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Größe: 175 cm Schrittlänge: 84 cm Gewicht: 70 kg Fahrstil/-können: Rennrad & Gravel, gute Ausdauer, wenig Power, volles Risiko bergab - wird allerdings selten belohnt
Egal, wie gut die Größe des Kettenblatts gewählt wurde - vermutlich haben sich die meisten Einfach-Fahrer in gewissen Situationen schon mal einen extra Gang in jede Richtung gewünscht. Der Marathonracer auf einer Flachetappe, der Tourenbiker im unbekannten Gebirge, der Trainingsweltmeister nach einem Hungerast. Musste man bis vor kurzem mit Nachrüstkassetten anderer Hersteller oder gar einem Umstieg auf 2x11 liebäugeln, macht Sram dieser Problematik mit der Eagle nun ein für allemal ein Ende.10-50 statt 10-42 ist nicht einfach nur ein Gang mehr, sondern schafft Reserven nach oben und nach unten. Entweder man passt die Kettenblattgröße je nach Power und Laufradstandard an die maximal erwünschte Belastung am Berg an, oder man erhöht sie einfach - im Vergleich zur gut funktionierenden 11-fach Schaltung - um zwei weitere Zähne. Beides garantiert maximale Entspannung bergauf und höhere Endgeschwindigkeiten im letzten Gang.
Wenngleich es manchem bei 1.524,- Euro für die XX1 Eagle-Komplettgruppe (bzw. X01 Eagle 1.306,- Euro) die Schuhe auszieht, muss man hier doch Äpfel mit Birnen vergleichen. Klar, es ist weder ein linker Schalthebel, Umwerfer oder zweites Kettenblatt dabei; aber gerade deshalb ist sie mit 1.456 Gramm (bzw. X01 Eagle 1.502 Gramm) auch deutlich leichter und problemloser als 2-fach Schaltungen mit vergleichbarer Gesamtübersetzung - und sogar billiger, zählte man die nicht benötigten Teile virtuell dazu.
Nach Studium des Installations-Videos (10:21 Minuten) sollte eigentlich jeder Hobby-Bastler selbst in der Lage sein, die neue Eagle zu montieren - selbst auf Fullys mit komplexer Kinematik. Ein mitgeliefertes Tool zur perfekten Einstellung des Abstands zwischen Ritzel und dem oberen Schaltröllchen hilft dabei.
Die Kassette entspricht prinzipiell der herkömmlichen 10-42 Variante aus Stahl plus einem zusätzlichen Aluminium-Ritzel mit 50 Zähnen und ist somit, logischerweise, etwas schwerer. Dafür spart die Kurbel, fast schon ein Weightweenie-Wunder, immens viel Gewicht und macht die XX1 Eagle-Komplettgruppe gerade mal um 50 Gramm schwerer als die 1x11 XX1. Hilft natürlich alles nichts, wenn man mit einer schwereren Truvativ oder bald mit einer noch schwereren Kurbel eines Drittanbieters mitsamt richtig schwerem Powermeter-Spider unterwegs ist. Aber gut zu wissen, dass man das Thema Gewichtsdifferenz mit der XX1 Eagle Hollow Core BB30 Kurbel in den Griff bekommen könnte.
Guter USP, hoher Bling-Bling-Faktor. Die Rede ist vom goldenen Finish der XX1 Eagle Gruppe, einer Titan-Nitrid-Beschichtung, wie man sie von hochwertigen Werkzeug-Bits kennt. Sie bietet hohe Gleiteigenschaften, verringert den Verschleiß, verhindert Oxidation und Rost, sorgt für Gesprächsstoff und entzückt jeden Proleten. Coole Typen fahren die XX1 Eagle in Schwarz und sparen sich ein paar Euros, die sie nach der Tour mit den Weibern verprassen.
