen und Leistungsänderungen ermöglicht und für eine geräuscharme Fahrt sorgt, sondern auch günstiger in der Herstellung ist.Wir konnten in Wahoos virtuellem Trainingsuniversum mit dem neuen Smartbike bereits erste reale Erfahrungen sammeln.
Um das Fazit unseres Tests gleich ein wenig vorwegzunehmen: Das neue KICKR BIKE SHIFT ist technisch betrachtet ein vernünftiger Kompromiss zu Wahoos Premium-Smartbike KICKR BIKE. Es bietet ausreichende Leistungsdaten und Features, um den meisten Nutzern gerecht zu werden und positioniert sich preislich näher zur Mittelklasse-Konkurrenz, beispielsweise dem Stages SB20.Bevor wir uns jetzt im Detail auf das KICKR BIKE SHIFT stürzen, werfen wir einen Blick auf die Unterschiede zu Wahoos Flaggschiff.
Obwohl sich das KICKR BIKE SHIFT seinen stolzen Namen mit dem bestehenden KICKR BIKE teilt, unterscheiden sich beide Smartbikes strukturell und technisch größtenteils voneinander. Das betrifft die Rahmenkonstruktion, die verwendeten Materialien, das Schwungrad, das Antriebssystem sowie die elektronische Steuerung; gleich geblieben sind einzig der Sattel und der Lenker.
In optischer Hinsicht fällt auf, dass das KICKR BIKE SHIFT dünnere Rahmenrohre besitzt und daher insgesamt schlanker wirkt. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf das Gesamtgewicht und die damit verbundenen Produktions- und Versandkosten, sondern verbessert auch die Ergonomie: Beim KICKR BIKE wurde öfters das breite Oberrohr kritisiert, an dem je nach Fahrermorphologie Oberschenkel, Knie oder Waden streifen konnten. Das neu gestaltete Oberrohr ist besonders in diesem Bereich deutlich gefälliger und orientiert sich mehr an den Proportionen herkömmlicher Fahrräder. Aber auch die Hebel zum Fixieren der Geometrieeinstellungen erhielten ein schlankeres Design.
Die Verkabelung der elektronischen Komponenten wurde vollständig überarbeitet; anstelle des früheren Kabelsalats vorne gibt es jetzt eine magnetische Steckverbindung. Durch diese Verbindung verlaufen sowohl die allgemeine Stromversorgung als auch die Schaltsignale der Shifter. Darüber hinaus beherbergt sie die Statusleuchten für die drahtlose Kommunikation. Obwohl die verwendeten Magneten ziemlich stark sind, könnte es ratsam sein, einen Kabelbinder um den Stecker und das vorhandene Gummiband zu ziehen. Dadurch wird sichergestellt, dass die Verbindung nicht durch ungewolltes Anstoßen oder ein weggezogenes Handtuch unterbrochen wird.
An der Rückseite thront das schwarz glänzende und nahezu doppelt so große Antriebs- und Schwungradsystem, das eine elektronische Bremse beinhaltet. Aus der Sicht des KICKR BIKE SHIFT handelt es sich dabei um eine vollständige Neuentwicklung, die funktionell eher den Wahoo KICKR Smarttrainern entspricht und beispielsweise keine Abfahrtsimulation bietet. Dieses Feature wird jedoch von Anwendern von Zwift und anderen Plattformen benötigt, um hohe Geschwindigkeiten auf steilen Abfahrten beizubehalten.Ungeachtet dessen darf das neue Antriebssystem keinesfalls als billig oder minderwertig betrachtet werden. Im Gegenteil, es bringt einige Vorteile mit sich - der größte im Voraus: Es ermöglicht ein realistisches Fahrgefühl und ist absolut geräuschlos, sowohl beim Treten als auch beim Coasten.
Absolut geräuschlos - sowohl beim Treten als auch beim Coasten.
