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Lightweight Meilenstein EVO im Test

Lightweight Meilenstein EVO im Test

04.01.21 08:03 19.935Text: Luke Biketalker/NoFlashFotos: Erwin Haiden; HerstellerLeicht, steif, schnell - wir haben den Mythos Lightweight 3.000 km durchs Burgenland gescheucht.04.01.21 08:03 20.201

Lightweight Meilenstein EVO im Test

04.01.21 08:03 20.20165 Kommentare Luke Biketalker/NoFlash Erwin Haiden; HerstellerLeicht, steif, schnell - wir haben den Mythos Lightweight 3.000 km durchs Burgenland gescheucht.04.01.21 08:03 20.201

Ich bin alles was war, was ist und was jemals sein wird. Niemals wird ein Mann erkennen, was hinter meinem Schleier liegt.
Handwerklich geschaffene Mythen und Legenden wecken Begierden, faszinieren und lösen irrationale Kaufgelüste. Der geschwungene Porsche-Schriftzug mit der magischen Zahlenfolge 911 am Heck, die einzigartige Silhouette des Zuffenhausener Sportcoupés, die endlose Liste der Ikonen hinter dem Steuer. Das erhabene Gefühl einer Breitling Navitimer am Handgelenk. Deren Rechenschieber-Lünette und Chronograph könnten, zählte man sich zur Entourage der verwegenen Luftfahrtpioniere, jederzeit Geschwindigkeit, Distanz und Brennstoffverbrauch berechnen.
Handwerkliche Präzision, designtechnisches Geschick und überlegene Technologien sind es, die Legenden formen; deren außergewöhnliche Nutzer sind es schließlich, die den Klumpen Technik zum Mythos stilisieren. Ein Mythos, der im Radsport auch unbestreitbar den Namen Lightweight umweht.

Irgendwo zwischen dem Boom der tief profilierten Aero-Rahmen, dem Aufkommen der Tubeless-Reifen und dem Glaubenskrieg zwischen Traditionalisten mit ihren quietschenden Felgenbremsen und Modernisten mit ihren kreischenden Scheibenbremsen war es allerdings verdächtig still geworden um die Marke und auch den Mythos Lightweight.

About a Legend - alles, was Räder hat, rollt

Kupferreliefbilder als gemeinsames Hobby machten Rudolf Dierl und Heinz Obermayer 1964 an deren Arbeitsplatz bei einem großen Automobilhersteller zu Freunden; ein gemeinsamer Auftrag für komplexe aerodynamische Sportwagen-Bauteile wie Spoiler und Stoßstangen aus glasfaserverstärktem Kunststoff schließlich zu Geschäftspartnern. Die hohe Nachfrage der damals in Konkurrenz zu AMG für einen Mercedes-Tuner gefertigten Teile ließ die beiden 1984 Hans Kufer ins Boot holen. Unter der KDO GmbH startete eine Kleinserie. Durch KDO entstand auch der erste Berührungspunkt mit dem Thema Fahrrad: Eine eigentlich zum Schutz von Kinderfüßen erdachte Hinterradabdeckung aus Kunststoff avancierte im Alleingang zum beliebten aerodynamischen Helferlein an Triathlonmaschinen.
Auf der Suche nach neuen Herausforderungen löste sich die KDO GmbH 1988 auf. Nach einem gescheiterten Projekt rund um eigentlich sicherheitstechnisch überlegene Glasfaser Sulky-Räder für den Trabrennsport bohrte ein gemeinsamer Freund in den Wunden von Obermayer und Dierl: Ihr Fachwissen würde bestimmt nicht ausreichen, um ein überlegenes Laufrad für den Rennrad-Sport zu entwickeln.