Herzstück des Antriebs ist die von 5,6 auf 5,25 mm verschmälerte Eagle Kette, welche in schwarz oder gold (inkl. Titan-Nitrid-Beschichtung) wesentlich dafür Sorge trägt, dass der Eagle Antrieb so leichtgängig, präzise und laufruhig funktioniert. Dank neuer Produktionsmethoden wurden die Glieder besonders geglättet, sodass trotz des extremen Schräglaufs keine scharfen Ecken und Kanten an Kettenblatt, Ritzel und Schaltröllchen nagen. Dadurch soll sich die Lebensdauer des Antriebs bei Labortests um bis zu vier Mal verbessert haben. Selbst im Realbetrieb unter schlechter Behandlung sei eine Verdopplung der Laufleistung zu erwarten.
Nein. Aber die neue 500% Bandbreite ist definitiv ein Nice-to-have.
Wohl um das Gewicht der Komplettgruppe nicht nur niedrig, sondern nahezu auf dem Niveau der 11-fach-XX1 zu halten, wurde der Eagle-Kurbelsatz vollständig überarbeitet und wiegt mit BB30-Achse und 32er Kettenblatt 467 Gramm, bzw. mit GXP 493 Gramm. Möglich machen dies die komplexe Hohlbauweise und Srams ausgefuchste Carbon-Tuned-Laminattechnologie, die Bereiche mit hoher Belastung besonders verstärkt und in anderen Material reduziert.Die angeblich leichteste, steifste und stabilste Kurbelgarnitur aus Serienfertigung soll sich sowohl für Cross Country als auch für Trail-Einsätze eignen. Einziger Wermutstropfen ist - wie so oft - der Preis, denn sie kostet je nach Ausführung zwischen 463 und 497 Euro.
Truvativs neue Descendant Carbon Kurbel ist etwas billiger, rund 90 Gramm schwerer, noch robuster und - laut Sram - sogar für den harten Enduro-Einsatz geeignet. Da mir mein Ruf als manischer Enduro-Runter-Prügler wohl vorausgeeilt war, erhielten wir statt der Eagle XX1 Kurbel freilich jene von Truvativ. Mit der gleichen Direct-Mount-Aufnahme ausgestattet, war sie nicht nur für alle 1-fach Schaltungen kompatibel, sondern konnte auch Srams neue X-Sync 2 Kettenblätter aufnehmen. Leisere Geräuschkulisse und längere Haltbarkeit garantiert.Unsere GXP-Variante mit 175 mm Kurbellänge brachte mit dem 32er Eagle-Kettenblatt 582 Gramm auf die Waage, was bei einem Listenpreis zwischen 340,- und 371,- Euro ein akzeptables Gewicht darstellt. Zwar noch immer kein Schnäppchen, ist sie zur Zeit die günstigste Alternative, eine Eagle-Gruppe mit den radikal geformten X-Sync 2 Kettenblättern anzutreiben. Tipp: In Kürze sollen die X-Sync 2 Kettenblätter auch "Non-Direct" und mit einem Standard-104-mm-Lochkreis erhältlich sein, was die Auswahl an kompatiblen Kurbeln drastisch erhöhen wird.
Zur Bewältigung der angewachsenen Übersetzungsbandbreite wurde das neue XX1 Eagle Schaltwerk nicht nur größer dimensioniert, es wartet auch mit einigen neuen Features auf. So erhöhte man die Zähnezahl der unteren, größeren X-Sync Schaltrolle auf 14, was für einen ruhigeren und widerstandsärmeren Lauf der Kette sorgt, und verbesserte die Type-3 Roller Bearing Clutch (Käfigdämpfung), um wackelnden Schaltwerken und schlagenden Ketten ein Ende zu bereiten. Insgesamt wuchs die zuvor schon hohe Spannung des Schaltwerkkäfigs um zusätzliche 20% an und verhindert effektiv das Abspringen der Kette ohne Kettenführung.
