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Salzkammergut Trophy 2021 Fotos und Bildbericht

Salzkammergut Trophy 2021 Fotos und Bildbericht

19.07.21 15:50 21.714Text: PressetextFotos: Erwin HaidenAuch heuer machte Österreichs größter MTB-Marathon seinem Motto "Einmal Hölle und zurück" alle Ehre: Durchgehender Starkregen forderten die Moral und das Material. Dennoch machten sich 1.648 Unverdrossene auf die sieben verschiedenen Wege durch das Salzkammergut und verwandelten Bad Goisern und Umgebung nach einem Jahr Corona-Standgas wieder zum Hotspot der Bikerszene.19.07.21 15:50 21.755

Salzkammergut Trophy 2021 Fotos und Bildbericht

19.07.21 15:50 21.75528 Kommentare Pressetext Erwin HaidenAuch heuer machte Österreichs größter MTB-Marathon seinem Motto "Einmal Hölle und zurück" alle Ehre: Durchgehender Starkregen forderten die Moral und das Material. Dennoch machten sich 1.648 Unverdrossene auf die sieben verschiedenen Wege durch das Salzkammergut und verwandelten Bad Goisern und Umgebung nach einem Jahr Corona-Standgas wieder zum Hotspot der Bikerszene.19.07.21 15:50 21.755

Trophy-Wetter, das ist, wenn den Meteorologen in ihren Vohersagen die Worte fehlen und die Wetter-Apps auf Farbtöne umschwenken, die an große, tiefe Seen erinnern.
Pünktlich zum Renntermin 2021 verflüssigte sich auch diesmal das Land und machte die Salzkammergut Trophy einmal mehr zu einer ganz besonderen Herausforderung. Aber 1.648 Aktive trotzten den pessimistischen Prognosen und der nochmal schlimmeren Wirklichkeit und gingen dennoch an den Start. Zu groß war die Freude, nach einem Jahr Beinahe-Pause zumindest "normal" Marathon fahren zu können (das Rahmenprogramm blieb hingegen Corona-bedingt deutlich abgespeckt) und bekannte Gesichter wieder zu sehen; zu dringend der Wunsch, den Organisatoren und Helfern durchs eigene Antreten Dank und Anerkennung für ihre Bemühungen auszusprechen.

Außerdem hat so ein Hundswetter ja auch seine Vorteile: Nichts zu sehen von den Bergen, über die man sich, einen nach dem anderen, quälen muss. Keine Wanderer, auf die es in den Trail-Passagen und in Engstellen zu achten gilt. Und Sonnenbrand oder Dehydration muss man ebenfalls nicht fürchten.
Immerhin zeigten sich die Temperaturen von ihrer eher gnädigen Seite, was wohl auch die vielen Glücksritter in kurz/kurz und ohne Jacke oder zumindest Gilet im Gepäck erklärt. So hoch die Moral, so spärlich anscheinend die Ausrüstung ...

Looser gewinnt zum 4. Mal

Die Königsdisziplin über unglaublich 204 Kilometer und 7.044 Höhenmeter nahmen 320 Biker, darunter acht Frauen, in Angriff. 213 von ihnen sahen zehn bis 16 Stunden später das Ziel – allen voran Konny Looser, der sich mit seinem vierten Triumph in Folge endgültig zum Seriensieger krönte.
Leichtes Spiel hatte der Schweizer allerdings nicht, und das nicht bloß wetterbedingt. Sowohl der Deutsche Jakob Hartmann als auch der Tiroler Philip Handl, im ersten Hütteneck-Downhill durch einen Reifendefekt aufgehalten, blieben lange Zeit in Schlagdistanz, tauschten mit Fortdauer des Rennens schließlich Plätze, konnten dem permanenten Tempo-Diktat des 32-Jährigen aber letztlich nichts mehr entgegensetzen. Looser attackierte am Salzberg, schwächelte sodann, von Gegnern und Publikum unbemerkt, kurz am finalen Anstieg nach dem Gosausee, und brachte nach 10:02:24 Stunden Sieg Nr. 4 ins wortwörtlich Trockene. Denn so, wie rund um die Startaufstellung und den Startschuss um 5 Uhr früh hielt auch bei der Flowerceremony der Himmel kurz den Atem an.

Ansonsten jedoch fiel das Nass durchgehend „in Stücken“ vom Himmel, wie es Looser formulierte, verwandelte die Trails in Bäche und die Schotterstraßen in flüssiges Schleifpapier, und forderte dementsprechend Mensch, Material und auch die Rennleitung. Denn aufgrund kleinräumiger Überschwemmungen musste sowohl bei der A- als auch D-Distanz im Bereich von Bad Ischl die Streckenführung zur Sicherheit der Teilnehmenden kurzfristig geändert werden.
Zuvor hatte bereits die Sperre des Rettenbachtals aufgrund akuter Felssturzgefahr für eine – längerfristig geplante – Premiere auf der A-Strecke gesorgt: Vom Leisling ging's über einen selektiven, ob der Witterung für manche allerdings grenzwertigen Wurzeltrail retour zum Raschberg, womit heuer auch die Stippvisite im Steirischen kürzer ausfiel als sonst.

 Ich war im Fluss im Fluss 

Wie technsich Versierte heuer die Trails empfanden

Fünf A-Damen im Ziel

Von den acht angetretenen Frauen auf der A-Distanz erreichten fünf das Ziel. Am schnellsten gelang dies der Tschechin Nikol Flašarová, die von Beginn an ein einsames Rennen an der Spitze fuhr und schließlich nach 13:07:38 einen ungefährdeten Sieg einfuhr. Die Salzburgerin Claudia Egginger brachte ebenso solo und sicher mit einer guten halben Stunde Rückstand Rang zwei ins Ziel, nochmal eine gute Stunde dahinter glänzten erneut die tschechischen Farben in Person von Hana Uhlikova.