Mit Rückenwind aus den zufälligen Erfolgen im Triathlon entstanden aus Isolierschaum-Platten und viel Hirnschmalz Aramid Scheiben, welche, beidseitig mit Carbonfäden - sogenannten Rovings - verstärkt, herkömmliche Speichen ersetzten. Unter dem Namen ULTEC-Scheibe oder später DO2000 vielleicht noch manchem ein Begriff, rollten die Dics 1990 vom Stapel und direkt in die ersten Renneinsätze.
1993 folgt ein revolutionäres Speichenrad aus Carbon - 1994 prompt von der UCI zertifiziert. Frei von Marketing wurden mit einfachsten Mitteln, etwa einem alten Leberkäsebackofen vom Sperrmüll und einer alten LKW-Standheizung, Laufräder für die besten Rennradfahrer der Welt gefertigt. Und diese zahlten bares Geld, um die begehrten Rundlinge in ihre Rahmen zu stecken.
1996 ging die Erfolgswelle so richtig hoch: Rolf Sørensen gewann die Silbermedaille in Atlanta, Johan Museeuw fuhr zu WM-Gold, Tony Rominger zu Bronze. Rominger holte im gleichen Jahr noch die Bergwertung der Vuelta, ein gewisser Bjarne Riis triumphierte bei der Tour de France. Allesamt haben sie ihre Erfolge auf den handgemachten Laufrädern eines kleinen bayrischen Herstellers mit Namen "Hylight" eingefahren. Als Jan Ullrich schließlich ein Jahr später im gelben Trikot über die Champs Elysées rollt, muss er zwar die Laufräder mit seinen eigenen Sponsoren überkleben - der neue Name "Lightweight" ist aber bereits etabliert.
Firmenadresse oder Katalog von Lightweight suchte man damals vergebens. Einzig die Telefonnummer Obermayers kursierte als Geheimtipp in Radsportkreisen. Lieferzeiten von über zwölf Monaten wurden bereitwillig in Kauf genommen. Nach dem Tour-Sieg eines gewissen Lance Armstrong 2001 ging die Nachfrage endgültig durch die Decke.

Mit der Firma CarbonSports suchte und fand Lightweight in Friedrichshafen einen erfahrenen Produktionspartner. Ab 2003 produzierte die CarboFibretec GmbH die in der Industrie heiß begehrten Laufräder von Hand in der Nähe des Bodensees, den Vertrieb übernahm die CarbonSports GmbH mit Sitz in Friedrichshafen. Beide Firmen sind Tochtergesellschaften der Wissler Group. Dierl verließ die Firma nach der Fusion, Obermayer blieb als Berater und Gesellschafter.
Lightweight und seine einzigartige Laufradtechnologie wurde in Folge zum Global Player. Laufräder unter 1.000 Gramm entstanden, ein Pro-Tour Sieg folgte dem nächsten. 2014 erweiterte man sich um nachhaltige Bekleidung - Edelstoff - und nahm einiges an Zubehör ins Programm. 2017 folgte mit dem Urgestalt Disc das erste eigene Rennrad.
Trotz anhaltender Rennerfolge, zuletzt bei der Tour 2019, geriet die Wissler Group - und somit auch CarboFibretec, CarbonSports und Lightweight - in Turbulenzen . Mit der Murtfeldt Unternehmensgruppe als strategischem Partner gingen diese Unternehmen im Herbst 2019 gebündelt in die neu gegründete carbovation GmbH über. Mit gewachsenem Budget für Forschung und Entwicklung ist man nun wieder auf dem rechten Weg.

Jüngster Sprössling des aus der Kooperation weiter gewachsenen Knowhows sind - Überraschung - Laufräder wie die uns zum Test überlassenen Meilenstein EVO. Entwickelt und gefertigt nach wie vor in Friedrichshafen am Bodensee.
Laufräder sollen unter der neuen Führung übrigens auch wieder alleiniger Fokus von Lightweight werden. Urgestalt (Rahmen) und Edelstoff (Bekleidung) werden vorerst auf Eis gelegt. Dafür forciert man die Zusammenarbeit mit dem Fachhandel als starken Partner und will - trotz eigenen Online-Shops - keinesfalls nur online präsent sein.