* Inkl. Software-Algorithmus für Nullpunkt-Kalibrierung** Wahoo Direct Connect-Adapter erforderlich
Ehrlicherweise gab es zwei Punkte, die mir ein wenig Sorgen bereitet haben: Das Auspacken bzw. die Inbetriebnahme des "Monsters" sowie das Anpassen des Smartbikes an meine Proportionen. Aber um direkt Entwarnung zu geben: Meine Sorgen waren unbegründet.Wahoo hat sich zu beiden Punkten viele Gedanken gemacht und das KICKR BIKE SHIFT optimal in den Karton gepackt, sowohl zum Schutz als auch für den reibungslosen Aufbau. Zudem steht den Nutzern ein digitales Anleitungsvideo zur Verfügung, das über einen QR-Code abgerufen werden kann. So verliefen das Unboxing wie auch der Aufbau als One-Man-Show überraschend unkompliziert. Falls das Bike in einem Stockwerk ohne Aufzug platziert werden soll, empfehlen wir jedoch dringend die Hilfe einer zweiten Person, da der Rumpf trotz aller Materialoptimierungen recht schwer ist.Aber seht selbst - wir haben den Aufbau fototechnisch für euch festgehalten...
Sobald das Wahoo KICKR BIKE SHIFT an seinem endgültigen Standort aufgestellt und ausgerichtet ist, beginnt die individuelle Anpassung von Stack, Reach, Versatz, Sattelhöhe und Rahmenhöhe an die persönliche Morphologie. Um sicherzustellen, dass dieser Prozess nicht zur endlosen Geschichte wird, bietet Wahoo zwei gute Möglichkeiten über seine intuitive App an.1. "Passform Basic": Neuberechnung durch Eingabe eurer Innenbeinlänge sowie der angestrebten Sitzposition (Rennen, Ausdauer, Entspannt). Unsere Erfahrung zeigt, dass diese Methode eine schnelle und effektive Annäherung an die optimale Fahrposition ermöglicht.2. "Passform Profi": Übernahme einer bestehenden Radvermessung von GURU, Retül oder Trek. Millimetergenaue Einstellung innerhalb weniger Minuten, insbesondere für Personen, die Daten einer aktuellen Radpositionsanalyse besitzen.Zu Demonstrationszwecken haben wir uns für die erste Methode (quick and dirty) entschieden. Nach Eingabe meiner Daten meldete sich die App sofort mit allen sechs relevanten Werten, und das KICKR BIKE SHIFT war im Handumdrehen optimal eingestellt.Unterhalb findet ihr eine kurze Fotostrecke mit den Details.
Jetzt mussten nur noch Lenker und Sattel in die gewünschte Position bzw. Neigung gebracht werden, und das Rad war passgenau eingestellt. Ein abschließender Check mit dem Zollstock zeigte, dass der Sattel tatsächlich auf einer für mich nahezu perfekten Höhe stand – lediglich um zwei Millimeter tiefer gestellt. Fertig.Im Anschluss verbanden wir das Bike mit dem Smartphone, installierten die neuesten Firmware-Updates und konfigurierten die Schaltlogik sowie die Gangsprünge nach unseren Wünschen. Zudem stellten wir eine sichere Verbindung mit dem WLAN her und koppelten das KICKR BIKE SHIFT mit der Wahoo SYSTM Trainings-App.
Obwohl das KICKR BIKE SHIFT auf den ersten Blick etwas instabil erschien, bestätigte sich dieser Eindruck während des Trainings nicht. Im Gegenteil: Das schlanke Bike erwies sich sowohl beim Aufsteigen als auch beim Beschleunigen oder im intensiven Wiegetritt als äußerst verwindungssteif und produzierte keinerlei Knarzgeräusche. Wir schreiben dies der einfacheren Stahlkonstruktion zu, die aufgrund des Verzichts auf die Mechanik für die physische Steigungs- und Gefällsimulation insgesamt zur Steifigkeit beiträgt. Keine Drehpunkte, keine Lager, keine Probleme.Die neue elektronische Bremse mit Riemenantrieb arbeitete ebenfalls leise, obwohl sie mit maximal 2.200 Watt Widerstand fast genauso kräftig verzögerte wie die des KICKR BIKE. Das äußerst realistische Fahrgefühl war ebenso beeindruckend. Zudem bot der etwas größere Bewegungsspielraum im Bereich des Oberrohrs zusätzlichen Komfort.