Auf der B-Strecke über 122 Kilometer und 3.794 Höhenmeter waren 358 Teilnehmer am Start und kämpften ebenfalls mit dem durchgehenden Starkregen. Wie bei der Trophy üblich und legendär, wurden aber auch sie - wie überhaupt jede und jeder Aktive - vom hochmotivierten Publikum und den unermüdlichen Helfern förmlich aufgefangen: Hier ein nettes Wort zur rechten Zeit, da lauthals rausgeplärrte Anfeuerungsrufe, dort Rockmusik, die aus privat aufgestellten Lautsprechern dröhnt. Dazu die grandios bestückten Laben, dicht postierten Streckenposten, hilfreich ausgestatteten Service-Sationen ... Bikerherz, was willst du mehr?

Überraschungssieger über 122 km

Am Ende des Renntages auf der B setzte sich etwas überraschend der niederösterreichische XC-Spezialist Michael Holland vom Bike Team Kaiser gegen den mehrfachen Sieger dieser Distanz, Christoph Soukup vom KTM Factory MTB Team, durch. Rang drei holte sich der Mühlviertler Michael Kampelmüller.
Bei den Damen ging der Sieg nach Deutschland. Tanja Priller gewann vor Carina Schrempf aus der Steiermark und Bianca Morvillo aus Italien.

Darüber hinaus gab's eine eigene Gravel-Wertung auf der C-Strecke und vier weitere Distanzen mehr, Team-, Regional- und Slow-Motion-Sieger, große Namen (etwa Hödlmoser und Sommer) auf kleinen Runden, weil nämlich mittlerweile der Nachwuchs früherer und auch heutiger Haudegen ebenfalls schon „Marathon-Alter“ erreicht hat, und mit Irina Krenn (3. in der W30/E) die wohl frischgebackenste Mutter, die je ein Marathon-Podest erreicht hat.
Christian Hoffmann, seines Zeichens Langlauf-Olympiasieger, erreichte das Ziel laufend und noch immer als Neunter, nachdem er auf Rang zwei liegend einen Reifenplatzer im Gosauzwang, 15 Kilometer vor dem Ziel, nicht mehr reparieren konnte. Adam Pearce, Australier mit Wahlheimat Frankfurt, konnte nach einem Platten unmittelbar vor dem A-Start dank der „Hilfe eines netten Mannes“, der sich als Trophy-Organisationsleiter Martin Huber höchstpersönlich herausstellte, doch noch starten. Die letzten Finisher, drei „echte“ Starter und drei Schlussfahrer mit E-Bike, erreichten bei hereinbrechender Nacht Bad Goisern und wurden trotz strömenden Regens, Donner und Blitz von den Zusehern wie Sieger gefeiert
Kurzum: Wetter und Corona-Auflagen zum Trotz geriet die Salzkammergut Trophy einmal mehr zu einem wahren Fest der Freude, an dem sich letztlich Biker aus 30 Nationen beteiligten. Und tags darauf machten es ihnen 160 wackere Kids im Rahmen der Scott Junior Trophy in Obertraun bei ebenso bescheidenen Witterungsverhältnissen mit mindestens so viel Spaß und Ehrgeiz nach ...

Salzkammergut Trophy Individuell

Übrigens: Wer am 17.7. ob der Witterung gekniffen hat oder die Strecke(n) der Salzkammergut Trophy bei garantiert passendem Wetter absolvieren möchte: Auch heuer gibt es bis in den Herbst hinein wieder die Möglichkeit, im Rahmen des Individual-Bewerbes anzutreten. Alle Infos dazu finden sich hier.


Auch heuer machte Österreichs größter MTB-Marathon seinem Motto "Einmal Hölle und zurück" alle Ehre: Durchgehender Starkregen forderten die Moral und das Material. Dennoch machten sich 1.648 Unverdrossene auf die sieben verschiedenen Wege durch das Salzkammergut und verwandelten Bad Goisern und Umgebung nach einem Jahr Corona-Standgas wieder zum Hotspot der Bikerszene.
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2019 hatte ich am Nachmittag den Regen als noch intensiver in Erinnerung, weil andauernder. Heuer gab's schon auch mal Regenpausen.

 

Dafür war in Summe wohl schon mehr Wasser auf der Strecke -- der Trail runter zum Salzbergwerk war bspw. unter dem Bach "verschwunden" und wurde deshalb gesperrt.

 

Von der Regenmenge her, war es heuer sicher viele mehr, dafür um ca. 10°C wärmer

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Das hab ich mir beim Anblick der Bilder auch gedacht, die meisten haben doch recht wenig an. 2019 war schon ziemlich kalt für Mitte Juli.

Hab auch die Hoffnung dass es nächstes Jahr dann mal so richtig passt. :D

 

Wenn man die Reihenfolge von schlecht/schön sich ansieht.... ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es nächstes Jahr brauchbares Wetter gibt.

 

Ich bin wieder dabei.... 5h in Goisern bin anderen Verrückten! :D

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Tolles Video :)

 

Sind letztes Jahr 3 Strecken der Trophy Individuell gefahren. Wäre halt auch eine Möglichkeit um das Wetter zu "umgehen". Hat Spass gemacht. Sind halt die Segmente voll gefahren und dazwischen gemütlich mit Einkehr usw. MM eine feine Sache um sich heranzutasten bzw. ohne Stress und doch sportlich das ganze anzugehen. Wär auch was für eine größere Runde und gemeinsam. Also zB. als Bikeboard-Nachzipf für alle (wie mich) die zuhause geblieben sind wegen den Wettervorhersagen.

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