Die obere Schaltrolle erhielt überdies ein neues Design ohne abwechselnd dicken Zähnen, damit sie sich im groben Dreck mit der Narrow-Wide-Kette nicht mehr ent-synchronisieren kann, was beim Vorgänger immer wieder mal zu lautem Rattern geführt hatte. Und der Katalog an Verbesserungen nimmt kein Ende: Ein neues Befestigungssystem am Rahmen macht das Schaltwerk noch robuster und haltbarer und die Cage Lock-Funktion wurde so implementiert, dass der Mechanismus vor Steinbeschuss auf Trails geschützt ist. In Gold oder Schwarz um 304 Euro.
Logischerweise wurde auch der XX1 Schalthebel überarbeitet und ähnelt in optischer Hinsicht eher dem 11-fach Pendant der X0/X1 als seinem XX1-Vorgänger. Sein Innenleben beherbergt ein Update auf zwölf Gänge und einen neu entwickelten Mechanismus für gleichmäßiges und zuverlässiges Schalten (X-Actuation Technologie). Die knackigen Schalthebel aus Carbon steuern das XX1 Eagle Schaltwerk schnell und präzise zwischen den Ritzeln, beim Hochschalten sind maximal fünf Gänge gleichzeitig möglich.Ein großes Plus ist auch die gute Einstellbarkeit über zwei Befestigungspositionen, der justierbare Schalthebel und die Kompatibilität mit Matchmaker X. In Kombination mit Srams Bremshebel wirkt das Cockpit super aufgeräumt und kompakt. In Schwarz oder Gold um 170,- Euro. Für Retro-Fanatiker ist nach wie vor eine minimal schwerere Grip Shift-Variante um 155,- Euro im Programm.
Sie sieht zwar aus wie eine ganz normale Kette und kostet mit 88 Euro in Schwarz bzw. 92 Euro in Gold fast doppelt so viel wie andere Highend-Produkte, aber sie hat es in sich. In Srams eigener Kettenfabrik in Portugal produziert, glänzt sie neben ihrer Titan-Nitrid-Beschichtung (nur die goldene Version) mit vollständig geglätteten Gliedern, ohne scharfen Ecken und Kanten, sowie samtweichen Kettenlaschen, welche eine besonders gleichmäßige Vernietung und hohe Zugfestigkeit ermöglichen.
All diese Maßnahmen sorgen trotz des großen Schräglaufs neben Leichtgängigkeit und Laufruhe für eine deutlich längere Laufleistung. Sram spricht bei der Lebensdauer des Antriebs von 400% im besten und 200% im schlechtesten Fall, was den hohen Kaufpreis der Kette ein wenig relativiert.Obwohl hartes Schalten unter Last nach wie vor vermieden werden sollte, braucht man sich wegen der Haltbarkeit des Power Lock-Kettenglieds keine Sorgen zu machen. Denn auch dieses wurde verstärkt und besitzt ab sofort ein laufrichtungsgebundenes Design für weniger Reibung und geringeres Risiko zum Verkanten. Gemäß Sram darf das Power Lock angesichts des geringen Toleranzbereichs der 12-fach Schaltung nur einmalig verwendet werden.
Size does matter. Mit ihrer großen Übersetzungsbandbreite von 500% (10, 12, 14, 16, 18, 21, 24, 28, 32, 36, 42, 50) bietet sie im Vergleich zum Vorgänger nicht nur ein riesiges 50er Ritzel für eine höhere Trittfrequenz am Berg, sondern auch die Option, ein größeres Kettenblatt für höhere Topspeeds zu montieren. Trotz ihrer etwas angewachsenen Breite passt die Kassette auf alle konventionellen Laufräder mit dem bewährten XD-Driver Freilauf. Möglich machen es die geringeren Abstände zwischen den Ritzeln (von 3,8 auf 3,65 mm) und die schmälere Kette (von 5,6 zu 5,25 mm). Auch das Schaltwerk liegt näher an den Speichen des Hinterrads, aber Sram will die Kompatibilität mit den Laufrädern der führenden Hersteller getestet haben.Die verwindungssteife Kassette ist in Gold mit Titan-Nitrid-Beschichtung um 458 Euro zu haben, in Schwarz ohne Beschichtung um günstigere 356 Euro; das Gewicht ist bei beiden Versionen gleich.