Lightweight Generation EVO

Was die Laufräder vom Bodensee von der Konkurrenz abhebt, ist die Konstruktion. Vielfach kopiert aber nie erreicht, sind bei Lightweight nicht nur die Felgen aus Carbon. Auch die Speichen sind aus schwarzem Gold laminiert, die Felgen sind somit analog zu einem Monocoque aus einem Guss gefertigt. Dies sorgt nicht nur für erstaunlich niedriges Gewicht. Die Konstruktion steigert auch die Steifigkeit und Effizienz und hinterlässt ein einzigartiges Fahrgefühl.
Produziert wird, und auch hier steht man relativ allein auf weiter Flur, zur Gänze in Deutschland. Also handlaminierte Laufräder aus Vollcarbon mit viel Knowhow aus Luft- und Raumfahrt, Industrie und Medizintechnik, made in Germany. Der handverarbeitete Werkstoff bringt Mal für Mal leichte Abweichungen in Oberflächenstruktur und Farbe mit sich, jedes Rad ist ein Unikat.
120 Arbeitsschritte und mehr als 12 Stunden Handarbeit fließen so in jedes Laufrad. Dementsprechend darf Lightweight ruhig als Manufaktur verstanden werden - auch wenn an der Erfindung von Heinz Obermayer und seinem Freund Rudolf Dierl heute ein ganzes Team von Ingenieuren arbeitet.

Ende 2019 betrat mit der Generation EVO die jüngste Evolutionsstufe aus dem Hause Lightweight die Wettkampfbühne. Meilenstein EVO, Fernweg EVO 63 und 85 sowie Wegweiser EVO wollen auch künftig Maßsstäbe setzten. Mit Tubeless-Technologie und Scheibenbrems-Power sind sie fit für das nächste Jahrzehnt.

Ein modernisierter Lagenaufbau der Carbonlaufräder sorgt beispielsweise für eine nochmals verbesserte Kraftübertragung auf die Straße. Die Materialen, auf welche die gut vernetzten Entwickler dabei zurückgreifen können, sollen einen außergewöhnlich robusten Aufbau ermöglichen. So robust, dass sich Lightweight erlaubt, die beiden Modelle Meilenstein EVO und Wegweiser EVO auch für Gravel und Cyclocross freizugeben.
Hochmodulare CFK-Fasern wollen ob ihrer überlegenen Eigenschaften Beschleunigung wie Bremspräzision nochmals verbessern. Fasereigenschaften und die implementierte Tubeless-Fähigkeit sollen dazu dem Komfort sowie dem Fahrgefühl positiv in die Karten spielen.

Meilenstein EVO Disc

Ein absoluter Klassiker im Lineup von Lightweight ist der Meilenstein. Von Grund auf für den Einsatz als Allrounder zwischen windigem Flachland, den Hügeln der Voralpen und den steilen Passstraßen der echten Berge entwickelt, geht er in seiner EVO-Variante noch einen Schritt weiter. Denn wie bereits erwähnt, erweitert der Meilenstein EVO das Thema Vielseitigkeit um die harte Welt des Gravel und Cyclocross.
Er vereint alle oben beschriebenen Lightweight USPs seitens der Konstruktion in einem 48 mm hohen Paket mit 24 mm Außenbreite und von uns gemessenen 18 mm Innenmaulweite, passend für 23 bis 32 mm breite Reifen. Ob mit Milch oder Schlauch im Inneren montiert, bleibt dank Tubeless-Vorbereitung dem Nutzer frei. Je 20 Speichen pro Laufrad sorgen für Steifigkeit und Kraftübertragung - und sorgen für eine Gewichtsfreigabe von bis zu 120 kg.

120 kg Systemgewicht bei einem Gewicht von 1.380 g, wohlgemerkt. 650 g gibt Lightweight für das Vorderrad, 730 g für das Hinterrad an. Auf unserer Redaktionswaage schlugen die Räder mit 674 g/742 g an.
Vertrauen darf man auch auf die Qualität der Naben. Denn im einzigartigen Lightweight Pentagon Körper aus Carbon drehen sich die Lager um ein DT Swiss 240s Innenleben.

