sonntagsöffnung hin oder her, eines ist klar: dass manche von unseren vorfahren hart erkämpften rechte irgendwann dazu führen werden, dass wir im vergleich mit anderen nationen abstinken werden.
das jetzt nicht falsch verstehen. ich bin FÜR arbeitnehmerschutz, für eine soziale marktwirtschaft, etc. aber tatsache ist, dass in sehr guten zeiten, als die hälfte der welt aus politischen gründen nicht am weltmarkt mitkonkurrierte, man teilweise übers ziel hinausgeschossen ist. war damals gut und angebracht, da ja ohnehin alles gut funktionierte. jetzt schaut die sache aber anders aus. der ostblock ist offen, die menschen dort sind verständlicherweise hungrig nach konsum, leben und action und dementsprechend arbeitswillig. von asiatischen ländern brauchen wir gar nicht reden.
so. und jetzt haben wir hier die wahl. wollen wir uns durch das verleugnen der realität in einen vermeintlich sicheren kokoon begeben oder wollen wir uns der realität stellen, den "kampf" aufnehmen und was unsere einstellung zu arbeit, lernen und flexibilität angeht wenigstens stückweise ändern?
niemand wird (und soll) zu einem chinesischen fabrikssklaven werden. aber durch die glückliche lage, in der wir sind (bildung, infrastruktur, lage im herzen des neuen europa,...) würden schon kleine zugeständnisse bzw. eine kleine veränderung der einstellung zu service, arbeit,.... großes bewirken können. die zeiten, in denen man mit 16 in einer frima begonnen hat bis zur pense dort war, nichts mehr dazugelernt hat, jedes jahr seinen krankenstand vonn ausgenutzt hat, etc. sind einfach vorbei. und egal wie sehr man darüber jammert bzw. dinge wie die sonntagsöffnung fürchterlich findet, das ist eben die REALITÄT. der muss man sich stellen.
wir können wie gesagt stundenlang über die armen menschen jammern, die am sonntag arbeiten müssen, aber hey, wenn es eben länder gibt, die gas geben und wir im internationalen wettbewerb nicht verlorengehen wollen, wird man adaptieren müssen.
dass man dafür nicht alle rechte der arbeitnehmer über den haufen schmeißen darf, ist klar und unbestritten. worauf es mir aber ankommt, ist dass solche regelungen nicht von moses vom heiligen gewerkschaftsberg heruntergetragen wurden und gottgegeben für immer gelten, sondern dass derartige abmachungen immer kinder ihrer zeit und der umstände sein MÜSSEN. nur weil es die letzten 30 jahre so war, muss es nicht immer so bleiben.
man kann über großkonzerne sudern, so viel man will - blabla zahlen keine steuern, setzen den staat unter druck, nur auf gewinn aus, blabla. populistisches geschwätz. unterm strich tun derartige konzerne als arbeitsplatzlieferanten, steuerzahler, etc. anscheinend noch immer genug für unseren staat. und letztendlich ist es die aufgabe des staates und der arbeitnehmer, ein insgesamt attraktives gesamtpackage zu schnüren, üm solche unternehmen anuzulocken und hierzuhalten. und ich rede jetzt nicht von reduktion von arbeitnehmer- und umweltschutz, sindern eben von (fort-)bildung, flexibilität, einsatz, infrastruktur etc.