"Ich schaue auf die Kassette.Sie ist groß und strahlend und schön."
Auf den ersten Blick sieht das neue X-Sync 2 Direct Mount Kettenblatt wie ein verschlissenes aus. Natürlich trügt der Schein, denn im radikalen Design der neu entwickelten Kettenblattzähne steckt ein gewaltiges Maß an Entwicklung. Laut Sram wurden tausende von X-Sync 11-fach Kettenblättern jeder Größe allen nur denkbaren Belastungen ausgesetzt, deren Abnutzung analysiert und daraus die neue Narrow-Wide-Zahnform speziell für die Eagle abgeleitet. Die X-Sync 2 Kettenblattzähne sind länger und ähneln einem Sägeblatt, um perfekt in die schmale Eagle-Kette zu greifen und diese auch im ruppigen Gelände festzuhalten.Die mit 11-fach Antrieben abwärtskompatiblen X-Sync 2 Kettenblätter erhöhen die Kettenspannung und verringern gleichzeitig Reibung, Abnutzung (im besten Fall bis zu 4 Mal) und Kettengeräusche. Zur Zeit sind sie in fünf Abstufungen (30, 32, 34, 36 und 38 Zähne) nur als Direct Mount-Variante um 103 Euro erhältlich. Normale Kettenblätter mit BCD104-Lochkreis in vier Abstufungen (32, 34, 36 und 38 Zähne) werden in Kürze um 73 Euro angeboten.
Als XX1-Pilot der ersten Stunde und absoluter Verfechter von Einfach-Antrieben, sage ich: "Nie wieder will ich mich mit antiquierten Zweifach-Schaltungen am MTB herumärgern, Chainsucks erdulden und den puristischen Anblick des Rades mit unnötigen Kabeln, Schaltern und Werfern verunstalten. Ich schaue auf die Kassette. Sie ist groß und strahlend und schön."Stieß ich zugegebenermaßen nach einem verletzungsbedingten Ausfall mit der 1x11 XX1 und 10-42/32 an steilen Hängen öfters an meine Leistungsgrenzen, läuft es nun mit der Eagle und 10-50/32 trotz überschaubarer 2 W/kg perfekt. Sobald ich bei 3 W/kg angelangt bin, werde ich mein Glück mit einem 34er Blatt suchen und ziemlich sicher dann auch im Flachen finden.Anders als ihr Elffach-Pendant kann man die XX1 Eagle mit ihrer großen Übersetzungsbandbreite, in Kombination mit dem passenden Kettenblatt, wirklich fast jedem Alltagsbiker egal welchen Leistungslevels empfehlen.Alle im Artikel erwähnten Eigenschaften kann ich so unterschreiben. Die Gruppe war super easy montiert und der Abstand zwischen der oberen Schaltrolle und dem Ritzelpaket dank des Tools perfekt eingestellt. Die Eagle bietet schnelle, knackige und präzise Schaltwechsel, selbst vom 42er auf das 50er Ritzel. Der Antrieb läuft wirklich viel feiner und leiser - Einbildung ausgeschlossen - und selbst im extremsten Gang (32 vorne, 50 hinten) lässt sich die Kurbel nahezu reibungsfrei und geräuscharm rückwärts drehen, ohne dass sich die Kette verkantet, geschweige denn hinunterfällt.Nachteile fallen mir, abgesehen von den hohen Kosten für die Verschleißteile, keine ein. Die Crocodile Trophy oder das Cape Epic würde ich vermutlich nicht mit dem eigenen Material fahren wollen; neue Kette, Ritzel und Kettenblatt gehen mit € 649,- in Summe schon etwas ins Geld.Tipp: Sobald normale (Non-Direct-Mount) Kettenblätter mit 104BCD Lochkreis verfügbar sind, können Powermeter-Jünger auch mit ihrer vorhandenen Wattkurbel in den Genuss der Eagle-Performance kommen.
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