Tech Specs

Material Felge Carbon Empfohlene Reifenbreite 23-32 mm
Speichen Carbon, 20 vorn / 20 hinten Laufradgröße 28" (ETRTO: 622 x 18,2 mm)
Naben Pentagonnabe, Lightweight DT Swiss 240s, Disc Gewicht Vorderrad 674 g
Freilauf 10-, 11-fach Shimano Road; 12-fach SRAM XDR oder 10-, 11-, 12-fach Campagnolo Gewicht Hinterrad 742 g
Reifentyp Clincher, Tubeless Max. Systemgewicht 120 kg
Innenweite 18 mm Achsstandard
vo/hi
12x100 mm Steckachse, 9x100 mm Thru Bolt, 15x100 mm Steckachse / 12x142 mm Steckachse, 10x135 mm Thru Bolt, 12x135 mm Steckachse
Außenweite 24 mm Preis € 4.900,- Standard / € 5.350,- Schwarz ED
Felgenhöhe 48 mm

Die Pentagon-Naben - oder genauer gesagt deren Konstruktion - sind auch ein Mitgrund für die hohe Sicherheit der Laufräder. Speziell für die Disc-Version entwickelt und patentiert, reduziert ihr Design die Verwindungen des Laufrades beim Bremsen auf ein Minimum. Gemeinsam mit den einlaminierten Voll-Carbon Speichen (von denen jede einzelne 1,8 t Zugkraft aufnehmen kann) bildet die Pentagon-Nabe die Basis für ein sicheres und haltbares Laufrad, das seinesgleichen sucht.
Dass diese Behauptung nicht auf Marketing-Seifenblasen fußt, bewies eher zufällig ein anderer deutscher Hersteller. Magura ist in der Industrie für seine kompromisslosen Testverfahren rund um seine Scheibenbremsen bekannt. Eines dieser Verfahren besteht aus gezielten Volllast-Bremsungen aus 50 km/h bis zum Stillstand. Einige Wochen nach der Auslieferung eines Referenz-Laufrades an Magura erhielt das Lightweight Team einen überraschten Anruf: Das Meilenstein Laufrad hatte 8.000 solcher Vollbremsungen unbeschadet überlebt. Bisher mussten die Entwickler bei Magura nach spätestens 6.000 bis 7.000 solcher Bremsungen das Laufrad wechseln. Einige Monate später ein weiterer Anruf von Magura - das Laufrad hatte mittlerweile 20.000 Volllast-Bremsungen hinter sich. Vermessen und auf technische Werte hin überprüft, stellten die Ingenieure bei Magura fest, dass die Werte immer noch jenen im Neuzustand entsprachen ...

Die Kehrseite der Medaille? Die Meilenstein EVO sind vieles - ganz sicher aber nicht günstig. Gemessen an deren Haltbarkeit und technologischer Einzigartigkeit, der deutschen Handarbeit und dem Aufwand scheinen 4.900 Euro - in der optionalen Meilenstein EVO Schwarz ED inklusive Ceramic Speed Lagern sind es gar 5.350 Euro - dann aber schon beinahe wieder fair kalkuliert.
Halten die edlen Rundlinge wirklich um ein Vielfaches länger als andere High-End Laufräder, hat sich deren Wert für Vielfahrer nach einigen Jahren amortisiert. Und manchmal muss man sich ja auch einfach etwas gönnen ...

Lightweight - Mein erstes Mal

Nervöse Vorfreude - so könnte man das Gefühl, das erste Mal Laufräder von Lightweight in den eigenen Händen zu halten, am ehesten beschreiben. Schwer vorstellbar, einen wahren Radsportfan zu finden, den der Name kalt lassen würde. Nicht immer kann man alles auf nackte Zahlen reduzieren. Emotionen und Leidenschaft, das ist es doch, was Radsport ausmacht. Was dem einen der handgefertigte italienische Rahmen nach Maß, sind dem anderen eben handgefertigte Laufräder Made in Germany. Dieses unbeschreibliche Gefühl etwas Besonderes zu haben ... man kann es schwer beschreiben, man muss es selbst fühlen.
Zeitlos elegant stehen die Meilenstein EVO da, wirken technisch gesehen auf der Höhe ihrer Zeit.