Ein ebenso großer Pluspunkt für ein authentisches Fahrgefühl und ein immersives Indoor-Erlebnis ist das Feature "Reality Shift". Egal, ob du Campa, Shimano oder Sram benutzt, das KICKR BIKE SHIFT kann alles und simuliert den Gangwechsel sehr realistisch. Der Widerstand der Bremse passt sich an den Druck auf den Schalthebel an, und der Antrieb gibt unmittelbar Feedback.
Allerdings fehlen zwei weitere Dinge, die Vielfahrern in den Welten von Zwift abgehen könnten: Einerseits die sogenannte Abfahrtsimulation (Downhill Simulation), mit der sich hohe Geschwindigkeiten auf Abfahrten aufrechterhalten lassen, andererseits die physische Ganganzeige - denn im Gegensatz zum KICKR BIKE V1/V2 sind die LEDs der Ganganzeige am KICKR BIKE SHIFT verschwunden. Dies könnte auf Zwift etwas nervig sein, da das Softwareprogramm den eingelegten Gang am KICKR BIKE/SHIFT nicht anzeigt. Möglicherweise wird dieses Feature aber in Kürze bei Zwift & Co. implementiert, da beispielsweise die Gänge für das Tacx NEO Bike sehr wohl angezeigt werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Das KICKR BIKE SHIFT bietet ein realistisches Fahrgefühl, das dem Topmodell verboten nahekommt. Allerdings müssen Abstriche bei der physischen Steigungs-/Gefälle-Simulation, der Abfahrtssimulation und der Ganganzeige gemacht werden.Für diejenigen, die hauptsächlich strukturierte (ERG) Workouts in Zwift, Wahoo SYSTM und anderen Trainings-Apps absolvieren, könnte der Verzicht auf diese Funktionen zugunsten des günstigeren Kaufpreises und anderer Vorteile akzeptabel sein. Allerdings bleiben Nutzer, die die meiste Zeit in virtuellen Welten, Gruppenfahrten oder Rennen mit manueller Schaltung verbringen, wahrscheinlich weiterhin mit Wahoos Flaggschiff besser beraten.
Physische Steigungs-/Gefälle-Simulation, Abfahrtssimulation und Ganganzeige: NOT - sonst TOP!
Das Wahoo KICKR BIKE SHIFT bietet mit seinem neuen Brems- und Riemenantriebssystem ein realistisches Fahrgefühl in den eigenen vier Wänden. Wie auch das um 1.000 Euro teuere KICKR BIKE reagiert Wahoos Neuzugang blitzschnell auf Steigungen und Leistungsänderungen und lässt einen bei größeren Wattsprüngen nicht gegen die sprichwörtliche Wand fahren. Auch an der Genauigkeit und der Nullpunktkalibrierung gibt es nichts zu kritisieren. Der Widerstand bleibt konstant und die Wattwerte in sich stimmig.Zwar wirkt das 36 kg schwere KICKR BIKE SHIFT auf den ersten Blick etwas filigraner als sein großer Bruder, steht aber dank seiner Konstruktion und der einstellbaren Füße auf der Wahoo Trainingsmatte wie ein Fels in der Brandung. Wenngleich der Lenker im Bereich der Klemmung nach wie vor etwas viel Flex zulässt, wirkt das Smartbike insgesamt noch solider und robuster, was wir konstruktionsbedingt auf den weggefallenen Mechanismus der physischen Steigungs-Simulation zurückführen.All jene, die auf diese physische Änderung des Gefälles, die Abfahrtssimulation, die LEDs für die Ganganzeige sowie auf den Rennmodus, bei dem die Leistungsdaten per WLAN bis zu 10-mal schneller übertragen werden, verzichten können, finden im Wahoo KICKR BIKE SHIFT einen perfekten Indoor-Trainingsbegleiter. Die programmierbare virtuelle Schaltung, die einstellbare Übersetzungskonfiguration und die mehrfach erwähnte, extrem leise Geräuschkulisse runden das Fahrerlebnis ab.
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