Mit Schweißperlen an der Stirn ging es an die Montage der Reifen. Bloß keinen Kratzer in die edlen Flanken machen, bloß keinen Schönheitsfehler ins edle Carbon reiben! Doch, um beim eingehend öden Lobgesang zu bleiben: Fast schon kitschig leicht ließen sich die Schwalbe Pro One Tubeless 28 mm auf die Felge ziehen, ohne Felgenheber und Gefahr für das schwarze Gold. Setzt man auf das Schlauchlos-Setup, kann man sich die Mühe, Klebeband um das Felgenbett zu wickeln, getrost sparen. Durch die Konstruktionsweise der Felge wird der Reifen praktisch ab Werk sofort dicht. So und nicht anders sollte es immer sein! Bei den astronomischen Preisen der Meilenstein EVO setzt man derlei dann aber auch schon fast voraus.
Allerdings: Trotz 18 mm Innenweite, baut der Reifen auf der Felge "nur" 25,5 mm breit, bildet so aber praktisch eine Einheit mit der Felge.

On the Road

Es ist immer wieder überraschend, in diesem Fall sogar schockierend, wie sehr Laufrad/Reifen das Handling eines Rades verändern. Die Meilenstein EVO machen selbst aus einem schnellen Rennrad, welches mein Scott Addict zweifelsfrei ist, eine noch agilere und schärfere Waffe.
Es ist aber nicht so, dass steifere Laufräder ein Rad zwingend unkomfortabel machen, ganz im Gegenteil. Das Lenkverhalten wird noch exakter und direkter, wie auf Schienen lässt sich die im Kopf gezeichnete Ideallinie mühelos halten. Rasante Abfahrten werden fast schon spielerisch bewältigt.

Die elegant zeitlosen Linien der Meilenstein EVO sind es aber auch, welche mich anfangs schnell wieder in längst vergessene Zeiten zurückversetzt hatten. Während man bei Windstille die Luft selbst bei hohen Geschwindigkeiten regelrecht schneidet, ist bei böigem Seitenwind die V-Form der Felge nicht gerade ideal.
Das Laufrad bleibt zwar stets beherrschbar, zeigt sich aber im direkten Vergleich mit den Klassenbesten etwas nervös. Den Lenker sollte man deshalb stets fest im Griff haben haben. Ein Umstand, an den man sich zwar nach ein, zwei Ausfahrten wieder gewöhnt hat. Dennoch: Mit Seitenwind kommen andere, teils günstigere Laufräder mit moderner Felgenform deutlich besser zurecht.

Im Anstieg, egal ob knackig übersprinteter Hügel oder lange Kletterpartie, tänzelt man Serpentinen hingegen fast schon leichtfüßig hoch. Die Gravitation scheint herabgesetzt, der Anstieg kann gar nicht steil genug sein, zumindest so lange, bis man vom Brennen der Beine aus seinen Tagträumen gerissen wird. So frei ist Radsport in der Vertikalen nur selten.

Fazit

Lightweight Meilenstein EVO
Modelljahr: 2020
Testdauer: 3.000 km
Preis: € 5.350,- UVP
+ Lightweight
+ Leichtgewicht
+ Emotion pur
+ Optik
+ Einfache Montage
+ Vortrieb
+ Made in Germany
- Preis
- Seitenwindanfälligkeit
BB-Urteil: Kostenintensiver Emotionsträger

Mind over Matter - Was aber ist der Grund, warum ich mich mit diesen Laufrädern, den Meilenstein EVO Schwarz ED, so schnell fühle?
Liegen dem Hochgefühl die hohe Steifigkeit, der geschmeidige Lauf, das niedrige Gewicht, oder doch ganz etwas anderes zu Grunde? Es ist wohl auch ein gewisser psychologischer Rückenwind, mit dem die Lightweight Meilenstein EVO des Radsportlers Herz vorwärts treiben.
Was sie kennzeichnet: Hoher emotionaler Wert, großer finanzieller Aufwand, extreme Beschleunigung, aber auch nicht mehr ganz zeitgemäßes Verhalten im Seitenwind.
Jede Diva hat ihre Begehrlichkeiten, jede Diva hat aber auch ihren Preis. Ob man bereit ist, den Preis zu zahlen, muss jede/r für sich selbst entscheiden.


ein plus wäre noch, dass man sie 2021 kaufen kann, weil sie nicht in china in irgendeinem container festsitzen. eigentlich das einzige plus. ein laufradsatz für alle, die auch gern suvs mit 300+ps haben und glauben, das wären sportwagen. die zusammengebundenen speichen schauen immer noch nach heimwerkerbaumarkt aus, die technischen daten sind alles andere als herausragend. bei de meisten leuten halten sie auch sicher lange, weils den 5000 euro-lrs nur bei sonnenschein und windstille fahren - zielgruppe siehe oben. technisch schlecht werden sie aber sicher nicht sein, sonst würde ineos was anderes fahren.
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Hatte vor einigen Jahren einen Satz Lightweight Obermayer.

schauten natürlich geil aus und waren auch Berg auf super zu fahren, keine Frage …

Hab sie aber nach wenigen Wochen verkauft, da sie bei Seitenwind zu flattern beginnen.

Man braucht keinen Windkanal um zu wissen das die Dinger aerodynamisch schlecht sind …

Mich wunderts ja wirklich, das sie an dem veralteten V-Profil die ganzen Jahre nichts geändert haben und das Leute wirklich 5K für sowas zahlen … ?!?!

Da bekommt man 2-3 gute LR-Sätze für das Geld ;)

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....technisch schlecht werden sie aber sicher nicht sein, sonst würde ineos was anderes fahren.

 

Das was Ineos fährt hat damit nicht viel zu tun (Felgenbremsen, Schlauchreifen, -300g), würde ich aber auch nicht haben wollen, ich hatte Gen III und brauche so seitenwindempfindliche Dinger auch nicht mehr.

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5000er kann man sich nicht schönreden, allerdings kann ich mich noch dunkel erinnern dass ein LRS im Jahre 2008 um die 2300-2400€ gekostet hat.

Eine Zipp 404 Garnitur hat damals um die 1500€ gekostet, aktuell muss man auch um die 3000€ dafür hinlegen.

Somit haben sowohl Zipp als auch Lightweight eine ähnliche Preisentwicklung.

 

Zur Qualität sei nur soviel gesagt: hab mir 2008 recht günstigen einen gebrauchten Satz Lightweight Standard Gen2 zugelegt, den ich bis zum heutigen Tag verwende.

Werden jetzt so um die 50.000 - 60.000km drauf haben, jetzt nich super viel aber doch schon eine gewisse Laufzeit.

Bis jetzt kein einziges Lager getauscht (laufen wie neu), keinen "Service" machen lassen etc. und das ganze bei einem 1150g Laufradsatz.

Einzig den Freilauf hab ich letztes Jahr, Dank der DT Swiss 240 Innereien nach über einem Jahrzehnt Problemlos von 10fach auf 11fach tauschen können.

 

Ich denke das V-Profil ist ein Zugeständnis an das Gewicht, da die Felgen vermutlich nach wie vor ausgeschäumt sind und so deutlich weniger Schaum benötigt wird.

Technisch wäre es sicher kein Problem ein Tropfenprofil auf den inneren Felgenring zu laminieren.

Anfällig auf Seitenwind sind sie leider schon.

Ist aus meiner Erfahrung aber auch stark vom Rad (Geometrie) abhängig ob es störend wird oder nicht.

Am Trek Emonda z.B. ist es lang nicht ausgeprägt wie am Giant TCR.

 

Ach... ich freu mich schon auf das Frühjahr.

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Es gibt nur einen Grund für diese Bonzengarnitur - AURUM.

 

Lightweight ist leider zu einer mittelmässigen Schwanzverlängerung für den Schampussäufer mutiert. Technisch glänzt nur die Niederschrift im Katalog. Wenn sie die Holzspeichen wieder bringen würden käme die Garnitur wenigstens optisch wie das Original daher.

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Also, irgendwie finde ich es schon bedenklich, wie sich manche über das Produkt und deren künftiger Besitzer äußern. Aussagen geprägt von Gehässigkeit, Neid und Missgunst, dass es ärger nicht geht. Und das nur, weil sie es sich nicht leisten können oder wollen. Keine Angst, auch ich werde mir diese Dinger nicht kaufen, aber ich freue mich für jeden, der sich so etwas auf sein Rad schrauben wird. Ob er damit nur zur Eisdiele oder Rennen fährt, ist doch alleine demjenigen sein Problem und nicht Eures, ihr bezahlt es eh nicht. Leben und leben lassen ...... schon mal was davon gehört? Setz mich jetzt in mein +300 PS SUV und kaufe mir sie trotzdem nicht.
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der Preis ist natürlich :f: auch würde ich mir auf einen modernen Aero Disc Renner niemals den Satz hier verbauen(um den Preis schon gar nicht)

AAAAAber Lightis sind generell sicher keine schlechten Teile, in der Felgenbremskategorie haben sie sicher noch ihre Berechtigung... warum wohl fährt Ineos seit einigen Jahren auf ihren Pinas die Meilensten(ob Obis oder normal keine Ahnung), wo man doch weiß das die Jungs dort eher nichts dem Zufall überlassen?

Ich war mit meinen immer sehr zufrieden(außer die Standard 3 die waren eher nix), am liebsten waren/sind mit noch immer die Ventoux 3/Gipfelsturm, darum hab ich sie mir auch jetzt schön günstig für meinen "Retro" Felgenbremsrenner besorgt, und freu mich schon auf die erste Ausfahrt damit :love:

 

Also wie so oft - ein Pauschalurteil finde ich ned ganz korrekt....

Bearbeitet von harryf
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Wieso spricht hier so oft Neid, wenn man das Produkt eh schlecht findet? Da kenn ich mich nicht aus.

Das Problem an den Disc Lightweights ist, dass sie nicht leicht sind, aber anscheinend ihre Nachteile behalten haben.

Besorgt euch um einen 1000er ein Felgenbremsen Modell mit einem kg und ihr werdet sie ganz ganz lustig finden. Ein rundum sorglos Laufrad für das ganze Jahr im Rahmen der Möglichkeiten dieses System. Und ja im Seitenwind sind sie nichts für Anfänger und dazu langsam.

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Also, irgendwie finde ich es schon bedenklich, wie sich manche über das Produkt und deren künftiger Besitzer äußern. Aussagen geprägt von Gehässigkeit, Neid und Missgunst, dass es ärger nicht geht. Und das nur, weil sie es sich nicht leisten können oder wollen. Keine Angst, auch ich werde mir diese Dinger nicht kaufen, aber ich freue mich für jeden, der sich so etwas auf sein Rad schrauben wird. Ob er damit nur zur Eisdiele oder Rennen fährt, ist doch alleine demjenigen sein Problem und nicht Eures, ihr bezahlt es eh nicht. Leben und leben lassen ...... schon mal was davon gehört? Setz mich jetzt in mein +300 PS SUV und kaufe mir sie trotzdem nicht.

zumindest in meinem fall kann ich neid ausschließen.

es geht für mich eher um das schönreden und sich zurecht argumentieren. der bericht könnte sich auf

- ich will sie haben

- ich kann sie mir leisten

- sie sind lieferbar

beschränken. alles andere kann man um 1/3 des preises oder weniger auch haben.

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Wo ist das Problem wenn man die Zielgruppe des Laufrades einfach auf den Punkt bringt? Es wird eindeutig auf ahnungslose Leute mit Geld abgezielt die gerne zeigen das die Scheine locker sitzen. Beleidigt man damit Jemanden?

Es heisst ja nicht das Reiche blöd sind. Es heisst nur das Leuten, die mitspielen wollen, das Poperzenprinzip geläufig sein sollte - mit Fakten kann man bei der LW nämlich nicht argumentieren.

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